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Veröffentlicht am 11.03.2026

Odessa, ich kann dich nicht vergessen

Zugwind
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Mira Zehmann, ihr Mann Andryi und ihre Tochter Rosa, sind nach Deutschland übersiedelt, um einen Neuanfang zu starten. Mira und ihr Mann sind beide Ärzte und leben nun in der Stadt N. Mira ist in einer ...

Mira Zehmann, ihr Mann Andryi und ihre Tochter Rosa, sind nach Deutschland übersiedelt, um einen Neuanfang zu starten. Mira und ihr Mann sind beide Ärzte und leben nun in der Stadt N. Mira ist in einer Praxis Hausärztin, ihr Mann arbeitet am Krankenhaus. Allerdings schreibt Mira auch Gedichte und diese Fertigkeit ist ihr abhandengekommen und sie möchte sie wiederfinden. Sie stammen beide aus Odessa und nach dem Beginn des Krieges spürt Mira eine Zugwind in sich, den sie nicht deuten kann. Sie fährt ab und zu nach Odessa, um sich an ihr altes Leben zu erinnern und die Stadt und ihre Besonderheiten in sich aufzunehmen. Die Stadt in der ihre Großeltern leben und ihre Vergangenheit.
„Zugwind“ von Iryna Fingerova ist ein Roman, der von einer Frau handelt, die in Deutschland lebt und arbeitet, aber immer noch durch ihren Glauben und ihre Freunde und Verwandten sich in ihre Heimatstadt Odessa zurückgezogen fühlt. Die Autorin schreibt beeindruckend ihre Situation als Hausärztin in der Stadt N, in der auch viel Freundinnen von ihr leben und auch sehr viele Ukrainerinnen und Ukrainer, die sie sehr häufig aufsuchen, da sie sie an ihre Heimat erinnert. Die Patientinnen haben manchmal nur Symptome, die sie behandeln muss, und zwar Heimatverlust durch den Krieg. Es sind Einzelschicksale, die sie beschreibt, die entwurzelt wurden und sie fühlt sich manchmal genauso. Sie spürt dann am ganzen Körper einen Zugwind, der sie an ihre Heimat erinnert und sie auch immer wieder in die alte Heimat zurückzieht. Sie ist nicht unglücklich in Deutschland, aber manchmal fühlt sie sich nicht ganz komplett. Das sind dann die Zeiten, in denen sie sich auf den Weg macht. Auch eine Liebschaft könnte den Zugwind stoppen. Sie ist zufrieden und unzufrieden zugleich. Als sie das Schreiben von Gedichten wieder findet, fühlt sie das der Zugwind abnimmt. Es ist eine eindrucksvolle Beschreibung, die die Autorin hier vornimmt und man kann mit ihr fühlen, wie ihre Sehnsucht immer wieder aufflackert.
Das Buch ist für mich eine sehr eindrucksvolle Beschreibung einerseits der Situation von Flüchtlingen, über die die Autorin schreibt und ein Leben in einem fremden Land mit Wurzeln in einem anderen. Solche Gedankengänge helfen sich immer wieder zu erden, wie es auch die Autorin immer wieder tut.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Ein vertragloser Dämon

Ein Cookie für den Dämon
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Tief dringt Robin Page in die Welt der Dämonen ein, als sie im Keller ihres Onkels einen schwarzen Kreis entdeckt, in dem ein Dämon gefangen gehalten wird. Da sie sehr neugierig ist, nimmt sie mit dem ...

Tief dringt Robin Page in die Welt der Dämonen ein, als sie im Keller ihres Onkels einen schwarzen Kreis entdeckt, in dem ein Dämon gefangen gehalten wird. Da sie sehr neugierig ist, nimmt sie mit dem Dämon Kontakt auf und füttert ihn mit Cookies. Sie weiß nicht, dass er die braucht, um sein Leben zu erhalten. Nach und nach ´freundet’ sie sich mit dem Dämon an. Als sie ein Gespräch ihres Onkels mit einem Kontraktor belauscht, muss sie eine Entscheidung treffen und diese wird ihr weiters Leben grundsätzlich beeinflussen.
Der Fantasy Roman „Ein Cookie für den Dämon“ von Annette Marie hat ein sehr interessantes Cover. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von wichtigen Bestandteilen dieser Story, wie die angebissenen Cookie die Bücher, die von Dämonen handeln uvm. Die Story ist sehr interessant, da es um die Freundschaft eines jungen Mädchens und einer Dämons geht. Dieser Dämon wir d als sehr böse angesehen, doch schafft es Robin mit viel Vertrauen ihn als ihren Partner zu bekommen, der sie vor weiteren Dämonen und anderen Feinde beschützt. Das ist eigentlich sehr ungewöhnlich, doch hier ist es der Clou. Wie ein Mädchen, das völlig unbedarft ist, sich voller Vertrauen an den Dämon bindet. Die Cookies waren ein passender Einstieg, denn Liebe oder wie hier Freundschaft geht auch über den Magen. Die Schreibweise der Autorin ist sehr bildhaft und lässt diese Fantasy Story, wie im Flug vergehen, auch wenn immer mal wieder Begriffe genannt werden, die mir so gar nichts sagen. Das macht nicht viel, denn sie passen ganz gut in diese Welt und wer es schafft sich in diese Welt zu begeben, wird auch damit gut zurechtkommen. Auch das Ende der Story fügt sich gut in diese Erzählung ein und natürlich gibt es am Ende einen Cliffhanger, denn die Geschichte ist noch lange nicht auserzählt.
Es ist irgendwie nicht mein Genre, aber ich habe mich trotzdem gut unterhalten und den Ausflug in die Fantasywelt nicht bereut. Schon allein die locker flockige Schreibweise hat es mir angetan. Für Fantasy Freunde sicher eine gute Idee, dieses Buch zu lesen.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Rivalinnen am Berg

Eigerduell
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Arielle von Känel ist als Bergsteigerin in aller Munde und beherrscht das Spiel mit den sozialen Medien, und auch die öffentlichen sind voll von Nachrichten über ihre Fähigkeiten im Berg. Ihre Konkurrentin ...

Arielle von Känel ist als Bergsteigerin in aller Munde und beherrscht das Spiel mit den sozialen Medien, und auch die öffentlichen sind voll von Nachrichten über ihre Fähigkeiten im Berg. Ihre Konkurrentin ist Victoria Adler, die noch eine Bergspitze vor Ari in den Medien ist. Sie hält den Geschwindigkeitsrekord in der Eiger Nordwand und den möchte ihr Ari abnehmen. In diese Rivalität stürzt Ari am Niesen ab. Die Ermittlerin Megan Jäger muss klären, ob es sich um Mord handelt. Die Spuren weisen darauf hin und so ermittelt sie im Umkreis der beiden Sportlerinnen, bis eine zweite Tote aufgefunden wird. Die Fragen werden immer mehr, doch Megan hat viele Insider Informationen, die ihr helfen sollen, die Fälle aufzuklären.
Der Krimi „Eigerduell“ von Irene Mürner erzählt von dem Abenteuer Bergsteigen und den Animositäten zwischen Bergsteigerinnen. Schon das Cover ist beeindruckend mit dem Blick auf die Eiger Nordwand und einem Hotel im Vordergrund. Das erscheint sehr bedrohlich und ist doch eine große Herausforderung, um die es in diesem Roman geht. Die Autorin wählt eine sehr erzählende Sprache für diesen Krimi, denn es geht auch um die Schönheit der Berge und auch die Anstrengungen, die Sportler und Sportlerinnen unternehmen müssen, um den Herausforderungen zu begegnen. Die Hauptcharaktere in diesem Krimi sind Frauen, die Bergsteigerinnen Arielle und Victoria und die Kommissarin Megan Jäger, eine Frau, die in Kenia geboren wurde und nun in der Schweiz lebt. Im Hintergrund der starken Frauen sind Männer oder auch Familien, die ihnen den Rücken stärken, aber auch schon mal für Probleme zuständig sind. Es sind auch tragische Begebenheiten, die sich in diese Begeisterung einmischen, vergangene Freundschaften und das Ende von Beziehungen. Aber das positive kann die Kommissarin Megan verkünden, denn Familie ist das Wichtigste. Das erlebt sie bei ihrem Onkel und ihrer Tante hautnah. Die Story ist nachvollziehbar und authentisch und auch die Spannung ist wohldosiert und schließt mit einem ausgewogenen Spannungsbogen ab. Einige Twitches sind eingebaut, um die Spannung hochzuhalten, die allerdings auch erst nach einer recht langen Einführung beginnt.
Ich mag diese Art von Krimis, die sich langsam bis zum Ende entwickeln und auch regionale Elemente beinhalten. Hier sind es Informationen um den Klettersport, die mich ansprechen. Das lässt auch die ausführliche Erklärung in den Hintergrund treten. Ein gutes Exemplar für einen regionalen Krimi.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Leben in unterschiedlichen Kulturen

Onigiri
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Nachdem Tod ihrer Großmutter möchte Aki mit ihrer Mutter noch einmal nach Japan zu ihrer Familie fahren, denn die Mutter leidet auch unter einer fortschreitenden Demenz. Außerdem möchte sie auch das Leben ...

Nachdem Tod ihrer Großmutter möchte Aki mit ihrer Mutter noch einmal nach Japan zu ihrer Familie fahren, denn die Mutter leidet auch unter einer fortschreitenden Demenz. Außerdem möchte sie auch das Leben in Japan erfahren, denn sie ist ein Kind zweier Kulturen. Ihr Herz pendelt zwischen der japanischen und der deutschen Kultur. In Deutschland ist sie zu Hause und auch dort ist sie eine andersartige Frau, was sie manchmal spürt. Bei ihrer Mutter war es noch anders, da sie in der Familie ihres Mannes nicht anerkannt wurde.
„Onigiri“ von Yuko Kuhn ist ein sehr interessantes Buch über eine Frau, die in der zweiten Generation in Deutschland zwischen den Kulturen lebt. Die Hauptperson Aki ist mit einem deutschen Mann verheiratet und hat drei Kinder, ebenso ihre Mutter, die auch mit einem deutschen Mann verheiratet war, aber nun geschieden ist. Diese Story beschreibt sehr eindringlich die Schwierigkeiten, die sich für die Familie ergibt zwischen den Kulturen zu leben. Das Kind Aki hat etwa gute Kontakt zu ihrer Großmutter väterlicherseits, ihre Mutter nicht. Sie fühlt sich nicht zugehörig und lebt auch noch ihre japanische Traditionen. Eine davon ist das Backen von Reisbällchen, Onigiri, die auf dem Cover sehr schön dargestellt wurden. Die Erzählung der Autorin ist manchmal ein wenig kompliziert und schwierig nachzuvollziehen, obwohl ich mir die Situation gut vorstellen kann, die sie beschreibt. Die Kultur ist etwas fremd für mich, so dass ich mich schlecht einfinden kann. Die Abschnitte sind mit japanischen Begriffen gekennzeichnet, die im Glossar am Ende erläutert werden. Die Sprache ist sehr dicht, aber verständlich. Es ist eher die Kultur, die mir verschlossen bleibt. Die Situation, die die Autorin beschreibt, ist durchaus nachvollziehbar.
Dieser Roman lässt sich schwer einordnen. Er ist keine Unterhaltungslektüre für zwischendurch, sondern fordert Aufmerksamkeit und Offenheit. Die emotionale Komponente ist stark, die Thematik komplex. Wer bereit ist, sich auf eine fremde Kultur einzulassen und mehr über die Herausforderungen bikultureller Identität erfahren möchte, findet hier einen authentischen, berührenden Einblick,
"Onigiri" ist ein Buch für Leser, die Interesse an kulturellen Zwischenräumen haben und die emotionale Tiefe schätzen, auch wenn sie manchmal unbequem wird. Es zeigt eindringlich, was es bedeutet, zwischen zwei Welten zu leben – und dass diese Erfahrung von Generation zu Generation unterschiedlich sein kann.
Für alle, die sich für japanische Kultur interessieren und bereit sind, sich auf eine anspruchsvolle, aber lohnende Lektüre einzulassen, kann ich diesen Roman empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Schwierige Ermittlungen

Die Tiefe: Versunken
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Beim Tauchen nach einem Wrack findet eine Hobbytaucherin ein gesunkene Segelyacht und eine tote Frau. Die Polizei findet in dem Boot noch weitere Tote, zwei Kinder und einen Mann. Eine ganze Familie wurde ...

Beim Tauchen nach einem Wrack findet eine Hobbytaucherin ein gesunkene Segelyacht und eine tote Frau. Die Polizei findet in dem Boot noch weitere Tote, zwei Kinder und einen Mann. Eine ganze Familie wurde ermordet. Schnell war klar, wer die Toten waren und eine Sonderkommission unter Hauptkommissar Tom Engelhardt wird einberufen, die die Ermittlungen durchführen sollen. Es sind nur eine Handvoll Polizisten, die den Mörder finden sollen. Es werden auch ein paar Spuren aufgenommen, doch irgendwie kommen die Ermittler nicht weiter. Gleichzeitig wird eine andere SOKO gegründet, die den Tod einer jungen Frau klären soll. Ob die beiden Fälle zusammenhängen, bleibt lange im Dunkeln.
Der Thriller „Die Tiefe – Versunken“ von Karen Sander ist ein Teil einer Trilogie um Tom Engelhardt und Mascha Krieger. Die beiden sind bei der Kripo und auf dem Weg ein Liebespaar zu werden. Doch bis dahin sind sie erst einmal an verschiedenen Fällen eingesetzt. Es sind Fälle, die in die deutsche Vergangenheit ragen und die bei Mascha persönliche Probleme aufrufen. Sie weiß nicht, wer ihre Mutter ist und sie such diese sehr intensiv. Sie hat einen Stiefbruder, der auch bei der Polizei ist und alles tut damit es ihr nicht gut geht. Dieser Bruder fühlt sich immer wieder zurückgesetzt. So hat der Autor hier eine ganz persönliche Ebene in diesen Thriller gezogen. Die Fälle, die die Kripo bearbeiten muss, sind sehr komplex und mysteriös, da sie überhaupt kaum Anhaltspunkte haben. Sie tappen lange im Dunkeln und es wird lange dauern, bis in allen Fällen etwas Licht ins Dunkle fällt Trotzdem ist die Story sehr spannend konstruiert, denn es werden so viele Fäden gefunden, dass man immer mit den Kommissaren mitfiebert. Das finde ich ist sehr gelungen und auch das Cover spricht mich an, da ich mir den Darß und die Ostseeküste in Stralsund und Umgebung gut vorstellen kann. Diese Vorstellungen unterstützt der Autor mit einer Sprache, die sehr gut beschreibt und auch die Spannung antreibt. Der Spannungsbogen dieses ersten Bandes ist sehr gut gelungen.
Ich finde diesen Thriller gut gelungen. Das Manko ist, dass es noch zwei weitere Bände gibt und das dieses ein bisschen die Spannung in ein offenes Ende führt. Ich hatte mir gerade am Ende ein wenig mehr gewünscht. Es weist alles auf den nächsten Band hin und lässt einiges an Bruchstücken übrig.

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