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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2022

ein sehr tolles Buch

Dschinns
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"Dschinns" von Fatma Aydemir habe ich geliebt. Hätte ich die Leseprobe nicht gelesen, hätte es mich vom Cover und Titel her nicht überzeugt, aber inhaltlich war es einfach nur toll. Sie erzählt in diesem ...

"Dschinns" von Fatma Aydemir habe ich geliebt. Hätte ich die Leseprobe nicht gelesen, hätte es mich vom Cover und Titel her nicht überzeugt, aber inhaltlich war es einfach nur toll. Sie erzählt in diesem Roman von Hüseyin und seiner Familie. Dreißig Jahre hat er in Deutschland gearbeitet, um nun seinen Traum vom Lebensabend in Istanbul zu verwirklichen. Er kaufte sich eine Eigentumswohnung und freute sich auf den Nachzug seiner Familie. Doch dann starb er plötzlich an einem Herzinfarkt. Seine Familie kommt jetzt zur Beerdigung in Istanbul zusammen. Mit einzelnen Geschichten über seine Kinder Sevda, Hakan, Peri, Ümit und seine Frau Emit zeigt Fatma Aydemir das sehr individuelle Schicksal einer immigrierten Familie. Sie alle haben mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen gehabt und sind ihren Weg gegangen.
Jede einzelne Geschichte ist so toll und ergreifend. Ein sehr intensives Buch, das mir gezeigt hat, was es für eine Familie heißt nach Deutschland zu kommen und wie unterschiedlich jedes Familienmitglied damit umgegangen ist und welche Konflikte es dabei gab. Ein sehr berührender Familienroman und ich werde mir nun auf jeden Fall ihren ersten Roman "Ellenbogen" kaufen.

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Veröffentlicht am 27.12.2021

Die tragische Geschichte einer Familie

Der Gesang der Berge
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Was für ein beeindruckendes und intensives Buch. Ich habe "Der Gesang der Berge" von Nguyen Phan Que Mai schon vor einer Weile gelesen und mir fehlen nach wie vor die Worte. Die Autorin schildert abwechselnd ...

Was für ein beeindruckendes und intensives Buch. Ich habe "Der Gesang der Berge" von Nguyen Phan Que Mai schon vor einer Weile gelesen und mir fehlen nach wie vor die Worte. Die Autorin schildert abwechselnd aus der Sicht zweier Generationen einer Familie die großen historischen Begebenheiten in Vietnam. Sei es die Besatzung, die Landreform, die große Hungersnot oder der amerikanisch-vietnamesische Krieg, sie alle haben das Land gebeutelt und viele Familien beinahe ausgelöscht. Die Großmutter Dieu Lan, einst Kind einer wohlhabenden Familie, blickt dabei auf sehr schwerwiegende Entscheidungen in ihrem Leben zurück, sie hat mehrfach den Tod gesehen, zahlreiche Familienmitglieder verloren, beinahe auch sich selbst und bis zuletzt für ihre Kinder und das Überleben der Familie gekämpft. Ihre Enkelin Huong erzählt von allem was ihr gegenwärtig widerfährt. Sie vermisst ihre Mutter, die mit ihren Onkeln in den Krieg gezogen ist und wartet auf ihre Rückkehr. Es ist ein großes Buch, das mich nicht nur geschichtlich, sondern auch emotional gefordert und begeistert hat. Die Verzweiflung eines Kindes, einer Mutter und Großmutter und die tragische Geschichte Vietnams haben mich sehr mitgenommen und lange nicht losgelassen. Ich wusste recht wenig über dieses kleine Land und empfand die historischen Gegebenheiten eingebettet in diese sehr emotionale Geschichte sehr mitreißend und erschreckend. Hätte ich nur das Cover gesehen, hätte ich wahrscheinlich nie nach diesem Buch gegriffen, die Leseprobe und die ersten Seiten haben mich sofort getroffen. Sehr toll!

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Toller Abschluss!

Wir sehen uns wieder am Meer
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Nach Teklas und Konrads Geschichte geht es nun in "Wir sehen uns wieder am Meer" um Teklas beste Freundinnen Birgit und Anneliese. Durch den Krieg trennen sich ihre Wege. Während Tekla sich in einen Deutschen ...

Nach Teklas und Konrads Geschichte geht es nun in "Wir sehen uns wieder am Meer" um Teklas beste Freundinnen Birgit und Anneliese. Durch den Krieg trennen sich ihre Wege. Während Tekla sich in einen Deutschen verliebte und nun mit ihm nach Deutschland zurückkehrt, geht Anneliese als Krankenschwester an die Front. Birgit hilft als Krankenschwester in Bodo aus, wo sie auf die ukrainische Zwangsarbeiterin Nadja trifft. Nadja, wie viele andere Zwangsarbeiterinnen, arbeitet in der Fischfabrik ganz in der Nähe. Birgit versucht sich um sie zu kümmern, tritt der Widerstandsgruppe bei, hilft dabei Kriegsgefangene zu verstecken und geheime Nachrichten zu überbringen. Dabei verliebt sie sich nicht nur, sie gerät auch ins Visier der Deutschen.

So toll, wie Trude Teige es schafft Geschichte so berührend und mitreißend zu erzählen. In jedem der drei Teile dieser Rehe stellt sie andere Seiten und Lebensgeschichten in den Vordergrund und gibt ein sehr umfangreiches Bild über die Auswirkungen und all das Leid der Kriegszeit. Hier geht es nun hauptsächlich um die Lage der russischen und ukrainischen Zwangsarbeiterinnen und den Widerstand in Norwegen. Ich habe sehr viel neues erfahren, all ihre Figuren sehr gern gehabt und bin nun etwas traurig, dass es hier nun endet. Eine sehr große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Sehr interessant

Samuels Buch
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Samuel Finzi kannte ich bisher nur aus mehreren Kinofilmen und aus dem Fernsehen. Dieses Buch habe ich zufällig entdeckt und freute mich ihn einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. In "Samuels ...

Samuel Finzi kannte ich bisher nur aus mehreren Kinofilmen und aus dem Fernsehen. Dieses Buch habe ich zufällig entdeckt und freute mich ihn einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. In "Samuels Buch" erzählt Samuel Finzi von seiner Kindheit und Jugend. 1966 wurde er im sozialistisch geprägten Bulgarien geboren, wuchs in einer künstlerischen Familie in Sofia auf und sehnte sich schon früh nach einem freieren Leben im Westen. Er erzählt in einzelnen Anekdoten von seinen Ferien am Meer, von seinen Eltern und Großeltern, seiner Schulzeit, dem Aufenthalt in Paris und später dann auch von Berlin. Schon in seinen jungen Jahren hat er einiges erlebt und er erzählt sehr sympathisch und persönlich in diesem Buch von seiner Familie und seinem Werdegang. Ich habe etwas gebraucht um in diesen autobiografischen Roman hereinzukommen, aber dann habe ich es sehr gerne gelesen. Ich mochte die kurzen Kapitel und verschiedenen Themen und Etappen sehr gern, denn so empfand ich diese Autobiografie als sehr lebendig und vielseitig. Gerne würde ich noch mehr über seinen weiteren Weg erfahren. Ich hoffe eine Fortsetzung ist geplant.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

ein großes Stück Zeitgeschichte

Himmlischer Frieden
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"Himmlischer Frieden" ist ein sehr spannender Blick auf die Geschichte Chinas. Inspiriert von Lai Wens eigener Geschichte erzählt sie vom Aufwachsen der kleinen Lai in einem Arbeiterviertel Pekings. Das ...


"Himmlischer Frieden" ist ein sehr spannender Blick auf die Geschichte Chinas. Inspiriert von Lai Wens eigener Geschichte erzählt sie vom Aufwachsen der kleinen Lai in einem Arbeiterviertel Pekings. Das Verhältnis zu ihren Eltern ist nicht das beste, einzig zu ihrer Großmutter hat sie einen guten Draht.
Schon als Kind bekommt sie und ihre Freunde, als sie die Ausgangssperre umgehen, die Härte des Regimes zu spüren und auch in zahlreichen Situationen später wird spürbar, dass sie nie die gleiche Begeisterung, uneingeschränkte Treue und Anbetung, wie all die anderen, empfinden wird. Sie verliebt sich, entwickelt eine große Begeisterung für Bücher und erhält ein Stipendium für die Universität von Peking. Dort eröffnet sich für sie eine ganz neue Welt in der sie ihre Meinung frei äußern kann. Sie schließt sich einer Bewegung gegen das Regime an und wird Teil der Revolution.
Auch wenn diese Geschichte so ein paar Längen hat und anderes gern etwas ausführlicher hätte sein können, finde ich diesen Roman und Lais Geschichte sehr spannend, mutig und beeindruckend. Es ist ein sehr anderer Blick auf China und auf die Entwicklung eines Widerstands. Sehr toll erzählt.

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