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Veröffentlicht am 22.03.2026

Was eine Dilogie... alles darin war perfekt

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2)
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Okay ich sag’s dir ehrlich:
Das hier ist nicht einfach nur ein „guter Abschluss“… das ist so ein „alles fällt an seinen Platz und du sitzt da und bist sprachlos“-Abschluss 😭✨
How to Kill Fate von Saskia ...

Okay ich sag’s dir ehrlich:
Das hier ist nicht einfach nur ein „guter Abschluss“… das ist so ein „alles fällt an seinen Platz und du sitzt da und bist sprachlos“-Abschluss 😭✨
How to Kill Fate von Saskia Louis hat mich wirklich komplett abgeholt und wenn ich dachte, Band 1 war schon stark… Band 2 hat einfach nochmal alles übertroffen.
Der Einstieg??
SO gut gemacht. Kein plumpes „Was bisher geschah“ oder noch viel schlimmer: ein wildes reinschmeißen in irgendeine Scene, sondern ein richtig cleverer Übergang, der dich sofort wieder in die Story zieht. Ich hab zwar trotzdem kurz die letzten Seiten von Band 1 überflogen (just to be safe 😅), aber es wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen.
Und dann ging’s los… und ich war direkt wieder komplett drin.

Was dieses Buch so besonders macht:
👉 Es ist nicht nur spannend, es ist tief. So richtig tief. 

Die Themen aus Band 1...
✨ Was macht ein Leben lebenswert?
✨ Was bedeutet Freiheit?
✨ Wie selbstbestimmt sind unsere Entscheidungen wirklich?
✨ Und was ist Liebe eigentlich?
... werden hier nicht nur aufgegriffen, sondern weitergedacht, hinterfragt und am Ende so rund aufgelöst, dass es sich einfach komplett richtig anfühlt.

Ich hatte beim Lesen so oft Momente, wo ich dachte: „Okay wow… das kann man 1:1 aufs echte Leben übertragen.“
Dieses Buch hat einfach so viele kleine Weisheiten, die sich leise einschleichen und trotzdem hängen bleiben.

Und dann diese Plotentwicklung?? Ich schwöre, es ist wie ein Puzzle 🧩
Am Anfang hast du einzelne Teile, hier und da Vermutungen und am Ende fügt sich einfach alles perfekt zusammen.
Wirklich JEDES Detail hat Sinn ergeben.
Ja, manchmal hatte ich so eine Ahnung, aber das hat’s nicht weniger spannend gemacht,  eher im Gegenteil 👀

Die Charakterentwicklung? Chef’s kiss. So nachvollziehbar, so echt, so gut aufgebaut.
Und ich muss auch sagen:
👉 Die Found Family Dynamik ist hier einfach wieder ein Highlight.
Dieses Gefühl von Zusammenhalt, Vertrauen, Chaos: ich liebe es.
Auch der Humor war wieder on point: Mal subtil, mal richtig stark, aber immer genau da, wo man ihn gebraucht hat.

Und was mich komplett abgeholt hat:
👉 Die Atmosphäre & der Schreibstil. Ich hatte wieder diesen inneren Film im Kopf, alles war so klar, so lebendig, so greifbar.

Und das Ende… Ich hätte es mir wirklich nicht besser wünschen können. Es war einfach genau richtig.

⭐ 5/5 Sterne, aber ehrlich? Noch besser als Band 1 und der hatte bei mir auch 5 Sterne.
Wenn du How to Fight Fate mochtest, dann wirst du diesen Abschluss verschlingen.
Und wenn du es noch nicht gelesen hast:
BITTE lies diese Dilogie. Wirklich.

Das ist nicht nur Fantasy, das ist eine Geschichte, die dich entertaint, dich fühlen lässt und dir gleichzeitig noch was mitgibt 🥹📚✨

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Okay STOP – dieses Buch hat mich wirklich komplett überrascht 😭✨

The Nightmare Before Kissmas
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Nightmare Before KIssmas ist so eine Mischung aus cozy, witzig und emotional, dass ich ehrlich nicht damit gerechnet habe, wie sehr es mich abholen würde. Vor allem, weil es meine erste Rom-Com überhaupt ...

Nightmare Before KIssmas ist so eine Mischung aus cozy, witzig und emotional, dass ich ehrlich nicht damit gerechnet habe, wie sehr es mich abholen würde. Vor allem, weil es meine erste Rom-Com überhaupt war und ich bin jetzt einfach sold 🫠

Die Story spielt zur Weihnachtszeit und hat einfach diesen perfekten winterlichen Vibe: verschneit, magisch, atmosphärisch, genau das, was man sich für einen cozy Read wünscht. Aber was das Buch wirklich trägt, sind die Charaktere.

Cole, der Weihnachtsprinz?? Ich kann nicht mehr.
So unfassbar charmant, witzig und schlagfertig. Seine Art, mit Sprache zu spielen, seine trockenen Kommentare, ich hab so oft laut gelacht. Und dieser Gruppenchat mit seinem Bruder und seiner besten Freundin?? ICONIC.
Allein die Szene mit „die Klaus Jungs und ihre ho, ho, hoe“. Wirklich Peak Humor 😭

Und ich sag’s, wie es ist:
👉 Noch NIE haben mir Chatverläufe in einem Buch gefallen -> bis jetzt.
Hier waren sie einfach perfekt eingebaut, witzig, lebendig und haben die Dynamik so gut rübergebracht.

Aber neben all dem Humor hat mich das Buch auch emotional extrem überrascht (im besten Sinne).
Coles Gefühle sind so greifbar geschrieben. Dieses Ungerechtigkeitsgefühl, dieses Innere… man fühlt einfach alles mit. Es ist nicht nur süß, es hat auch richtig Tiefe, denn neben dem Romance Plot haben wir einen tiefen Konflikt innerhalb der Weihnachtsfamilie.

Und dann… Hex, der Halloween-Prinz 🖤
Die Dynamik zwischen den beiden?? Ich hatte wirklich dieses Kribbeln beim Lesen. Dieses „nur noch ein Kapitel“ und plötzlich sind 1,5 Stunden vergangen. Klassiker.

Was ich auch unglaublich wichtig und schön fand:
👉 Consent wird hier so respektvoll und selbstverständlich dargestellt.
Nicht nur vorhanden, sondern aktiv thematisiert und das auf eine richtig angenehme, natürliche Weise.

Für mich ist das Buch einfach:
✨ lustig
✨ romantisch
✨ emotional
✨ ein absoluter Page-Turner

Ich hab’s verschlungen und direkt weiterempfohlen, weil es wirklich so eine Geschichte ist, die einem einfach das Herz aufgehen lässt 🥹

Und ja, es ist DER perfekte Winterread, aber ehrlich? Ich hab’s im Frühling gelesen und es hat trotzdem komplett funktioniert.

⭐ 5/5 Sterne, ohne Diskussion

Und jetzt kommt der Plot Twist:
Ich dachte eigentlich, ich lese Band 2 nicht (St. Patrick’s Day ist so gar nicht mein Thema 😅), ABER die Leseprobe hinten drin? Und die Erkenntnisse die ich aus Band 1 gezogen habe?
…da muss ich die Fortsetzung einfach lesen👀🍀

Wenn das ansatzweise so gut wird wie dieses Buch, dann wird das wieder eine richtig tolle Lesezeit.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Eines meiner Jahreshighlights 2026 - spoilerfrei

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Ich habe Prinzessin der tausend Diebe 2 beendet und ehrlich gesagt hat dieses Buch mich komplett beendet. Und das meine ich wirklich so.

Während ich gelesen habe, habe ich auf meinem Bookstagram-Account ...

Ich habe Prinzessin der tausend Diebe 2 beendet und ehrlich gesagt hat dieses Buch mich komplett beendet. Und das meine ich wirklich so.

Während ich gelesen habe, habe ich auf meinem Bookstagram-Account eine Live-Reaction aufgenommen, weil ich gemerkt habe: Oh man… gleich passiert etwas Krasses. Und ich wollte diesen Moment festhalten. Ich wollte einfach ehrlich zeigen, was dieses Buch mit mir macht. Also wenn ihr das sehen möchtet: elenis.booknook auf Insta.

Und dann saß ich da und habe einfach nur geweint. So richtig. Ich habe geheult.
Alles kam raus.

Es ist wirklich lange her, dass mich ein Buch so auseinandergenommen hat. Vor allem so intensiv.

Dieses Buch ist unfassbar gut. Aber nicht nur wegen der Story. Es hat so eine unerwartete Tiefe. Thea schreibt einfach unglaublich bedacht. Schon im ersten Band hat man gemerkt, dass ihre Worte Gewicht haben und dass das Geschehende schon recht unvorhersehbar ist. Dass viele Sätze mehr bedeuten, als man im ersten Moment denkt. Aber in diesem Band hat mich das nochmal ganz anders getroffen.

Man merkt richtig, dass sie bestimmte Dinge ganz bewusst so schreibt, dass sie einen zum Nachdenken bringen. Manche Aussagen wirken klein, aber sie bleiben im Kopf hängen.

Die Geschichte selbst ist unglaublich vielschichtig. Vor allem die Charakterentwicklung. Die war wirklich stark geschrieben. Natürlich konnte man irgendwann ahnen, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt. Aber nichts hätte mich auf die Emotionen vorbereiten können, die am Ende damit verbunden sind. Aber habt keine Angst, ihr wollt den kurzen Schmerz!

Band 1 war für mich damals unvorhersehbarer. Einfach, weil wir die Welt noch nicht kannten. Die Figuren nicht. Und ich kannte auch Theas Schreibstil noch nicht. Deshalb hat mich vieles dort mehr überrascht.

Band 2 ist anders. Aber nicht schlechter. Überhaupt nicht.
Das Ende hat für mich alles nochmal so viel facettenreicher gemacht.

Die Kampfszenen waren auch richtig stark. Kraftvoll. Mächtig. Und Thea schafft es einfach, Szenen so zu beschreiben, dass sie sich lebendig anfühlen. Beim Lesen lief bei mir wirklich ein kompletter Film im Kopf ab. Und dieser Film hat perfekt zu dem gepasst, was ich gelesen habe.

Was ich auch unglaublich spannend fand: Dass eine Figur, die vorher eine Antagoonistin war, jetzt zur Protagonistin wird. Das gibt der ganzen Geschichte eine ganz andere Perspektive und macht dieses Morally-Gray-Thema so interessant.

Und dieses Morally Gray war hier wirklich richtig gut ausgearbeitet. Vielschichtig. Tiefgründig. Man merkt, dass sich Thea darüber Gedanken gemacht hat.

Es gibt auch Themen in diesem Buch, die eigentlich nur einen kleinen Platz in der Geschichte einnehmen, aber trotzdem Raum bekommen. Und genau das fand ich so schön. Diese Themen wurden nicht einfach nebenbei abgehandelt, sondern wirklich respektvoll eingebunden. Wenn ich sie hier erwähnen würde, würden sie spoilern, also lass ich es.

Bis ungefähr zur Hälfte des Buches dachte ich tatsächlich noch:
Okay, das ist gut. Wirklich gut. Aber nicht ganz so stark wie Band 1.

Und dann kam dieser Punkt.
Und danach war es einfach nur noch eine emotionale Achterbahnfahrt.

Spannend. Aufwühlend. Herzzerreißend. Teilweise wollte ich mir wirklich die Haare raufen.
Meine Lesesticker sind mir beim Lesen irgendwann einfach ausgegangen.

Was ich auch total faszinierend finde: Das Buch wurde vom Ende aus geschrieben. Also zuerst das Ende und dann immer weiter zurück zum Anfang. Und trotzdem merkt man das beim Lesen überhaupt nicht. Die Geschichte fühlt sich komplett rund an.

Auch die Farbschnitte finde ich so durchdacht.
Beim ersten Band steht Verrat.
Beim zweiten Schicksal. Lest die Geschichte und habt ein großes "Ahaaaaa".


Band 1 war eines meiner Jahreshighlights 2025.
Und ich würde sagen, Band 2 gehört definitiv zu einen meiner Jahreshighlights 2026.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Mindblown bis zur letzten Seite. Ein Wolf, der alles zerreißt, was du zu wissen glaubst

Böser, böser Wolf
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Also erst einmal: Ich musste dieses Buch lesen. Nach „Das tödliche Christmas Game“ war für mich klar, dass ich Alexandra Benedicts Schreibstil unglaublich mag – diese besondere Art, Spannung aufzubauen, ...

Also erst einmal: Ich musste dieses Buch lesen. Nach „Das tödliche Christmas Game“ war für mich klar, dass ich Alexandra Benedicts Schreibstil unglaublich mag – diese besondere Art, Spannung aufzubauen, ohne sich auf altbekannte Muster zu verlassen. Aber was „Böser, böser Wolf“ dann mit mir gemacht hat? Damit habe ich nicht gerechnet. Überhaupt nicht.

Ich habe das Buch beendet und war… geschockt. Wirklich. Bis kurz vor Schluss war ich noch an dem Punkt, an dem ich dachte: Okay, solide 3,5 oder vielleicht 4 Sterne. UND DANN... nein. Einfach nein. Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht. So viele Wendungen, so große Überraschungen, so absurde, geniale Plot-Twists, dass ich am liebsten hier tausend Anspielungen reinwerfen würde. Aber das mache ich nicht. Dieses Buch muss man selbst erleben.

„Böser, böser Wolf“ ist eine Meisterleistung.
Es durchbricht die Metaebene, spielt mit Erwartungen, mit Wahrnehmung, mit dem eigenen Leseverhalten und ist dabei komplett anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Wirklich anders. Nicht „anders, weil es behauptet, anders zu sein“, sondern anders, weil es Dinge tut, die man so nicht kommen sieht.

Ich hatte beim Klappentext ehrlich gedacht, es würde deutlich stärker in Richtung Märchen-Retelling gehen. Ja, es gibt Märchen-Elemente und Anspielungen, viele sogar. Aber ganz ehrlich?
Es ist völlig egal, ob du Märchen magst oder nicht.
Ich mag Märchen-Retellings eigentlich nicht. Und dieses Buch ist auch keines. Und trotzdem hat es mich komplett abgeholt. Die Märchenmotive sind eher ein Spiel, ein Echo, ein clever eingesetztes Stilmittel.

Was ich gelesen habe, war surreal, skurril, grandios und völlig eigenständig. Der Schreibstil ist stark, präzise und gleichzeitig mutig. Besonders geliebt habe ich die Kapitelstruktur: Die Kapitel sind genau so lang, wie sie sein müssen. Nicht künstlich gestreckt, teilweise extrem kurz und genau dadurch unglaublich wirkungsvoll. Sie sorgen für Ordnung in einer Geschichte, die bewusst verwirrt, irritiert und herausfordert. Einen so gekonnten Einsatz von Kapiteln hatte ich noch nie.

Das Tempo ist hoch, die Handlung zieht an, die Charaktere sind nachvollziehbar und ja, an manchen Stellen ist man komplett mindfucked. Aber das ist nicht nur okay, das ist genau das, was dieses Buch ausmacht.

Und ganz ehrlich: Allein die Vorstellung, wie Alexandra Benedict diese Geschichte konstruiert, verwoben, geplant und dann so konsequent umgesetzt hat, ist absolut irre. Positiv irre. Das ist kein Zufall, das ist Können.

Ich weiß jetzt schon: Ich werde alles lesen, was diese Frau noch schreiben wird. Ohne Ausnahme.

An euch:
Lest dieses Buch, wenn ihr Krimi- und Thriller-Fans seid.
Lest es, wenn ihr euch einfach richtig gut unterhalten lassen wollt.
Lest es, wenn ihr keine x-beliebige Geschichte sucht, sondern etwas Eigenes, Besonderes, Mutiges.

⭐ 5 Sterne, ohne jede Diskussion.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Intensiv ist noch untertrieben

Nocticadia
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Wow. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich vollkommen überrollt. Schon nach den ersten Seiten war klar: Das hier ist keine gewöhnliche Geschichte. Es ist meine erste Dark Romance ...

Wow. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich vollkommen überrollt. Schon nach den ersten Seiten war klar: Das hier ist keine gewöhnliche Geschichte. Es ist meine erste Dark Romance gewesen, aber ich würde sie ehrlich gesagt nicht als typische Vertreterin des Genres bezeichnen. Dafür ist der Plot einfach zu komplex, zu ausgeklügelt und zu tiefgehend.

Der Einstieg ist unglaublich intensiv. Der Prolog wirft sofort unzählige Fragen auf, und je weiter man liest, desto tiefer verstrickt man sich in ein Netz aus Geheimnissen, Intrigen und unausgesprochenen Wahrheiten. Die Atmosphäre ist von Beginn an düster, beklemmend und gleichzeitig faszinierend. Es fühlt sich an, als würde man mit jeder Seite weiter in eine Welt eintauchen, die einem den Atem raubt.

Lilia als Hauptfigur ist großartig geschrieben. Sie ist verletzlich und stark zugleich, geprägt von einer schwierigen Vergangenheit, die sie zu der macht, die sie ist. Ihre Entwicklung mitzuerleben, ist intensiv und emotional. Ich liebe, wie logisch und authentisch ihre Entscheidungen wirken. Sie ist klug, neugierig, entschlossen und zeigt dabei eine bemerkenswerte innere Stärke. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie selbst in den dunkelsten Momenten analytisch bleibt und aktiv nach Erklärungen und Zusammenhängen sucht.

Devryck ist das genaue Gegenteil und gleichzeitig Lilias Spiegel. Düster, geheimnisvoll, von Schuld und Schmerz gezeichnet, brillant und doch innerlich zerbrochen. Er ist nicht einfach nur „morally grey“, er ist dunkelgrau in Reinform. Seine Präsenz in der Geschichte ist elektrisierend. Man weiß nie, ob man ihn lieben oder fürchten soll, aber man kann ihm nicht entkommen.

Das Zusammenspiel der beiden ist ein einziger Sog. Es knistert, es explodiert, es zerreißt einen innerlich und trotzdem bleibt alles glaubwürdig und emotional tief. Was als kühle Distanz beginnt, wird zu einem Strudel aus Anziehung, Schmerz, Vertrauen und Heilung. Ihre Dynamik ist intensiv, voller Spannung und psychologischer Tiefe.

Auch das Worldbuilding ist faszinierend. Die Universität, die Insel, die Forschungseinrichtung, alles hat diese eigenartig geheimnisvolle, leicht bedrohliche Aura. Überall gibt es Hinweise, Symbole, Andeutungen, die erst viel später wieder aufgegriffen werden. Man fühlt sich, als würde man selbst ermitteln, als wäre man Teil dieser düsteren Welt.

Die Nebenfiguren sind vielschichtig und voller Rätsel. Manche sind abstoßend, andere schwer einzuordnen, wieder andere wirken unheimlich vertraut, bis sie plötzlich ein neues Gesicht zeigen. Jeder Charakter erfüllt einen Zweck, jede Begegnung bringt neue Fragen oder Antworten, und nichts scheint zufällig platziert zu sein.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Erzählweise. Keri Lake verwebt Traumfragmente, Rückblenden und verschiedene Perspektiven zu einem komplexen, aber unglaublich fließenden Ganzen. Es ist kein Buch, das man „nebenbei“ liest. Es fordert Aufmerksamkeit, Emotion und Bereitschaft, sich völlig darauf einzulassen, aber genau das macht es so besonders.

Und dann diese stetig steigende Spannung. Seite für Seite wird sie dichter, die Emotionen werden roher, die Konflikte intensiver. Irgendwann gibt es kein Zurück mehr. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Es war ein Wechselbad aus Wut, Faszination, Angst, Verlangen, Hoffnung und Schmerz.

Das Buch ist nicht nur eine Geschichte über Liebe und Dunkelheit, sondern auch über Trauma, Vertrauen, Heilung und die Suche nach Wahrheit. Es hat mich nachdenklich gemacht, mitgenommen, berührt und gleichzeitig völlig aus der Bahn geworfen.

Zum Schluss bleibt nur eines zu sagen: Nocticadia ist intensiv, komplex, düster, sinnlich und emotional zerstörerisch, im besten Sinne. Ein Werk, das sich in Kopf und Herz festsetzt. Für mich definitiv einen Reread wert, und ich freu mich drauf diesen Charakteren und dieser Tension wieder zu begegnen.

Empfehlung:
Für alle, die sich von düsteren Geschichten fesseln lassen wollen. Für Leser:innen die Rätsel lieben, Charakterentwicklung schätzen und mit expliziten, emotional aufgeladenen Szenen umgehen können. Wer bereit ist, sich komplett in eine Geschichte hineinziehen zu lassen, wird dieses Buch nicht mehr loslassen können. Passt auf dass ihr euren Schlaf findet.

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