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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2018

Bewegend

Ein unvergänglicher Sommer
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Endlich wieder ein starkes bewegendes Buch von Isabel Allende. Mit einem eher melancholischen Erzählstil wird hier die Geschichte von drei völlig unterschiedlichen Menschen erzählt die das Schicksal an ...

Endlich wieder ein starkes bewegendes Buch von Isabel Allende. Mit einem eher melancholischen Erzählstil wird hier die Geschichte von drei völlig unterschiedlichen Menschen erzählt die das Schicksal an einem kalten Wintertag in Brooklyn zusammenführt.

Der ältere Professor Richard der alleine in einem großen Haus in Brooklyn wohnt hat eher eine Zweckgemeinschaft mit seinen vier Katzen. Doch als eine davon vergiftet in der Wohnung liegt, fährt er mit ihr im schlimmsten Wintersturm seit Jahren zum Tierarzt. Auf dem Rückweg fährt er einen Wagen an. Kein Problem denkt er, und gibt der verschüchterten jungen Frau seine Karte. Derweil hadert die Gastdozentin Lucia aus Chile im Souterrain des Hauses mit ihrem Schicksal das sie zu Richard nach Brooklyn führte und mit der Kälte in dem Kellerloch.
Am Abend taucht die junge Frau bei Richard auf. Da diese nichts redet beschließt er Lucia zu rufen die spanisch mit der jungen Frau redet. Evelyn, Kindermädchen aus Guatemala lebt ohne Papiere bei einer Familie wo sie sich um den behinderten Sohn kümmert.
Sie hat den Wagen des Familienvaters genommen um Besorgungen zu machen und dabei eine Leiche im Kofferraum gefunden. Zu dritt schmieden sie einen tollkühnen Plan. Der Wagen und die Leiche müssen verschwinden.

In den einzelnen Kapiteln wird dabei die Lebensgeschichte der drei unterschiedlichen Personen erzählt. Der Schreibstil ist wie gewohnt von Isabel Allende ausschweifend und leicht melancholisch.
Bei diesen heißen Temperaturen durch die Beschreibung des Schneesturms in New York eine willkommene Abwechslung.

Veröffentlicht am 18.04.2026

Gegen das Vergessen

Unter dem Strand
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Die gescheiterte Autorin Cay hält sich jetzt als Journalistin mit Artikeln für das Süseler Tageblatt mühsam über Wasser. Jetzt reist sie in die Lübecker Bucht wo sich der 80 Jahrestag des Untergangs der ...

Die gescheiterte Autorin Cay hält sich jetzt als Journalistin mit Artikeln für das Süseler Tageblatt mühsam über Wasser. Jetzt reist sie in die Lübecker Bucht wo sich der 80 Jahrestag des Untergangs der Cap Arcona jährt. Als sie dort auf eine Leiche stößt die dort nicht schon seit 80 Jahren liegt, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln.
In einem 2. Erzählstrang geht es um den Juden Leon der 1945 im KZ Neuengamme ist und kurz vor Kriegsende auf ein Schiff kommt.

Die Person Cay ist schwer zu greifen, einerseits wirkt sie schwach durch private Schicksalsschläge auf der anderen Seite auch stark mit ihren Handlungen. Die Erlebnisse von Leon im KZ sind stellenweise sehr grausam. In diesem Buch wird die Gegenwart mit den Erlebnissen der Vergangenheit verwebt.

Das Buch hat jedoch viele Längen und die Autorin verliert sich oft in zu viele Nebensächlichkeiten. Der Schreibstil macht es nicht leicht dieses Buch zu greifen und ich habe mir sehr schwer getan.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Wer lügt hier

Liars all around me
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In einer Highschool einer Kleinstadt an der amerikanischen Ostküste treffen Avery, Tochter der Bürgermeisterin und 1er Schülerin auf den Bad Boy der Schule, Ryle der keine Anstalten unternimmt seinen schlechten ...

In einer Highschool einer Kleinstadt an der amerikanischen Ostküste treffen Avery, Tochter der Bürgermeisterin und 1er Schülerin auf den Bad Boy der Schule, Ryle der keine Anstalten unternimmt seinen schlechten Ruf einzudämmen. Avery möchte eine Waffe, die Ryle ihr besorgen soll. Wenige Tage später wird ihre Erzrivalin, eine beliebte Schülerin und ebenfalls 1er Kandidatin tot in der Nähe des Leuchttums aufgefunden. Die Trauer ist groß, obwohl ein Selbstmord nicht ausgeschlossen werden kann, wird Ryle hellhörig und stellt Avery zur Rede. Gemeinsam mit Averys ältester Freundin arrangieren sie sich und versuchen gemeinsam den Mörder zu finden.

Die unterschiedlichen Hintergründe der Jugendlichen kommen dabei gut rüber, auf der einen Seite die priveligierte Schülerin Avery deren Eltern hohe Erwartungen an sie haben, sie jedoch nicht als Kind, dass sie auch mit ihren 17 Jahren noch ist, in den Arm zu nehmen. Trost findet sie in ihrer alten Nanny die die Jahre als Haushälterin bei ihnen geblieben ist. Auf der anderen Seite Ryle, der mit seinem Vater und seinem jüngeren Bruder in einer engen Hütte lebt und froh ist jeden Job anzunehmen um etwas Geld zu verdienen.

Der Schreibstil ist angenehm und das Buch lässt sich schnell lesen. Die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen den Jugendlichen ist jedoch teilweise etwas langatmig. Bis zum Ende bleibt offen, wer Sheila auf dem Gewissen hat. Fest steht, eine Menge Leute hatten allen Grund Sheila zu hassen.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Braucht etwas Zeit

Das Signal
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Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und weiß sofort, irgend etwas ist anders. Bei einem Deckenabsturz im Keller hat sie ein Bein verloren. Ein gemeinsames Eheleben mit ihrem Mann Adam im ersten Stock ...

Viola Decker wacht im Krankenhaus auf und weiß sofort, irgend etwas ist anders. Bei einem Deckenabsturz im Keller hat sie ein Bein verloren. Ein gemeinsames Eheleben mit ihrem Mann Adam im ersten Stock daher für sie unerreichbar. Sie bezieht ein Gästezimmer im Erdgeschoß und muss akzeptieren, dass ihr Mann eine Pflegerin für sie engagiert. Der unfreundliche Empfang durch die Pflegekraft nach den Wochen im Krankenhaus lassen böses ahnen denn sowohl die Pflegerin als auch ihr Ehemann versuchen ihr jegliche eigenständige Mobilität zu nehmen. Die Freundinnen wurden durch eine WhattsApp Gruppe abgehalten sie zu besuchen und setzen sich doch darüber hinweg. In ihrer Einsamkeit stößt Viola auf Tracker die sie kurzerhand bestellt und steckt ihrem Mann heimlich einen zu um so zu erfahren was er so den ganzen Tag treibt. Und siehe da, sein Verhalten passt nicht zu den Schilderungen er habe den ganzen Tag am Schreibtisch verbracht. Als sie dann noch bemerkt, dass ihr Zimmer durchsucht wurde ist sie alarmiert.

Über weite Teile ist das Buch eine Schilderung des eingeschränkten Lebens in dem abgelegenen nur teilweise renoviertem Haus und den Aktivitäten des Mannes dessen Lügen sie mit Hilfe der Tracker aufspürt. Erst zum Ende hin als der Leser mehr in die Vergangenheit von Viola Decker eintaucht wird das Buch superspannend und bis zum Ende hin kann man es dann kaum mehr aus der Hand legen.

Ich habe schon länger keine Bücher von Poznanski gelesen, aber dieses Buch hat mich am Ende doch gepackt.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Schwierige Beziehungen

Die Insel meiner Schwester
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Die Kunstlehrerin Mirjam wird nach 10 Jahren von ihrem Lebenspartner verlassen und leidet sehr. Da bekommt sie eine Einladung zum 40 Geburtstag ihrer Halbschwester auf eine schwedische Schäreninsel. Die ...

Die Kunstlehrerin Mirjam wird nach 10 Jahren von ihrem Lebenspartner verlassen und leidet sehr. Da bekommt sie eine Einladung zum 40 Geburtstag ihrer Halbschwester auf eine schwedische Schäreninsel. Die beiden haben sich erst mit 14 Jahren kennengelernt und später lange keinen Kontakt mehr. Nia lebt mit ihrem Mann auf der einsamen Insel auf den die beiden Mädchen früher unabhängig voneinander schöne Sommertage verlebt haben. Doch jetzt weht dort ein anderer Wind. Konrad, der Mann von Nia stellt sich als gewalttätig heraus der sie schon mehrfach geschlagen hat. Doch sie kommt nicht von ihm los. Als zu dem geplanten Mädelsabend dann doch der Ehemann einer Freundin mitkommt, beginnt die Stimmung zu kippen und es kommt zu einem dramatischen Show down.

Die mehrfachen Perspektiv Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit haben es mir nicht leicht gemacht einen Zugang zu dem Buch zu finden. Ein solch psychologisches Beziehungsdrama hätte ich nach dem Klappentext nicht erwartet. Das Cover jedoch, mit den Farben eines nahenden Sonnenuntergangs ist wunderschön.

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