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Veröffentlicht am 09.04.2026

Mindestens zwei ganze Leben, im Familienroman, mit viel Substanz und brillantem Titel

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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1945 versteckt sich die vierzehnjährige Waise Marlen mit Hilfe der Malerin Wilma in einem Forsthaus in Güstrow vor russischen Soldaten. Aus dem Haus nimmt sie ein unscheinbares Bild mit, das sie dort gefunden ...

1945 versteckt sich die vierzehnjährige Waise Marlen mit Hilfe der Malerin Wilma in einem Forsthaus in Güstrow vor russischen Soldaten. Aus dem Haus nimmt sie ein unscheinbares Bild mit, das sie dort gefunden hat. Wilma bietet Marlen an, bei ihr zu bleiben. Sie sorgt gemeinsam mit ihrer Haushälterin für das Mädchen, adoptiert es schließlich und vermittelt ihm die Grundlagen des Malens. Doch ganz glücklich ist Marlen nicht.
2023 steckt Hannah in einer Krise, ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Rubi ist schwanger und möchte von nun an auf dem Land wohnen. Sie lässt Hannah einsam in ihrer Berliner Wohnung zurück. Plötzlich sucht Hannahs leiblicher Vater den Kontakt zu Hannah. Hannah ist überfordert. Warum meldet sich ihr Vater ausgerechnet jetzt? Zudem fragt sich Hanna immer noch, was aus dem Erbe ihrer Großmutter, einer wertvollen, seit Jahren vermissten Leinwand, geworden ist.


Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt, die scheinbar unabhängig voneinander sind. Es wird geschildert, wie Hannah sich nach dem Auszug ihrer Freundin und den Kontaktversuchen ihres Vaters neu orientieren muss. Außerdem wird Marlens und Wilmas Geschichte von 1945 an erzählt. Alena Schröder schreibt leicht, lebendig und anschaulich. Ihr Roman liest sich flüssig und ohne Anstrengung.


Sowohl Marlen als auch Hannah kommen anfangs unnahbar und steif herüber. Sie haben Probleme, sich in ihrer aktuellen Lage zurecht zu finden, wirken unzugänglich. So fühlt sich Hannah plötzlich „wie liegen gelassen“. „Als wäre sie eine Figur in einem Videospiel, in dem alle längst das nächste Level erreicht hatten, nur sie scheiterte immer und immer wieder an derselben Stelle.“ Im Verlauf lernt man Marlen und Hannah beiden besser kennen, erfährt, was sie empfinden, wünschen, träumen und was sie umtreibt. So kamen mir beide Figuren bis zum Ende des Romans immer näher. Am Ende interessierten mich beide Charaktere, ich mochte sie. Auch Hannahs Vater Martin und seine Frau Lulu werden erst zum Schluss hin wirklich durchschaubar. Spannend, dass sich die Figuren im Roman entwickeln und an Substanz und Tiefe gewinnen.


Der Titel „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist ungewöhnlich, er bezieht sich auf den Inhalt, weckt sofort die Neugier. Für mich ein absolut gelungener Titel. Und das Buch hält, was der wunderbare Titel verspricht. Ein sehr lesenswerter Roman über zwei junge Frauen vor wichtigen Veränderungen und Entscheidungen. Es geht dabei auch um Familie, die nicht immer blutsverwandt sein muss, denn sie ist „am Ende doch auch nur ein Zufall der Natur“- und deren Nachlass. Eine spannende Zeitreise vom Heute in die Nachkriegszeit, mit einem roten Faden als „Reiseführer“. Wie beide Handlungsebenen letztlich miteinander verwoben und zusammengeführt werden, hat mir sehr gut gefallen und zeigt einmal mehr, dass wir nicht unabhängig voneinander leben, sondern dass das Erbe unserer Vorfahren uns immer noch auf unterschiedliche Art beeinflusst. Auch wenn man die beiden Vorgänger nicht kennt, ein sehr unterhaltsames, tolles Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Faszinierende Bilder und ganz viel Sachwissen - bunter, motivierender Weltatlas für neugierige Kinder

National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren
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Atemberaubende Natur, wilde Tiere, ganz unterschiedliche Kulturen. Der „National Geographic Kids-Weltaltlas“ zeigt, wie vielseitig unsere Erde ist. Bevor im Hauptteil die einzelnen Kontinente vorgestellt ...

Atemberaubende Natur, wilde Tiere, ganz unterschiedliche Kulturen. Der „National Geographic Kids-Weltaltlas“ zeigt, wie vielseitig unsere Erde ist. Bevor im Hauptteil die einzelnen Kontinente vorgestellt werden, befasst sich die knapp fünfzigseitige Einleitung mit Grundlagen zum Kartenverstehen, dem Planeten Erde allgemein, der physischen und der politischen Welt. Alle Kontinente werden anschließend in den entsprechenden Kapiteln in physischen und politischen Karten präsentiert, dann folgen allgemeine Infoseiten. Ausgewählten Ländern und Regionen sind dabei jeweils extra Seiten gewidmet. Zu den verschiedenen Ländern gibt es allerhand Grundwissen, viele weitere interessante Fakten, Statistiken, meist in graphischen Darstellungen wie Säulen- oder Tortendiagrammen und natürlich haufenweise bunte Fotos von Sehenswürdigkeiten, Tieren, Natur oder Kultur. Auch die Ozeane bekommen einen eigenen Abschnitt. Im Anhang sind alle Länder mit Flaggen und kurzem Steckbrief aufgelistet. Das Glossar erklärt wichtige Begriffe. Außerdem sind hier Geofakten und Zahlen sowie Umrechnungstabellen abgedruckt. Länder, Orte, Namen und Begriffe sind im Index mit den entsprechenden Seiten vermerkt.

Der Atlas ist bunt und sehr motivierend gestaltet. Im Buch wird breites Basiswissen über Geographie, Kultur und politische Vorgänge vermittelt. Kurze Texte und viele Graphiken und Bilder sorgen dafür, dass das für Kinder nicht langweilig wird. Die Texte sind durchgehend kindgemäß und lebendig formuliert. Unzählige farbige, hochwertige, sehr ansprechende Fotos wecken garantiert das Interesse der Leserschaft. Auch mit einfach verständlichen, klaren, bunten Schaubildern arbeitet das Buch. Der Atlas richtet sich an Kinder ab sieben, acht Jahren.

Die Welt vom Sofa aus entdecken. Das macht dieser prall gefüllte Atlas möglich. Beim Durchblättern gibt es immer wieder Neues zu entdecken, aber auch gezieltes Nachschlagen z.B für die Arbeit an Referaten ist selbstverständlich möglich. Besonders gefallen meinen Kindern die Karten in der Einleitung zu Themen wie Bevölkerungsdichte, Weltsprachen oder bedrohte Tierarten. Ein wenig gewundert haben sie sich allerdings konkret über die Karte zur Religion, in der für Deutschland überwiegend unspezifische oder keine Religionen angegeben sind. Das stimmt nicht ganz mit ihren persönlichen Erfahrungen überein, stellt aber wohl eine aktuelle Entwicklung dar. Insgesamt funktioniert hier Wissensvermittlung motivierend und unterhaltsam. Es wird freilich auch auf Probleme wie Umweltverschmutzung, Klimawandel und Naturkatastrophen aufmerksam gemacht, gleichzeitig bleibt dabei aber viel Raum zum Staunen und Genießen der Wunder der Natur. Definitiv ist das Buch eine Bereicherung für das Bücherregal im Kinderzimmer.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Turbulenter, urkomischer Abenteuerspaß mit unkonventionellen Superhelden

Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
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Robin Kappe genannt „The Hood“ hat alleine durch seine Herkunft eine besondere Verpflichtung zu erfüllen. Er stammt in direkter Linie von dem berühmt-berüchtigten Räuber Robin Hood ab und hat alle Hände ...

Robin Kappe genannt „The Hood“ hat alleine durch seine Herkunft eine besondere Verpflichtung zu erfüllen. Er stammt in direkter Linie von dem berühmt-berüchtigten Räuber Robin Hood ab und hat alle Hände voll zu tun, dessen Erbe standesgemäß zu erfüllen. Getreu dem Motto „Primum furare, deinde dare“ also „Erst nehmen, dann geben“, stiehlt er wertvolle Dinge, um sie anschließend an Bedürftige zu verteilen. Doch ein Meisterdieb fällt nicht vom Himmel, vielmehr steckt sehr viel Anstrengung dahinter. So muss er mit seiner Lehrerin und Ziehmutter Loretta auf dem Familienanwesen und in der Welt draußen tagtäglich hart trainieren, um ein perfekter Dieb zu werden. Zudem hat er eine wichtige Mission zu vollenden, er möchte seine geliebte Oma aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt befreien. Robins ohnehin schon turbulenter Alltag wird von einer mysteriösen Nachricht unterbrochen. Ein sehr wertvoller Schmetterling soll in Südamerika ausgestellt werden und der ist angeblich unklaubar. Doch dieses Wort existiert in Robins Wortschatz nicht und so macht er sich auf den Weg, den Schmetterling zu rauben. Mit ungeahnten Folgen. Plötzlich sieht sich Robin mit einer selbst für ihn unlösbaren Aufgabe konfrontiert. Um seine Haut zu retten und Omas Situation zu verbessern, soll er eine Stadt klauen. Und damit nicht genug, dabei soll er ausgerechnet mit seiner ärgsten Konkurrentin Mary zusammenarbeiten. Kann das gutgehen?

Robins Abenteuer wird als Comic-Roman erzählt. Hauptsächlich schildert ein Text im Präsens aus Robins Perspektive in der ersten Person, was passiert. Einige Handlungsaspekte werden aber auch als Comic dargestellt. Die Geschichte ist klar, leicht und mit viel Humor formuliert. Sie lässt sich ganz unkompliziert und flüssig vorlesen. Die Comicbilder sind nicht unbedingt „schön“- so sehen die Figuren recht eckig aus- sind aber in witzigem, originellem Stil gezeichnet und eindeutig erkennbar. Das Buch richtet sich an Kinder ab neun Jahren, auch an „Wenig-Leser“, die durch die vielen Bilder zum Lesen angeregt werden.


Robin ist ein Held mit Ecken und Kanten, der gerne teilt, aber nicht alle Regeln so genau nimmt und klaut wie ein Rabe. Kein Wunder, dass er hin und wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Ansonsten ist er aber ein echt sympathischer, netter Kerl, der immer alles gibt. Mit Loretta, die auf Robin aufpasst, während seine Eltern auf einer Jacht in der Karibik herumschippern, hat Robin eine ganz besondere Aufpasserin und Lehrerin. Sie war u.a. früher nicht nur Karate-Kämpferin oder Bombenentschärferin, sondern auch Spionin und gibt ihr Wissen gern an ihren Schützling weiter. Dabei schont sie ihn nie. Stets fordert sie Höchstleistungen und gibt keine Ruhe, bis Robin sie auch erreicht. Loretta wirkt ziemlich hart und geht Robin oft auf die Nerven, aber sie meint es nur gut mit ihrem Schüler, der sie auch als seine „beste Freundin“ bezeichnet. Und dann lernt Robin noch Mary kennen. Eine ziemliche Angeberin, aber vielleicht steckt ja mehr hinter ihrer stolzen Fassade? Außerdem erhalten die zwei unfreiwillig tierischen Geleitschutz und bekommen es mit einer waschechten überambitionierten Obersuperschurkin zu tun. Eine echt tolle, originelle Figurenkonstellation!

Wenn zwei Kinder den Auftrag bekommen, die Welt zu retten, ist das natürlich alles andere als alltäglich. Selbstverständlich geht es da in „Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt“ äußerst turbulent, aufregend, actionreich, irre komisch, einfach völlig verrückt zu. Dass Robin im Vorfeld immer wieder für den Ernstfall trainiert, stellt sich schnell als richtig heraus. Er erlebt ein Superheldenabenteuer der besonderen Art, reist um die Welt, an unbekannte Orte, erhält dabei Unterstützung unterschiedlicher Art. Meine Kindern und mich hat Robins erster Auftrag ganz wunderbar unterhalten, wir haben über die vielen skurrilen Szenen und witzigen Bilder gelacht und mit Robin mitgefiebert. Tolle Figuren, spannende Geschichte, sehr interessantes Setting. Der Auftakt der neuen Reihe war für uns ein echter Volltreffer und wir sind schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Viele Wünsche und eine legendäre Party- schräg, urkomisch, typisch Greg

Gregs Tagebuch 20 - Bock auf Party?
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„Jedes Jahr bekommt man die eine Chance, sich etwas zu wünschen, was das ganze Leben verändern könnte. Aber wenn der Moment dann endlich da ist, ist der Druck oft viel zu groß“.

Die Sache mit den Wünschen ...

„Jedes Jahr bekommt man die eine Chance, sich etwas zu wünschen, was das ganze Leben verändern könnte. Aber wenn der Moment dann endlich da ist, ist der Druck oft viel zu groß“.

Die Sache mit den Wünschen ist wirklich nicht so einfach, das hat Greg schnell und gut erkannt. Dennoch freut er sich riesig auf die nächste Gelegenheit, sich endlich wieder etwas wünschen zu können. Sein Geburtstag steht nämlich kurz bevor und Greg hat Bock auf Party. Am besten soll es eine legendäre Feier werden. Garantiert wird sich Gregs Familie eine ganz besondere Überraschung für Greg ausgedacht haben. Doch die sieht dann in der Realität völlig anders aus als in Gregs Vorstellung. Ob Greg dennoch seine unvergessliche Party bekommt?

Die Geschichte wird - wie für die Reihe typisch- als Comicroman erzählt. Greg beschreibt die aktuelle Situation rund um seinen Geburtstag, erinnert sich aber auch zurück oder stellt seine grundsätzliche Meinung zu verschiedenen Sachverhalten dar. Dabei verliert er wie gewohnt immer wieder den roten Faden und handelt so ganz ungeplant unterschiedliche Themen ab. Die Leser erhalten einen exklusiven Blick in Gregs Kopf, haben Teil an seinen umfassenden Gedankengängen. Der Text ist klar, flüssig, kindgemäß, erfrischend und sehr witzig formuliert. Natürlich gibt es wieder unzählige urkomische Bilder, die das Text-Bild Verhältnis ausgewogen gestalten. Mit einfachen zeichnerischen Mitteln erzählt Jeff Kinney oft zusätzliche Geschichten und illustriert humorvoll und stets passgenau Gregs Schilderungen. Die gelungenen Bilder motivieren auch Lesemuffel zum Lesen. Die Reihe richtet sich an Kinder, Jungen und Mädchen, ab acht Jahren. Aber auch Erwachsene werden an den vielen Anspielungen ihrer Freude haben.

Greg mit seiner phantasievollen, komischen, naiven, absurden, aber oft auch ziemlich treffsicheren Ansichten muss man einfach mögen. Er gerät immer wieder in die verrücktesten Situationen und bewältigt alle Herausforderungen auf seine ganz eigene Weise. Aber auch Gregs Familie mit ihren speziellen Eigenarten hat einen großartigen Unterhaltungswert. Vor allem Gregs Mutter, die immer alles richtig machen möchte, ihre festen Prinzipien hat und dabei öfter übers Ziel hinausschießt, spielt im Buch eine zentrale Rolle. Wie immer treten sehr viele spannende, lustige Charaktere auf - auch die Nebenfiguren haben hier großes Potential.

Partys, Wünsche, Sammlungen, allzu pädagogisches und realistisches Spielzeug, Dankbarkeit, Alter, Familie und natürlich die merkwürdigen Angewohnheiten und Leidenschaften unserer Mitmenschen. Auch der neueste Roman berührt zahlreiche Themen, behandelt so manche Trends und bezieht sich auf verschiedene gesellschaftliche Probleme, die sehr humorvoll verarbeitet werden. Urkomisch, genial, einfach Greg! Hoffentlich wird er nie erwachsen, lässt uns weiterhin an seinem Leben teilhaben und hört nicht auf, seinen Senf zu allem zu geben. Auch der neueste Jubiläumsband der Kult-Reihe ist ein echter Knaller. Für alle Fans und solche, die es werden wollen, ein absolutes Muss!

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Tödlicher Skiurlaub- ein rundum gelungener Winterkrimi

Lügennebel
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Januar im hohen Norden Schwedens: Sechs Studienfreunde verbringen ihre Winterferien im Bergdorf Åre, um dort gemeinsam Ski zu fahren und ausgiebig zu feiern. Doch als an einem Abend Alkohol und Drogen ...

Januar im hohen Norden Schwedens: Sechs Studienfreunde verbringen ihre Winterferien im Bergdorf Åre, um dort gemeinsam Ski zu fahren und ausgiebig zu feiern. Doch als an einem Abend Alkohol und Drogen ins Spiel kommen, fallen so machen Hemmungen und die Situation eskaliert. Am nächsten Morgen liegt eine junge Frau aus der Gruppe tot im Schnee. Wurde sie etwa ermordet?
Polizistin Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog ermitteln, was in der verhängnisvollen Nacht wirklich geschah. Doch nicht nur der Fall verlangt ihnen einiges ab, auch privat haben beide mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen.

Viveca Sten erzählt gut verständlich und flüssig in der dritten Person Präsens von den Ereignissen rund um den Tod der Studentin. Dabei geht sie chronologisch vor und wechselt wiederholt die Perspektive, nimmt unter anderem die Sichtweise zweier junger Frauen aus der Freundesgruppe ein, schildert aber auch was Hanna, Daniel und ihr Kollege Anton während der Ermittlungen erleben. Es fiel mir aufgrund des unkomplizierten Schreibstils leicht, sofort in die Handlung hineinzufinden.

Fanny, Olivia, Emil, Pontus, Amir und Wille verbringen ihren Urlaub im Ferienhaus von Willes Familie. Fanny hegt heimliche Gefühle für den attraktiven Amir, Wille und Olivia sind offiziell zusammen. Der ruhige Emil hält sich im Hintergrund, während Pontus immer wieder wegen seines groben Verhaltens aneckt. Nicht alle in der Gruppe verstehen sich gut, zwischen einigen Personen herrscht tiefes Misstrauen. Und dann erledigt der Alkohol sein Übriges. Eine interessante Figurenkonstellation voller Spannungen steht hier im Fokus. Da gibt es nicht nur einen Verdächtigen.
Hanna und Daniel müssen tief graben und konsequent nachhaken, um die Übersicht zu behalten.
Auch in diesem Band nimmt das Privatleben der beiden Ermittler wieder eine wichtige Rolle ein. In Hannas Leben gibt es eine wichtige Veränderung und Daniel muss seinen Alltag nach der Trennung von seiner Freundin Ida nun anders organisieren, teilt er sich mit seiner Exfreundin doch das Sorgerecht für seine kleine Tochter Alice. Auch wenn Hanna und Daniel gerade andere Sorgen haben, bedeuten sie einander immer noch viel. Es gelingt ihnen nicht, den jeweils anderen zu vergessen, zumal sie eng miteinander zusammenarbeiten. Auch Kollege Anton strebt privat vor einem wichtigen Wendepunkt.

„Lügennebel“ hat alles, was nach meinem Geschmack ein guter Krimi braucht: Einen spannenden, nachvollziehbaren, stimmigen Fall mit vielen Verdächtigen, sympathische Ermittler mit interessantem Privatleben und einen reizvollen Schauplatz. Nachdem ich schon die ersten drei Bände der Reihe regelrecht verschlungen habe, war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, wie sich die Beziehung zwischen Hanna und Daniel weiterentwickelt. Ein großer Pluspunkt der Reihe ist, dass man die Ermittler mit jedem neuen Fall immer besser kennenlernt und sie einem immer mehr ans Herz wachsen. Es fühlt sich beim Lesen fast ein bisschen an wie Heimkommen. Für mich ist „Lügennebel“ ein rundum gelungener Krimi mit spannender aber dennoch „gemütlich-ruhiger“ Atmosphäre, den ich durchgehend sehr genossen habe und dessen Fortsetzung ich schon jetzt kaum erwarten kann.



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