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Veröffentlicht am 16.03.2026

Sammlung für Erwachsene

Das Licht hinter den Sternen
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Mit Märchen kommen wir in unserer frühesten Kindheit zum ersten mal mit Literatur, mit Büchern in Kontakt. Da noch klassisch mit Prinzen und Prinzessinnen, mit Hexen, dem bösen Wolf, unheimlichen Stiefmüttern, ...

Mit Märchen kommen wir in unserer frühesten Kindheit zum ersten mal mit Literatur, mit Büchern in Kontakt. Da noch klassisch mit Prinzen und Prinzessinnen, mit Hexen, dem bösen Wolf, unheimlichen Stiefmüttern, oder lustigen Zwergen. Unser kindliche Phantasie kann auf die Reise gehen, wir werden spielerisch, im geschützten Raum unseres Bettes mit unseren Ängsten konfrontiert, immer mit der Gewissheit, das am Ende alles gut werden wird. Die Hexe landet im Ofen, der Wolf im Brunnen und der Prinz und seine Prinzessin leben glücklich bis an ihr Ende.
Für viele Kinder vergeht die Faszination für diese Art von Geschichten, wächst sich aus, macht im besten Fall Platz für etwas Neues. Für manche, so wie mich, bleibt die Faszination allerdings erhalten und so liebe ich Märchen auch heute noch.
Unter dem Pseudonym Fuchstraum hat Autor Christoph Große in diesem Büchlein Märchen für Erwachsene geschaffen. Märchen voller Melancholie, voller Zauber, Hoffnung und Poesie. Auf nur wenigen Seiten erzählt er magische Geschichten mit Botschaft. In einer leisen unaufdringlichen Art und Weise, erschafft er Bilder mit großer Kraft, unterstützt durch wunderschöne schwarzweiß Zeichnungen der Künstlerin Krajamine.
In vielen seiner Geschichten geht es um das Schreiben, etwa wenn ein Schriftsteller erkennt, das die Figuren seiner Geschichten lebendig werden, aber in der Enge der Schreibtischschublade traurig sind. Man lernt einen Bären kennen, der für die Liebe zum Mann wird, oder begleitet einen alten Mann auf seinem letzten Weg.
Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen, es ist genau richtig zum Verschenken und macht sich richtig gut auf dem Nachttisch, um vorm schlafen gehen nochmal kurz in magische Welten abzutauchen.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Schicksalsgemeinschaft

Giftiger Grund
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Vor sieben Jahren hat Joran mit zwei seiner Freunde eine Tankstelle überfallen und dabei einen Mann verletzt. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird steht für ihn fest, jetzt wird alles anders. Leider ...

Vor sieben Jahren hat Joran mit zwei seiner Freunde eine Tankstelle überfallen und dabei einen Mann verletzt. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird steht für ihn fest, jetzt wird alles anders. Leider ist das aber gar nicht so leicht. Um den Neustart ohne die Hilfe seines Vaters zu schaffen, sucht er nach seiner damals versteckten Beute an der längst verlassenen Tankstelle, dabei trifft er unerwartet auf Charu, die junge Frau postet Bilder von Lost Places auf ihrem Insta Account und auf Edda, ein kleines Mändchen das mitten in der Nacht, in Schlafanzug und Gummistiefeln an der Tankstelle auftaucht. Seine Beute findet er nicht, dafür aber etwas anderes.

Schon das Cover des Buches ist ein echter Hingucker, der mich direkt neugierig gemacht hat. Ein kleines Mädchen, das offenbar auf einem Baumstamm balanciert, vor einem giftgrünen Hintergrund. Dieses Grün unterstreicht den Titel des Buches, "Giftiger Grund", den giftig/toxisch ist der Ort des Verbrechens tatsächlich und das gleich in mehrerlei Hinsicht.

Die Story hält dann auch, was das Cover verspricht. Da ist Joran, der ziemlich naiv an sein Leben in Freiheit herangeht und direkt mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, toxisch hier ganz klar sein Vater, aber auch sein damaliger Freund der an dem Überfall beteiligt war und Joran nun zu einem fragwürdigen Job drängt. Charu, die voll und ganz in ihrer Arbeit aufgeht und auf den Erfolg als Influencerin hofft, der bisher aber ausbleibt, in gewisser Weise toxisch hier, die Beziehung zu ihrer Schwester und leider nicht nur das. Und natürlich die kleine Edda, die nicht ohne Grund Nachts durch den Wald streunt. Drei völlig unterschiedliche Figuren, die aus den unterschiedlichsten Gründen Nachts an dieser verlassenen Tankstelle aufeinandertreffen und bald eine Schicksalsgemeinschaft bilden.

Die Geschichte wird abwechseln aus der Perspektive einer der Figuren erzählt, so erhält man als Leser viel mehr Einblicke in das Geschehen und kennt Details, die den anderen Figuren noch verborgen sind. Man folgt drei Handlungssträngen, die sich über weite Strecken unabhängig voneinander entfalten und immer mal wieder gemeinsame Berührungspunkte haben, bevor sie letztlich zusammenlaufen. Der Autor schafft es gut Empathie beim Leser zu erzeugen. Bei der kleinen Edda ist das recht leicht, aber er schafft es auch bei Joran, der ja ein Verbrechen begangen hat und der einem eigentlich suspekt sein sollte, dass man irgendwie eine Art Beschützerinstinkt entwickelt und ihm unbedingt helfen will. Leicht macht seine Figur es dem Leser allerdings durch sein oft unüberlegtes Handeln nicht unbedingt.

Thomas Knüwer erzählt auf psychologischer Ebene sehr spannend, das Setting des Buches, die Handlung, die meist Nachts spielt, tut ihr übriges. Man ist beim Lesen die ganze Zeit irgendwie angespannt und erwartet immer, dass etwas Schlimmes passiert. In einigen Szenen geht es auch durchaus etwas heftiger zur Sache. Zu manchen Details hat man als Leser schon eine Ahnung, anderes trifft einen vollkommen unvorbereitet. Das Ende ist eher ungewöhnlich, stimmig und konsequent, passt gut zur Geschichte, könnte aber nicht jedem Leser gefallen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Dieses Buch ist ein Muss

Essen und essen lassen
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Wahrscheinlich war es noch nie so einfach sich gesund zu ernähren wie heute. Wir wissen so viel über gesunde Lebensmittel, über das was dem Körper gut tut, ihn fit und gesund erhält und über das was ihm ...

Wahrscheinlich war es noch nie so einfach sich gesund zu ernähren wie heute. Wir wissen so viel über gesunde Lebensmittel, über das was dem Körper gut tut, ihn fit und gesund erhält und über das was ihm schadet. Noch nie war es so einfach die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, Erzeugung, Transport, Verkauf, all das läuft im großen Stil, weltweit operierende Konzerne produzieren und ernähren die Massen. Und trotzdem werden die Menschen in den Industrieländern immer dicker, leiden schon Kinder an Essstörungen, sind Adipositas, erhöhter Blutdruck, Diabetes Volkskrankheiten unserer Wohlstandsgesellschaft. Obwohl wir so viel über Ernährung wissen, macht sie uns krank, lässt uns schneller altern, bestimmt unser Leben physisch, aber immer öfter auch psychisch.

Die Autorinnen Marlene Borchardt und Nora Burgard-Arp haben mit "Essen und Essen lassen" einen Ernährungsratgeber (wenn man das so nennen will) geschrieben, der eigentlich etwas ganz anderes ist, ein Appell, ein Manifest, eine Offenbarung, ein Buch das ich zur Pflichtlektüre an Schulen machen würde, ein Buch das ich jungen Menschen schenken würde, die gerade dabei sind sich und ihren Platz in der Welt zu finden, aber auch all denen, die so wie ich selbst auch ihr Leben lang mit ihrem Körper und dem Essen gestruggelt haben.

Ich bin, würde ich sagen, eine gestandenen Frau, habe erfolgreich neben dem Beruf eine Familie gemanagt, drei wunderbare Töchter großgezogen, darf einem ebenso wunderbaren Enkel beim wachsen zusehen. Eigentlich sollte es mir schnurz egal sein was Andere über mich denken, wie Andere mich wahrnehmen. Ist es aber nicht, den leider ist auch heute, in Zeiten von Body positivity und der viel gepriesenen confidence, mein äußeres Erscheinungsbild das, worüber ich in der Öffentlichkeit als erstes definiert werde. Ich werde gesehen und allein aufgrund meiner Körpermaße eingeordnet, in eine Schublade gesteckt, bewertet und wenn meinem Gegenüber das was er sieht nicht gefällt, es nicht in seine Vorstellung passt, dann ist es auch völlig egal, dass ich ein total toller Mensch bin der gern Bücher liest, Hunde mag und Musik, gut kochen kann, sehr gesellig ist, verständnisvoll, empathisch, der gut zuhören kann, hilfsbereit ist, witzig, manchmal etwas zickig, manchmal nah am Wasser gebaut, loyal, einfach ein Kumpel. Und wenn mich dieser Umstand schon verunsichert, was bitte macht das dann mit unseren Kindern, die jeden Tag auf Tiktok, Instagram und Co mit dem vermeintlich perfekten Körperbild konfrontiert werden. Die täglich in den Lieder und Musikvideos ihrer Idole hören, wie toll es ist, schön, schlank und begehrenswert zu sein und direkt von geschäftstüchtigen Influencern die dafür nötigen Mittelchen angepriesen bekommen.

In acht Kapiteln spüren die Autorinnen all dem nach, analysieren wie wir über Essen reden, wie die Geschichte der Diät mit dem Kapitalismus zusammenhängt, wie die Ernährung mit unserem Charakter verknüpft ist, welche Trends und Ideologien es in der Ernährung gibt und natürlich auch ganz aktuell, wie sie uns krank macht. Sie schreiben dabei objektiv und ohne die Dinge zu bewerten, zu verherrlichen, zu verteufeln. In vielen Fällen kommen Betroffene zu Wort, zu denen auch die Autorinnen selbst gehören und geben Erfahrungsberichte. Sie wollen aufrütteln, ohne zu missionieren, wollen den Blick auf unseren Umgang mit Ernährung, aber ganz besonders auch den Umgang mit uns selbst entzerren, normalisieren und uns so aus der Gedankenspirale lösen, die bei so vielen Menschen den Alltag bestimmt.

Ich habe mich in diesem Buch in so vielen Sätzen wiedergefunden, im Positiven wie im Negativen und auch wenn ich noch immer nicht wirklich mit mir und meinem Körper im Reinen bin, hat das Buch mir unglaublich gut getan. Eine absolute Herzensempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Mord auf dem Land

Die Prophezeiung des weißen Raben
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Sara Rattlebag hoff auf ein wenig Ruhe wenn ihr Bruder am Wochenende aus London kommt und dann die Betreuung seiner Pflegetochter Annie übernehmen kann. Endlich mal wieder ausschlafen, denn, so liebenswert ...

Sara Rattlebag hoff auf ein wenig Ruhe wenn ihr Bruder am Wochenende aus London kommt und dann die Betreuung seiner Pflegetochter Annie übernehmen kann. Endlich mal wieder ausschlafen, denn, so liebenswert die Kleine auch ist, so fordernd ist auch ihre Betreuung. Aus der erhofften Ruhe wird aber erstmal nichts, denn Miss Spinster überrascht mit der Nachricht, dass ein älteres Ehepaar durch die Einnahme von Rattengift gestorben ist und ein Unfall kann das wohl kaum gewesen sein. Der Spürsinn der alten Dame ist geweckt und sie beginnt gemeinsam mit ihrer Krimigruppe Fragen zu stellen. Anscheinend wurde das Ehepaar vor seinem Tod von einer Wahrsagerin gewarnt, dass etwas Schlimmes passieren würde und nun bekommt auch Sara eine solche Warnung.

Mit diesem Buch ermittelt die skurrile, aber liebenswerte Truppe aus dem beschaulichen Sidbury bereits zum fünften Mal. Für mich war es das Debüt mit Sara, Miss Spinster und deren Freund Bobby Bobby. Mir war nicht bewusst, dass es sich um eine Reihe handelt, oder ich habe es geflissentlich überlesen. Auch ohne Vorkenntnisse hat sich das Buch gut lesen lassen, aber im Nachhinein würde ich hier schon empfehlen chronologisch vorzugehen, denn gerade im Bezug auf die Geschichte um Annie und auch beim Verhältnis von Sara zu ihrem Vater, hat man manchmal Fragezeichen im Kopf, weil hier einfach wichtige Hintergrundinfos fehlen.

Das Buch ist locker vom Stil her, lässt sich super wegschmöckern und ist ein typischer Vertreter der Cosy Crime. Es wird zwar gemordet, aber nicht allzu brutal und blutig. Die Geschichte folgt vom Setting her sehr ähnlichen Büchern, wie "Mrs Pottˋs Mordclub", "Die Hausboot Detektei", oder auch Serien wie "Agatha Raisin". Wie dort auch steckt eine Gruppe selbsternannter Hobbydetektiv*innen ihre Nasen ungefragt und sehr zum leidwesen der ermittelnden Beamten in lokale Mordfälle um diese zu lösen. Ich mag so was immer gern mal zwischendurch, denn diese Bücher sind meist mit einem kleinen Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Humor versehen und geben teilweise sehr spitzzüngig das biedere englische Landleben wieder, inklusive riesiger Mengen Tee. Mich erinnert das immer an Nancy Atherton und ihre "Tante Dimity"- Reihe, die ich vor vielen Jahren mit Begeisterung gelesen habe und natürlich auch an die berühmten "Miss Marple" Romane von der unerreichten Queen of Crime Agatha Christie, die ja quasi die Schablone für diese Art Geschichte erfunden hat.

Natürlich muss man erwähnen, dass hier einiges an Klischee bemüht wird, der Tee, von dem die Briten ja tatsächlich glauben, er hilft gegen alles, der ständig genervte Kommissar, der im Geheimen froh ist über die Hilfe der Truppe, oder auch die Beschreibung der Wahrsagerin. Aber auch das ist, denke ich, typisch für diese Art von Geschichte und sollte nicht überbewertet werden. Mir hat das Buch gut gefallen, man kann beim Lesen abschalten und wunderbar mitkriminalisieren. Die Lösung des Falls ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber durchaus möglich, ein paar Punkte sind einem als Leser recht schnell klar und man fragt sich natürlich, warum da keiner von denen drauf kommt, aber das ist wohl halt einfach dem Handlungsverlauf geschuldet. Ich werde die Reihe auf jeden Fall auf meine Leseliste setzen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Sehr dicht an der aktuellen Weltlage

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Fabian Risk und seine Tochter genießen gerade ein gemeinsames Abendessen auf ihrem Boot, als es zu einem Stromausfall an der Küste kommt. Wieder zurück im Dienst erwartet den Ermittler die Nachricht, dass ...

Fabian Risk und seine Tochter genießen gerade ein gemeinsames Abendessen auf ihrem Boot, als es zu einem Stromausfall an der Küste kommt. Wieder zurück im Dienst erwartet den Ermittler die Nachricht, dass es einen während des Blackout einen Banküberfall gegeben hat. Das Team nimmt die Ermittlungen auf, ein Verdächtiger ist schnell ausgemacht, die Beweise anscheinend eindeutig, allerdings hat der Mann ein wasserdichtes Alibi. Aber irgendetwas ist merkwürdig an der Sache.

Ich kannte die Reihe um den schwedischen Ermittler Fabian Risk bisher noch nicht, dessen bereits 7. Fall hier auf knapp 620 Seiten vorliegt. Wiedereinmal bin ich mittendrin in eine Reihe eingestiegen und war direkt begeistert. Schon mit dem Prolog hat der Autor mich gefesselt, eine absolute Horrorvorstellung, was er da beschreibt. Für jeden Leser, für mich als Mutter aber nochmal um einiges intensiver. Hier direkt auch der Hinweis, es wird im Buch teilweise recht heftig über psychische und physische Gewalt gegen Kinder geschrieben, wer da getriggert wird, bitte Hände weg. die beschriebenen Szenarien sind oft sehr brutal und verstörend, man leidet direkt mit den Betroffenen Figuren im Buch mit.

Mit dem anfangs beschriebenen Stromausfall ist man bereits mitten im Geschehen. Die Geschichte entwickelt sich auf verschiedenen Handlungsebenen mit einer enormen Fülle an Figuren. Die einzelnen Kapitel werden immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so hat man als Leser natürlich wesentlich mehr Kenntnisse als die Ermittler, allerdings ist es auch manchmal etwas schwierig nicht den Faden zu verlieren. "Wellengrab" ist kein Buch, das man mal so nebenbei liest, hier mal ein, zwei Kapitel, es dann erstmal zur Seite legen um ein paar Tage später dann wieder mal ein paar Absätze. Ich denke da könnte man leicht durcheinander kommen. Für mich hat sich dieses Problem allerdings gar nicht erst ergeben, denn ich war buchstäblich ab der ersten Seite ins Geschehen eingesaugt.

Die Grundstimmung ist unglaublich beängstigend und dieser Eindruck wird durch die Aktualität der Geschichte noch verstärkt. Das beschriebene Szenario zeigt, wie anfällig bestimmte Strukturen für Sabotage sind, wie leicht es eigentlich ist durch gut gesteuerte Falschmeldungen die öffentliche Meinung zu beeinflussen und leider ist all dies keine Fiktion. Der Autor bedient sich an der aktuellen politischen Lage in Schweden und Europa und auch wir hier in Deutschland sehen ja ganz präsent, wie leicht es Rechtspopulisten und sogenannten Reichsbürgern fällt ihre Ziele zu verharmlosen und so eine breite Masse hinter sich zu versammeln. Beängstigend. Noch beängstigender aber die perfide und überaus brutale Art und Weise, wie die Täter im Buch ihre Ziele durchsetzen. Hier hat der Autor bei mir als Leser einen Nerv getroffen.

Im Klappentext wird das Buch als Pageturner bezeichnet, ich bin eigentlich immer vorsichtig mit solchen Bezeichnungen, muss hier aber absolut zustimmen. Wie schon gesagt, hat der Autor mich mit seiner Art zu Schreiben direkt gepackt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mit der Fülle der Figuren hatte ich kurz ein paar Schwierigkeiten, aber das hat sich schnell gegeben. Ich habe recht bald eine Beziehung zu Fabian und seinen Kollegen aufgebaut, natürlich gab es die ein, oder andere Stelle, an der die Vorgeschichte ins Spiel gekommen ist und ich würde lügen, würde ich behaupten, ich hätte nicht kurz gedacht, oh, da wäre es jetzt schon schön die Hintergründe zu kennen, aber das hat mich letztlich im Lesefluss überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, es macht nur um so neugieriger auf die Vorgängerbände. Bei über 600 Seiten kommt es zwangsläufig auch zu ein paar Längen in der Story, die fallen für mich in der Gesamtheit aber nicht ins Gewicht. Worüber ich mich da schon eher geärgert habe sind die genretypischen Alleingänge einiger Figuren, die natürlich dem Spannungsbogen geschuldet sind, mich aber immer so total aufregen. Beim Showdown wird es dann noch einmal ziemlich heftig und das Geschehen ist vielleicht nicht zu einhundert Prozent plausibel, so würde ich das vielleicht eher in einem amerikanischen Thriller erwarten, aber letztlich passt es.

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