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Veröffentlicht am 18.03.2026

Geheimnisse im Nebel des Moors

Moorland. Die Zwillinge
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So hatte sich Malia Gold ihren Dienstbeginn in der neuen Dienststelle in Moorbach sicher nicht vorgestellt. Kaum ist sie angekommen, wird sie bereits mit dem Verschwinden der Zwillinge Jana und Nike konfrontiert.

Die ...

So hatte sich Malia Gold ihren Dienstbeginn in der neuen Dienststelle in Moorbach sicher nicht vorgestellt. Kaum ist sie angekommen, wird sie bereits mit dem Verschwinden der Zwillinge Jana und Nike konfrontiert.

Die beiden sind mit ihrem TikTok-Kanal „Moormaid“ sehr erfolgreich und haben eine große Fangemeinde. Ihre Besonderheit: Auf ihren Fotos inszenieren sie sich in der einzigartigen, namenlosen Moorlandschaft des Marschlandes. Die Selbstinszenierung in dieser geheimnisvollen, düsteren, oft extrem nebligen und schwer zugänglichen Umgebung hat ihnen viele Fans eingebracht.

Und obwohl sich die Zwillinge im Moor bestens auskennen, sind sie plötzlich verschwunden.

Doch damit nicht genug: Auf ihrem eigenen Kanal tauchen weiterhin Fotos auf – Bilder, die eindeutig erst nach ihrem Verschwinden entstanden sein müssen. Je intensiver nach den Mädchen gesucht wird, desto verworrener werden die Ereignisse. Schnell wird klar, dass hier vieles im Verborgenen liegt und zahlreiche Geheimnisse darauf warten, entdeckt zu werden.
In meist kurzen, spannenden Kapiteln schildert Andreas Winkelmann die einzelnen Schritte der Suche. Immer wieder führt er die Leserinnen und Leser dabei auch mitten ins Moor. Schon beim Lesen wird deutlich, wie geheimnisvoll, aber auch bedrohlich eine solche Moorlandschaft sein kann. Schnell wird klar: Wer sich hier verirrt, ist verloren. Den Thriller in dieser Kulisse anzusiedeln, sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre und Spannung.

Auch die Kommissarin Malia Gold passt hervorragend in diesen Fall. Während der Handlung wird deutlich, dass sie sich nicht nur im Moor auskennt, sondern selbst einige Geheimnisse mit sich trägt.

Ob diese Geheimnisse gelüftet werden und was wirklich hinter dem Verschwinden der Zwillinge steckt, sollte jeder am besten selbst herausfinden.

Von mir gibt es für diesen Thriller auf jeden Fall verdiente fünf Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Die Vergangenheit lässt einen nicht los

Fünf Fremde
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An einem Tag im Oktober reisen scheinbar zufällig fünf Fremde auf die Insel Neuwerk vor Hamburg – jeder mit einem ganz eigenen, zunächst verborgenen Grund. Niemand von ihnen ahnt, dass das angekündigte ...

An einem Tag im Oktober reisen scheinbar zufällig fünf Fremde auf die Insel Neuwerk vor Hamburg – jeder mit einem ganz eigenen, zunächst verborgenen Grund. Niemand von ihnen ahnt, dass das angekündigte Unwetter sie länger auf der Insel festhalten wird.

Nach und nach lässt die Autorin die Figuren in eigenen Abschnitten zu Wort kommen. In Erinnerungen und inneren Monologen entsteht Stück für Stück ein Bild ihrer Vergangenheit. Vier der Reisenden waren vor über dreißig Jahren Teil einer Jugendreisegruppe auf Neuwerk, als dort ein tragisches Unglück geschah: Zwei Jugendliche verschwanden spurlos. Nur eine von ihnen tauchte Tage später wieder auf – unfähig, über das Erlebte zu sprechen.

Nun begegnen sich vier der damaligen Gruppe wieder – und erkennen einander sofort. Über ihre Beweggründe schweigen sie, doch das Wiedersehen und der aufziehende Sturm lassen unausweichlich die Erinnerungen an damals aufbrechen. Und plötzlich geschehen Dinge, mit denen niemand gerechnet hätte. Mehr und mehr entsteht das Gefühl, dass alle Beteiligten in Gefahr schweben.

Besonders gut hat mir gefallen, wie intensiv ich in der ersten Phase des Buches die einzelnen Figuren kennenlernen konnte. Die wechselnden Perspektiven erlauben sowohl Einblicke in die Ereignisse von damals als auch in das aktuelle Geschehen. Da sich alle unterschiedlich erinnern, setzt sich das Bild der Vergangenheit nach und nach wie ein Puzzle zusammen – ebenso wie die Spannung der Gegenwart.

Und spannend war es wirklich! Anfangs waren es nur kleine, irritierende Momente, die mich neugierig machten. Doch je weiter ich las, desto stärker zog mich die Geschichte in ihren Bann. Die Auflösung am Ende war überraschend – mit diesem Ausgang hätte ich definitiv nicht gerechnet.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Gefährliches Geheimnis

Das falsche Versprechen
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Ein kurzer Moment, eine flüchtige Begegnung – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Als der seltsam wirkende Professor Ulken Nik Pohl anspricht, ahnt dieser noch nicht, dass dieses Gespräch sein Leben ...

Ein kurzer Moment, eine flüchtige Begegnung – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Als der seltsam wirkende Professor Ulken Nik Pohl anspricht, ahnt dieser noch nicht, dass dieses Gespräch sein Leben erneut in eine gefährliche Richtung lenken wird. Die Bitte um Hilfe wirkt zunächst befremdlich, doch die Angst in den Augen des Mannes ist unübersehbar. Bevor Nik herausfinden kann, was Ulken wirklich befürchtet, ist der Professor tot. Ein angeblicher Raubmord. Doch Nik spürt sofort: Diese Erklärung ist zu einfach.

Getrieben von seinem Instinkt und seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn beginnt Nik zu ermitteln – und gerät immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Vertuschung und tödlichen Geheimnissen. Spätestens als auch ein ehemaliger Kollege des Professors unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, wird klar: Hier ist nichts Zufall. Und jemand ist bereit, über Leichen zu gehen.

Was diese Thriller-Reihe so besonders macht, ist nicht nur der packende Plot, sondern vor allem das Team rund um Nik Pohl. Jon, der geniale Hacker mit Zugang zum Darknet, und Balthasar, der eigenwillige, brillante Pathologe, sind mehr als nur Helfer – sie sind Freunde, Verbündete und Rückhalt in lebensgefährlichen Situationen. Ihre Dynamik, ihr Humor und ihre Loyalität verleihen der Geschichte Tiefe und Wärme, selbst in den dunkelsten Momenten.

Auch im mittlerweile achten Band beweist der Autor eindrucksvoll, warum Nik Pohl so überzeugt. Als ehemaliger Polizist ist er frei von Regeln und bürokratischen Fesseln – und genau diese Freiheit macht seine Ermittlungen so intensiv, kompromisslos und oft atemberaubend. Die Aktionen sind rasant, stellenweise spektakulär und lassen einen das Buch kaum aus der Hand legen.

Aus einer kleinen, beinahe unscheinbaren Begebenheit entwickelt sich ein Thriller, der stetig an Tempo gewinnt. Die Gefahr ist jederzeit spürbar, die Bedrohung real – und als Leserin oder Leser bangt man mehr als einmal um das Leben der Protagonisten. Die Spannung hält bis zur letzten Seite.

Gefährliches Geheimnis ist ein Thriller, der mitreißt, fesselt und emotional berührt. Für mich ganz klar ein Highlight der Reihe.
Ich vergebe voller Überzeugung fünf wohlverdiente Lesesterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine absolute Leseempfehlung für alle Thriller-Fans.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Extrem spannend

Blutiger Abgrund
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Was für ein Albtraum: Berger wacht blutverschmiert in einem Hotelzimmer auf — ohne jede Erinnerung. Neben ihm liegt ausgerechnet René Kollnitz, der Mann, der einst seine Verlobte erschossen hat. Und als ...

Was für ein Albtraum: Berger wacht blutverschmiert in einem Hotelzimmer auf — ohne jede Erinnerung. Neben ihm liegt ausgerechnet René Kollnitz, der Mann, der einst seine Verlobte erschossen hat. Und als wäre das nicht genug, wartet im Badezimmer noch eine weitere Leiche. Schnell wird klar: Für die Polizei sieht alles eindeutig aus. Für Berger beginnt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.

Niemand glaubt ihm. Keine Erinnerungen, keine Erklärungen, keine Chance. Also bleibt nur die Flucht. Während im LKA Frankfurt die Jagd auf Hochtouren läuft und selbst sein eigenes Team auf Distanz gehen muss, stehen wenigstens einige wenige unbeirrbar an seiner Seite. Caro, Darling und die Pathologin Simone halten gegen alle Zweifel — weil sie spüren, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Auch emotional hat mich die Geschichte abgeholt: dieses Gefühl, wenn plötzlich alle gegen einen sind und nur wenige noch an dich glauben. Die Loyalität von Caro, Darling und Simone hat der Story für mich zusätzlich Herz gegeben und einen schönen Gegenpol zur permanenten Spannung geschaffen.

Dieser Thriller lässt einen kaum Luft holen. Die Ereignisse überschlagen sich, jede neue Spur wirft mehr Fragen auf, und die Spannung zieht sich wie ein Drahtseil durch die gesamte Geschichte. Ich war komplett gefesselt und habe bis zuletzt gerätselt — mit einem Ende, das ich so nicht kommen sah.

Für mich war das ein echter Pageturner, der mich nicht nur spannend unterhalten, sondern auch emotional mitgenommen hat. Nicolas Stoltz hat hier genau die Mischung getroffen, die ich mir von einem Thriller wünsche. Und obwohl es ein späterer Band der Reihe ist, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, etwas zu verpassen.

Mein Fazit: Ich habe jede Seite verschlungen — klare Leseempfehlung und fünf begeisterte Lesesterne.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Beeindruckende Familiengeschichte

Währchens Wege (3 Bände)
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Eine Rezension über fast 2.000 Seiten und drei Bände zu schreiben, ist eine echte Herausforderung. Doch Helmut Böhm beweist mit diesem Werk eindrucksvoll, dass sich dieser Umfang lohnt. Was er hier vorlegt, ...

Eine Rezension über fast 2.000 Seiten und drei Bände zu schreiben, ist eine echte Herausforderung. Doch Helmut Böhm beweist mit diesem Werk eindrucksvoll, dass sich dieser Umfang lohnt. Was er hier vorlegt, ist weit mehr als eine bloße Familienchronik – es ist ein zutiefst persönliches, berührendes Zeitzeugnis über fast 100 Jahre deutscher Geschichte.

Der Autor erzählt die Geschichte seiner Familie mit großer Sorgfalt und spürbarer Nähe zu den Menschen, über die er schreibt. Und genau das macht diese Bücher so außergewöhnlich. Wir begleiten die Familie durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg, erleben den Alltag in der DDR und später auch in der BRD. Bei sieben Kindern entfaltet sich ein vielschichtiges Bild von Lebenswegen, Hoffnungen, Brüchen und Entscheidungen, die oft weitreichende Folgen haben.

Chronologisch beginnend bei den Eltern, nimmt sich Böhm viel Zeit für die Menschen am Anfang dieser Geschichte. Er schildert ihre Lebensumstände, ihre Sorgen und prägenden Erlebnisse mit einer Ruhe und Tiefe, die sofort Nähe entstehen lässt. Auch die Wege der einzelnen Geschwister werden sehr genau nachgezeichnet – und spätestens hier entwickelt das Buch eine enorme emotionale Kraft.

Fast alle Kinder wachsen in der DDR auf, bauen sich dort ihr Leben auf, passen sich an oder kämpfen innerlich mit den gegebenen Umständen. Umso einschneidender ist der Moment, als eines der Geschwister die DDR illegal verlässt. Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die gesamte Familie werden eindrucksvoll und schonungslos beschrieben: Angst, Schuldgefühle, Zerrissenheit – aber auch Hoffnung. Man spürt beim Lesen, wie sehr diese Situation alle Beteiligten geprägt hat und wie tief die politischen Verhältnisse bis in das private Familienleben hineinwirkten.

Gleichzeitig ist dieses Werk ein sehr authentischer Einblick in den Alltag der DDR. Es zeigt das Leben so, wie es war: mit Anpassung und Widerstand, mit kleinen Freuden und großen Enttäuschungen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Schilderungen darüber, wie mit Menschen umgegangen wurde, die nicht ins System passten – oft still, oft verletzend, manchmal existenziell bedrohlich. Auch das berühmte „Wegloben“ bekommt hier ein sehr menschliches Gesicht.

Während der Lektüre fragte ich mich immer wieder, woher der Autor all diese Details kennt. Die Antwort ergibt sich ganz selbstverständlich: durch lebenslanges Tagebuchschreiben, sorgfältig bewahrte Briefe und vor allem durch persönliche Gespräche mit allen Familienmitgliedern. Diese Interviews verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe und Echtheit – man hat nie das Gefühl, nur Fakten zu lesen, sondern Stimmen zu hören.
Am Ende bleibt der Eindruck, dass dieses Werk weit über eine Familiengeschichte hinausgeht. Es ist ein ehrlicher, berührender und manchmal schmerzhafter Blick auf das Leben einer großen Familie in der DDR und darüber hinaus. Ein Buch, das zeigt, wie Geschichte das Leben von Menschen formt – und wie Menschen dennoch versuchen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Gerade für Leserinnen und Leser, die das Leben in der DDR nicht selbst erlebt haben, ist dieses Buch von unschätzbarem Wert. Hier schreibt jemand, der nicht nur recherchiert hat, sondern selbst Teil dieser Geschichte ist.

Von mir gibt es dafür uneingeschränkt und aus tiefster Überzeugung fünf Lesesterne ⭐⭐⭐⭐⭐.

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