Starker Anfang, aber zu viel Drama
Love is like a ThunderboltCheerleaderin Elli und Quarterback Riven begegnen sich an Ellis erstem Tag am College und fühlen sich sofort voneinander angezogen. Doch Schatten aus der Vergangenheit, ihre Familien und zahlreiche Geheimnisse ...
Cheerleaderin Elli und Quarterback Riven begegnen sich an Ellis erstem Tag am College und fühlen sich sofort voneinander angezogen. Doch Schatten aus der Vergangenheit, ihre Familien und zahlreiche Geheimnisse stellen ihnen immer wieder neue Hindernisse in den Weg und machen es ihnen schwer, wirklich zueinanderzufinden.
Zu Beginn hat mich die Insta-Love-Story zwischen Elli und Riven – ganz gemäß dem Buchtitel wie ein Blitzschlag – begeistert und mitgerissen. Sie konnten von Anfang an gut miteinander kommunizieren, und viel Geplänkel, gegenseitige Rücksichtnahme und Fürsorge prägen ihre Beziehung. Leider konnte sich diese Begeisterung im weiteren Verlauf des Buches nicht halten. Beide sind sehr schnell völlig voneinander fasziniert, bei Riven grenzt es teilweise schon an eine Obsession. Diese starken Gefühle konnte ich jedoch nur schwer nachvollziehen, da die beiden sich – zumindest sichtbar für uns Leser*innen – selten länger oder wirklich tiefgründig unterhalten. Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte und für mich in einer Romance ein absolutes No-Go: Etwa im letzten Drittel des Buches erfährt man im Schnelldurchlauf, dass sich die beiden Protagonisten bei mehreren Gelegenheiten gesehen und unterhalten haben – Szenen, die zuvor weder beschrieben noch überhaupt erwähnt wurden. Das erklärt zwar im Nachhinein, warum ihre Gefühle schon deutlich weiter sind, als man es beim Lesen nachvollziehen konnte, wirkt aber erzählerisch sehr abrupt.
Der Suspense-Anteil konnte mich dagegen eher überzeugen. Die Spannung baut sich nach und nach auf, bis das Drama schließlich so stark an Tempo aufnimmt, dass man kaum noch zum Durchatmen kommt. Gleichzeitig werden die Handlungsstränge immer mehr, sodass ich irgendwann etwas den Überblick verloren habe.
Wirklich gefallen haben mir dagegen die Freundschaften, die hier dargestellt werden. Auch wenn sie sich ebenfalls schnell entwickeln, sind sie von gegenseitigem Respekt, Loyalität und Fürsorge geprägt. Gut in die Geschichte eingebunden sind zudem schwierige Themen wie psychische und physische Gewalt. Hier lohnt es sich, einen Blick auf die Liste möglicher Trigger am Ende des Buches zu werfen. Positiv hervorzuheben ist auch, dass dort zusätzlich Hilfsorganisationen genannt werden – eine Entwicklung, die ich sehr begrüße.
Der Schreibstil hat mich immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Die Szenen und Schauplätze sind zwar verständlich und anschaulich beschrieben, doch viele Metaphern und Vergleiche wirkten auf mich sehr poetisch und philosophisch – für meinen Geschmack stellenweise einfach etwas zu viel.
Insgesamt ließ sich das Buch zwar gut lesen, doch während mir die Liebesgeschichte zu wenig Tiefe hatte, war mir das Drama größtenteils zu viel. Dadurch wirkt die Geschichte am Ende leider etwas überladen.