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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein vielschichtiger Roman über eine chinesische Einwanderfamilie - unterhaltsam und bewegend

Real Americans
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Ein Roman über die Herkunft einer chinesischen Einwandererfamilie in den USA, der sich über drei Generationen erstreckt und die Suche nach der Identität und dem Wunsch nach Zugehörigkeit beschreibt.
Die ...

Ein Roman über die Herkunft einer chinesischen Einwandererfamilie in den USA, der sich über drei Generationen erstreckt und die Suche nach der Identität und dem Wunsch nach Zugehörigkeit beschreibt.
Die Aktion „Deutschland liest ein Buch“ hat mir sehr gut gefallen und dadurch auch meine Neugier auf diesen Roman geweckt. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei jeder Abschnitt aus der Perspektive einer der drei Protagonisten erzählt wird. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, lässt sich sehr gut lesen und hat mich gut unterhalten.
Im Verlauf der Geschichte werden Familiengeheimnisse nach und nach aufgedeckt.
Der Roman beginnt im Jahr 1999 mit Lily Chen, der Tochter der eingewanderten Familie. Sie wurde bereits in den USA geboren und von ihren Eltern bewusst als Amerikanerin erzogen. In diesem Teil werden besonders die bestehenden Klassenunterschiede eindrücklich dargestellt.
Der zweite Abschnitt spielt etwa zwanzig Jahre später und dreht sich um Nick, Lilys Sohn. Dieser versucht mehr über seinen Vater herauszufinden und sich selbst besser zu verstehen. Von allen Figuren war mir Nick persönlich am sympathischsten.
Im letzten Teil steht schließlich May im Mittelpunkt, Lilys Mutter. Hier erfährt man viele interessante Hintergrundinformationen über China, über ihr früheres Leben und auch über die schwierige Zeit unter der Herrschaft von Mao Zedong.
Alle drei Figuren befinden sich auf ihre Weise auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, nach Erfolg und nach Zugehörigkeit. Sowohl May als auch Lily verfolgen dabei das Ziel, dass es der jeweils nächsten Generation einmal besser gehen soll. Mit der Zeit werden die Beweggründe und Entscheidungen der Figuren immer verständlicher, sodass man ihr Handeln gut nachvollziehen kann. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin diese Entwicklung im Laufe der Geschichte aufgebaut hat.
Der Roman ist vielschichtig und behandelt zahlreiche Themen, darunter Migration, Familiengeheimnisse, Rassismus, chinesische Geschichte, Zugehörigkeit und familiäre Bindungen. Auch wissenschaftliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle in diesem Roman.
Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, dass zu viele Themen beschrieben werden. Einige davon wurden meiner Meinung nach etwas zu kurz behandelt, während andere Stellen wiederum zu ausführlich beschrieben sind.
Trotzdem habe ich den Roman insgesamt sehr gerne gelesen. An manchen Stellen hat mich die Geschichte auch emotional sehr bewegt. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Unterhaltsam und dennoch tiefgründig

Einatmen. Ausatmen.
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Mit diesem Roman hat Maxim Leo mich erneut begeistert und in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist vielschichtig, bewegend und zugleich humorvoll erzählt. Sie regt zum Nachdenken an und bietet eine gelungene ...

Mit diesem Roman hat Maxim Leo mich erneut begeistert und in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist vielschichtig, bewegend und zugleich humorvoll erzählt. Sie regt zum Nachdenken an und bietet eine gelungene Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass man mühelos durch die Seiten fliegt. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Marlene und Alex.

Zu Beginn wirkt Marlene äußerst unsympathisch und distanziert. Ihr einziges Ziel ist es, die zwei Wochen des Achtsamkeitsseminars möglichst unbeschadet zu überstehen, um den letzten Schritt auf der Karriereleiter zu machen. Im Laufe des Aufenthalts beginnt jedoch ein Prozess der Selbstreflexion, der sie langsam zu sich selbst führt. Ihre Entwicklung vollzieht sich für meinen Geschmack stellenweise etwas zu abrupt, doch mit jeder Seite wurde sie mir sympathischer. Besonders ihr Einstieg im Schloss hat mir sehr gefallen und mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht.
Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn nicht jede Wendung vollkommen realistisch wirkte und es auch Rückblicke in Alex und Marlenes Leben gab, die mir etwas zu ausführlich waren. Das Ende verlief anders, als ich es erwartet hatte. Ein unterhaltsamer und zugleich nachdenklich stimmender Roman, verknüpft mit etwas Humor und Tiefgründigkeit.

Gerne empfehle ich diesen Roman weiter

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Eine Zeitreise für die Liebe

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Nach fünfundzwanzig Ehejahren ist die Beziehung zwischen Adam und Jules spürbar abgekühlt. Früher haben sie liebevoll Mixtapes füreinander aufgenommen. Als Adam eines Tages eine der alten Kassetten wiederentdeckt, ...

Nach fünfundzwanzig Ehejahren ist die Beziehung zwischen Adam und Jules spürbar abgekühlt. Früher haben sie liebevoll Mixtapes füreinander aufgenommen. Als Adam eines Tages eine der alten Kassetten wiederentdeckt, sie einlegt und auf „Play“ drückt, geschieht etwas Unglaubliches. Er findet sich in seiner eigenen Vergangenheit wieder, in einer Zeit, in der ihre Liebe noch leidenschaftlich und unbeschwert war. Auch Jules erlebt diese Zeitreisen. Gemeinsam durchleben sie immer wieder Momente von damals, in der Hoffnung, durch kleine Veränderungen ihre Gegenwart zu beeinflussen. Doch kann ihre Ehe tatsächlich eine zweite Chance bekommen?

Mit großen Erwartungen habe ich zu diesem Buch gegriffen, vor allem wegen des Vergleichs mit „Harry und Sally“ und „Zwei an einem Tag“, der meine Neugier geweckt hat. Der Roman liest sich angenehm und flüssig, konnte meine hohen Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllen und blieb für mich dann doch unter einem Highlight.
Die Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit und werden abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Jules und Adam erzählt. Besonders die Idee der Zeitreise hat mir gefallen, die Möglichkeit, etwas in der Vergangenheit zu manipulieren, um auch die Gegenwart zu verändern.
Adam und Jules wirken in ihren alltäglichen Problemen und Streitigkeiten sehr authentisch. Gleichzeitig ist es faszinierend, sie in ihrer jungen, verliebten Version zu erleben und zu sehen, wie sie früher miteinander umgegangen sind und was im Laufe der Jahre verloren gegangen ist.
Das Buch regt zum Nachdenken an, über Routinen, eingefahrene Muster und darüber, wie wichtig es ist, eine Beziehung nicht dem Alltagstrott zu überlassen. Eine Geschichte über die Hoffnung auf eine zweite Chance für die Liebe.
Gerne empfehle ich den Roman weiter.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Ein tief berührender Roman

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Bo ist 89 Jahre alt, und seine Frau lebt im Heim für Demenzkranke. Der größte Halt in seinem Leben ist sein Hund Sixteen. Auch die täglichen Besuche des Pflegedienstes bringen ihm ein wenig Abwechslung. ...

Bo ist 89 Jahre alt, und seine Frau lebt im Heim für Demenzkranke. Der größte Halt in seinem Leben ist sein Hund Sixteen. Auch die täglichen Besuche des Pflegedienstes bringen ihm ein wenig Abwechslung. Doch als die Spaziergänge immer schwieriger werden, bemerkt sein Sohn Hans, dass er sich nicht mehr ausreichend um Sixteen kümmern kann. Aus Sorge um das Wohl des Hundes beschließt Hans, ihn ihm wegzunehmen. Bo ist am Boden zerstört und versteht nicht, warum Hans ihm diesen geliebten Begleiter nicht lassen kann. Die Entscheidung seines Sohnes trifft ihn tief, denn er spürt, wie wichtig ihm Sixteen in seinem Leben ist.
Dieser bewegende, traurige und realitätsnahe Roman beleuchtet auf eindrucksvolle Weise das Älterwerden. Die Autorin beschreibt sehr detailliert, wie schwierig es für Bo ist, seinen Tag zu bewältigen. Immer wieder schweifen seine Gedanken in die Vergangenheit ab, wobei der Übergang zwischen Gegenwart und Erinnerung oft abrupt erfolgt. Dies wirkt sehr authentisch, wie es Bo in seinen Gedanken geschieht, stellt aber beim Lesen manchmal eine kleine Herausforderung dar. In den Rückblicken tauchen Erinnerungen an seine Frau Elisabeth und an die Zeit mit seinem Sohn Hans als Kind auf. Auch Bos eigene Kindheit wird thematisiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Romans ist die langjährige Freundschaft mit Tore, mit dem Bo regelmäßig telefoniert.
Zwischen den Kapiteln finden sich Notizen der Pflegekräfte, die über Bos Zustand und durchgeführte Maßnahmen berichten. Der Roman ist von einer großen Einfühlsamkeit geprägt. Bo und Sixteen wachsen einem schnell ans Herz, und man kann sich gut in die Ängste, Sorgen und Freuden des alten Mannes hineinversetzen. Es ist ein ehrlicher und tiefgründiger Roman über das Altern, über Liebe und Verlust, über die Ängste von Angehörigen und die Bedeutung von Freundschaft sowie die unermessliche Liebe zu einem Hund. Auch das Thema Abschied wird auf eindrucksvolle Weise behandelt. Ein berührender, trauriger Roman über Pflegebedürftigkeit im Alter, der zum Nachdenken anregt. Gerne empfehle dieses Buch weiter.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Gelungener Abschluss der Trilogie

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Der neue Roman von Alena Schröder ist der dritte Band einer Reihe und erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit, im Jahr 1945 in Güstrow, steht die 14-jährige Waise Marlen im Mittelpunkt. ...

Der neue Roman von Alena Schröder ist der dritte Band einer Reihe und erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit, im Jahr 1945 in Güstrow, steht die 14-jährige Waise Marlen im Mittelpunkt. Durch einen Zufall erhält sie Hilfe von der Künstlerin Wilma, die ihr Schutz vor russischen Soldaten bietet und sie schließlich bei sich aufnimmt. Wilma bringt Marlen die Malerei näher, und nach und nach wird das Mädchen zu ihrer Assistentin und wird bald unersetzlich für sie.

Die zweite Erzählebene spielt im Berlin des Jahres 2023. Hier begleitet man die 34-jährige Hannah Borowski, die sich wundert, als ihr Vater unerwartet den Kontakt zu ihr sucht. Jahrelang hatte er keinerlei Interesse an ihr gezeigt, warum also jetzt? Oder haben ihre Mutter und Großmutter den Kontakt bewusst verhindert?

Der dritte Teil der Familiensaga lässt sich problemlos auch ohne Kenntnisse der vorherigen Bände lesen. Die beiden Zeitebenen wechseln regelmäßig, und bereits zu Beginn wird deutlich, wie die Geschichten miteinander verknüpft sind. Dennoch hätte ich mir eine noch engere Verbindung der Handlungsstränge gewünscht. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, und die Schicksale der Frauen haben mich auf beiden Ebenen berührt. Die Protagonisten wirken glaubwürdig, ihre Gefühle und Situationen sind gut nachvollziehbar. Auch wenn mich die vorherigen Teile der Reihe etwas stärker fesseln konnten, ist dieser Roman ein stimmiger und gelungener Abschluss der Familiengeschichte über Zusammenhalt, Freundschaft, Einsamkeit und Schicksale. Gerne empfehle das Buch weiter.

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