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Veröffentlicht am 16.03.2026

Hofjungfer Grace ermittelt

Lady Grace Mysteries
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Manchmal braucht man auch als Erwachsene zwischendurch garantiert leicht zu lesende Literatur und als ich das prächtige Cover von 𝐋𝐚𝐝𝐲 𝐆𝐫𝐚𝐜𝐞 𝐌𝐲𝐬𝐭𝐞𝐫𝐢𝐞𝐬 - 𝐆𝐢𝐟𝐭𝐦𝐨𝐫𝐝 sah, dachte ich mir gleich, das ist es! ...

Manchmal braucht man auch als Erwachsene zwischendurch garantiert leicht zu lesende Literatur und als ich das prächtige Cover von 𝐋𝐚𝐝𝐲 𝐆𝐫𝐚𝐜𝐞 𝐌𝐲𝐬𝐭𝐞𝐫𝐢𝐞𝐬 - 𝐆𝐢𝐟𝐭𝐦𝐨𝐫𝐝 sah, dachte ich mir gleich, das ist es! Das brauche ich jetzt.

Der Roman ist Auftakt zu einer Reihe, in der die Hofjungfer Grace im Dienste von Elizabeth I. Abenteuer erlebt. Im ersten Teil muss die sehr junge Grace einen Ehemann wählen. Drei Kandidaten stehen zur Auswahl und auch wenn Grace als 13-jährige noch gar keine Lust auf’s heiraten hat, findet sich schnell ihren Favoriten. Doch dann wird einer der Anwärter ermordet aufgefunden. Verdächtiger Nummer 1: Grace’ Auserwählter Lord Robert. Grace glaubt jedoch an dessen Unschuld und versucht mit Hilfe ihrer Freunde den Mordfall aufzuklären.

Ich wusste, dass sich der Roman an ein jüngeres Publikum richtet, doch das Grace 𝘴𝘰 jung ist, hatte ich nicht erwartet. Entsprechend fällt die Schreibweise sehr locker und einfach aus, konnte aber auch mich mit seinem Witz und flotten Sprüchen überzeugen.

Natürlich erkennt man gleich, das bei dem Mord etwas nicht stimmen kann. Es gibt klare Verdächtige und solche, die es bestimmt nicht gewesen sind. Dennoch weiß die Geschichte mit einem geschickten Twist zu überraschen.

Ich fand es besonders schön, dass mit diesem Roman einem jüngeren Publikum die Tudorzeit näher gebracht wird. Dabei kommen zahlreiche Fremdwörter zum Einsatz, die allesamt in einem Glossar erklärt werden. Auch die Gegebenheiten und Zusammenhänge am Hof von Elisabeth I. werden in einem Abschnitt kurz erläutert.

Natürlich ist es eine zu großen Teilen fiktive Geschichte, die trotzdem vieles besser macht als beispielsweise 𝘉𝘳𝘪𝘥𝘨𝘦𝘳𝘵𝘰𝘯. Geschichte kann spannend sein und Spaß machen und durch solche Romane wird unsere Jugend vielleicht auch wieder dazu angeregt noch tiefer in die Vergangenheit einzutauchen.

Ein süßes Abenteuer mit unter 300 Seiten. Eine klare Empfehlung, besonders für die jüngere Leserschaft.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Augen auf beim Grundstückskauf

Das Hotel
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𝐃𝐚𝐬 𝐇𝐨𝐭𝐞𝐥 schwirrte immer wieder durch meinen Feed und auch wenn die meisten Rezensionen nicht allzu begeistert klangen, fand ich die Idee zu diesem nicht mal 200 Seiten schmalen Roman unheimlich interessant.

Hier ...

𝐃𝐚𝐬 𝐇𝐨𝐭𝐞𝐥 schwirrte immer wieder durch meinen Feed und auch wenn die meisten Rezensionen nicht allzu begeistert klangen, fand ich die Idee zu diesem nicht mal 200 Seiten schmalen Roman unheimlich interessant.

Hier geht es um ein Hotel, welches auf verfluchtem Boden errichtet wurde und somit von bösen Mächten heimgesucht wird. Die Geschichte des klassischen Spukhotels ist das hier allerdings auch nicht.

Zunächst erläutert der Prolog einem in Kurzfassung den Werdegang des Hotels. Danach geht es in Kapiteln weiter, die in einem Zeitraum von mindestens über 100 Jahren linear fortgeführt werden.

Im ersten Kapitel erfahren wir, warum das Grundstück verflucht sein könnte. Im letzten, wie das Hotel sein Ende fand. Dazwischen kommen Personen zu Wort, die vorübergehend mit dem Hotel zu tun hatten, dort arbeiteten oder übernachteten. Manche Personen tauchen später noch einmal auf oder sind miteinander verwandt. Auch der „Präsenz“ des Hotels ist ein Kapitel zugedacht.

Der Roman enthält einige skurrile Horror-Elemente, die ich richtig schön unheimlich fand. Trotzdem bleibt vieles rätselhaft, die Geschichte wird nicht vollends aufgeklärt und lässt viel Spielraum für Interpretationen. Ein bisschen wie bei „The Autopsy of Jane Doe“ oder „The Blair Witch Project“ und das Ende erinnert auch sehr an den Film.
Einerseits möchte man mehr wissen, man möchte klare Antworten. Aber gerade dieses Unerklärbare macht bei Horror doch diesen besonderen Thrill aus.

„Das Hotel“ weicht von der Norm ab und ich verstehe, warum viele nichts damit anfangen können. Aber es liest sich gut und man ist schnell damit durch. Für mich war es eine gelungene Abwechslung von all den stereotypischen Spukhaus Geschichten die ich sonst lese.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Der Preis der Schönheit

Rouge
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Ich bin 35 und hasse es älter zu werden. Ich versuche meine Jugendlichkeit so gut es geht zu erhalten. Ich benutze teure Drogerieprodukte und lasse, wenn es der Geldbeutel zulässt, ein paar mal im Jahr ...

Ich bin 35 und hasse es älter zu werden. Ich versuche meine Jugendlichkeit so gut es geht zu erhalten. Ich benutze teure Drogerieprodukte und lasse, wenn es der Geldbeutel zulässt, ein paar mal im Jahr Behandlungen bei meiner Hautärztin durchführen. Trotzdem bin ich nie zufrieden, trotzdem ist mein Profilbild bearbeitet. Wir leben in einer Welt, in der der Schönheitsdruck so enorm ist, dass man kaum mithalten kann.

Ihr seht schon, dieser Roman ist genau mein Thema. Denn hier geht es genau darum. Schönheit, Gesichtspflege, für immer jung sein. Doch was ist der Preis dafür?

Auch wenn Mirabelle und ihre Mutter Noelle stets ein gespanntes Verhältnis zueinander hatten, eine Gemeinsamkeit gab es immer: Schönheitspflege. Während Mirabelle wie eine Süchtige Videos von einem Beautyguru konsumiert, setzt ihre Mutter auf eine radikalere Methode. Eine, die sie letztlich das Leben kostete? Als Mirabelle zur Beerdigung anreist, begibt sie sich selbst auf den gefährlichen Pfad zur Perfektion.

„Bunny“ hatte mich ja gar nicht überzeugt und auch 𝐑𝐨𝐮𝐠𝐞 erinnert stellenweise etwas an den Vorgänger. Da gibt es Abschnitte, die sich einfach wie schräge Traumsequenzen lesen. Dieses mal hat es mich aber nicht so abgeschreckt, wohl weil mich das Thema einfach so interessiert hat.

Ich bin gerade dabei meine Pflegeroutine umzustellen und habe mir gedanklich immer wieder Notizen gemacht, wenn Belle ihre aufgezählt hat. Dabei stellt der Roman den Beautywahn durchaus kritisch dar, vor allem in Form einer Sekte, der sich Noelle verschrieben hatte.

Immer wenn es um diese Sekte, einer Art Spa, geht, driftet der Roman in diese erwähnten traumartigen Sequenzen ab. Ich denke da kann man viel hineininterpretieren und ich selber bin auch noch nicht ganz schlau daraus geworden.
Diese Sekte gibt es im Roman wirklich, sie ist nicht nur ein Hirngespinst. Ich konnte am Ende aber nicht sagen, ob das Geschehen Produkt eines Drogenrausches oder doch ein Fantasyelement in einem Roman war, den ich eigentlich nicht diesem Genre zuordnen würde.

Aber in „Rouge“ geht es nicht nur um Beautywahn, sondern auch um die mitunter schwierige Beziehung von Mutter und Tochter. Diese große Liebe und manchmal auch dieser Hass. Diese ganz besondere Verbindung. Daher hat mich auch das Ende tief bewegt.

Was ist die Moral von der Geschichte? Man kann es sich ja schon denken. Ich kann jetzt aber nicht sagen, dass ich geheilt bin von meinem Streben nach der besten Version von mir selbst. Ich würde aber auch nicht zum Äußersten gehen, wie die Figuren in diesem Buch.

Eine Art Running Gag war das wiederholte Auftauchen von Tom Cruise. Diese Gestalt nennt sich selbst allerdings Seth, was bestimmt auf die ägyptische Gottheit bezogen ist. Ich musste da immer schmunzeln, denn wir wissen ja...Tom Cruise...Sekte…

Auch wenn mir auch dieser Roman von Mona Awad stellenweise wieder zu abgedreht war, mochte ich ihn sehr viel lieber als „Bunny“. Es ist einer der wenigen Romane, wo mir am Ende die Tränen gekommen sind und das ist mir immer ein großes Plus wert.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Leichter Grusel für Einsteiger

Der Fluch von Carrow House
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Ich habe schon die meisten Spukhaus-Romane von Darcy Coates gelesen, aber ihr erster fehlte mir noch. 𝐃𝐞𝐫 𝐅𝐥𝐮𝐜𝐡 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐫𝐫𝐨𝐰 𝐇𝐨𝐮𝐬𝐞.

Auf Carrow House, einem entlegenen Herrenhaus, umgeben von Wasser und ...

Ich habe schon die meisten Spukhaus-Romane von Darcy Coates gelesen, aber ihr erster fehlte mir noch. 𝐃𝐞𝐫 𝐅𝐥𝐮𝐜𝐡 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐫𝐫𝐨𝐰 𝐇𝐨𝐮𝐬𝐞.

Auf Carrow House, einem entlegenen Herrenhaus, umgeben von Wasser und Felsen, arbeitet Remy als Fremdenführerin. Zahlreiche Touristen lassen sich nur allzu gerne durch die geschichtsträchtigen Räume geleiten, die Zeuge von grauenhaften Morden wurden.
Als Remy das Angebot bekommt, Teil einer Forschungsgruppe zu werden, welche die parapsychologischen Phänomene im Haus untersuchen will, zögert sie zunächst. Schließlich willigt sie ein und erlebt bald einen nie gekannten Horror.

Dieser Roman hat die beste Bewertung all ihrer Spukhaus-Romane und ich stimme zu, auch mir hat er besser gefallen als die anderen. Fand ich ihn gruselig?

Hm...es gab Situationen, z.B. als Remy nach ihrer Führung ganz allein das Haus abgeht. Die Vorstellung das machen zu müssen fand ich schon sehr gruselig. Auch all die anderen Horror-Szenarien fand ich sehr gelungen. Eine gute Mischung aus sämtlichen Filmklassikern, aber daher eben auch nichts neues für mich. Ich konnte den Roman also locker vor dem Einschlafen lesen.

Auch wenn ich es immer begrüßt habe, dass in Coates Romanen am Ende alles gut geht, hat es mich hier etwas genervt. Ich war positiv überrascht, dass die Autorin an vielen Stellen nicht zimperlich ist. Am Ende hat sie das aber alles revidiert und die Prise Romantik war für mich auch völlig Fehl am Platz.

Ich fand den Roman sehr unterhaltsam und toll aufgebaut. Nur das Ende war mir zu viel Happy End und der Grusel, naja...da bin ich nicht mehr böse, wenn es mich an der Stelle nicht überzeugt. Ich habe einfach schon zu viel aus dem Genre gelesen und gesehen.

Für Leser, die sich dem Thema Horror erst einmal annähern wollen, sind diese Romane aber der perfekte Einstieg.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Ein fast viktorianischer Winter

Schaurige Nächte
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Mein Super-Schnäppchen für 4,99 €! Ich hatte sowieso vor mir alle Teile dieser Reihe zuzulegen und auch wenn mir noch einer fehlt, bin ich mit diesem dem Ziel etwas näher gekommen.
Auch dieses mal haben ...

Mein Super-Schnäppchen für 4,99 €! Ich hatte sowieso vor mir alle Teile dieser Reihe zuzulegen und auch wenn mir noch einer fehlt, bin ich mit diesem dem Ziel etwas näher gekommen.
Auch dieses mal haben wir wieder 8 Kurzgeschichten bekannter Autoren, passend zur Winterzeit. Und da wir momentan einen waschechten, verschneiten Winter erleben, war das Büchlein geradezu perfekt für kalte Abende in einer gut geheizten Wohnung.

Einige Autoren waren mir wohlbekannt und auf die war ich ganz besonders gespannt. Hier eine Kurzfassung mit Bewertung:


𝐄𝐢𝐧𝐞 𝐒𝐭𝐮𝐝𝐢𝐞 𝐢𝐧 𝐒𝐜𝐡𝐰𝐚𝐫𝐳𝐰𝐞𝐢ß, Bridget Collins
Schach-Ass mietet Traumhaus inkl. aufdringlichen Gegner aus der Zwischenwelt.

Ein guter Start mit eingeschneitem Spukhaus als Setting.

4/5


𝐓𝐡𝐰𝐚𝐢𝐭𝐞𝐬 𝐌𝐢𝐞𝐭𝐞𝐫, Imogen Hermes Gowar
Guter Geist verhilft alleinerziehender Mutter zu Neuanfang.

Fand ich gar nicht winterlich, weil es die ganze Zeit regnet. Aber vielleicht war hier der australische Winter gemeint? Auch hier haben wir ein Spukhaus und diesmal einen glücklichen Ausgang.

4/5


𝐃𝐢𝐞 𝐀𝐚𝐥-𝐒ä𝐧𝐠𝐞𝐫, Natasha Pulley
Der Uhrmacher aus der Filigree Street feiert schaurige Weihnachten in einem spukenden Dorf.

Wer den Roman von Pulley mochte, wird sich hier auf ein Wiedersehen freuen. Ich war kein Fan von dem Roman, deswegen konnte mich auch diese Geschichte nicht überzeugen.

2/5


𝐋𝐢𝐥𝐲 𝐖𝐢𝐥𝐭, Jess Kidd
Lasterhafter Geist einer jungen Lady will zurück ins Leben.

Diese Geschichte fand ich fast schon ein bisschen witzig. Ein Möchtegern Frankenstein verliert die Nerven und hinterlässt einen enttäuschten Geist.

5/5


𝐂𝐡𝐢𝐥𝐥𝐢𝐧𝐠𝐡𝐚𝐦𝐬 𝐑𝐨𝐥𝐥𝐬𝐭𝐮𝐡𝐥, Laura Purcell
Beinahe-Schwiegerpapa gibt Warnungen aus dem Jenseits.

Über neues von Laura Purcell freue ich mich ja immer und auch wenn der Ausgang der Geschichte ungewiss bleibt, habe ich jede Seite mit Vergnügen gelesen.

5/5


𝐃𝐚𝐬 𝐇ä𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐬 𝐆𝐫ü𝐧, Andrew Michael Hurley
Zeitreise ins tragische Leben und Ableben eines ruhelosen Geists.

Die Einzige Geschichte, die eindeutig in der Neuzeit spielt. Sehr niederschmetternd und morbide. Trotzdem gut und wie etwas, das man irgendwo schon einmal gesehen hat…

5/5


𝐆𝐞𝐟𝐚𝐧𝐠𝐞𝐧, Kiran Millwood Hargrave
Hexe bedroht frischgebackene Mutter und ihr Neugeborenes.

Hexengeschichten haben ja einen ganz eigenen Horror und auch wenn die Hexe vermutlich nicht real ist, bangt man die ganze Zeit darum, dass niemand zu Schaden kommt.

5/5


𝐔𝐧𝐠𝐞𝐡𝐞𝐮𝐞𝐫, Elizabeth Macneal
Aufstrebender Hobbyforscher wird Opfer seines Sensationsfundes.

Auch nicht winterlich, spielt die Geschichte an der Küste, hat einen unausstehlichen Protagonisten und ist unangenehm sexuell aufgeladen.

3/5


Wie oft bei solchen Sammlungen etwas durchwachsen, aber bis auf eine Geschichte, habe ich alle gern gelesen und ein paar fand ich besonders herausragend.
Eine gute Option, wenn man zwischen dicken Romanen mal etwas leichteres braucht.

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