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Veröffentlicht am 23.03.2026

Der verschwundene Winzer

Mörderfinder – Mit den Augen des Opfers
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Als in Klotten an der Mosel Gabriele Meiniger stirbt, bekommt Max Bischoff einen sehr ungewöhnlichen Anruf, denn er soll der Kriminalrätin Keskin helfen, einen Vermisstenfall aufzuklären. Gabriele hatte ...

Als in Klotten an der Mosel Gabriele Meiniger stirbt, bekommt Max Bischoff einen sehr ungewöhnlichen Anruf, denn er soll der Kriminalrätin Keskin helfen, einen Vermisstenfall aufzuklären. Gabriele hatte ein sehr kryptisches Tagebuch hinterlassen und Keskin möchte das Max sich darum kümmert, auch weil sie befürchtete, dass die Tochter von Gabriel in Gefahr sein könnte. Max macht sich auf den Weg nach Klotten, gerade auch weil ihn der Fall interessiert. Gegenüber Keskin bleibt er sehr skeptisch. Er übernimmt die ersten Befragungen, bis dann dann Jessica Meiniger tot aufgefunden wird. Das Rätsel um den verschwundenen Winzer wird immer größer und so holt sich Max psychologische Hilfe von Marvin Wagner, den er bei einem anderen Fall kennengerlernt hat. Die beiden sind ein gut aufeinander eingespieltes Team, doch mitten n die Ermittlungen platzt der Koblenzer Kommissar Zerbach und der will, dass Marvin und Max aufhören zu ermitteln. Ein spannendes Katz und Maus Spiel beginnt.
Der zweite Band aus der Reihe Mörderfinder von Arno Strobel „Mit den Augen des Opfers, spielt in einem Winzerdorf an der Mosel und es geht vordergründig um einen verschwundenen Winzer. Aber das wäre in Thrillern von Arno Strobel zu einfach gedacht und gehandelt. Es sind mehrere Themen, die der Autor mit seinen Hauptcharakteren bearbeitet. Die wichtigste Personalie in diesem Thriller ist der ehemalige Kripobeamte Max Bischoff, der aktuell an der Uni lehrt, aber auch als privater Ermittler unterwegs ist. Mit seinem ehemaligen Kollegen Horst Böhmer steht er immer noch im regen Austausch. Mit Dr. Marvin Wagner, Psychologe und einiges mehr, wird ein neuer Partner für Max aufgebaut. Die beiden verstehen sich sehr gut in diesem Fall und ergänzen sich fast perfekt. Dieser Fall ist ein Spiel in dessen Hauptrolle Max steht, denn er wird von seiner größten Kritikerin Kriminalrätin Keskin engagiert und es ist für ihn eine große Herausforderung. Doch der Autor lässt sein Hauptfigur sehr geschickt sich positiv auf die Menschen einzulassen, ganz im Gegensatz zu Hauptkommissar Zerbach, der wie ein Elefant im Porzellanladen durch den Fall trampelt. Ein krasser Gegenpol zu Max und Marvin. Dieses gegenspiel zwischen offizieller Polizei und privaten Ermittlungen belebt diesen Roman. Der Mörder taucht auch immer wieder mit seinen Gedanken und auch Taten auf und lässt den Leser miträtseln, wer das denn wohl sein könnte. Das ist die Spezialität von Arno Strobel, den Leser in seinen Bann und in den Thriller tief hineinzuziehen. Die Sprache ist sehr bildhaft und alles läuft wie ein Film ab. Doe Spannung ist sehr gut aufgebaut und fesselt den geneigten Leser bis zum Schluss.
Ich mag die Thriller von Arno Strobel, denn er versteht es sehr gut mein Kopfkino anzukurbeln und in Gang zu halten. Er lässt mich teilhaben an den Ermittlungen und auch mit den Hauptfiguren mitleiden. Ich kann diese Reihe, aber auch anderen Bücher von Arno Strobel sehr gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Pizza mit Algen

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Es ist Ostern in Neapel und Commissario Gaetano hat frei und will diese Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch seine Kollegin Beppa Bellini findet im Hafen eine Toten, der dort angeschwemmt wurde. Ausgerechnet ...

Es ist Ostern in Neapel und Commissario Gaetano hat frei und will diese Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch seine Kollegin Beppa Bellini findet im Hafen eine Toten, der dort angeschwemmt wurde. Ausgerechnet Ostern. Natürlich kann Gaetano die Füße nicht stillhalten und so pendelt er zwischen seinem Büro und der Familie. Doch die Ermittlungen lassen ihn nicht los und als er auch noch Franka, die Tochter des Toten kennenlernt ist es um ihn geschehen. Er muss herausfinden, was geschehen ist. Aber die Obrigkeit hat etwas gegen einen Skandal, der die wichtigste Firma, das Pharmaunternehmen Spirafarm betrifft, das kurz nach Ostern an die Börse gehen will. Und so ist es für Gaetano ein Wettlauf gegen die Zeit.
Der Neapel-Krimi „Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ von Fabio Nola ist der zweite Band aus dieser Serie, um den etwas hektischen Commissario Gaetano. Das Cover zeigt ein Bild von Neapel im Sonnenschein mit Blick auf den Vesuv denke ich. Also eine gute Einstimmung auf diesen Krimi. Was mich als Fan von regionalen Krimis überrascht ist die brutale Sicht auf die unschönen Seiten von Neapel. Den Hafen, der alles an Dreck bietet, was man sich vorstellen kann, die Hektik, die z.B. in der Stadt herrscht und nicht nur der Autoverkehr. Aber das macht diesen Roman auch für mich interessant, er überdeckt mit der Schönheit nicht die Unbilden des Lebens. Diese werden hier beschrieben, und zwar geht es an Ostern auch um die Menschen, die alt und gebrechlich sind und gepflegt werden müssen. Aber das ist nur ein Randnotiz in diesem Krimi. Auch die Mafia darf irgendwo nicht fehlen, vielleicht als Vorurteil, vielleicht aber auch als Tatsache, die den Alltag beherrscht. Der Fall bleibt für Gaetano und sein Team lange undurchsichtig und sie können keinen Anfang eines roten Fadens finden. So verbringt man die Ostertage als Leser in dem Versuch die Ergebnisse mit dem Ermittlerteam zu sortieren. Auch die Leitung macht sehr großen Druck auf das Team, doch das ist die Stärke, die der Autor Gaetano mit auf den Weg gibt, der lässt sich nicht beirren. Dann passend nach Ostern nimmt der Krimi Schwung auf und die Nebel der Ermittlung löst sich auf. Eine besondere Rolle in diesem Krimi, nimmt auch seine junge Kollegin Beppa Bellini ein, die ganz viel und sehr unorthodox zum Erfolg des Teams beiträgt. Die Sprache des Autors ist sehr bildhaft und der Spannungsbogen steigt zum Ende rasant an.
Ich finde diesen Krimi auf die lange Strecke sehr interessant. Zu Beginn waren sehr viele interessante Beschreibungen über Neapel und die Ostertraditionen und das Leben an sich. Doch als der Krimi auch noch Spannung aufnimmt, hat er bei mir gewonnen. Ich kann diesen Krimi deshalb auch gut empfehlen, man braucht ein bisschen Geduld und kann sich an sehr interessanten Ermittlungen erfreuen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein besonderer Weinbegleiter durch das Rheingau

Weinbar. Essbar. Wanderbar: Rheingau
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Hier vor mir liegt der Band „Weinbar.Essbar.Wanderbar – Die neue Weinkultur im Rheingau von Britta Blottner und dem Herausgeber Uwe Ittensohn. Es handelt sich um eine sehr gutes Sachbuch mit vielen Bildern, ...

Hier vor mir liegt der Band „Weinbar.Essbar.Wanderbar – Die neue Weinkultur im Rheingau von Britta Blottner und dem Herausgeber Uwe Ittensohn. Es handelt sich um eine sehr gutes Sachbuch mit vielen Bildern, vielen Informationen über Wein und dessen Kultur im Rheingau. Es werden aber auch Wanderungen beschrieben, die an verschiedenen Weingütern vorbeiführen und für unterschiedliche Fitness Grade geeignet sind. Es gibt auch ein Kapitel mit Informationen rund um den Weinbau. Natürlich fehlen auch nicht die QR-Codes, um die Touren und die Besuche bei den vorgestellten Winzern zu planen.
Mit Interesse habe ich die Beschreibungen der 32 vorgestellten Winzer gelesen. Natürlich ist das ein Auswahl, die zur eigenen Prüfung einlädt. Durch die Informationen zu den Winzern ist es sehr gut möglich sich zu besuchende Winzer herauszusuchen, da immer die Öffnungszeiten beschrieben sind. Jeder einzelne Winzer ist auch von den Autoren besucht worden und so können sie sehr interessante Geschichten zu den Weinen und den Weingütern erzählen. Es liest sich wie ein Band mit Kurzgeschichten und so kommt auch große Lust auf die Weingütern zu besuchen. Da bei den Vorstellungen der einzelnen Winzerfamilien immer wieder Fachbegriffe fallen, gibt es auch ein Kapitel in dem ein paar davon erläutert werden. Zum Abschluss des Weinführers gibt es noch 10 Rundwanderwege durch das Weinbaugebiet, die gut beschrieben sind und auch für jeden etwas dabei ist. Natürlich gibt es auch hier einen QR-Code, mit dem man sich die Tour auf seinem Mobilfunkgeräte ansehen kann.
Alles in allem ist dieses Buch über die Weinbauregion Rheinpfalz sehr informativ und gut verständlich. Sie lädt zum Besuch der Region ein und da ich in dieser Region schon ein paar Winzergüter besucht habe, kann ich dieses Buch gut empfehlen, um sich auf den Weg zu machen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mord im Naturreservat

Strandgut
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Das Reservat Euronat ist ganz etwas besonderes an der französischen Atlantikküste. Es ist ein großer Campingplatz, abgeschlossen von seiner Umwelt, nur für Nudisten. Der größte seines Zeichens in Europa ...

Das Reservat Euronat ist ganz etwas besonderes an der französischen Atlantikküste. Es ist ein großer Campingplatz, abgeschlossen von seiner Umwelt, nur für Nudisten. Der größte seines Zeichens in Europa und natürlich den Bewohnern von Grayan-et-l´Hopital ein Dorn im Auge. Deshalb hat auch die Bürgermeisterin des Ortes den Pachtvertrag gekündigt, denn sie hat etwas anderes mit diesem Gelände vor. Auf einer Bürgerversammlung tritt dann auch ihr Parteifreund und Staatssekretär im Verteidigungsministerium Guy Martinez auf, um sie zu unterstützen. Ein voller Erfolg war diese Versammlung, doch am nächsten Morgen findet man Martinez tot am Strand von Euronat auf. Das gibt Commissaire Luc Verlain und seinem Team ein großes Rätsel auf. Keiner wusste was der Staatssekretär dort am Strand zu suchen hatte. Also starte das Team die Ermittlungen und entdeckt etwas sehr Merkwürdiges.
Der Aquitane-Krimi „Strandgut“ von Alexander Oetker spielt hauptsächlich in einem Naturreservat für Nackttourismus an der Atlantikküste. Einführend ist das Cover gut geeignet, um den Ort zu beschreiben, einem Strandabschnitt dieses riesigen Campingplatzes. Euronat ist ein großer Wirtschaftsfaktor für diese Region, denn es zieht jedes Jahr mehrere tausend Besucher an und auch Häuser auf dem Platz werden von Einheimischen vermietet. Für Moralisten ist dies ein Schrecken und so ist es auch normal das die Bürgermeisterin, ein Konservative, diesem Schauspiel ein Ende machen möchte. Natürlich stecken da auch wirtschaftliche Interessen hinter. Dann kommt der tote Parteifreund hinzu und es werden polizeiliche Ermittlungen durchgeführt. Hier kommen dann die Hauptpersonen Commissaire Luc seine Chefin und Lebensgefährtin Anouk und seine Mitarbeiterin Rose Schellinger hinzu. Es ist schon ein besonderes Team, das dort ermittelt und so decken sie nach und nach Umstände auf, die diesen Todesfall in ein anderes Licht rücken. Diese Ermittlungen werden vom Autor sehr gut entwickelt und Schritt für Schritt zum Erfolg geführt. Es ist kein gerader Weg, der sich ihnen bietet, aber es werden auf dem Weg Erkenntnisse hinzugefügt, die die Spannung und diesem Krimi immer wieder anfachen. Diese Art und Weise finde ich spannend und es tut dem Spannungsbogen sehr gut, der mit einigen Überraschungen gespickt ist. Die Sprache, die der Autor verwendet ist sehr bildhaft und macht das Geschehen erlebbar. Das Ende ist nachvollziehbar, aber hier bleibt bei mir ein wenig Stirnrunzeln zurück.
Ich mag diese Krimis, da sie immer in einer tollen Atmosphäre spielen und diese Sommer, Sand Frankreich Feeling durchsickert. Aber auch die Spannung bleibt nicht auf der Strecke. Ich mag auch Luc Verlain und sein Team, die immer für Überraschungen gut ist, Ich finde diesen Krimi empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Offshore Ermittlungen

Trügerisches La Rochelle
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Commissaire Chevalier wird zu einem sehr ungewöhnliche Toten geführt, der auf einem Installationsschiff für Windanlagen gefunden wurde. Es war schon schwierig auf dieses Schiff zu gelangen und genauso ...

Commissaire Chevalier wird zu einem sehr ungewöhnliche Toten geführt, der auf einem Installationsschiff für Windanlagen gefunden wurde. Es war schon schwierig auf dieses Schiff zu gelangen und genauso schwierig entwickeln sich die Ermittlungen. Es war anfangs gar nicht klar, ob es ein Unfall oder Mord war. Doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es sich um Mord handelte. Die Ermittlungen auf dem Schiff erwiesen sich als erschwert, weil die Arbeiter nicht mit ihnen sprechen wollten. Da der Tote auch nicht viele Sympathisanten auf dem Schiff hatte, kamen auch viele als Verdächtige in Frage.
„Trügerisches La Rochelle“ von Jean-Claude Vinet ist ein Krimi, dessen fall sich diesmal hauptsächlich im Atlantik auf einem Schiff handelt. Ein sehr spannender Fall im Umfeld von Gewinnmaximierung und ökonomischen Interessen, in dem Menschen nur Marionetten in einem großen Spiel sind. Tote und Verletzte werden hier scheinbar in Kauf genommen. In diesem Milieu muss nun Chevallier und sein Team ermitteln. Unter erschwerten Bedingungen und der Autor versteht es sehr gut die beklemmende Atmosphäre fühlbar zu beschreiben. Die Ermittlungen ziehen sich sehr in die Länge, was allerdings auch kein Wunder ist, da die Aussagen nur spärlich gemacht werden und es auch einige Zeit dauert bis alle Informationen an die Polizei gegeben werden, um nicht gegen wirtschaftliche Interessen zu verstoßen. Zum Ausgleich beschreibt der Autor die private Situation von Chevallier und seiner Frau und ich habe manchmal den Eindruck, er möchte hier ein bisschen die andere Welt zeigen neben den Kriminalfällen. Ich finde diese Mischung sehr interessant, da sie auch immer wieder die trockenen Ermittlungen unterbrechen und so für den Fluss der Geschehnisse sorgen. Die Sprache ist sehr bildhaft, die Story sehr authentisch und der Spannungsbogen sehr gut entwickelt. Überraschungen sind mit eingepreist und halten die Story am Leben.
Ich finde diesen Krimi sehr gut und ich habe auch schon andere Fälle von Commissaire Chevallier verfolgt und finde seine unaufgeregte Ermittlungsarbeit sehr interessant. Ich finde ein sehr gelungener Krimi und gut zu empfehlen.

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