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Veröffentlicht am 07.04.2026

Großartige Unterhaltung!

Das Signal
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Viola kommt im Krankenhaus zu sich, anscheinend ist sie im heimischen Weinkeller verunglückt, ihr linker Unterschenkel musste amputiert werden. Zurück zu Hause hilft ihr eine von ihrem Mann Adam engagierte ...

Viola kommt im Krankenhaus zu sich, anscheinend ist sie im heimischen Weinkeller verunglückt, ihr linker Unterschenkel musste amputiert werden. Zurück zu Hause hilft ihr eine von ihrem Mann Adam engagierte Pflegekraft bei den täglichen Aufgaben, die unfreundliche Frau erweist sich bald als eine regelrechte Plage. Und auch Adam benimmt sich seltsam, flüchtet permanent aus dem Haus, erfindet Ausreden, um nicht mit Viola zusammensein zu müssen. Als Dinge verschwinden, stattet Viola diese mit Trackern aus, auch ihrem Mann verpasst sie welche, und bald muss sie feststellen, dass Adam sie belügt. Ans Haus gefesselt versucht sie herauszufinden, was vor sich geht, denn sie hat einen furchtbaren Verdacht.

»Jeder läuft mit Geheimnissen durchs Leben. In meinem Fall ist es nur ein einziges, und - zugegeben - es ist nicht klein. Aber es ist nur diese eine Sache, die ich vor Adam und der Welt verheimliche.« (Seite 187)

Eine unzuverlässige Ich-Erzählerin, ein Unglück, Geheimnisse, Lügen und ein Handicap, das klingt nach einer aufregenden Mischung und das war es auch. Obwohl sich die Handlung aufgrund der erlittenen Verletzung von Viola überwiegend in ihrem Zuhause abspielt, schafft es die Autorin trotzdem einen ganzen Film in meinem Kopf stattfinden zu lassen. Mit einer raffinierten Hauptfigur, gefesselt an den Rollstuhl, die Krücken oder einfach nur ans Bett, erschafft Ursula Poznanski eine Atmosphäre, die mich förmlich durch die Seiten fliegen lässt. Kleine Andeutungen garnieren die Handlung, manche Wendung ist wie eine geschmackvolle Würze und die Auflösung das sehnsüchtig erwartete Dessert. Das Ende ist mehr als genial und ich traurig darüber, dass ich fertig bin.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Spiel um dein Leben

Darkly
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Die siebzehnjährige Dia bekommt einen der sieben begehrten Praktikumsplätze bei der Louisiana Veda Stiftung in London. Die geniale Entwicklerin der Darkly-Spiele, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben ...

Die siebzehnjährige Dia bekommt einen der sieben begehrten Praktikumsplätze bei der Louisiana Veda Stiftung in London. Die geniale Entwicklerin der Darkly-Spiele, die mittlerweile Kultstatus erreicht haben und deren Prototypen für Millionen von Dollar gehandelt werden, ist seit Jahren tot, dennoch bleibt die Begeisterung für ihre Spiele ungebrochen. Nach der Ankunft in London werden die Jugendlichen auf eine abgelegene Insel gebracht, wo sie sich in einem Darkly-Spiel auf Leben und Tod wiederfinden. Nur wer es schafft, die Rätsel zu knacken, kommt weiter oder findet ein ungewisses Ende. Die Zeit läuft.

»Darklys sind kein Übel. Aber sie enthalten Übles. In den Spielen wimmelt es von Mörderinnen und Folterknechten, Entführerinnen und Kobolden, und viele von ihnen wirken auf den ersten Blick vertrauenswürdig und harmlos.« (Seite 146)

Nach »Die amerikanische Nacht« und »Niemandsland« ist dies meine dritte Begegnung mit Marisha Pessl und meine Begeisterung für ihre Geschichten bleibt ungebrochen, genauso wie dies im Buch für die Werke der genialen und mysteriösen Louisiana Veda gilt. Wie schon im zuerst genannten Buch wird auch diese Geschichte unterbrochen durch Zeitungsartikel, Briefe, Fotos und Notizen, die auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn ergeben, letztendlich aber zum Gesamtbild gehören und zur Lösung beitragen. Und diese hat es in sich, denn nach einem Höllenritt durch das letzte Werk der Spielentwicklerin habe ich das Gefühl, selbst einem Fiebertraum erlegen zu sein.

Der vorliegende Roman ist kein reißerisches Werk, die Suche nach Antworten nimmt nur langsam an Fahrt auf, aber dies ist notwendig, um eine Atmosphäre aufzubauen, die durch das Buch trägt. Ich hätte sehr gerne noch mehr Zeit mit Dia verbracht, gebe mich aber auch zufrieden damit, viele spannende Lesestunden geschenkt bekommen zu haben. Für mich ein weiteres Meisterwerk aus der Feder der großartigen Autorin.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ffions dritter Fall

Die Toten der anderen
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Eine Immobilienmaklerin wird tot aufgefunden, sie treibt in einem Kajak auf einem walisischen See. Detective Constable Ffion Morgan geht von Mord aus. Im englischen Cheshire hat Detective Sergeant Leo ...

Eine Immobilienmaklerin wird tot aufgefunden, sie treibt in einem Kajak auf einem walisischen See. Detective Constable Ffion Morgan geht von Mord aus. Im englischen Cheshire hat Detective Sergeant Leo Brady ebenfalls viel zu tun, eine Einbruchsserie erschüttert das noble Viertel The Hill. Im Laufe der Ermittlung ergeben sich plötzlich Parallelen zwischen den Fällen und bald ist klar, dass diese zusammenhängen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Teil der großartigen Reihe mit Ffion Morgan und Leo Brady. Man muss die vorherigen Bücher nicht zwingend gelesen haben, allerdings würde ich dies, zumindest was den ersten Band betrifft, empfehlen, denn das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten sowie deren persönliche Situation und Entwicklung sind maßgeblich für das bessere Verständnis ihrer Beziehung untereinander sowie der zu anderen Beteiligten. Wer dies nicht möchte: Die wichtigsten Aspekte werden am Rande in diesem Buch wiederholt und erklärt, sodass es keine Probleme geben dürfte, die Zusammenhänge zu verstehen.

Nach einem phänomenalen ersten Teil und einer etwas schwächeren Fortsetzung war ich gespannt, wie es mit Ffion und Leo weitergeht. Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht, der aktuelle Kriminalroman war genau nach meinem Geschmack. Der ermittlungstechnische Anteil ist diesmal deutlich geringer, die Geschichte mehr Roman als Krimi, aber dies hat meinen Lesegenuss nicht geschmälert, eher im Gegenteil! Ein bisschen True Crime, ein wenig Drama, eine große Prise Desperate Housewives und fertig ist eine Geschichte, die, zumindest für mich, keine Wünsche offen ließ. Ich habe mich köstlich amüsiert, wäre bereit für ein weiteres Treffen mit den beiden Akteuren und freue mich drauf.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Spannung pur!

Dorn. Ruf der Toten
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Simon Dorn, Ex-Kriminalpsychologe beim Bundeskriminalamt in Wien, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert und beauftragt. Trotz seines unguten Gefühls nimmt er den Auftrag an, ...

Simon Dorn, Ex-Kriminalpsychologe beim Bundeskriminalamt in Wien, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert und beauftragt. Trotz seines unguten Gefühls nimmt er den Auftrag an, der Kontakt bricht allerdings kurz darauf ab. Dorn bittet Lea Wagner, nach der Frau zu schauen, die diese jedoch nur noch leblos vorfindet; sie ist verdurstet, allerdings bereits Wochen zuvor. Dorn sieht Parallelen zu einem alten Fall und beginnt zusammen mit Wagner weiterzugraben. Derweil läuft einem weiteren Opfer die Zeit davon.

»Meine Anweisungen lauten, deinen Tod abzuwarten. Aber wenn ich deinen Platz einnehme - wenn ich du bin -, dann darf ich nicht zulassen, dass du stirbst. Ich muss eingreifen. Jetzt.« (Seite 304)

Vor über einem Jahr durfte ich den Reihenauftakt der neuen Buchserie von Jan Beck lesen und hatte einiges kritisiert. Unter anderem störte mich, dass es fast die Hälfte des Buches gedauert hat, bis die Story mich mitgerissen hat. Natürlich war einer der Gründe dafür darin zu finden, dass es der Beginn einer Buchreihe war, sodass die einzelnen Charaktere vorzustellen waren. Dennoch ging es mir damals nicht schnell genug. Dies ist hier, im vorliegenden zweiten Band, anders, denn fast sofort ist man drin in der Geschichte und ab da gibt es wenige Stellen im Buch, die Platz zum verschnaufen lassen. Schlag auf Schlag wechselt die Perspektive, faszinierende Komponenten hinsichtlich der KI kommen hinzu, im privaten Bereich gibt es Ärger und auch der Fall selbst entwickelt sich anders, als ich dachte. Nach dem Fall ist vor dem Fall, sodass ich bereits auf den letzten Seiten ahne, dass etwas Großes auf uns zukommen. Ich freue mich unbändig darauf!

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Einfach meisterlich!

The Final Score
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»Zu behaupten, Don Winslows Stimme sei einzigartig, wird ihm nicht gerecht. Don lässt sich, anders als die meisten, die wir uns in diesem Gewerbe tummeln, nicht auf eine Stimme, einen Stil, einen Ton, ...

»Zu behaupten, Don Winslows Stimme sei einzigartig, wird ihm nicht gerecht. Don lässt sich, anders als die meisten, die wir uns in diesem Gewerbe tummeln, nicht auf eine Stimme, einen Stil, einen Ton, eine Zeit, ein Genre, oder Subgenre beschränken. Don ist ein Chamäleon im bestmöglichen Sinne.« (Vorwort von Reed Farrel Coleman, Seite 11)

Eine bessere Zusammenfassung als das Vorwort des Schriftstellers Reed Farrel Coleman hätte ich mir nicht wünschen dürfen, dieses ist ein einziges Loblied auf den außergewöhnlichen Autor Don Winslow, der sich tatsächlich in keine feste Kategorie eingrenzen lässt. Zum Glück, wie ich sagen muss, denn so schafft er es seit vielen Jahren, mich immer wieder zu überraschen, obwohl ich nach so langer Zeit eigentlich wissen müsste, was mich erwartet. Fast zwei Jahre musste ich auf ein neues Buch warten, aber diese Wartezeit hat sich gelohnt, denn auch mit den sechs im Band enthaltenen Geschichten konnte mich Don Winslow regelrecht entzücken. Jede Story entführte mich in eine eigene Welt, in die ich eintauchen, die ich erleben und spüren durfte, als wäre ich mittendrin. Müsste ich mich für eine davon entscheiden, so könnte ich das nicht, denn jede davon war anders, einmalig und so perfekt, dass sie alle zu meinen Favoriten zählen. Ich verneige mich vor so viel Genialität!

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