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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein wirklich beeindruckender und toll geschriebener Roman mit brisanten Themen

Real Americans
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Mir gefällt das auf den ersten Blick eher schlicht wirkende Cover gut, das zarte Blau, das ins Türkis tendiert, lässt Gedanken ans Meer assoziieren. Dazu passt die - geschlossene - Muschel, die für mich ...

Mir gefällt das auf den ersten Blick eher schlicht wirkende Cover gut, das zarte Blau, das ins Türkis tendiert, lässt Gedanken ans Meer assoziieren. Dazu passt die - geschlossene - Muschel, die für mich neben Meerestiefe auch Weiblichkeit, Verschlossenheit, Geheimnis symbolisiert. Schön ihr Schwarzweiß, man möchte sie berühren, die scharfen Kanten mit den Fingern nachfahren.
Den Bezug der Auster zum INhalt des Buches erschließt sich erst allmählich.

Sehr, sehr gut gefällt mir der ruhige und dennoch intensive Stil der Autorin.
Und ich war begeistert, wie sie es superschnell schaffte, mich in die unterschiedlichen Szenerien hinein zu ziehen. Ich habe die Protagonisten direkt gespürt und gesehen.

Im ersten Teil erinnerte mich die Handlung ein wenig an "Pretty Woman" auf asiatisch-amerikanisch. Das ist keineswegs abwertend gemeint, sondern damit möchte ich sagen, dass neben dem Reich-Arm-Gefälle auch Themen wie Rassismus, familiärer Dünkel, Snobismus von Freunden beleuchtet werden, und eben das Image der Asiatin als hübsche, nette, leicht zu handelnde "Gespielin".

Im zweiten und dritten Teil merkt man, dass der Schwerpunkt eigentlich ganz andere Themen sind, Biotechnologie, Genmanipulation, aber auch Familienzugehörigkeit und die große Frage, was uns wirklich zu den Menschen macht, die wir sind und wie weit wir - und andere - darauf Einfluss haben können.

Es gefällt mir, wie diese schwierigen Themen sehr unterhaltsam unter der Oberfläche brodeln, ohne plakativ und klischeehaft zu wirken.

Ich fand alles sehr spannend, sehr gut zu lesen, flüssig und lebendig, und sehr berührend. fühlte mich regelrecht hinein gesogen in die vielschichtige Problematik um ethnische und Familienzugehörigkeit, um ein Arm-Reich-Gefälle, um gentechnische Fragen.

Absolute unbedingte Lese- und Verschenkempfehlung!!!

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Wundervoll beschriebene Reise zu inneren und äußeren Inseln

Odysseus und ich
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Ich kannte die Autorin vor der Lektüre nicht, war aber vom Klappentext und dem Cover her sehr neugierig auf das Buch.

Schon der Einband ist wunderbar gestaltet, macht Lust auf Sommer, Mediterranes, Sonne ...

Ich kannte die Autorin vor der Lektüre nicht, war aber vom Klappentext und dem Cover her sehr neugierig auf das Buch.

Schon der Einband ist wunderbar gestaltet, macht Lust auf Sommer, Mediterranes, Sonne und Licht. Wer hier aber eine seichte Easy-Going-Geschichte erwartet, ist völlig falsch. Das Gegenteil ist der Fall - es ist ein Buch mit wirklichem Tiefgang, das bei mir noch lange nachwirken wird. Dabei liest es sich locker und munter runter, und das empfinde ich wirklich als eine Kunst.

Wir begleiten die Protagonistin während des Corona-Lockdowns auf verschiedene Inseln im Mittelmeer, was an und für sich schon eine wunderbare Geschichte ist. Ganz besonders wird sie aber dadurch, dass sie an die Odyssee angelehnt ist, immer wieder Parallelen gezogen und Fragen aufgeworfen werden. Sehr geschickt gelöst und fern von historischer oder mythischer Langeweile, sondern sehr spannend.

Die Auseinandersetzungen und Diskussionen mit dem Vater und der Abschied haben mir Tränen in die Augen getrieben.

Unbedingte Lese- und Verschenkempfehlung!!!

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Köstlich und witzig

Alles kein Zufall
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Ich bin ein großer Fan von Elke Heidenreich und liebe eigentlich alle ihre Bücher, fast egal, zu welchem Thema und aus welchem Genre.

So geht es mir auch mit diesem.

Hier werden kleine Anekdoten oder ...

Ich bin ein großer Fan von Elke Heidenreich und liebe eigentlich alle ihre Bücher, fast egal, zu welchem Thema und aus welchem Genre.

So geht es mir auch mit diesem.

Hier werden kleine Anekdoten oder auch nur Gedankensplitter in alphabetischer Ordnung zu den unterschiedlichsten Themen zusammen gestellt, und ich habe es mir als Geschenk gemacht, jeden Tag genau einen davon zu lesen, was mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Elke Heidenreich versteht es, auf ihre wirklich unnachahmliche Art zu den banalsten, aber auch zu sehr schwierigen Begriffen ihre Gedanken zu übermitteln, die immer von tiefer Klugheit und sehr subtil eingesetztem Humor gekennzeichnet sind.

Dieses Buch ist ein zeitloses Geschenk für einen selbst oder für alle lieben Menschen.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

superguter skandinavischer Krimi

Kalt wie die Luft
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Ich kannte den Autor nicht und war insofern sehr gespannt auf das Buch. Nach dem Ende des Buches habe ich mich gefragt, wie mir dieser großartige Krimiautor bisher nur entgehen konnte?

Ich LIEBE Norwegen ...

Ich kannte den Autor nicht und war insofern sehr gespannt auf das Buch. Nach dem Ende des Buches habe ich mich gefragt, wie mir dieser großartige Krimiautor bisher nur entgehen konnte?

Ich LIEBE Norwegen und war sogar schon einmal in Bodo, mich fragend, warum ausgerechnet diese Stadt zur norwegischen Kulturhauptstadt erwählt wurde. dennoch war ich gerne da. Insofern hat alleine schon das Foto auf dem Cover mein Herz höher schlagen lassen. Es spiegelt außerdem die typisch norwegische Winterstimmung wieder - kalt wie die Blautöne, Schnee und Eis, anheimelnde Beleuchtung.

Allerdings bewegen wir uns im Buch im Sommer, in der Mitternachtssonne. Ich hatte zunächst etwas Schwierigkeiten mit den vielen Namen, zumal die norwegischen Namen meist für uns ja nicht sehr vertraut klingen bzw. sich lesen. Das geht mir so, obwohl ich dabei bin, Norwegisch zu lernen. So war ich sehr dankbar, dass die Kapitel Überschriften haben, die zeigen, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird.

Die Geschichte fand ich durchgehend sehr spannend, sie ist flüssig geschrieben, und die Charaktere wurden für mich deutlich sichtbar. Gruselige Stimmung wurde gut erzeugt, und bei der Beschreibung der Leiche im Bunker wurde mir fast übel.

Gut gefiel mir auch, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, das machte das Ganze sehr abwechslungsreich. Es ist sehr gut umgesetzt, das ist bei einem Krimi nicht so einfach.

Gut aufgebaut, wie nach und nach die eine oder andere Ungereimtheit vorkam, Personen dadurch verdächtig wurden, was aber teilweise einfach nur falsche Fährten waren. Die Spannung und auch meine Ratlosigkeit stiegen manchmal ins Unermessliche.

Da zwar der Fall prinzipiell gelöst wurde - für mich auf zufriedenstellende Weise -, aber noch Einiges offen ist freue ich mich jetzt schon auf Band 2.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Was für eine wundervolle Grundidee!

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Was für eine wundervolle Idee..., innerhalb einer Beziehung noch einmal zurück zu reisen in der Zeit, Dinge noch einmal zu erleben und vielleicht zu verändern - wer hätte nicht schon davon geträumt?

In ...

Was für eine wundervolle Idee..., innerhalb einer Beziehung noch einmal zurück zu reisen in der Zeit, Dinge noch einmal zu erleben und vielleicht zu verändern - wer hätte nicht schon davon geträumt?

In diesem Buch dürfen wir ein Paar dabei begleiten, wie es diese Chance bekommt und "nutzt". Der Text liest sich flüssig und lebendig, die Personen sind von Anfang an gut zum Leben erweckt und in ihrer Entwicklung und Veränderung glaubhaft geschildert.

Der Stil ist leicht, gefühlvoll, aber nicht kitschig, nachdenklich, aber nicht anstrengend.

Die verschiedenen Zeitebenen waren stellenweise ein klein wenig verwirrend für mich, aber das gestehe ich einem Buch über Zeitreisen auch zu, und es hat mein Lesevergnügen in keiner Weise gemindert.

Ich gebe eine Leseempfehlung für Menschen, die glaubwürdige und nicht allzu schwierige Liebesgeschichten mögen.

Ach ja, und das Cover finde ich sehr schön - es symbolisiert für mich die Buntheit, die Verwirbelungen und auch die Ratlosigkeit, die mit dem Verliebtsein zusammen hängen.

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