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Veröffentlicht am 13.04.2026

"See you in the story past the story."

Bücher und Barbaren
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Handlung: Nachdem mir "Legends & Lattes" so gut gefallen hat und mich in die gemütlichen Fänge des Cozy Fantasy Genres gezogen hat, wanderten die anderen Bücher von Travis Baldree natürlich auch sofort ...

Handlung: Nachdem mir "Legends & Lattes" so gut gefallen hat und mich in die gemütlichen Fänge des Cozy Fantasy Genres gezogen hat, wanderten die anderen Bücher von Travis Baldree natürlich auch sofort auf meine Leseliste für 2026. "Bookshops & Bonedust" ist ein Prequel, das einige Jahre vor "Legends & Lattes" spielt und das man theoretisch unabhängig davon lesen kann. Leider hat sich mein Buddyread mit Sofia (yk, @sofiasworldofbooks) etwas gezogen (was total an unseren vollen Zeitplänen und weniger am Buch selbst lag), wodurch ich mich mit diesem Prequel etwas schwerer getan habe als mit "Legends & Lattes". Denn obwohl das Setting in der kleinen Küstenstadt und der Buchhandlung einfach hinreißend war und ich Viv schon so ans Herz geschlossen hatte, zog sich die sehr langsame Handlung Charme hin und her im Mittelteil etwas für mich. Dennoch habe ich das Lesen natürlich wieder sehr genossen. Denn der einfache, gemütliche Plot hält genügend Konflikte und Überraschungen bereit, strotz nur von Atmosphäre, süßem Humor und liebevollen Figuren, um über die knapp 330 Seiten am Ball bleiben zu wollen.

"Well,” breathed Fern, surveying the interior with both brows raised. “Fuck me.” Satchel drew back from her in alarm, and his eyes seemed to widen as the flames within them burned brighter. Viv leaned down near his skull and whispered, “It’s just a figure of speech, not a request."


Schreibstil:
Frischer Küstenwind, Freundschaft, staubige Bücher, Süßgebäck, zweite Chancen, neue Liebe und ein bestechendes Abenteuer mit wandelnden Toten - aus diesen Zutaten ist "Bookshops & Bonedust" gebaut und damit wieder der Inbegriff der aufregenden Gemütlichkeit. Dem Autor gelingt es erneut, in eine D&D-inspirierte Welt zu entführen und trotz minimalem Worldbuilding ein lebendiges Setting für seine Geschichte zu erschaffen. Dabei ist Travis Baldrees Erzählton wieder locker und herrlich alltäglich, was wunderbar zu der Geschichte passt und dafür sorgt, dass man sie am liebsten an einem Nachmittag lesen würde.

"See you in the story past the story."

Figuren:
Am besten gefallen haben mir wieder die Figuren, die sich auch hier in bester Found-Family-Manier im Verlauf der Geschichte um Viv scharen. Die Ork-Kriegerin selbst, habe ich schon in "Legends & Lattes" als ungewöhnliche Heldin, die mit ihrem imposanten Erscheinungsbild, ihrem weichen Herzen und ihrem Traum für einen Neuanfang überrascht und überzeugt, kennen und lieben gelernt. Hier sehen wir sie zu einem etwas früheren Zeitpunkt, als sie sich zwangsweise eine kurze Pause von ihrem Abenteurerleben nehmen muss. Ganz bereit das Schwert niederzulegen ist sie hier noch nicht, aber man merkt schon, dass sich in ihr langsam der Wunsch formt, sesshaft zu werden. Auch hier gibt es eine zarte Liebesgeschichte, die allerdings wieder stark im Hintergrund bleibt und in keiner Konkurrenz zum Hauptband steht. Neben Viv am besten gefallen haben mir die Buchhändlerin Fern und der Homunkulus Satchel, aber auch über das Wiedersehen mit Gallina habe ich mich sehr gefreut! So ging mir spätestens im Epilog mir das Herz weit auf!

"Because I’m headed down the hill, and you’re headed up it. I’m just glad we chanced to meet on the way."


Das Urteil


"Bookshops & Bonedust" ist genau wie "Legends & Lattes" eine gemütliche D&D-inspirierte Cozy-Fantasy Geschichte mit Found Family Trope und ungewöhnlicher Heldin! Wer den ersten Teil mochte, wird auch von diesem Prequel hin und weg sein!

Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein kurzweiliges Buch, das unterhält, inspiriert und neugierig macht.

Ein Ozean voll Fragen
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Ich habe "Ein Ozean voller Fragen" beim Stöbern auf Bookbeat gefunden und ganz spontan begonnen, auch wenn ich weder die Autorin, noch das vorgestellte Projekt kenne und vom Segeln nun wirklich gar keine ...

Ich habe "Ein Ozean voller Fragen" beim Stöbern auf Bookbeat gefunden und ganz spontan begonnen, auch wenn ich weder die Autorin, noch das vorgestellte Projekt kenne und vom Segeln nun wirklich gar keine Ahnung habe. Die Mischung aus autobiografischem Bericht, Reiseerzählung, persönlicher Reflexion und motivierenden Impulsen hat mir aber überraschend gut gefallen, sodass ich mich sehr gerne zusammen mit Leonie Maßmann auf ihre Weltreise von der Nordsee in die Karibik begeben habe.

Auf 255 Seiten schildert die Autorin, die gemeinsam mit ihrem Freund Thilo als @bluehorizon_exploration von ihrer Segel-Weltreise auf YouTube und Instagram berichtet, wie sie von der Idee bis zur Umsetzung, über viele Höhen, Tiefen und Hürden zu ihrem Traum eines eigenen kleinen Segelboots gekommen ist. Dabei vermischen sich Logbucheinträge mit einem lockeren Reisebericht und generellen Perspektiven darüber, was die Autorin auf ihrer Reise gelernt hat. Zwar wird durchaus chronologisch erzählt, es gibt aber viele Sprünge, Vorgriffe und einzelne Passagen der Reise werden schnell zusammengefasst. Man sollte also keinen lückenlosen Reisebericht erwarten. Immer wieder habe ich mich zwischendurch gefragt - ja und wie ging es dann weiter? was haben sie danach gemacht? -, doch wer genau wie ich neugierig geworden ist, muss für diese Antworten wohl den YouTube Kanal verfolgen. Stattdessen greift die Autorin die wichtigsten Meilensteine, Herausforderungen und prägende Ereignisse heraus und erzählt beispielsweise von wichtigen Begegnungen, Entscheidungen oder besonders gefährlichen Situationen.

Auch wenn ich diese Erzählung sehr genossen habe, hätte sie für meinen persönlichen Geschmack fast noch umfangreicher sein können - das spricht also wirklich für die Autorin, die mich mit ihrer Geschichte total abholen konnte. Auch der Ratgeberanteil hat mir überraschend gut gefallen. Natürlich ist er nicht so strukturiert oder theoriegebunden wie in einem klassischen Ratgeber und kann hinsichtlich inhaltlicher Tiefe nicht mit anderen mithalten. Dafür sind die Impulse zu den Themen Mut, Komfortzone, Entscheidungen, Zweifel und Intuition wunderbar authentisch und wirken umso ehrlicher und persönlicher.


Das Urteil

"Ein Ozean voller Fragen" ist ein kurzweiliges Buch, das unterhält, inspiriert und neugierig macht. Die Mischung aus Reisebericht, Autobiografie und Ratgeber weckt Fernweh, macht Lust auf Abenteuer und ermutigt dazu, die eigenen Lebensträume ernster zu nehmen und vielleicht ein kleines Stück mutiger zu verfolgen.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein kurzweiliges Buch, das unterhält, inspiriert und neugierig macht

Ein Ozean voll Fragen
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Ich habe "Ein Ozean voller Fragen" beim Stöbern auf Bookbeat gefunden und ganz spontan begonnen, auch wenn ich weder die Autorin, noch das vorgestellte Projekt kenne und vom Segeln nun wirklich gar keine ...

Ich habe "Ein Ozean voller Fragen" beim Stöbern auf Bookbeat gefunden und ganz spontan begonnen, auch wenn ich weder die Autorin, noch das vorgestellte Projekt kenne und vom Segeln nun wirklich gar keine Ahnung habe. Die Mischung aus autobiografischem Bericht, Reiseerzählung, persönlicher Reflexion und motivierenden Impulsen hat mir aber überraschend gut gefallen, sodass ich mich sehr gerne zusammen mit Leonie Maßmann auf ihre Weltreise von der Nordsee in die Karibik begeben habe.

Auf 255 Seiten schildert die Autorin, die gemeinsam mit ihrem Freund Thilo als @bluehorizon_exploration von ihrer Segel-Weltreise auf YouTube und Instagram berichtet, wie sie von der Idee bis zur Umsetzung, über viele Höhen, Tiefen und Hürden zu ihrem Traum eines eigenen kleinen Segelboots gekommen ist. Dabei vermischen sich Logbucheinträge mit einem lockeren Reisebericht und generellen Perspektiven darüber, was die Autorin auf ihrer Reise gelernt hat. Zwar wird durchaus chronologisch erzählt, es gibt aber viele Sprünge, Vorgriffe und einzelne Passagen der Reise werden schnell zusammengefasst. Man sollte also keinen lückenlosen Reisebericht erwarten. Immer wieder habe ich mich zwischendurch gefragt - ja und wie ging es dann weiter? was haben sie danach gemacht? -, doch wer genau wie ich neugierig geworden ist, muss für diese Antworten wohl den YouTube Kanal verfolgen. Stattdessen greift die Autorin die wichtigsten Meilensteine, Herausforderungen und prägende Ereignisse heraus und erzählt beispielsweise von wichtigen Begegnungen, Entscheidungen oder besonders gefährlichen Situationen.

Auch wenn ich diese Erzählung sehr genossen habe, hätte sie für meinen persönlichen Geschmack fast noch umfangreicher sein können - das spricht also wirklich für die Autorin, die mich mit ihrer Geschichte total abholen konnte. Auch der Ratgeberanteil hat mir überraschend gut gefallen. Natürlich ist er nicht so strukturiert oder theoriegebunden wie in einem klassischen Ratgeber und kann hinsichtlich inhaltlicher Tiefe nicht mit anderen mithalten. Dafür sind die Impulse zu den Themen Mut, Komfortzone, Entscheidungen, Zweifel und Intuition wunderbar authentisch und wirken umso ehrlicher und persönlicher.


Das Urteil

"Ein Ozean voller Fragen" ist ein kurzweiliges Buch, das unterhält, inspiriert und neugierig macht. Die Mischung aus Reisebericht, Autobiografie und Ratgeber weckt Fernweh, macht Lust auf Abenteuer und ermutigt dazu, die eigenen Lebensträume ernster zu nehmen und vielleicht ein kleines Stück mutiger zu verfolgen.

Veröffentlicht am 19.03.2026

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."

Wenn Männer mir die Welt erklären
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In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, ...

In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, der Kernfamilie als Institution, Gewalt gegenüber Frauen, dem Kassandra-Syndrom und postkolonialen Machtverhältnissen. Ihr titelgebender Essay über Mainsplaining ist damit also nur der Einstieg in ein Buch, das ganz verschiedene Aspekte feministischer Theorie und Realität aufgreift. Die Autorin steigt tief in die Gräben feministischer Debatten hinab und legt eine Vielzahl von Ungleichheiten offen, mit denen Frauen nach wie vor konfrontiert sind.

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."


Besonders eindrücklich ist das Kapitel, das sich mit Zahlen und Fakten zu Gewalt gegen Frauen beschäftigt. Auch wenn sich viele Beispiele auf die USA beziehen, ist die dargestellte Realität erschreckend universell und wirkt weit über den konkreten Kontext hinaus. Was der Autorin ebenfalls sehr gut gelingt, ist das Sichtbarmachen subtiler Machtstrukturen. Sie zeigt, wie Unterdrückung sich als vermeintliche Ohnmacht, als „Natur der Dinge“, als gesellschaftliche Normalität tarnt und dadurch umso schwerer zu benennen ist. Dafür verbindet sie stilistisch Schärfe mit Witz und analytischer Klarheit. Die einzelnen Essays unterscheiden sich leicht im Ton, sind aber alle zugänglich geschrieben und als Einstieg in das Thema gut geeignet. Besonders im letzten Drittel, in dem sie den Bogen über kulturelle Narrative bis hin zu literarischen Bezügen, etwa zu Virginia Woolf, spannt, wird es aber gelegentlich etwas trocken. Nichtsdestotrotz entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl intellektuell anregt als auch emotional nachhallt.

"Wir sind entweder gemeinsam frei oder gemeinsam unfrei. Wer glaubt, er müsse gewinnen, dominieren, bestrafen und uneingeschränkt herrschen, ist mit Sicherheit alles andere als frei."


Bemerkenswert ist zudem, wie aktuell das Buch trotz seines Alters wirkt. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Veröffentlichung treffen viele Beobachtungen noch immer ins Schwarze. Eine traurige Bilanz der Entwicklungen der letzten Jahre! Rebecca Solnit zeigt also auch, dass Fortschritte im Feminismus keineswegs linear verlaufen und bereits Erkämpftes immer wieder infrage gestellt werden kann. Umso wichtiger ist der beharrliche Aufruf, jetzt nicht stehen zu bleiben, sich auf Veränderungen auszuruhen, sondern weiterzukämpfen!


Fazit


"Wenn Männer mir die Welt erklären" ist auch zehn Jahre nach Erscheinen ein wichtiges und leider nach wie vor hochaktuelles Buch. Rebecca Solnit gelingt es in neun Essays, komplexe feministische Themen klug, eindringlich und leicht greifbar zu machen – auch wenn einzelne Passagen dabei etwas trocken ausfallen.

Veröffentlicht am 19.03.2026

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."

Wenn Männer mir die Welt erklären
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In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, ...

In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, der Kernfamilie als Institution, Gewalt gegenüber Frauen, dem Kassandra-Syndrom und postkolonialen Machtverhältnissen. Ihr titelgebender Essay über Mainsplaining ist damit also nur der Einstieg in ein Buch, das ganz verschiedene Aspekte feministischer Theorie und Realität aufgreift. Die Autorin steigt tief in die Gräben feministischer Debatten hinab und legt eine Vielzahl von Ungleichheiten offen, mit denen Frauen nach wie vor konfrontiert sind.

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."


Besonders eindrücklich ist das Kapitel, das sich mit Zahlen und Fakten zu Gewalt gegen Frauen beschäftigt. Auch wenn sich viele Beispiele auf die USA beziehen, ist die dargestellte Realität erschreckend universell und wirkt weit über den konkreten Kontext hinaus. Was der Autorin ebenfalls sehr gut gelingt, ist das Sichtbarmachen subtiler Machtstrukturen. Sie zeigt, wie Unterdrückung sich als vermeintliche Ohnmacht, als „Natur der Dinge“, als gesellschaftliche Normalität tarnt und dadurch umso schwerer zu benennen ist. Dafür verbindet sie stilistisch Schärfe mit Witz und analytischer Klarheit. Die einzelnen Essays unterscheiden sich leicht im Ton, sind aber alle zugänglich geschrieben und als Einstieg in das Thema gut geeignet. Besonders im letzten Drittel, in dem sie den Bogen über kulturelle Narrative bis hin zu literarischen Bezügen, etwa zu Virginia Woolf, spannt, wird es aber gelegentlich etwas trocken. Nichtsdestotrotz entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl intellektuell anregt als auch emotional nachhallt.

"Wir sind entweder gemeinsam frei oder gemeinsam unfrei. Wer glaubt, er müsse gewinnen, dominieren, bestrafen und uneingeschränkt herrschen, ist mit Sicherheit alles andere als frei."


Bemerkenswert ist zudem, wie aktuell das Buch trotz seines Alters wirkt. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Veröffentlichung treffen viele Beobachtungen noch immer ins Schwarze. Eine traurige Bilanz der Entwicklungen der letzten Jahre! Rebecca Solnit zeigt also auch, dass Fortschritte im Feminismus keineswegs linear verlaufen und bereits Erkämpftes immer wieder infrage gestellt werden kann. Umso wichtiger ist der beharrliche Aufruf, jetzt nicht stehen zu bleiben, sich auf Veränderungen auszuruhen, sondern weiterzukämpfen!


Fazit


"Wenn Männer mir die Welt erklären" ist auch zehn Jahre nach Erscheinen ein wichtiges und leider nach wie vor hochaktuelles Buch. Rebecca Solnit gelingt es in neun Essays, komplexe feministische Themen klug, eindringlich und leicht greifbar zu machen – auch wenn einzelne Passagen dabei etwas trocken ausfallen.