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Veröffentlicht am 20.03.2026

Beklemmend, stark erzählt, wendungsreich

Voices. Ich kann euch hören
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Drei Jahre sind vergangen, seit ein unklarer Autounfall Tamsin Shaws Realität in nebulöse Dunkelheit hüllte und sie in einen hilflosen Zustand der Abhängigkeit versetzte.
Bewegungsunfähig und gezwungen, ...

Drei Jahre sind vergangen, seit ein unklarer Autounfall Tamsin Shaws Realität in nebulöse Dunkelheit hüllte und sie in einen hilflosen Zustand der Abhängigkeit versetzte.
Bewegungsunfähig und gezwungen, schlicht zu erdulden, wartet die „Koma“patientin darauf, dass ihr Körper endlich ihrem Geist folgt. Denn dieser ist längst wieder aktiv, analysiert die BesucherInnen und versucht bisher vergeblich, sich an die letzten Stunden ihres „alten Lebens“ zu erinnern. Denn als erfahrene und erfolgreiche Psychologin weiß Tamsin, dass manche Erinnerungen so traumatisch sind, dass das Gehirn sie unter allen Umständen verschlossen hält. Dabei sind es gerade diese fehlenden Teile, die ihr das Aufwachen verwehren.

Als ihr Ehemann kurz vor ihrem 40. Geburtstag die Entscheidung trifft, sie aus diesem Zustand zu erlösen, läuft Tamsin die Zeit weg. Wenn sie jetzt aufgibt, wird sie ihrer Tochter niemals ins Gesicht blicken können …



Natalie Chandler wirft uns in „𝐕𝐨𝐢𝐜𝐞𝐬 – 𝐈𝐜𝐡 𝐤𝐚𝐧𝐧 𝐞𝐮𝐜𝐡 𝐡𝐨𝐞𝐫𝐞𝐧“ in ein angsterfülltes, beklemmendes Szenario: ausgeliefert und bedürftig, jeglicher Chance beraubt, zu kommunizieren, zuzustimmen oder abzulehnen.

Durch Tamsin und Jamie – im Jetzt und im Davor – verfolgen wir das Geschehen, welches stetig auswegloser, endgültiger zu sein scheint. Dank dieser Erzählweise bekommen die LeserInnen die Möglichkeit, die beiden als Paar und als individuelle Persönlichkeiten kennenzulernen, Einblicke in ihre Leben und Gedanken, aber auch in ihr Umfeld und die bestehenden Konflikte zu erhaschen. Seit dem Unfall hat sich Jamies Situation in eine Richtung entwickelt, die nicht nur ihm Schuld und Angst abverlangt. Ihn vielleicht sogar in einen Zustand aus Resignation und perfider Vorfreude versetzt …

Chandler versteht es, mit ihrem gewählten Aufbau zum Miträtseln zu animieren, gibt uns die Autorin doch nach und nach Bruchstücke und Fragmente, die es zusammenzusetzen gilt. Sowohl das Bild, welches uns letztlich empfängt, als auch der hürdenreiche Weg dorthin waren überraschend und berührend. Verursachen Gänsehaut.


„𝗜𝗰𝗵 𝗵𝗮𝘁𝘁𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵 𝗱𝗮𝗳𝘂𝗲𝗿 𝗲𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱𝗲𝗻, 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗧𝗲𝘂𝗳𝗲𝗹 𝘇𝘂 𝘀𝗽𝗶𝗲𝗹𝗲𝗻, 𝘂𝗻𝗱 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝘄𝗮𝗿 𝗲𝗿 𝗴𝗲𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻, 𝘂𝗺 𝘇𝘂𝗺 𝗳𝗶𝗻𝗮𝗹𝗲𝗻 𝗧𝗮𝗻𝘇 𝘇𝘂 𝗯𝗶𝘁𝘁𝗲𝗻.“


Tamsin lässt uns in der Gegenwart an ihren Überlegungen und ihren „Beobachtungen“, heißt dem, was ihr ihre überschaubaren BesucherInnen erzählen sowie durch Verhalten und Stimmung aussagen, teilhaben. Erinnerungen an ihren vorherigen Alltag und ihren Job geben der Storyline – neben den detailreichen Rückblenden – greifbare Informationen und weitere Mysterien, denn vor allem ihr letzter „Patient“ findet immer wieder einen Weg in Tamsins Gedanken – und in ihr Zimmer … Der Druck, den Jamies Entscheidung, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden, auslöst, treibt nicht nur Tamsins Verzweiflung, ihre Panik und Trauer in die Höhe, sondern auch das Tempo der Handlung, während parallel die Spannung steigt.

In „Voices“ zeichnet #NatalieChandler ein authentisch wirkendes, nicht minder bedrückendes Bild von Menschen, die in einem Halbleben – hier ,Syndrom reaktionsloser Wachheit' – gefangen sind, und schafft es, den Ablauf in einer Rehaklinik und die Verantwortung der PflegerInnen hintergründig einzufangen. Mit Lucia, Jamie und Elise, Dan, Milena und Richard Mandeville begrenzt sich die Anzahl der relevanten Figuren auf ein gutes Maß, sodass der Verlauf trotz Wirrungen, Twists und der Zeitwechsel verständlich bleibt. Stilistisch schwingt durchgängig eine Distanz mit, nur selten wird die pragmatische Nüchternheit von Emotionen durchbrochen und doch reicht die Ausgangslage, um von eigenen Gefühlen übermannt zu werden. Dass die Autorin zusätzlich gewichtige Themen aufgreift, Verrat, Lügen und grenzenlose Mutterliebe mit psychologischer Analyse verknüpft, lose Fäden gekonnt verbindet und Tamsins Geschichte zu einem durchdachten Ende führt, macht „Voices – Ich kann euch hören“ zu einem unblutigen, fesselnden und gewissermaßen faszinierenden Psychothriller.


»𝗨𝗻𝗱 𝗶𝗰𝗵 𝗵𝗮𝗯𝗲 𝗶𝗵𝗿 𝘃𝗲𝗿𝘀𝗽𝗿𝗼𝗰𝗵𝗲𝗻, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗻𝗶𝗲𝗺𝗮𝗻𝗱 𝗷𝗲 𝗲𝗿𝗳𝗮𝗵𝗿𝗲𝗻 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲, 𝘄𝗮𝘀 𝗶𝗵𝗿 𝘇𝘂𝗴𝗲𝘀𝘁𝗼ß𝗲𝗻 𝗶𝘀𝘁 (…) 𝘄𝗲𝗶𝗹 𝘀𝗶𝗲 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝘀𝗼 𝗱𝗮𝗳𝘂𝗲𝗿 𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗮𝗲𝗺𝘁 𝗵𝗮𝘁 (…).«

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Veröffentlicht am 16.02.2026

»Du bist das Beste auf dieser ganzen verdammten Welt.«

Two Can Play – Die spielerische Weiterentwicklung von Liebe
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„Two can play – Die spielerische Weiterentwicklung der Liebe“ ist die neue New Adult Romance von Ali Hazelwood und mit knapp 250 Seiten eine flott zu lesende Geschichte, die uns in eine winterliche Berghütte ...

„Two can play – Die spielerische Weiterentwicklung der Liebe“ ist die neue New Adult Romance von Ali Hazelwood und mit knapp 250 Seiten eine flott zu lesende Geschichte, die uns in eine winterliche Berghütte und mitten hinein in allerhand angestauten Frust führt.

Viola Bowen und ihre KollegInnen sind überhaupt nicht begeistert davon, ein paar Tage mit ihren verhassten KonkurrentInnen verbringen zu müssen – eingepfercht und eingeschneit in einem Ski-Retreat. Denn nur wenn sich die Teams zusammenraufen und ihre Kleinkriege beiseiteschieben, haben die Studios die Möglichkeit, den Zuschlag für einen großen Deal – die Entwicklung des Videospiels zu Limerick 3 – zu erhalten. Da dafür eine gewisse Kompatibilität erforderlich ist, heißt es nun für die Crews von Nephilim und FlyButter: Augen zu und durch.

Obgleich die Fronten zwischen den „Lagern“ sichtbar verhärtet sind, hat Bowen lediglich ein Problem: Jesse Andrews.
Jede Begegnung nach ihrer ersten war seinerseits von Distanz, subtilem Desinteresse und offensichtlicher Abweisung, vielleicht sogar Ekel, geprägt. Und Viola weiß einfach nicht, warum. Jetzt – Zimmer an Zimmer – seiner Kälte ausgesetzt zu sein, hört sich wie ein Alptraum an. In naher Zukunft – sollte das Teambuilding wider Erwarten unbeschadet vonstattengehen – intensiv mit Jesse an der Entwicklung eines Spiels zu jenen Büchern, die Viola so unglaublich viel bedeuten, zu arbeiten, klingt aktuell fast unmöglich. Doch die ambitionierte Lead-Designerin ist nicht gewillt, sich diese Chance durch irgendwelche unerklärlichen Befindlichkeiten ihres Kontrahenten/Kollegen entgehen zu lassen!
Zwischen bemühter Professionalität, Ski-Versuchen und heißer Schokolade, während im Retreat die Sticheleien und Provokationen nur so fliegen, offenbart dieser Kurztrip etwas, das nicht nur tragisch ist …

Wie für Hazelwood typisch waren sowohl die Idee der Geschichte als auch der Stil authentischer und humorvoller Natur. In einem trockenen Tonfall, in mit Sarkasmus unterlegten, bildreichen Worten verfolgen wir die Handlung aus Bowens Perspektive. Auf diese Art erfahren wir einige Details über sie, ihre Familie, die weder etwas von ihrer Berufswahl noch von ihren Entscheidungen hält, und ihre Verbindung zu der Buchserie, die übrigens wirklich nach einer klingt, die ich sofort lesen würde. Auch wie sich Viola und Jesse vor sieben Jahren kennengelernt haben und wie sich das eine oder andere Zusammentreffen seitdem gestaltete, wird eingebunden. Da wir nur Teil von Violas Sicht sind, wird ihr ehemaliger Crush bewusst in ein schlechtes Licht gerückt. Dies heizt die Frage, was hinter Jesses Verhalten steckt, zusätzlich an …

Viel zu schnell vergeht die Story, und trotz der Kürze ist es der Autorin gelungen, ihre Protagonistin mit Tiefe zu zeichnen. Viola, die Jüngste von fünf Geschwistern, liebt die Stille ihrer kleinen Wohnung, macht sich nicht allzu viel aus Partys oder Gesellschaft und ist dennoch kein typisch graues, von Zweifeln gebeuteltes Mäuschen. Im Gegenteil: Als Frau in einer von Männern dominierten, von Stigmata behafteten Branche weiß sie um ihr Talent und ihr Können, ist stolz auf das, was sie erreicht (hat), gibt sich selbstbewusst und besitzt Durchsetzungsvermögen. Lieben wir! Von Jesse erfahren wir zwar nicht ganz so viel, doch je mehr seine abweisende Haltung weicht und durch offene, klärende Gespräche ersetzt wird, umso deutlicher zeigt sich, dass wir es hier mit einer Greenflag und allerhand skurrilen Missverständnissen und –interpretationen zu tun haben.
Zwar bekamen die Kulisse der Berghütte, die Game Development-Thematik und die Nebenfiguren nur hintergründig Raum, sorgten aber dennoch für ausreichend Abwechslung und Stimmung, sodass es der RomCom insgesamt an nichts fehlt.

Alis Romance' sind immer etwas fürs Herz, bringen zum Lachen und Schmunzeln, zum wohligen Seufzen und natürlich zum Erröten. Denn nichts eignet sich besser als ein von anderen bezahltes, gemütliches Retreat, um sich näherzukommen, Projekte zu planen und Visionen zu erörtern. Während vor dem Fenster der Schnee sachte fällt.

In 3 Stunden durchgelesen – absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Schnappt euch einen Platz in der „Show Illusion“

Illusion – A Truth Worth Doubting
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𝗦𝘁𝗲𝗹𝗹𝗮 𝗥𝗵𝗼𝗱𝗲𝘀 ist einsam, pleite, verschuldet und verbringt ihre Abende in einer Bar als Kellnerin mit gelegentlichen Gesangseinlagen, die niemand zu schätzen weiß. Als ein merkwürdiger Fremder in ihr ...

𝗦𝘁𝗲𝗹𝗹𝗮 𝗥𝗵𝗼𝗱𝗲𝘀 ist einsam, pleite, verschuldet und verbringt ihre Abende in einer Bar als Kellnerin mit gelegentlichen Gesangseinlagen, die niemand zu schätzen weiß. Als ein merkwürdiger Fremder in ihr Leben tritt, ändert sich für die junge Sängerin alles – nicht nur die Geldsorgen sind verschwunden, auch sind da plötzlich Menschen, die Familie werden könnten, und ein Publikum, das sie hört – und sieht. Mitten in Las Vegas empfangen sie Glitzer, Glamour und verheißungsvolle Versprechungen. Ein Neuanfang, von dem Stella niemals gewagt hätte, auch nur zu träumen. Doch die Zweifel bleiben, denn wann war ihr das Schicksal je gnädig gesinnt? Bald schon zeigt sich, dass der wohl bekannteste Illusionist Vegas’ nichts dem Zufall überlässt, sondern sein Spielfeld ganz genau bestimmt …



☆ »𝐷𝑖𝑒 𝑆ℎ𝑜𝑤 (…) 𝑆𝑖𝑒 ℎ𝑜𝑒𝑟𝑡 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑎𝑢𝑓, 𝑤𝑒𝑛𝑛 𝑑𝑒𝑟 𝐴𝑝𝑝𝑙𝑎𝑢𝑠 𝑣𝑒𝑟𝑘𝑙𝑖𝑛𝑔𝑡. 𝑆𝑖𝑒 𝑠𝑖𝑐𝑘𝑒𝑟𝑡 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑖𝑛𝑒 𝑇𝑟𝑎𝑒𝑢𝑚𝑒, 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑖𝑛𝑒 𝐻𝑎𝑢𝑡, 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑖𝑛 𝐻𝑒𝑟𝑧. 𝑆𝑖𝑒 ℎ𝑜𝑒𝑟𝑡 𝑛𝑖𝑒 𝑎𝑢𝑓. (...) 𝐵𝑖𝑠 𝑑𝑢 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑚𝑒ℎ𝑟 𝑤𝑒𝑖ß𝑡, 𝑤𝑎𝑠 𝑒𝑐ℎ𝑡 𝑖𝑠𝑡 𝑢𝑛𝑑 𝑤𝑎𝑠 𝑛𝑢𝑟 𝑤𝑖𝑟𝑘𝑒𝑛 𝑠𝑜𝑙𝑙.«



𝗟𝗲𝘃𝗶𝗻 𝗥𝗶𝗽𝗹𝗲𝘆 ist ein Visionär, der hart dafür gearbeitet hat, um dorthin zu kommen, wo er jetzt ist. Mithilfe seiner sorgsam gewählten Crew begeistert er mit technisch modifizierten, komplexen Räumen und fantastischen Shows seit Jahren scharenweise ZuschauerInnen. Aber um dem Erbe seiner Eltern gerecht zu werden, sich einen Namen in der Stadt, die niemals schläft, zu machen, reichten weder Träume noch fortschrittliche Entwicklungen oder intensive Forschung – Levin musste auch sich, seine Ideen, verkaufen. Doch der 25-Jährige hat einen Plan, mit dem er die Ketten, die um ihn, sein Werk, seine Wahlfamilie liegen, sprengen und gleichzeitig ein Versprechen erfüllen kann. Nicht einmal Fias Abgang oder die Tatsache, eine Außenstehende in sein fragiles Netz zu ziehen, halten ihn jetzt noch davon ab, sich zurückzuholen, was ihm gehört. Was ihm schon immer gehörte … Dabei ist Levin längst nicht mehr der Spielmacher.



Zuerst: „𝐈𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧: 𝐀 𝐥𝐢𝐞 𝐰𝐨𝐫𝐭𝐡 𝐛𝐞𝐥𝐢𝐞𝐯𝐢𝐧𝐠“ ist optisch wunderschön – die aufgehübschten Kapitelanfänge sowie die visualisiert dargestellten Notizen und Zeitungsartikel werten das Buch zusätzlich auf. Vor allem begeistert bin ich aber von der Idee: Inmitten spektakulärer Illusionen, zwischen eindrucksvollen Shows und auf das Individuum reagierenden Räumen, stetig im Wandel, wartet eine Suspense-Romance, in die Janine Ukena Mysterien, Halbwahrheiten und perfide Pläne gesetzt hat, nebulöse Figuren und Misstrauen an jeder Ecke.

Stilistisch dürfen wir in einen Mix aus Poesie und purem Gefühl eintauchen, in Verletzlichkeit und malerisch-leuchtende Worte. Das Setting von Las Vegas – nie dunkel, nie still – kam genauso greifbar zur Geltung wie die in der Handlung verstreuten Informationen über die Funktion der hier angewandten Technik, die magischen Showeinlagen und die zahlreichen Fragen, die sich nicht nur vor Stella auftun. Ihr nagendes Unbehagen über Levins wankelmütiges, aber anziehendes Auftreten, ihr Unglaube darüber, dass dies, dieses glamouröse Leben, wirklich ihres sein könnte, sein soll, und die Angst vor dem Haken in Kombination mit Euphorie flauten zu keiner Zeit ab. Ob ihr Zögern berechtigt ist, ihr Hinterfragen Antworten bringt?



Levin, von dessen – unheilvollen – Gedanken wir im selben Maße Teil werden wie von Stellas, hüllt sich zumindest für uns nicht in Schweigen – wenn auch lange nicht gewiss ist, wieso gerade sie. Welches Ziel er im Alleingang verfolgt. Und was es mit dem plötzlichen Verschwinden von Rhodes’ Vorgängerin auf sich hat – Fia Rivers, von der selbst das Internet nichts weiß. Vage Andeutungen, Kalkül und seine steinharte Fassade, Levins widersprüchliches Verhalten und die bemühte Distanz machen den Illusionisten interessant. Lassen ihn signifikant zum Auslöser der Anspannung werden – denn Stella ist nicht nur hier, auf seiner Bühne, weil sie Musik atmet …



Im Verlauf erhaschen wir Einblicke in das Aufwachsen beider, in ihre Empfindungen und Eindrücke, erhalten Fragmente, die sich zu einem Ganzen zusammensetzen, Verständnis auslösen. Sind bei spritzigen Schlagabtauschen dabei, bei emotionalen Gesprächen. Dennoch bleibt die beständige Ahnung einer Bedrohung, subtil und unterschwellig, erhalten. Ebenso wie das Wissen, dass längst noch nicht alle Geheimnisse enthüllt wurden, und Levin … Levin nicht alles kontrolliert. Nicht als einziger manipuliert. Im Auftakt der Dilogie werden wir von Wendungen überrascht, von erinnerungswürdigen Inszenierungen, von leisen Herzklopfen und Offenbarungen, die alles infrage stellen …

Ukena bestückte ihre Storyline mit einer dichten, einnehmenden Atmosphäre, mit etwas Gefährlichem und einem raffinierten Labyrinth aus Täuschungen und Irrungen. Einem Hauch Wahnsinn. Wir lernen Charaktere kennen, die sowohl FreundIn als auch FeindIn sein könnten – ausreichend integriert, mit Eigenheiten gezeichnet, mit Charme und Resignation.

Aber wem misstraust du, wenn du nichts von alledem glauben kannst? Wo findest du Realität, wenn um dich herum alles eine Lüge ist?

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☝🏻Gut zu wissen: Band 2 der Dilogie erscheint bereits im Mai!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

„Willkommen am St. Clair, wo die Realität die Regeln frisst.“

Royal Clair Club 1: Her First Hunt
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Man nehme Twilight in abgefuckt, Fairytales ohne Glitzer, Wednesday mit Libido und ein elitäres Internat mit einer Vielzahl gestörter, intriganter und gewissenloser Peeps – gesprenkelt mit Gossip-Girl ...

Man nehme Twilight in abgefuckt, Fairytales ohne Glitzer, Wednesday mit Libido und ein elitäres Internat mit einer Vielzahl gestörter, intriganter und gewissenloser Peeps – gesprenkelt mit Gossip-Girl – und voilà …

Granny Zooza ist es zu verdanken, dass Inez Campbell die schäbige Schuleinrichtung Westcliffs und ihr heruntergekommenes Zuhause hinter sich lassen kann, um im Elite-Internat der St. Clair ihren akademischen Weg zu beschreiten. Inez – nicht gefasst auf das, was sie in dem herrschaftlichen Gemäuer erwartet – setzt all ihre Hoffnungen auf einen Abschluss, um für sich und ihre Familie eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen, weg vom Dreck. Außerdem will die 21-Jährige unbedingt hinter Zoozas Geheimnisse und ihre Beweggründe kommen, immerhin war sie selbst einst eine Schülerin der berüchtigten Academy …
Allerdings zählt hier nicht harte Arbeit, sondern Einfluss, Schamlosigkeit und das Wort der X-Boys. Jede/r hier wetteifert um einen Platz im exquisiten Royal Clair Club der Königssöhne – ohne zu wissen, was es letztlich bedeutet, von den Barclays auserwählt zu werden, treten MitschülerInnen in blutigen Bällen und tödlichen Prüfungen gegeneinander an. Inez kommt sich vor wie im falschen Film und ist doch mittendrin. Denn der jüngste Prinz hat eine ungesunde Obsession ihr gegenüber entwickelt … Statt Pauken bis zum Umfallen heißt es nun kämpfen, flüchten, jagen, stöhnen. Plötzlich setzt auch Inez alles daran, es bis ins Finale und darüber hinauszuschaffen – denn je tiefer die junge Frau in die Gerüchte und Mythen der St. Clair eintaucht, in das Netz aus Intrigen, Dominanz und Lügen, desto tiefere Abgründe, umso mehr Fragen tun sich auf – Fragen über sich selbst, über Zooza, die Königsfamilie und all die verschwundenen SchülerInnen …

Mit 700 Seiten enthält der Auftakt der Dark-Romantasy-Dilogie eine Menge Input, der sich schwerlich zusammenfassen lässt. Fakt ist: Ayla Dade hält ihr Versprechen aus dem Vorwort: Dieses Buch ist – auf die bestmögliche Weise – creepy, verstörend, intensiv und dunkel. Es gibt keine HeldInnen, keinen Pseudo-Bad-Boy, der durch Liebe seine Ritterlichkeit entdeckt, kein Gewissen und auch kein Schamgefühl. Dafür nimmt uns die Atmosphäre von der ersten Seite an gefangen. Brutale Szenen bannen den Blick aufs Papier, zügellose Begierde heizt ordentlich ein und freche, schlagfertige Dialoge, Sarkasmus und ein Hauch Glamour sorgen samt „ausgefallener“ (kranker) Charaktere für eine Art schrägen Humor. „Royal Clair Club“ ist skurril, fesselnd und erschreckend faszinierend.
Wirkt Inez zu Beginn noch ziemlich und regelkonform, lernen wir im Verlauf eine knallharte Bitch kennen, die nicht davor zurückschreckt, sich die Hände schmutzig zu machen, zurückzuschlagen, zu betteln. Ihre Empfindungen sind ambivalent – hin- und hergerissen zwischen „Das ist falsch“ und „Ich will es trotzdem“ war sie nahbar, aber definitiv nicht perfekt. Auf den Spuren ihrer Granny zu wandeln, deren kryptischen Hinweisen nachzugehen, nicht an der Academy – nicht während der Spiele, nicht in Calix' Nähe – unterzugehen, allen zu beweisen, mehr zu sein als ihre armselige Herkunft, treibt die Studierende mehrfach an ihre Grenzen. Immer öfter bleibt die Frage nach dem Warum: Warum ist Zooza tot, warum ist Inez hier und warum ist sie – ein Mädchen aus dem Armenviertel – für die X-Boys so interessant? Zumindest wird dem „Black Swan“ schnell und sehr deutlich vor Augen geführt, dass sie niemandem trauen kann, weder an der St. Clair noch in Westcliff, und dass die ganze verdammte Insel ein Morast aus Geheimnissen ist.

In wenigen Kapiteln sind wir Teil von Calix – trotz rührender Hintergründe über sein Aufwachsen, Einblicke, die ihn verletzlich und die Familien,dynamik’ griffiger machen, trotz gestohlener Augenblicke und überraschender Intentionen bleibt er, was er ist … Diese Konsequenz zieht Ayla Dade nicht nur bei ihren Figuren knallhart durch – auch erzählerisch haben wir ausschließlich einen direkten, ungeschönten und dabei sehr bildhaften Ton, ohne, dass das Geschriebene einen billigen Beigeschmack erhält.
Sadistische Szenen und psychopathische Züge, Gräuel und Creepy-Things, ohne rosa Flimmern. Von moralischen Grautönen bis hin zur schwärzesten Nacht.
Ein weiteres Beispiel sind die Mysterien, die verborgen bleiben. Dade facht Vermutungen an, gibt wankende Hinweise, wirft rege alles um und verrät dabei nichts. Bis zum Ende – und darüber hinaus – sind die X-Boys, der König, die Spiele, Inez' und Zoozas Rollen sowie allerhand anderes nur eine Ahnung. Frustrierend? Im Gegenteil. Einerseits erhält die Story dadurch einen ganz eigenen Sog, weiß man doch nie, was kommt, woran man wirklich ist, andererseits bleibt so die Neugier konstant erhalten und die Überraschungsmomente gesichert.
Und der Spice? Die expliziten Szenen? Die sind gewagt – klatschnass und steinhart. Nie sanft. Mit Konsens im Zwiespalt.

Weitere Mitwirkende – ob FreundIn, Initiator oder irre/r KonkurrentIn – beleben die Handlung zusätzlich: Violet, Fergie, Yule, Shay, Don, die restlichen X-Kids oder der perfide Monarch von Monclair (…) Auch hier ist nie gewiss, wem zu trauen ist. Ich fand sie alle jedenfalls äußerst eigenwillig und interessant. Gerade Pixie und Bellatrix sind abgefahrene Nummern für sich! Der fantastische Aspekt ist mehr oder minder gegeben, jedoch Teil der Ungewissheit, die Ayla Dade um ihre Dilogie gesponnen hat.

Zwischen poetischen Worten und vulgären Ausdrücken, zwischen harten Ficks und absurder Obszönität; Wettbewerben, die einem Horrorstreifen entspringen könnten, und bitterbösen Abgründen finden sich Blut und Verderben, Leidenschaft und Abscheu, Huldigungen, die stark an Sekten, und Szenen, die an eine abgefuckte Twilight-vs-Aschenputtel-Version erinnern. Ich habe diese Kombination geliebt, gibt es doch einiges zu entdecken – inmitten Wiedererkennen und der offensiven Neugestaltung des Bekannten.
Die Dark-Academia-Vibes, die Inszenierung der Schauplätze – von dekadenten Anwesen, alles verschlingendem Moor, verlassenen Wäldern und Gänsehaut erregenden Zeremonien – sowie die temporeichen Sequenzen und jene, in denen Beklemmung dominiert, waren hervorragend ausgearbeitet. Jedoch fehlte es stellenweise an Tiefe und Momenten zum Verweilen. Vor allem ab der zweiten Hälfte hechtet Campbell von einer Gefahr, einer Aufgabe, einer Spur zur nächsten; der Unterricht, die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Tiefe gesammelter Erkenntnisse und Empfindungen bleiben hingegen auf der Strecke. Nichtsdestotrotz ist „Her first Hunt“ ein mitreißendes Sammelsurium aus Geheimnissen, Irrungen, Gewalt und einer Dunkelheit, die selbst die abgeklärtesten Fassaden bricht. Der Cliffhanger lässt jetzt sehnsüchtig auf „His last Bite“ warten!
Seid ihr bereit, in die schillernde Elite einzutauchen, vor den Prinzen im Dreck zu knien und eure Seelen zu verkaufen?

Übrigens: nicht nur äußerlich ein Hingucker. Im Inneren warten neben einem ziemlich coolen Vorwort und einer Karte der Insel, stilvolle Kapitelüberschriften und mehrere Illustrationen.

Bock auf einen Schocker – unzensiert? Dann werdet Mitglied im „Royal Clair Club“.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Romancesuspense die bewegt

The Storm in Our Hearts
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Ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Jane McCaffrey ihre Heimatstadt und damit auch ihren besten Freund, ihre erste Liebe, wortlos verlassen hat. Statt den perfekten Neuanfang inmitten der Großstadtanonymität ...

Ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Jane McCaffrey ihre Heimatstadt und damit auch ihren besten Freund, ihre erste Liebe, wortlos verlassen hat. Statt den perfekten Neuanfang inmitten der Großstadtanonymität zu erhaschen, sich als Musikerin einen Namen zu machen, verfängt sie sich schon bald in einem Netz aus Angst und Gewalt – etwas, das sie doch so dringend hinter sich lassen wollte …

♡ „𝘝𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘢𝘳 𝘴𝘪𝘦 𝘻𝘶 𝘦𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮 𝘶𝘯𝘥 𝘷𝘦𝘳𝘻𝘸𝘦𝘪𝘧𝘦𝘭𝘵 𝘨𝘦𝘸𝘦𝘴𝘦𝘯, 𝘶𝘮 𝘮𝘦𝘩𝘳 𝘻𝘶 𝘦𝘳𝘸𝘢𝘳𝘵𝘦𝘯 𝘢𝘭𝘴 𝘥𝘢𝘴, 𝘸𝘢𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘢𝘮 𝘌𝘯𝘥𝘦 𝘣𝘦𝘬𝘢𝘮. 𝘝𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘤𝘩𝘪𝘦𝘯 𝘦𝘴 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘣𝘦𝘴𝘴𝘦𝘳 𝘻𝘶 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘢𝘭𝘴 𝘥𝘢𝘴, 𝘸𝘢𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘷𝘰𝘯 𝘻𝘶 𝘏𝘢𝘶𝘴𝘦 𝘬𝘢𝘯𝘯𝘵𝘦.“

Jetzt sieht Jane endlich die – womöglich einzige – Chance, zu flüchten, hoffentlich zum letzten Mal. Raus aus der Isolation, raus aus dem Leben auf Zehenspitzen. Sich der Risiken ihres Plans bewusst, setzt die heute 28-Jährige alles daran, Scarlett vor Trauma und Schmerz, vor jenen Erfahrungen zu bewahren, vor denen ihre eigene Mutter sie nie beschützen konnte. Linden Falls wird zu einer Zwischenstation – die Jane mit einer Flut aus Erinnerungen und Gefühlen willkommen heißt. Mit verdrängten Momenten voller Pein, Vorsicht und Tränen. Aber auch mit Augenblicken, an die sie sich so lange verboten hat, zu denken: Erdnussbutter Brownies. Auftritte im Grassroots Café. Abende auf der Aussichtsplattform. Ali, Hannah, Nik. Schmetterlinge und Küsse. Dass Jane trotz ihrer damaligen Entscheidungen auch Herzlichkeit entgegenschwappt, Umarmungen von alten FreundInnen, ist für die junge Mutter ebenso überraschend, wie sie die Liebe, die noch immer in Nik Andinos Augen liegt, überfordert …

„The Storm in Our Hearts“ ist ein bewegender Roman, in dem wir mit sensiblen Themen, lückenhaften Systemen und realen Situationen konfrontiert werden. Mit Szenarien und Emotionen, die wehtun. Mit Figuren, deren Gedanken, Empfindungen und Verhaltensweisen so nahbar gezeichnet waren, so schmerzhaft echt, dass es mir den Hals zuschnürte. Denn wo Zärtlichkeit sein sollte, ein Gemeinsam und Verbundenheit, herrschen bei den McCaffrey Frauen Unsicherheit und Schrecken. Sozial abgeschieden, unterdrückt und in Abhängigkeit gezwungen, erpresst und auf verschiedene Arten misshandelt … – Ergebnisse, die Narben hinterlassen, falsche Scham und Vorsicht. Aber auch Wut.

Erzählt wird hauptsächlich aus Janes Perspektive, sodass wir Teil ihres inneren Aufruhrs werden, ihres Chaos, ihrer Zweifel und ihres Plans. Da uns Melissa Wiesner in einem einfachen, schnörkellosen Stil – aber durchaus in bildreichen Worten – durch die Handlung führt, war es leicht, sich mit Jane in Linden Falls zu verlieren, sich zu erinnern. Inmitten von Angst, Melancholie und Schwermut flimmern nach und nach Hoffnung auf, begrabene Leidenschaft. Aufgrund intensiver Schilderungen und Einblicke in die Zeit vor und während Los Angeles waren der stete Schulterblick zurück, das Misstrauen, Sorge und Unruhe ein präsenter Bestandteil der Protagonistin und der Storyline, genau wie Janes Distanz, ihre Kälte. Wie die still in ihr brodelnden Vorwürfe, wenn sie ihrer Mutter in die Augen sieht – dieselben, die auch in ihr toben, wenn sie ihrem eigenen Spiegelbild entgegenblickt. Denn eigentlich wollte die Flüchtige, die alles und jeden verlassen hat, um dem Kreislauf zu entfliehen, nie so sein, nie so werden …

Durchbrochen werden Janes Vergangenheit und Gegenwart von Nik, dessen Träume mit den Jahren andere wurden, der seine Bestimmung fand, aber nie aufhörte, seine beste Freundin zu suchen, sie zu vermissen, sich nach ihr zu sehnen. Jane McCaffrey jetzt zu begegnen, reißt dem Assistenzarzt den Boden unter den Füßen weg und doch ist er nicht gewillt, Jane noch einmal ohne Antworten gehen zu lassen.
Als er ihren Geheimnissen näher kommt, taucht plötzlich eine weitere Frage in seinem Kopf auf. Eine, dessen Antwort er vielleicht nicht ertragen kann.

Wiesner hat hier eine aufwühlende Geschichte geschrieben, die das Denken und Fühlen, den Alltag, zu vieler Menschen aufgreift und damit mitten ins Herz trifft. Eigenen Zorn entfacht. Das winterliche Setting einer Kleinstadt wurde im Heute gemütlich inszeniert, während dem Elternhaus der Protagonistin ein Stillstand, Trostlosigkeit, anhaftet. Obgleich die Stimmung angespannt ist, wankend, subtil von Bedrohung durchtränkt, sorgt Scarlett – einerseits mit unbedarfter Kindlichkeit, andererseits zu erwachsen, sich der Umstände bewusst – für Leichtigkeit. Für Normalität. Auch Janes Mom ist relevant, eine Frau, die ihr Leben in die Hände eines Monsters gelegt hat. Bereut. Und so ambivalente Emotionen diese Figur auch auslöst, so … authentisch ist sie. Zerbrochen, aber nicht am Boden. Frei, jedoch nicht losgelöst von den ihr über Jahre hinweg eingebläuten (Denk)Mustern.

Nik ist ein absoluter Greenflagboy, einer, der trotz der Tatsache, dass er mit einem gebrochenen Herzen und vielen, vielen nagenden Fragen zurückblieb, zugänglich, verständnis- und rücksichtsvoll agiert. Fürsorglich. Und Jane … die jetzt für so viel mehr kämpft als für sich. Mut, Bewunderung und Mitgefühl sind Dinge, die ich ihr auf ihrem beschwerlichen Weg, während der unerwarteten Veränderungen, entgegenbrachte. Ihr Halt in Linden Falls entwickelt sich vollkommen anders als von der Endzwanzigerin, von dieser starken Mutter, erhofft – der Verlauf spitzt sich zu, schlägt Haken und mündet in eine unerwartete Richtung.

Melissa Wiesner widmet sich in „The Storm in Our Hearts“ ungemein wichtigen Themen, generiert Aufmerksamkeit für die Opfer von häuslicher Gewalt und bannt Empfindungen und Handlungsweisen realistisch auf Papier. Zudem weist die Autorin in ihrer Romance darauf hin, dass sich selbst unter dem Deckmantel eines Retters, eines Charmeurs, ein Ungeheuer verbergen kann … und ein ganzes Dorf täuscht. Du bist nicht allein und du hast mehr verdient.

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