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Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine Köchin als Ermittlerin

Limoncello Criminale
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An den schönen Gardasee und um genau zu sein nach Limone verschlägt es die Köchin Doro Ritter mit ihrem Verlobten Vince in das Haus ihres Vaters. Sie möchte einfach mal raus, um ihre Zukunft zu planen. ...

An den schönen Gardasee und um genau zu sein nach Limone verschlägt es die Köchin Doro Ritter mit ihrem Verlobten Vince in das Haus ihres Vaters. Sie möchte einfach mal raus, um ihre Zukunft zu planen. Sie richten eine Party aus, um ihre Nachbarn kennenzulernen, was ihrem Kater Rambo schon sehr gut gelingt. Es sind viele Nachbarn gekommen, denn es sind auch sehr verschiedene Menschen, die in ihrer Nachbarschaft wohnen und mit den jüngeren haben sie sich auch schon angefreundet. Sie bemerken auch dass es Streit unter den Freunden gibt und eines Tages ist dann auch Ina aus dem Nachbarhaus verschwunden. Das macht Doro neugierig und sie beginnt zu ermitteln.
Der Gardasee-Krimi „Limoncello Criminale“ von Gudrun Grägel lädt den Leser zu einem Fall an den schönen Gardasee ein. Dieses schöne Urlaubsgefühl wird auch von dem wunderschönen Cover unterstützt und wenn man Augen schließt, kann man es sehen, spüren und vielleicht auch riechen, wie herrlich es dort sein kann. In diese Idyll hat die Autorin einen Krimi platziert und dann noch eine ungewöhnliche Detektivin hinzugefügt. Doro Ritter, die Hauptperson, ist eigentlich Köchin und möchte sich einem Rezeptbuch widmen und der Verlobung mit ihrem Lebensgefährten Vince. Aber als es Unfälle und Tote gibt, muss sie natürlich ermitteln. Der örtlichen Polizei gefällt das nicht sonderlich, aber sie haben schon gute Erfahrungen mit ihrer Spürnase gemacht, so dass sie sie ein bisschen ermitteln lassen. Das ist schon ein ungewöhnlicher Vorgang, den ich allerdings auch gerne unter künstlerischer Freiheit verbuchen möchte. Es dauert allerdings sehr lange bis der Krimi ins Rollen kommt und auch dann sind die begleitenden Erzählungen sehr schön geschrieben, aber die Spannung kommt erst sehr spät zur Geltung. Der Abschluss ist dann wieder in Ordnung und es gibt auch Überraschungen am Ende, es ist halt alles sehr in die Länge gezogen.
Dieser Krimi gehört zu meinem favorisierten Genre und ich kann mir die Situation, dort am Gardasee gut vorstellen. Es ist auch alles sehr unterhaltsam geschrieben, doch die Längen bleiben und darunter leidet die Spannung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannende Ermittlungen mit Längen

Einsames Watt
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Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen ...

Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen in den Nähe eines havarierten Segelboots und sie weist eine klaffende Kopfwunde auf, die sehr wahrscheinlich von einem Schlag herrührt. John erinnert sich an seine ersten Schritte als Kommissar mir dem erfahrenen Cornelis Litmanen zusammen, die sie zu einem Mord auf Amrum führte. Auch da war eine junge Frau ermordet worden, deren Mörder aber schnell gefunden schien. Anschließend verschwand Litmanen allerdings spurlos, da er noch etwas ohne John auf der Insel ermitteln wollte. Jetzt tauchen natürlich Fragen auf, ob die Fälle etwas gemeinsam haben, denn abschließend wurde nie geklärt, wer für den Mord im Jahre 2005 verantwortlich war.
Der Nordsee-Krimi „Einsames Watt“ von Nina Ohlandt/Jan F. Wiefelpütz behandelt zwei Mordfälle, die zwar zeitlich auseinander liegen, aber unter Umständen etwas gemeinsam haben. Das Cover weist auf jeden Fall auf eine Begebenheit hin, die im Krimi eine Rolle spielt. Ein havariertes Segelboot am Strand spielt eine wichtige Rolle. Das wird auf den erste Seiten schon klar. Die Hauptakteure sind die Kommissare der Flensburger Kripo, die in den vorherigen Romanen auch schon für die Ermittlungen tätig waren. Also ein eingespieltes Team, das hier ermittelt. John Benthiern kommt noch eine spezielle Rolle zu, denn er ermittelt zusätzlich in einem alten Fall an gleicher Stelle, in dessen Verlauf sein ehemaliger Kollege Litmanen spurlos verschwand. Es ist sehr interessant und spanend zu verfolgen, wie der alte Fall wieder aufgerollt wird, und mit dem neuen Fall verknüpft wird. Gleichzeitig wird noch der Mörder aus dem alten Fall in diesen Fall eingebaut. Das hört sich langatmig an, ist es an manchen Stellen auch. Das ist jetzt Kritik auf hohem Niveau, aber die Ermittlungen ziehen sich, fast so wie im echten Leben. Spannend ist es allemal sorgt aber manchmal für etwas Chaos im Kopf und stört so ein wenig den Lesefluss. Eine neue Hauptperson wird im Laufe des Krimis eingebaut. Dabei handelt es sich um Jaane, die Schwester einer ermordeten Staatsanwältin, der John versprochen hat sich um die Schwester zu kümmern. Das tut John natürlich gerne, gerade weil diese Schwester auch über exzellente IT-Fähigkeiten verfügt, die schon wichtig sind. Der Schreibstil gefällt mir gut, da er mein Kopfkino gut bedient und ich die Story gut nachverfolgen kann, bis auf die Phasen, wo es manchmal so aussieht, als wenn sich der Autor verzetteln würde. Der Spannungsbogen ist konsequent bis zu Ende durchgeführt worden, vielleicht ein bisschen zu gut nachvollziehbar, aber das liegt im Auge des Betrachters.
Ich habe mich von diesem Krimi sehr gut abgeholt gefühlt und auch die Beschreibungen von Amrum habe ich gerne zur Kenntnis genommen, ebenso wie das Thema des Buches. Abzüge gibt es für die Längen, die das Buch hat und das kleine Chaos, dass es angerichtet hat. Empfehlenswert ist es für mich trotzdem, da es sehr individuell ausgelegt werden kann. Die Realität von Ermittlungen kann manchmal viel chaotischer sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 07.02.2026

Eine vergiftete Beziehung

Firewatch
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Ein Ferienjob ist es den Aaron als Feuerbeobachter im Nationalpark ausübt. Er ist auf einem Feuerturm, um den Nationalpark zu beobachten und Feuer rechtzeitig zu entdecken. Auf einem zweiten Turm befindet ...

Ein Ferienjob ist es den Aaron als Feuerbeobachter im Nationalpark ausübt. Er ist auf einem Feuerturm, um den Nationalpark zu beobachten und Feuer rechtzeitig zu entdecken. Auf einem zweiten Turm befindet sich Kian, der die Zeit auf dem Turm nutzt, um sich von einer Schreibblockade zu heilen. Da sie nicht weiter zu tun haben als zu beobachten entspinnt sich eine Konversation über den Funk, der sehr intim wird. Aaron ist so fasziniert von den Gesprächen, dass er eines morgens aufbricht, um Kian auf dem anderen Turm zu besuchen. Es folgt eine intime Nacht, doch auf dem Rückweg ist er nicht rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit an seine Turm und er verirrt sich. Seit dieser Zeit ist er verschwunden, Sein Freund Robin und seine Freundin Haley wollen den vermeintlichen Täter, Kian, entlarven und die Wahrheit über Aarons Verschwinden herausfinden. Das wird zu einer sehr gefährlichen Aktion.
„Firewatch“ von Colin Hadler ist ein Thriller, der Beziehungen unter die Lupe nimmt und was daraus werden kann. Das Cover zeigt schon den Beginn des Thrillers und wo sich dieser abspielt, in einem Nationalpark und deren typischen Feuertürmen auf denen Aaron und Kian die Wache halten. Doch Hauptperson ist Robin, der beste Freund von Aaron, der sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Unterstützt wird er von Haley, einer sehr guten Freundin. Die Geschichte wird aus der Sicht dieses Robins geführt, die allerdings auch die Vergangenheit beschreibt und dort kommt Aaron zu Wort. Die Kapitel sind durch die Überschriften, „Damals und Heute“ gekennzeichnet. Es ist eine sehr emotionsreiche Story, die der Autor erzählt über Freundschaften, Liebesgeschichten und Verrat. Es sind einige Twitches, die die Spannung dieses Thrillers ausmachen und die Suche nach dem Vermissten, natürlich der rote Faden ist. Aber auch die unterschiedlichen Beziehungen sind wichtig, weil das ganze Konstrukt der Geschichte daran aufgehängt ist. Der Autor schreibt sehr bildhaft und lässt den Leser die romantischen und emotionalen Phasen dieses Romans miterleben. Der Spannungsbogen ist gut zu Ende geführt, doch die Spannung habe ich sehr unterschiedlich wahrgenommen.
Ich habe den Thriller mit Interesse gelesen, allerdings fehlte mir manchmal der Thrill, Mir stehen die unterschiedliche Beziehungen zu sehr im Mittelpunkt. Ich konnte der Story gut folgen und trotzdem fehlte mit etwas. Auch dieses Buch wird seine Freunde finden und es ist sicherlich wert gelesen zu werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein sehr blutiger Thriller

Blutwild
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Anka erlebt durch den Fund von abgetrennten Körperteilen noch einmal ihre Entführung durch einen Serientäter, den sie nur knapp überlebt hat. Sie hat damals einen Unterschenkel auf der Flucht verloren, ...

Anka erlebt durch den Fund von abgetrennten Körperteilen noch einmal ihre Entführung durch einen Serientäter, den sie nur knapp überlebt hat. Sie hat damals einen Unterschenkel auf der Flucht verloren, als sie in eine Falle getreten ist. Danach hat sie ihren Dienst bei der Polizei aufgegeben. Und jetzt ist wieder alles da, vor allem die Angst. Sie fühlt sich bedroht und nur Izzy ihre Freundin unterstützt sie, um ihre Ängste zu überwinden. Ihre ehemaligen Kollegen nehmen ihre Angst nicht ernst, da der Mörder im Gefängnis sitzt. Doch Anka hat Bedenken, dass es einen anderen Mörder gibt. Das erlebt sie auch bald am eigenen Leib, denn sie wird wieder gejagt.
Der Thriller „Blutwild“ von Saskia Te Marveld ist ein sehr blutiger Thriller und das Cover zeigt auch ein entscheidendes Tatwerkzeug, ein Beil. Der Mörder zerteilt seine Opfer und nimmt sie aus und danach stellt er die Extremitäten, wie in einer Ausstellung aus. Die Autorin hat schon eine sehr kräftige und bilderbetonte Sprache, so dass man sich die abgetrennten Körperteile vorstellen kann. Auch die Angst, die die Hauptperson hat, ist schon deutlich spürbar. Es ist alles ein wenig fragwürdig, wie sich Anka um diesen Fall kümmert. Nur ihre Freundin Izzy steht ihr bei und unterstützt sie im Alltag. In Rückblenden wird der alte Fall immer wieder in die Story eingebaut, um deutlich zu machen, aus welchen Gründen die Angst in Anka immer wieder hochkommt. Allerdings wird auch die Sicht des Täters immer mal wieder thematisiert. Die Autorin schafft es auch die Szenerie, um den Serientäter aufzubauen und so die Spannung bis zum Ende zu steigern.
Dieser Thriller ist mir eigentlich etwas zu blutig und das stört mein Lesevergnügen ein wenig. Die Story ist schon gut entwickelt und es wird auch Freunde dieses Genre geben, die diesen Krimi mögen.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein familiäres Verbrechen

Lügen auf Friesisch
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Sven Christiansen leitet einen Markt für Restposten. Eines morgens wird er ermordet aufgefunden. Doch wer der Täter ist, kann die Kripo nicht auf Anhieb ermitteln. Der Chef der Kripo muss auch noch ins ...

Sven Christiansen leitet einen Markt für Restposten. Eines morgens wird er ermordet aufgefunden. Doch wer der Täter ist, kann die Kripo nicht auf Anhieb ermitteln. Der Chef der Kripo muss auch noch ins Krankenhaus, so dass die Beamten Michi und Ulf auf sich gestellt sind. Nicht ganz, wie sich herausstellt, denn ihr Chef zieht die Strippen auch aus dem Krankenhaus. Er kennt halt eine Menge Leute in Husum und so kommen ganz allmählich einige Geheimnisse ans Licht.
„Lügen auf Friesisch“ aus der Reihe Tatort Waterkant von Thomas Herzberg ist der vierte Band aus dieser Reihe. Das Cover zeigt eine typische Waterkant Szene und passt ganz gut zu diesem Krimi. Die Story ist auch gut nachvollziehbar, die Sprache ist ein bisschen langatmig, in meinen Augen. Die beiden Kommissare hingegen gefallen mir sehr gut. Vor allem das Küken Michi ist ganz schön auf Zack. Nicht nur dass sie ihren Chef Kruse gut im Griff hat, naja sie versorgt ihn ja auch ganz, so kann sie sich auch manchmal einen frechen Spruch erlauben. Auf kriminalistisch gibt sie ihr Bestes und zusammen mit ihrem, manchmal brummigen Kollegen Ulf, bilden sie schon ein gutes Team. Die Krone ist allerdings Kruse, der Gott und die Welt kennt und so vom Krankenbett aus den Fall mit seinen beiden Kollegen zum Abschluss bringt. Gut vorstellen kann ich es mir schon, dass so ein langjähriger Kommissar viele Leute kennt und auch irgendwo immer etwas guthat, um an Informationen zu kommen. Die Szenen im Krankenhaus sind schon etwas Besonderes. Allerdings ist so ein kleines Manko, dass der Krimi sehr langsam in die Gänge kommt und so am Anfang schon so seine Längen hat. Die Spannung ist gut bis zum Ende entwickelt und im Laufe der Handlung wird es dann auch interessanter.
Ich finde diesen Krimi gut in seiner Art, aber nicht überragend. Er lässt sich gut lesen und ist als regionaler Krimi auch gut. Für mehr fehlt so ein bisschen die Spritzigkeit von Anfang an.

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