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Veröffentlicht am 19.02.2018

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Totenweg
2

Fridtjof Paulsen, ein Apfelbauer in der Elbmarsch, wurde überfallen und liegt seitdem im Koma. Hauptkommissar Bjarne Haverkorn aus Itzehoe ermittelt. Er kennt Deichgraben und seine Bewohner. Denn bereits ...

Fridtjof Paulsen, ein Apfelbauer in der Elbmarsch, wurde überfallen und liegt seitdem im Koma. Hauptkommissar Bjarne Haverkorn aus Itzehoe ermittelt. Er kennt Deichgraben und seine Bewohner. Denn bereits vor 20 Jahren hatte er hier in einem Mordfall ermittelt: Die 14-jährige Marit war in einem alten Viehstall getötet worden. Doch der Fall ist bis heute ungeklärt.

Frida Paulsen ist Polizistin und lebt in Hamburg. Nun kehrt sie auf den elterlichen Hof zurück, um ihre Mutter bei der Apfelernte zu unterstützen. Marit war ihre beste Freundin. Kennt Frida den Täter oder warum schweigt sie, damals wie heute? Gibt es womöglich eine Verbindung zwischen dem aktuellen Fall und dem Cold Case?

„Totenweg“ ist der Auftakt einer Krimiserie. Romy Fölck erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Ab und zu sind in Kursivschrift Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Selbst wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut.

Ein Apfelbauer, kurz vor der Pleite. Es geht um Land, Gier und Macht. Nur Großbetriebe haben eine Chance. Aber es geht auch um die Rettung von alten, schmackhaften Sorten, um die Vielfalt zu erhalten. Dies wird sehr realistisch und beklemmend geschildert.

Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Man merkt, dass der Autorin die Figuren sehr wichtig sind. Haverkorn ist mir sofort ans Herz gewachsen. Er hat viel Empathie. Auch wenn privat für ihn nicht alles rund läuft, verbeißt er sich in den Fall. Mit Frida bin ich dagegen bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Eine Figur, die mit ihrer Vergangenheit hadert. Ihr Handeln konnte ich oft nicht nachvollziehen. Schließlich ist sie Polizistin.

Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und lassen bis zum Schluss mehrere Verdächtige als Täter infrage kommen. Dass Romy Fölck im Finale nochmal richtig Gas gibt, steigert das Lesevergnügen. Denn einige Überraschungen gegen Ende des Krimis hält die Autorin für ihre Leser noch bereit.

Gut gefallen hat mir auch, dass es einen Soundtrack zum Roman gibt. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung „Bluthaus“, die im Oktober erscheinen soll.

Fazit: Gelungener Start einer Serie. Düster, spannend und atmosphärisch!

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  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 22.05.2026

Zeit ist Macht

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
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Nach seiner erfolgreichen Justiz-Krimi-Reihe (zusammen mit dem Rechtsmediziner Prof. Dr. Michael Tsokos) schlägt Florian Schwiecker ein neues Kapitel auf: „Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln“ ...


Nach seiner erfolgreichen Justiz-Krimi-Reihe (zusammen mit dem Rechtsmediziner Prof. Dr. Michael Tsokos) schlägt Florian Schwiecker ein neues Kapitel auf: „Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln“ ist der Auftakt einer neuen KI-Thriller-Reihe. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog. Charlie Engel in Lebensgefahr?
10 Tage zuvor. Jemand, der sich Hora nennt. Und Macht über die Zeit hat.
Wir lernen Charlie kennen. Sie ist unterwegs zu einer Geburtstagsfeier, als sie Probleme mit ihrem Navi bekommt. Charlie ist eine junge Programmiererin und Hackerin, die gerade gekündigt hat.
Ein rätselhaftes Schreiben von einer Aktivistengruppe. Sie nennen sich Timeout. Handelt es sich um Cyberterroristen? Sie zeichnen für die Manipulation des Galileo-Satellitensystems verantwortlich und fordern eine Milliarde Euro, andernfalls drohen sie mit einem weitaus verheerenderen Angriff.
Charlie wird angeheuert, zusammen mit Lukas Philips von einer Spezialeinheit der EU, diesen Angriff zu verhindern. Hilfreich ist da eine KI, die Charlie während ihres Studiums in Holland programmiert hatte. KIM gehört zu einer neuen Generation von selbstlernenden Maschinen, eine generative KI.
Ja, der Einstieg ist etwas verwirrend und sehr technisch. Genau wie Lukas habe ich nur Bruchstücke von dem, was KIM erzählt, verstanden. Nichtsdestotrotz fand ich das Thema spannend.
Selbstverständlich handelt es sich nicht um ein Spiel, sondern um eine Verschwörung, in die höchste Kreise verstrickt sind. Ein Sumpf aus Verrat und Korruption. Nichts ist, wie es scheint.
Der Titel, Code Null, erschließt sich den Lesenden erst ganz am Schluss. Auch, wenn ich schnell geahnt habe, wer hinter Hora steckt, hat mich die Geschichte gut unterhalten.
Charlie, Lukas und Charlies Bruder Fritz, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

Fazit: Packender Auftakt einer neuen Tech-Thriller-Reihe. Beklemmend realistisch.

Veröffentlicht am 19.05.2026

Wo ist Juli?

Weil sie lügt
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Caroline Seibt kannte ich bisher nicht. Aber „Weil sie lügt“, ihr neuer Thriller, klang vielversprechend. Worum geht es?
Wir lernen Anna Brunner kennen. Sie ist Anfang Zwanzig und wird von der Polizei ...

Caroline Seibt kannte ich bisher nicht. Aber „Weil sie lügt“, ihr neuer Thriller, klang vielversprechend. Worum geht es?
Wir lernen Anna Brunner kennen. Sie ist Anfang Zwanzig und wird von der Polizei zum Verschwinden ihrer älteren Schwester Juli befragt. Wegen Mordverdachts sitzt der Vater im Gefängnis. Anna versucht, die Familie zusammenzuhalten, sich um ihren jüngeren Bruder Leon und die psychisch labile Mutter zu kümmern.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Anna und von Katharina Engels. Diese arbeitet bei der Kriminalpolizei. Und dann werden Im Keller der Familie Brunner Knochenreste und Zähne gefunden…
„Weil sie lügt“ ist spannend und unterhaltsam, mit überraschenden Wendungen. Es geht um Familie. Die detaillierte Erzählweise bringt viele Gefühle, Gedanken und Abgründe ans Licht.
Anna war mir nicht sympathisch. Ein Gutmensch, der sich für andere aufopfert. Mich hat sie genervt. Mehr als einmal weckte sie in mir den Wunsch, sie zu schütteln. Natürlich darf es ihr Vater nicht gewesen sein. Und so beschuldigt sie nacheinander mehrere Personen, nur den Täter hat sie nicht auf dem Schirm. Was auch nicht ihre Aufgabe ist.
Lange dümpelt die Geschichte vor sich hin, so dass man fast die Auflösung überliest. Die ist genial und könnte schockierender nicht sein.
Allerdings hätte man der Autorin ein aufmerksameres Lektorat gewünscht: ein Fahrrad hat kein Lenkrad (Kapitel 1), sondern einen Lenker!
„…und öffne den Toilettendeckel. Das Porzellan schlage ich dabei gegen den Spülkasten.“ Ein Deckel aus Porzellan?

Fazit: Psychologische Spannung, die unter die Haut geht.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Brennpunkt Berlin

Die Toten von morgen
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„Die Guten und die Toten“ von Kim Koplin, wer auch immer sich dahinter verbirgt, hatte ich vor drei Jahren gelesen und für gut befunden. Auch die Fortsetzung, „Die Toten von morgen“, überzeugt mit einem ...

„Die Guten und die Toten“ von Kim Koplin, wer auch immer sich dahinter verbirgt, hatte ich vor drei Jahren gelesen und für gut befunden. Auch die Fortsetzung, „Die Toten von morgen“, überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
Berlin, jetzt. Im Österreichpark wird ein Toter aufgefunden. Männlich, keine dreißig, Kopfschuss mittig in die Stirn. Eine Hinrichtung. Wie ist er dort hingekommen? Natürlich mit einem E-Scooter!
Nihal Khigarian, Kriminalkommissarin mit aserbaidschanischen Wurzeln und fehlender Impulskontrolle, gerade erst aus Hamburg nach Berlin zurückgekehrt, ermittelt in einem Bandenkrieg, der Berlin zu zerreißen droht: ein alter König gegen einen skrupellosen Neuling.
Auch Saad, ein Flüchtling, der nicht wirklich aus Syrien stammt, sondern aus Marseille, und seine kleine Tochter Leila sind zurück aus Hamburg. Saad verdient sein Geld bei einer zwielichtigen Spedition. Und dann wird er von der Vergangenheit eingeholt…
„Die Toten von morgen“ ist hart, brutal, herausfordernd, anspruchsvoll. Erzählt wird die Geschichte in rasantem Tempo abwechselnd aus der Perspektive von Nihal und Saad. Eine adäquate Sprache, frech und rotzig.
Über das Wiedersehen mit Nihal und Saad, habe ich mich gefreut. Auch Saads Kumpel Mohammed ist wieder mit von der Partie. Nihal und Saad sind mir nicht ans Herz gewachsen. Trotzdem fiebert man mit ihnen mit.

Fazit: Fesselnder Thriller. Für alle, die Berlin lieben und auch seine dunklen Seiten schätzen.


Veröffentlicht am 14.05.2026

Späte Rache

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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„Im Morgengrauen“ von Marc Raabe ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe. Ehrlich gesagt, um den Schlaf gebracht - wie die Werbung verspricht - hat mich der Thriller nicht. Worum geht es?
Ein mysteriöser ...


„Im Morgengrauen“ von Marc Raabe ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe. Ehrlich gesagt, um den Schlaf gebracht - wie die Werbung verspricht - hat mich der Thriller nicht. Worum geht es?
Ein mysteriöser Einstieg. Kessy X, eine junge Frau um die Zwanzig, nimmt ein Video auf. Zwei weitere werden folgen. Sie erwähnt Henrik Westphal, den Bundeskanzler. Hatte sie tatsächlich eine Affäre mit ihm? Was steckt dahinter?
Sechs Wochen später, im Morgengrauen, ein Mord !? Schnitt: Das Kanzlerbüro. Henrik wird vermisst. Und dann wird auch Kessys Schwester Sophie entführt. Wo ist die Verbindung?
Danach gibt es ein Wiedersehen mit BKA-Ermittler Art Mayer, seiner Kollegin Nele Tschaikowski und der kleinen Milla. In einem U-Bahn-Tunnel wird eine Leiche gefunden - ohne Kopf. Handelt es sich um Kessy?
Last but not least gerät Art selbst ins Visier der Polizei…
Es dauert seine Zeit, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Ständige Wiederholungen der Geschehnisse aus den Vorgängerbänden gehen zu Lasten der Spannung. Dazu viel Jugendsprech.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart sowie in Kursivschrift, ein Countdown, beginnend 42 Tage vor „Tag Null“.
Wir begegnen alten Bekannten und Feinden. Auch Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe, sowie Leo sind wieder mit von der Partie.
Es geht um Sex. Sex mit jungen Frauen, Machtphantasien, Grenzüberschreitungen. Manchmal ziemlich eklig. Erschien mir nicht glaubwürdig.
Richtiges Tempo und Action kommen erst im letzten Drittel auf. Die Auflösung ist nur schwer zu erraten. Für mich ist die Geschichte damit auserzählt.

Fazit: Der vierte Fall für Art Mayer. Hier schließt sich der Kreis.