Großartige Unterhaltung!
Das SignalViola kommt im Krankenhaus zu sich, anscheinend ist sie im heimischen Weinkeller verunglückt, ihr linker Unterschenkel musste amputiert werden. Zurück zu Hause hilft ihr eine von ihrem Mann Adam engagierte ...
Viola kommt im Krankenhaus zu sich, anscheinend ist sie im heimischen Weinkeller verunglückt, ihr linker Unterschenkel musste amputiert werden. Zurück zu Hause hilft ihr eine von ihrem Mann Adam engagierte Pflegekraft bei den täglichen Aufgaben, die unfreundliche Frau erweist sich bald als eine regelrechte Plage. Und auch Adam benimmt sich seltsam, flüchtet permanent aus dem Haus, erfindet Ausreden, um nicht mit Viola zusammensein zu müssen. Als Dinge verschwinden, stattet Viola diese mit Trackern aus, auch ihrem Mann verpasst sie welche, und bald muss sie feststellen, dass Adam sie belügt. Ans Haus gefesselt versucht sie herauszufinden, was vor sich geht, denn sie hat einen furchtbaren Verdacht.
»Jeder läuft mit Geheimnissen durchs Leben. In meinem Fall ist es nur ein einziges, und - zugegeben - es ist nicht klein. Aber es ist nur diese eine Sache, die ich vor Adam und der Welt verheimliche.« (Seite 187)
Eine unzuverlässige Ich-Erzählerin, ein Unglück, Geheimnisse, Lügen und ein Handicap, das klingt nach einer aufregenden Mischung und das war es auch. Obwohl sich die Handlung aufgrund der erlittenen Verletzung von Viola überwiegend in ihrem Zuhause abspielt, schafft es die Autorin trotzdem einen ganzen Film in meinem Kopf stattfinden zu lassen. Mit einer raffinierten Hauptfigur, gefesselt an den Rollstuhl, die Krücken oder einfach nur ans Bett, erschafft Ursula Poznanski eine Atmosphäre, die mich förmlich durch die Seiten fliegen lässt. Kleine Andeutungen garnieren die Handlung, manche Wendung ist wie eine geschmackvolle Würze und die Auflösung das sehnsüchtig erwartete Dessert. Das Ende ist mehr als genial und ich traurig darüber, dass ich fertig bin.