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Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein hochinteressanter ethnischer und kulturübergreifender Familienroman

Real Americans
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Die aus China eingewanderte Familie Chen versucht sich komplett dem American Way of Life anzupassen, egal ob Sprache, Essen und Sitten, alles Chinesische wird verbannt. Auf ihrer Tochter Lily projizieren ...

Die aus China eingewanderte Familie Chen versucht sich komplett dem American Way of Life anzupassen, egal ob Sprache, Essen und Sitten, alles Chinesische wird verbannt. Auf ihrer Tochter Lily projizieren ihre ehrgeizigen Eltern daher alle Hoffnungen. Lily könnte einmal eine große amerikanische Wissenschaftlerin zu werden. Doch diese Sehnsüchte und Wunschvorstellungen ihrer Mutter sind so gar nichts für Lily, sie hat noch keinen Plan vom Leben. Sie bedauert nichts über ihre chinesischen Wurzeln zu wissen, fühlt sich als Außenseiterin und zieht nach einem Studium der Kunstwissenschaft nach New York, um dort ihr Glück und ihre Berufung zu finden! Dort begegnet die hübsche Asiatin Matthew, einem großen blonden Mann der den Prototyp eines typischen Amerikaners für sie darstellt. Zu ihrer großen Verwunderung interessiert sich dieser Mann für sie.

Der Roman „Real Americans“ von der asiatisch amerikanischen Autorin Rachel Khong widmet sich dem Thema Einwanderung, Identität und Anpassung in einer amerikanischen Gesellschaft. Es geht aber auch um Wissenschaft und genetische Forschung.
Als Leser begleiten wir eine chinesische Einwandererfamilie über mehrere Generationen. Lily Chen und ihre völlig angepassten Eltern wollten alles Chinesische abstreifen und die perfekten Amerikaner werden, stürzten dabei aber leider ihre Tochter in eine Identitätskrise.
Doch auch Lily macht Fehler bei der Erziehung ihres Sohnes, obwohl sie die perfekte Mutter sein will.
Die Handlung im Roman schreitet flott voran und nimmt durch einige Zeitsprünge immer mehr Tempo auf. Dabei bleibt die Spannung hoch und ich empfand die Geschichte von vorne bis hinten unglaublich interessant und unterhaltsam. Am Ende lösen sich viele offene Rätsel, es bleibt aber auch eine Menge Stoff zum Nachdenken und philosophieren übrig.

Mein Fazit:
Eine aufwühlende Familiensaga, mit spannender Thematik und der Frage nach der amerikanischen Identität. Ein Buch das mir sicherlich in Erinnerung bleibt, habe die Lektüre sehr genossen.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Ein Sammelsurium der Inspiration

Der Genussforscher - Silbermedaille beim GAD 2022
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Essen mit Wow-Effekt

Das Kochbuch „Der Genussforscher – Silbermedaille beim GAD 2022“ von Autor Thomas A. Vilgis ist ein äußerst anregendes Buch, mit außergewöhnlichen Methoden der Zubereitung, Kompositionen ...

Essen mit Wow-Effekt

Das Kochbuch „Der Genussforscher – Silbermedaille beim GAD 2022“ von Autor Thomas A. Vilgis ist ein äußerst anregendes Buch, mit außergewöhnlichen Methoden der Zubereitung, Kompositionen und ungewöhnlichen Zutaten. Dabei kommt bei dem leidenschaftlichen Hobbykoch wohl auch sein Beruf als Physiker zum Tragen.
Eingeteilt wird das Buch in einer Art Farbspektrum mit dazu passenden Zutaten, Rezepten und Beschreibungen.
Die Rezepte sind allesamt sehr lecker ausgedacht, allerdings auch manchmal recht aufwändig und mit außergewöhnlichen Gewürzen versehen. Man muss schon etwas Kocherfahrung mitbringen, es ist kein Buch für Anfänger, sondern eher eine tolle Anregung für Kochprofis.
Produktaufklärung, Nachhaltigkeit und Produktvielfalt steht bei diesem Buch im Focus. Dabei werden möglichst alle Komponenten des Lebensmittels verwertet. Wichtige Rollen spielen dabei eine sehr detaillierte Beschreibung von Zutaten-Eigenschaften, deren Zusammensetzung, ihr chemisches Verhalten und die technischen Vorgänge sowie Zubereitungsprozesse. Da gibt es so spezielle Dinge wie Zwiebelsalz, Blutgewürz, konservierte Meere und Seen, oder andere außergewöhnliche Geschmacks-Kombinationen. Dabei geht es oft richtig wissenschaftlich zu.
Sehr gelungen finde ich die farbenfrohe und edle Aufmachung des Kochbuchs, die selbst als E-Book etwas hermacht, schöne ästhetische Fotos sind absolut Appetit anregend und verführerisch!
Gestört haben mich insgesamt nur manche Wiederholungen im Text, denn groß geschriebenen Anmerkungen werden im Beschreibungstext noch einmal wiederholt, das könnte man sich sparen.

Mein Fazit:
Ein wirklich beeindruckendes Kochbuch, das mich enorm inspirieren und auch ganz großartig unterhalten konnte. Trotz aller Professionalität ist es mit einem Augenzwinkern geschrieben und enthält wunderbare Rezepte und Tipps.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Ein weiteres gefühlvolles Generationen-Porträt in Folge

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Eine Geschichte auf zwei Ebenen:
Mai 1945, Güstrow – das Mädchen Maren versteckt sich dort auf ihrer Flucht vor den Russen in der Schublade eines alten Jagdhauses, in der sie ein kleines Ölgemälde findet. ...

Eine Geschichte auf zwei Ebenen:
Mai 1945, Güstrow – das Mädchen Maren versteckt sich dort auf ihrer Flucht vor den Russen in der Schublade eines alten Jagdhauses, in der sie ein kleines Ölgemälde findet. Dort trifft sie auch auf Wilma Engels, die ihr hilft und das Kind mit nach Hause nimmt.

2023 Berlin – bei Hannah läuft gerade alles schief! Nach dem frühen Tod ihrer Mutter und Großmutter trudelt sie alleine durchs Leben. Zudem verliert sie auch noch ihre beste Freundin aus ihrer WG, die mit ihrem Freund Max auf dem Land eine Familie gründen will. Unfreiwillig nimmt Hannah einen neuen Untermieter auf, den ihr ihre ungeliebte Arbeitskollegin Judith aufs Auge drückt. Doch am meisten genervt ist Hannah, als urplötzlich ihr Vater auftaucht, der sich bislang noch nie bei ihr gemeldet hat! Wie soll Hannah jetzt darauf reagieren?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“, von Autorin Alena Schröder ist wieder ein äußerst einfühlsamer und interessanter Roman, in dem ich auch wieder Hannah und Evelyn, die schon in dem Buch „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, begegnen durfte. In Teilen findet man Verbindungen zum ersten Roman, wichtig dafür, die Nebenrolle von Maren Engels einer Kriegswaise aus Demmin. Auch hier im Roman geht es wieder um Kunst, diesmal um das Kunstbild der DDR, den sozialistischer Realismus und dessen Interpretation. Geschaffen wird diese Kunst von Protagonistin Wilma Engels, die ihre Chance zur Selbstverwirklichung nach dem Zweiten Weltkrieg geschickt nutzt. Die Autorin verwebt auch hier wieder die Schicksale ihrer vier Protagonistinnen geschickt miteinander, damit sich am Ende ein ganzes Bild ergibt. Die ganze Geschichte ist emotional und bildhaft geschrieben, die Gefühle der Protagonisten sind dabei greifbar und nachvollziehbar, das mag ich sehr.

Mein Fazit:
Sehr fesselnder Roman, der meine Erinnerung an den von mir vor 5 Jahren gelesenen Vorgängerroman wieder erweckt hat. Die beiden Bücher haben eine versteckte Verbindung, die ich sehr gelungen finde! Leider fehlt mir nun der Mittelteil der Familiengeschichte, über Oma Evelyn Borowski, mit dem Titel „Bei euch ist es immer so unheimlich still“. Muss ich unbedingt noch nachholen:).

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Abgrundtief bösartiger dritter Fall für Tara Kronenberg

Der Blutmacher
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Nach der Meldung eines schrägen Links im Netz ihrer Cybercrime-Abteilung, wird Kommissarin Tara Kronenberg auf einen Künstler aufmerksam, der Bilder mit Blut gestaltet. Doch das ist nicht alles, denn es ...

Nach der Meldung eines schrägen Links im Netz ihrer Cybercrime-Abteilung, wird Kommissarin Tara Kronenberg auf einen Künstler aufmerksam, der Bilder mit Blut gestaltet. Doch das ist nicht alles, denn es gibt dabei sogar eine Live-Versteigerung mit anschließender Tötung seines Opfers vor laufender Kamera. Tara und ihr Team sind alarmiert und versuchen verzweifelt dem kreativen Mörder auf die Schliche zu kommen, um so weitere Morde zu stoppen. Noch kann niemand ahnen, wie persönlich die Ermittlungen für Tara bald werden, denn auch ihr Bruder gerät in den Focus des wahnsinnigen Malers.

Der Dritte Teil um Kommissarin Tara Kronenberg und ihre Spezialabteilung beim LKA Sachsen, mit dem Titel „Der Blutmacher“ ist wieder ein absoluter Pageturner. Autor Elias Haller kennt auch diesmal kein Pardon und lässt Tara direkt in einem absoluten Alptraum landen, der ihr persönlich schrecklich zusetzen wird. Dem Leser wird viel abverlangt, es fließt Blut, und zwar jede Menge, denn es wird wieder sehr fleißig brutal und blutig gemordet. Je länger sich die Situation entwickelt, desto größer die Spannung. Dieser Thriller ist komplex inszeniert, mit raschen Szenen und Personenwechsel und absolut nichts für schwache Nerven!

Mein Fazit:
Ein skurriler bluttriefender Schocker der Extraklasse, fesselnde Hochspannung ist garantiert. Die ganze Tara Kronenberg-Serie ist eine Empfehlung für absolut hartgesottene Krimifans.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Eisige Stimmung an einem unwirklichen Ort, gruselig und düster

Knochenkälte
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Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter strandet auf seinem Weg zu einem neuen Fall durch äußerst unglückliche Umstände in einem abgelegenen Bergdorf. Ein Bergrutsch und ein Wintersturm schneidet ...

Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter strandet auf seinem Weg zu einem neuen Fall durch äußerst unglückliche Umstände in einem abgelegenen Bergdorf. Ein Bergrutsch und ein Wintersturm schneidet das Dorf auch noch komplett von der Außenwelt ab und Hunter ist gezwungen sich mit so manchen der eigenwilligen Bewohner dort zu arrangieren. Fremde sind dort nicht gern gesehen und er stößt auf Ablehnung und Aggression, aber auch auf ein schreckliches dunkles Geheimnis.

Der Thriller „Knochenkälte“ von Bestsellerautor Simon Beckett, ist nicht meine erste Begegnung mit dem widerstandsfähigen Hauptcharakter David Hunter. Es ist zwar schon eine ziemliche Weile her, doch an ein oder zwei Bände mit reichlich Spannung und Nervenkitzel bei der Lektüre kann ich mich noch gut entsinnen. Also freute ich mich schon sehr auf einen unterhaltsamen Skill, mit Hunters brandneuem Fall. Denn Dr. Hunter ist kein Ermittler im herkömmlichen Sinn, sondern in seiner Funktion als forensischer Anthropologe bekommt er es oft mit reichlich speziellen Fällen, Tätern und Opfern zu tun.
Schon nach ein paar Seiten hat mich die Wahl der alptraumhaften Location, die eisige Stimmung von Natur und Bewohnern und die atmosphärischen Beschreibungen des Autors enorm gefesselt. Die Idee einer von der Außenwelt abgeschnittenen Gegend ist zwar nicht neu, doch die frostige und intensiv bösartige Stimmung zog mich tief in ihren Bann! Das Ende hatte ich mir dann zwar irgendwie anders vorgestellt, war mir zu offensichtlich. Letztendlich habe ich mich dennoch großartig unterhalten und angenehm gegruselt, wie es sich für einen guten Thriller gehört.

Mein Fazit:
Insgesamt ein packender und fesselnder Thriller den ich kaum zur Seite legen konnte. Hat mir gut gefallen, muss mir glatt ein paar der mir noch unbekannten Vorgängerbände besorgen:).

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