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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein tolles Nachschlagewerk!

Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?
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Ich liebe Redensarten und Sprichwörter, und so war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Über 700 Redensarten sind hier alphabetisch aufgeführt und kompakt erklärt. Unterhaltsam und mit feinem Humor erfährt ...

Ich liebe Redensarten und Sprichwörter, und so war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Über 700 Redensarten sind hier alphabetisch aufgeführt und kompakt erklärt. Unterhaltsam und mit feinem Humor erfährt man so Spannendes und Überraschendes über deren Ursprünge und bekommt Lust, sich durch die Seiten zu schmökern. So eignet sich „Wer hat den Teufel an die Wand gemalt“ nicht nur als Nachschlagewerk, sondern lädt dazu ein, sich kreuz und quer von einer Wendung zur nächsten treiben zu lassen. Auch mein Sohn (12) hat dieses Buch schon für sich entdeckt, da er im Alltag immer wieder über Redensarten stolpert, deren Herkunft ihm unbekannt ist, so wie jüngst „gestiefelt und gespornt“. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Menschen, die Deutsch als Fremdsprache sprechen, viel Freude daran haben könnten und den ein oder anderen Aha-Effekt erleben.
Rundum empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine herzerwärmende Geschichte

Eine Maus namens Merlin
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Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und nach über 60 Jahren in Australien wieder in ihren Heimatort in England zurückgekehrt. Mann und Sohn sind bereits verstorben, und auch Helen erwartet vom Leben nicht ...

Helen Cartwright ist 83 Jahre alt und nach über 60 Jahren in Australien wieder in ihren Heimatort in England zurückgekehrt. Mann und Sohn sind bereits verstorben, und auch Helen erwartet vom Leben nicht mehr viel außer einem baldigen Tod. Als sie eines Tages durch Zufall eine kleine Maus in ihr Haus aufnimmt, verändert diese ihr Leben auf ungeahnte Weise.

Der ruhige, präzise Schreibstil, der auch kleine Alltagsroutinen detailliert schildert, passt hervorragend zu Helens Leben, das zunächst strukturiert wird durch die Zubereitung von Tee und Fertiggerichten sowie das Radio- und Fernsehprogramm. Ich hatte Helen hierdurch genau vor Augen. Auch ihre mitunter etwas raue und direkte Art fand ich sehr stimmig. Je mehr sie sich mit der Maus und deren Bedürfnissen auseinandersetzt, desto stärker wendet sie dem Leben zu und tritt in Kontakt mit ihren Mitmenschen. Diese Veränderungen sind sehr glaubhaft, feinfühlig und berührend beschrieben. Besonders gut gefiel mir, dass Helens Figur dazu ermutigt, ältere Menschen näher kennenzulernen und ihre oft erstaunliche Lebensgeschichte zu würdigen.

Mir wird diese leise, nachdenkliche und fein beobachtete Geschichte sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Die geniale Reihe geht weiter!

Rory Shy, der schüchterne Detektiv – Der geheimnisvolle Fall der Braut (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 8)
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Seit mein Sohn (11) und ich vor einigen Monaten eher zufällig die Rory-Shy-Reihe von Oliver Schlick entdeckt haben, sind wir total begeistert und haben die ersten sieben Bände geradezu inhaliert. Klar, ...

Seit mein Sohn (11) und ich vor einigen Monaten eher zufällig die Rory-Shy-Reihe von Oliver Schlick entdeckt haben, sind wir total begeistert und haben die ersten sieben Bände geradezu inhaliert. Klar, dass wir Band 8, „Der geheimnisvolle Fall der Braut“, schon ungeduldig erwartet haben!

Hier haben Rory, der schüchterne Detektiv, seine 13-jährige Assistentin Mathilda und der ängstliche Cockerspaniel Dr. Herkenrath einen besonders kniffligen Fall zu lösen: Im noblen Nostalgie-Hotel stürzt die Braut beim Sektempfang am Vorabend der Hochzeit aus dem dritten Stock in den wassergefüllten Burggraben. Dank des Wassers wird sie nicht schwer verletzt, kann sich aber an den Vorfall nicht mehr erinnern. Der Bräutigam glaubt nicht an einen Unfall und beauftragt Rory, die Umstände des Sturzes zu untersuchen. Schnell wird klar, dass einige Gäste mehr zu verbergen haben, als es zunächst den Anschein hat…

Der achte Band ist nach unserem Empfinden der bisher spannendste und verzwickteste. Zusammen mit Mathilda, die im Laufe der Reihe älter wird, wächst auch die Leserschaft mit und die Verbrechen werden schwerwiegender. Der Fall ist reich an überraschenden Wendungen und lässt die Leser:innen (auch die erwachsenen!) bis zum Schluss gebannt miträtseln. Die Altersangabe ab 10 Jahren finden wir sehr passend.

Der schüchterne Rory und die schlagfertige Mathilda mit dem trockenen Humor bilden ein wirklich herrliches Gespann! Die beiden eignen sich hervorragend zum Vorlesen mit verteilten Rollen, und für meinen Sohn und mich gehören Rorys Fälle zu unseren absoluten Favoriten im Kinderbuchbereich. Ganz besonders freuen wir uns immer auf die liebevoll ausgearbeiteten, teils skurrilen Nebenfiguren wie Komissar Valko, die Haushälter Frau Zeigler, ihr tollpatschiger Gatte Raimund und viele andere, die in den Bänden immer wiederkehren und im Laufe der Zeit zu „guten alten Bekannten“ werden, bei denen man sich sehr über ein Wiedersehen freut. Auch wenn diese in Band 8 zugunsten einer besonders dichten Handlung etwas in den Hintergrund treten, tragen sie generell viel zum Charme der Reihe bei.

Bemerkenswert ist, wie plastisch und pointiert Oliver Schlick seine Figuren ausarbeitet und zum Leben erweckt. Man spürt beim Lesen regelrecht seine Liebe zu den einzelnen Charakteren und ihren Eigenheiten.

Band 8 hat unsere Erwartungen wieder voll erfüllt, und wir können diesen nur rundum weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Neurodivergenz bei Erwachsenen

Ich erzähle von meinen Beinen
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Da es in meinem privaten Umfeld eine Person mit ADHS gibt, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie neurodivergente Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und den Herausforderungen ...

Da es in meinem privaten Umfeld eine Person mit ADHS gibt, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie neurodivergente Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und den Herausforderungen des Alltags begegnen.

Wally lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter Vallie in einem Haus, eine Katze und mehrere Laufenten gehören auch zur Familie. Vor dem Übertritt ans Gymnasium wird bei Vallie ADHS diagnostiziert und sie erhält Medikamente. Wally ist skeptisch wegen der Medikation und gibt ihrer Tochter heimlich stattdessen Nahrungsergänzungsmittel. Da sie sich vom Alltag zunehmend überfordert fühlt und Probleme hat einzuschlafen, nimmt Wally die Tabletten bald selbst. Als herauskommt, dass Vallie ihre vermeintlichen Medikamente auf den Schulhof weitergibt, fliegt alles auf. Wallys Überforderung nimmt immer mehr zu, bis sie eines Tages zusammenbricht.

Die Mehrfachbelastung durch Haushalt, Beruf, Kindererziehung und Partnerschaft dürften die meisten Mütter bestens kennen. Auch Wally kämpft damit, doch bei ihr kommt noch etwas anderes hinzu: Sie ist nicht in der Lage, ihre Aufgaben zu priorisieren und konsequent abzuarbeiten. Ihr Gedankenstrom fließt unaufhörlich, sie ist unkonzentriert, sieht zig Dinge gleichzeitig, die erledigt werden müssen, sie prokrastiniert oder fängt vieles an, ohne etwas zu Ende zu bringen. Sprachlich spiegelt sich dies in einer sprunghaften Erzählweise, die sich jedoch erstaunlich gut und kurzweilig lesen lässt. Vor allem der trockene Humor, der immer wieder aufblitzt, trägt hierzu wesentlich bei.

Auch die Parallelen zwischen dem Gedankenfluss, der irgendwann nicht mehr beherrschbar ist und alle Dämme bei Wally überflutet, und dem Hochwasser, das das Haus der Familie bedroht, fand ich sehr eindrücklich.

Mich hat „Ich erzähle von meinen Beinen“ sowohl thematisch als auch sprachlich ausgesprochen gut gefallen und ich werde mich nach weiteren Büchern von Cornelia Travnicek umsehen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein spannender und sehr gelungener Abschluss der Dilogie

Foxfighter - Rivalen des Waldes
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Nachdem meinen Sohn (12) und ich schon an „Foxfighter - Angriff der Schatten“ viel Freude hatten, waren wir sehr gespannt auf „Foxfighter - Rivalen des Waldes“, den zweiten und abschließenden Roman um ...

Nachdem meinen Sohn (12) und ich schon an „Foxfighter - Angriff der Schatten“ viel Freude hatten, waren wir sehr gespannt auf „Foxfighter - Rivalen des Waldes“, den zweiten und abschließenden Roman um den Silberfuchs Finn.

Der Verräter Kralle ist zurück und bedroht mit den Schattenwesen die Bewohner des Waldes. Die Nachtpfoten allein sind der Gefahr nicht gewachsen und sie erkennen, dass sie die anderen vier Fuchsfamilien davon überzeugen müssen, gemeinsam zu kämpfen.

Die Spannung ist von Beginn an hoch, die Bedrohung des Waldfriedens allgegenwärtig. Ein Abenteuer reiht sich an das nächste, und die Geschichte zog uns richtig in ihren Bann. Neben Finn und Fabelfell kommt mit dem Streuner Solo noch ein sehr interessanter Fuchscharakter ins Spiel. Alle Figuren, der Wald und die Atmosphäre sind so lebendig beschrieben und liebevoll ausgearbeitet, dass wir das Gefühl hatten, selbst mittendrin zu sein. Der selbstgefällige Igel Stachel sorgt wieder für humorvolle Momente und lockert durch seine Sprüche die Geschichte wunderbar auf. Für meinen Sohn und mich ist das stachelige Kerlchen der heimliche Liebling der Dilogie.

Wie Band 1 enthält auch Band 2 einige universelle Botschaften, die sich aus der Fuchswelt zu uns Menschen übertragen lassen. So wie die Füchse erkennen, dass sie sich über ihre Clangrenzen hinweg zusammenschließen müssen, um die Schattenwesen zu besiegen, kann auch die Menschheit die großen Probleme der Welt nur lösen, wenn sie an einem Strang zieht. Und eine Familie wird nicht allein durch die Biologie bestimmt, sondern kann auch eine Wahlfamilie sein - eine Gemeinschaft, in der man geliebt wird, sich geborgen fühlt und füreinander einsteht.

Foxfighter ist ein rundum gelungenes Tierabenteuer mit fantastischen Elementen, und der Abschied von Finn und seinen Freunden fiel uns am Ende richtig schwer.

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