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Veröffentlicht am 25.03.2026

Dramatische Familiengeschichte

Ein weites Leben
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Wir sind im Jahre 1958 im Westen von Australien, wo die fünfköpfige Familie der McBrides ihre Schaffarm bewirtschaftet. Das Leben im Outback ist hart. Die Hitze und die karge Landschaft fordert die Menschen ...

Wir sind im Jahre 1958 im Westen von Australien, wo die fünfköpfige Familie der McBrides ihre Schaffarm bewirtschaftet. Das Leben im Outback ist hart. Die Hitze und die karge Landschaft fordert die Menschen jeden Tag.
Ein tragischer Unfall verändert das Leben der McBrides von einem Tag auf den anderen. Der Vater und der ältere Sohn sterben, der jüngste Sohn, Matt, wird schwer verletzt. Er überlebt, hat aber schwere Beeinträchtigungen an Körper und Seele. Lorna, seine Mutter, und Rose, seine Schwester, müssen trotz ihrer Trauer nicht nur die Schaffarm weiterführen, sondern sich auch um den traumatisierten Matt kümmern. Gerade als es scheint, dass sich alles zum Guten wendet, schlägt das Schicksal erneut unerbittlich zu.....

Die Autorin hat mich vor Jahren mit ihrem Debütroman "Das Licht zwischen den Meeren" begeistert. Wow, das ist schon 12 Jahre her, sehe ich gerade. Von "Ein weites Leben" habe ich mir natürlich ähnliches erhofft. Leider ist das nicht ganz eingetroffen, aber die 5 Sterne von damals sind auch schwer zu erreichen.
Der Roman wird in drei Teile unterteilt. M.L. Stedmann erzählt ihre Geschichte in der 3. Person, wechselt ab und zu zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, was mich nur kurz einmal etwas irritiert hat.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und detailliert. M.L. Stedman ist es, wie schon im Vorgänger gelungen, die einzelnen Charaktere authentisch und sehr lebendig zu beschreiben. Man hat das Gefühl sie gut zu kennen und bis in ihr Innerstes blicken zu können. Die emotionale zwischenmenschliche Tiefe des Romans hat mir außerordentlich gut gefallen, auch wenn die Geschichte nach dem zweiten schweren Unglück sehr bedrückend wird. Das ändert sich Gott sei Dank wieder und man spürt die Hoffnung, die Matt und seine Mutter Lorna antreibt. Sie wollen in Meredith Down bleiben und die Schaffarm weiter führen.
Dabei wirft die Autorin auch immer wieder grundlegende Fragen nach Recht und Gerechtigkeit auf. Sie beleuchtet eindringlich, welche Auswirkungen Tabus und innere Konflikte auf den Menschen haben. Dabei wertet sie nicht und gibt dem Leser weitere Denkanstöße.
Gleichzeitig bleiben die raue Landschaft und die besonderen Lebensumstände des Outbacks stets präsent. Bildgewaltig beschreibt sie die Weite Australiens, die für uns Europäer schwer vorstellbar ist.

Es gibt aber auch einige kleine Kritikpunkte. Viele Ereignisse, die nicht wirklich zur Geschichte beitragen, verlaufen sich mit der Zeit und werden nicht zu Ende geführt. Am Ende fragt man sich, warum diese Stränge überhaupt Erwähnungen finden. Andere wiederum zeigen das gesellschaftliche Leben und die Menschen, die in der einsamen Gegend nach Tragödien gieren, auf. Für mich war vieles sehr detailliert erzählt und hätte gekürzt werden können, ohne der Handlung zu schaden.


Fazit:
Ein eindringliches Buch darüber, was einem bleibt, wenn scheinbar alles verloren ist. Bildgewaltig erzählt und voller Denkanstöße über das Leben, Recht und Gerechtigkeit.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Beeindruckendes Debüt

Das schönste aller Leben
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Betty Boras "kenne" ich von Instagram und habe einen Teil ihres Weges zu diesem Roman mit großem Interesse verfolgt. Vor allem ihre Reise ins Banat, wo ein Handlungsstrang spielt und auch ihre eigene Vergangenheit ...

Betty Boras "kenne" ich von Instagram und habe einen Teil ihres Weges zu diesem Roman mit großem Interesse verfolgt. Vor allem ihre Reise ins Banat, wo ein Handlungsstrang spielt und auch ihre eigene Vergangenheit liegt.
Deshalb habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich bei Lovelybooks das Buch für die Leserunde gewonnen habe.

Der Roman besteht aus drei Zeitebenen und Handlungssträngen. Dabei lernen wir Vio einmal als Teenager und einmal als erwachsene Frau und Mutter kennen. Nach dem Sturz und Tod von Cauceascu verlassen ihre Eltern Glogawatz im rumänischen Banat. Dort leben die Banater Schwaben, die deutschsprachig sind. Vio kommt als sechsjährige nach Deutschland und will einfach dazugehören. Sie will weder auffallen und nicht anders sein, was ihr vor allem einige Jahre später durch das Tragen eines medizinischen Korsetts schwer fällt. Besonders in diesem Alter, wo man sich nach Freunde und Zugehörigkeit sehnt, fühlt sich Vio allein gelassen. Wenn du denkst, du bist anders, fällst du auf und das versucht Vio zu vermeiden.

Im zweiten Strang ist Vio erwachsen und hat eine Tochter. Hier wird aus der Ich-Perspektive erzählt, während alle anderen Handlungsstränge in der 3. Person geschrieben sind.
Nach einem tragischen Unfall zweifelt Vio an der Mutterrolle und gibt sich die Schuld, dass sie die Schönheit ihrer Tochter zerstört hat, die nun Narben tragen wird. Wie wird die Zukunft ihrer Tochter wohl aussehen? Vio kapselt sich immer mehr ab und fällt in eine tiefe Depression.

Im Vergangenheitsstrang, der im 18. Jahrhundert spielt, begleiten wir Theresia. Sie wird von Wien auf dem Wasserweg der Donau in ein Arbeitslager nach Rumänien gebracht. Ihren Strang fand ich besonders interessant und emotional. Hier hätte ich mir noch etwas mehr dazu gewünscht. Die Zusammenhänge zu Vio werden ebenfalls nicht wirklich klar; man erfährt lediglich, dass sie eine Vorfahrin von ihr ist. Gemeinsam ist aber das Thema Schönheit.

Dazwischen gibt es immer wieder einige kurze Kapitel aus der Sicht der Banater Erde, was ungewöhnlich, aber interessant ist.

Betty Boras hat in ihrem Debüt einige Themen aufgemacht. Die zwei Wichtigsten davon sind Integration bzw. Herkunft und Schönheit. Dabei beginnt man selbst zu reflektieren und nachzudenken. Wünscht sich nicht jede Mutter insgeheim ein schönes Kind bzw. ist es nicht ein wichtiger Bestandteil für ein schönes und gutes Leben?
Die sogenannte Schönheit, die jeder individuell sieht, ist jedoch auch ein zweischneidiges Schwert. Sie kann das Leben leichter machen, aber sie kann auch ein Fluch sein. Die Autorin zeigt hier beide Sichtweisen auf.
Die Figuren sind lebendig und man kann sich in beide Frauen hineinfühlen. Trotzdem habe ich Vio als erwachsene Frau nicht ganz verstanden. Sie suhlt sich in Selbstmitleid und kapselt ihr Kind und sich selbst von der Umwelt ab.

Der Schreibstil von Betty Boras lässt sich sehr angenehm lesen. Dabei ist er eindringlich und emotional. Besonders gut gefallen hat mir die sehr feinfühlige Sprache und die Stimmung.

Insgesamt waren es mir fast zu viele Themen bzw. hätte man zu jedem noch sehr viel erzählen und noch mehr in die Tiefe gehen können. Trotzdem ist die Geschichte eindringlich erzählt und bleibt auf jeden Fall in Erinnerung.

Fazit:
Das Romandebüt von Betty Boras ist ein gelungener und gefühlvoller Roman, der mir sehr gut gefallen hat, aber zu wenig Seiten für all die Themen und Konflikte hat. Besonders den historischen Teil fand ich sehr interessant, der aber eindeutig zu kurz kommt. Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus für LeserInnen, die gerne Lektüre über Migration und Herkunft lesen.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Die Tote in der Mur

Steirerzwist
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Mit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen ...

Mit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen Joggingsrunde brutal ermordet wird. Ihre Leiche wird in der Mur geborgen. Sandra Mohr, die eben erst aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt ist, kennt die Tote flüchtig. Noch am selben Tag wird ein Obdachloser unter der Murbrücke gefunden, der fast identische Verletzungen aufweist. Hängen die Morde zusammen?
Der Fall ist etwas heikel, denn die Tote ist bekannt aus den sozialen Medien und hat vor nicht allzu langer Zeit ihren Mann zu Grabe getragen. Dessen erste Frau hat angeblich in der Mur Selbstmord begangen und ihr Tod liegt ebenfalls nicht sehr lange zurück, was einige Fragen aufwirft.....

In diesem Band hat das Privatleben - vor allem von Sandra - etwas mehr Raum bekommen. Sie erhält die Nachricht, dass ihre Mutter verstorben ist und obwohl sie ein ziemlich schlechtes Verhältnis zueinander hatten, ist Sandra über ihren Tod bedrückt. Zusätzlich muss zurück in ihren Heimatort, wo sich auch ihr verhasster Halbbruder befindet, der in der Vergangenheit bereits gewalttätig gegenüber Sandra wurde. Ihr neuer Partner Georg, der im letzten Band "Steirerzorn" in ihr Leben getreten ist, scheint der Richtige zu sein. Er unterstützt sie liebevoll gegen die verbalen Angriffe ihres Halbbruders und der Gerüchteküche in ihrem Heimatort.

Elena König, die neue übereifrige Kollegin, scheint mit Sandra auch nicht wirklich auszukommen. Das belastet Sandra zusätzlich, während Sascha Bergmann sich wieder wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt und seine machohaften Sprüche klopft.
Die Situation verschärft sich, als Sandra Drohungen erhält, die denen ähneln, die das Mordopfer vor ihrem Tod bekommen hat. Es kommt zu einem Wettlauf mit der Zeit....

Obwohl sich der Fall wieder als sehr spannend erweist, war der Täter diesmal nicht wirklich eine Überraschung für mich. Trotzdem habe ich die Ermittlungen mit Spannung verfolgt.
Der Krimi lebt vor allem durch seine beiden Protagonisten, die viele auch aus dem TV kennen. Die Fernsehkrimis sind allerdings teilweise abweichend und Sandra Mohr spielt darinnen schon länger keine Rolle mehr und wurde durch andere Ermittlerinnen ersetzt. Ich bin wirklich froh, dass sie in den Büchern noch mit Sascha weiterermittelt, denn die Beiden sind einfach das Salz in der Suppe.

Ob Claudia Rossbacher ihre erfolgreiche Reihe weiterschrieben wird? Einst meinte sie, dass die Bände alphabetisch gereiht sind. Da wir nun zum zweiten Mal beim "Z" angelangt sind und sie nach eigener Auskunft eine Schreibpause einlegen wird, bin ich etwas verunsichert. Lesen werden wir aber auf jeden Fall wieder von ihr.

Fazit:
Nachdem mich der letzte Fall absolut abgeholt hat, war dieser zwar spannend, aber wieder etwas "zahmer" und mehr Regionalkrimi. Zusätzlich stand das Privatleben der Ermittler etwa mehr im Fokus, als üblich. Ich bin gespannt, ob die Reihe weitergehen wird oder Claudia Rossbacher sich einer neuen Krimireihe widmen wird - was sehr schade wäre.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Mord im Dreivierteltakt

Letzter Landler
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"Letzter Landler" ist bereits der 13. Fall um Franz Gasperlmaier, dem urigen Bezirksinspektor
in Altaussee. Man kann diese Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle immer wieder doch mit ...

"Letzter Landler" ist bereits der 13. Fall um Franz Gasperlmaier, dem urigen Bezirksinspektor
in Altaussee. Man kann diese Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle immer wieder doch mit Band 1 zu beginnen.

Gasperlmaier bekommt Besuch von den kanadischen Schwiegereltern seines Sohnes. Seine sehr maroden Englischkenntnisse hat er noch schnell ein bisschen aufpoliert. Doch der Aufregung nicht genug: seine Christine möchte mit ihm ins Staatsopernballett, welches in Bad Ausssee gastiert. Davon ist der Franz überhaupt nicht begeistert, doch zu seiner Überraschung gefällt ihm die Aufführung besser, als gedacht. Das liegt vor allem an einer Geigerin im Orchester, die ihn fasziniert. Leider findet er genau diese junge Musikerin am nächsten Morgen tot vor einer Kapelle auf.
Zusammen mit Kollegin Emina beginnt er - zwischen gesellschaftlichen Pflichten und erhoffter Familienzeit - zu ermitteln. Verdächtige gibt es genug, denn sowohl das gesamte Orchester, als auch das Ballettensemble steht im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dabei hilft oft nur ein Schnapserl mit seinem Nachbar Dr. Altmann und das Gulasch dessen Frau. Als es ein zweites Todesopfer gibt, heißt es sich ranzuhalten...

Obwohl die Ausseer Krimis von Herbert Dutzler humorvoll und kurzweilig sind, spricht er immer wieder ernste und brisante Themen an. Da geht es um die Billigproduktion von österreichischer Trachtenmode, russischen Investoren, Massentourismus, Castingshows usw. Diesmal sind die Themen Frauenfeindlichkeit und Drogenmissbrauch. Gesellschaftskritik findet man in jedem seiner Regionalkrimis.
Sorgen macht ihm auch sein neuer Kollege. Nachdem Kollegin Manuela in Karenz ist und statt Dr. Kohlross Emina Jovanovic als Gruppeninspektorin neu hinzugekommen ist, soll nun Kevin, ein frisch von der Polizeischule eingesetzter Jungspund sein "Partner in Crime" sein. Der stellt Gasperlmaiers Nervenkostüm allerdings hart auf die Probe, vor allem nachdem er auch noch das Dienstfahrzeug zu Schrott gefahren ist.

Herbert Dutzler erzählt wie immer in seiner ganz besonderen humorvollen Art, die einem Land und Leute näher bringt. Die Kulisse rund um das Ausseerland vermittelt jede Menge Lokalkolorit. Dutzler schafft die Balance zwischen leichter Unterhaltung, ernsthafter Ermittlungsarbeit und wichtigen gesellschaftskritischen Themen.
Einige überraschende Wendungen und zahlreiche Verdächtige laden erneut perfekt zum Miträtseln ein. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Täter relativ früh zu offensichtlich wird – auch wenn das Mordmotiv lange im Unklaren bleibt. Gerade dieses konnte mich letztlich nicht ganz überzeugen.
Trotzdem hat mir dieser dreizehnte Fall wieder jede Menge Spaß gemacht und ich freue mich schon auf Nummer 14.

Fazit:
Wie immer sind die Gasperlmaier Krimis ein herrliches Lesevergnügen, die einem das Ausseer Land näher bringen und gut unterhalten. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Die Spur führt in die Vergangenheit

Solothurn ruft nach Vergeltung
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Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.

Bei ...

Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.

Bei den Solothurner Filmtagen wird der Filmemacher Toni Kurtis tot aufgefunden. Ausgerechnet Pia, Dominik Dornachs Tochter, hat gemeinsam mit Kurtis Assistentin Ella den Regisseur im Hotelzimmer gefunden. Seine umstrittene Dokumentation "Seelenrisse" über Zwangsehen, Frauenhandel und Femizide sollte bei der Veranstaltung mit dem "Prix de Soleure" ausgezeichnet werden. Kurtis wurde in Albanien geboren und wurde des Landes verwiesen, als er einigen einflussreichen Personen zu sehr auf die Füße trat. Seither lebt er in der Schweiz.
Die Befragung des Filmteams ist schwierig und bald ist klar, dass der Ermordete viele Feinde hatte. Dominik und sein Team beginnen zu ermitteln. Dabei erkennt er bald, dass die Lösung in der Vergangenheit zu suchen ist - und zwar auch in seiner eigenen als Ermittler. Doch nicht nur der damals schlecht aufgeklärte Fall macht Dornach Probleme, sondern auch gesundheitlich scheint er nicht ganz auf der Höhe zu sein...

Der Inhalt des bereits siebenten Solothurner Krimis von Christof Gasser passt perfekt zum heutigen Frauentag. Die Krimis des Autoren lassen sich mit keinen anderen vergleichen, sind sie doch immer brandaktuell und politisch brisant. Diesmal haben wir es mit dem Thema Frauenmorde zu tun.
Schlagzeilen betreffend Femizide und Ehrenmorde werden zunehmend mehr und verursachen mir Gänsehaut. Misogyne Männer sind in allen Schichten und Religionen zu finden.

Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch, die Handlung komplex und temporeich. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an den Krimis des Autors. Gasser lässt uns diesmal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Kosovo ermitteln. Internationale Verflechtungen und zahlreiche Wendungen geben dem brisanten Thema zusätzliche Dramatik.
Private Einblicke dürfen ebenfalls nicht fehlen, wobei aber die Ermittlungen immer im Vordergrund stehen. Spritzige Dialoge lockern die Krimihandlung auf.

Die im letzten Band neu eingesetzte Staatsanwältin wird krankheitsbedingt durch eine uns bekannte Figur ersetzt: Angela Casagrande
Gassers Frauenfiguren sind sehr stark und unabhängig. Casagrande und Jana Cranach von Europol sind bezeichnend dafür.
Pia empfand ich in diesem Band etwas zu unüberlegt und impulsiv, auch wenn dies zu ihren Charaktereigenschaften gehört. Als angehende Polizeischülerin hat sie zwar Dominiks Gespür geerbt und auch schon viel gelernt, aber ihre Alleingänge lassen mich immer wieder den Kopf schütteln.
Das Ende birgt eine Überraschung, ist aber nachvollziehbar. Einen kleinen Cliffhanger gibt es zusätzlich.

Das Cover zeigt diesmal den Gerechtigkeitsbrunnen in Solothurn und passt perfekt zur Handlung. Ist Recht immer Gerechtigkeit?
Am Ende findet sich wieder ein Glossar mit Schweizer Begriffen, die ich als Österreicherin allerdings nicht wirklich benötige.

Fazit:
Ein hochbrisanter Krimi mit einer spannenden und raffiniert konstruierten Story. Christof Gassers Themen sind wie immer brisant und hochaktuell.

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