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Veröffentlicht am 09.04.2026

Lang gehütete Geheimnisse

Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste
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Danela Pietrek erzählt eine berührende Familiengeschichte vor der rauhen Kulisse der deutschen Nordseeküste.

Im Prolog erlebt der Leser den frühen Tod der Mutter der vier Hansen-Kinder. Zwei Jahrzehnte ...

Danela Pietrek erzählt eine berührende Familiengeschichte vor der rauhen Kulisse der deutschen Nordseeküste.

Im Prolog erlebt der Leser den frühen Tod der Mutter der vier Hansen-Kinder. Zwei Jahrzehnte später wird Runa, die älteste Tochter des Krabbenfischers Hauke Hansen, durch diesen zurück bach Hause geordert. Ihr Bruder Peer, der den elterlichen Betrieb führt, hat einen Unfall erlitten. Runa, die fachlich als einzige der Geschwister ihren Vater bzw. ihren Bruder ersetzen kann, hat ein erolgreiches Leben in Hamburg. Obwohl sie sofort versucht, den elterlichen Betrieb zu retten, möchte sie ihr Leben in Hamburg nicht aufgeben.

Je mehr Probleme sich vor Runa und Donaskog, dem elterlichen Gehöft, auftun, umso mehr drängen auch die lange verschwiegenen Geheimnisse der einzelnen Familienmitglieder ans Licht. Die Autorin erzählt eine authentische Geschichte mit aktuellen Bezügen zu den Problemen der Krabbenfischerei, mit dem rauen Charme der Nordseeküste und ihrer Bewohner. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können, so berührend und spannend las sich Runas Geschichte. Man bangt mit dieser starken Frau, die nicht nur in der Familie, im elterlichen Betrieb sondern auch in ihrem eigenen Leben gerade mit starken Windböen zu kämpfen hat.

Das Finale fand ich für die Vielzahl der Probleme etwas kurz gefasst. Nach der Aufdeckung aller Geheimnisse und nachdem Runa wichtige Entscheidungen für die Zukunft trifft, hätte ich mir gerne noch 40 Seiten für eine abschließende Betrachtung der künftigen Konstellationen gewünscht.

Fazit: Authentisch, berührend, zu Herzen gehend, aber schlussendlich optimistisch und hoffnungsvoll! Sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Glück im zweiten Anlauf

Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby
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Im nunmehr elften literarischen Ausflug mit Charlotte McGregor in das wunderschöne schottische Dörfchen Kirkby will Leo Spencer, ein junger Ingenieur aus den englischen Cotswolds, den Fortschritt in Form ...

Im nunmehr elften literarischen Ausflug mit Charlotte McGregor in das wunderschöne schottische Dörfchen Kirkby will Leo Spencer, ein junger Ingenieur aus den englischen Cotswolds, den Fortschritt in Form von erneuerbaren Energien in die abgelegenen schottischen Dörfer bringen. Ein mutiges Unterfangen für einen Engländer in Schottland. Denn eins ist gewiss. So vehement Bürgermeister Collum den jungen Engländer unterstützt, umso heftiger wird er von Kirkby-Urgestein Marlin Fraser und seinem Lager bekämpft.

Gut für Leo, der dringend ein Erfolgserlebnis braucht, da seine Initiativtour in Schottland droht, in einem erfolglosem Desaster zu enden, dass er in Kirkby Flora wiederbegegnet. Flora, die Frau, die ihn vor 7 Jahren in Edinburgh schwer beeindruckt hat, die er aber auf Grund eines Missgeschicks aus den Augen verloren hat.

Die Reise nach Kirkby hat mich erneut schwer beeindruckt von diesem kleinen Dorf und vor allem von seinen empathischen Bewohnern. Wie z.B. Shona und Kendrick sich um Harriet und Collum, das sympathische Bürgermeisterpärchen in ihrer Krise kümmern aber auch Grizel, die ihrer Schwägerin und geschäftlichen Partnerin Flora immer wieder mit klugen Ratschlägen bei ihrem Liebeskummer und ihren Zweifeln zur Seite steht, ist so typisch für die Einwohner von Kirkby.

Das Thema Kinderlosigkeit, die damit einhergehenden Probleme für ein junges Paar und vor allem betroffene Frauen wird durch die Autorin sehr authentisch vermittelt. Da ich selbst über 10 Jahre davon betroffen war, kann ich das sehr gut beurteilen. Charlotte trifft den Kern dieses Problems sehr gut, aber sie zeigt auch Perspektiven auf.

Am Ende ist Kirkby wieder um ein glückliches Paar, aber auch eine beeindruckende Sehenswürdigkeit reicher und es fällt mir noch schwerer, mich wieder zu verabschieden.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Rückkehr nach Haus

Fäden des Glücks
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Ich habe mich verliebt. Verliebt in ein Buch. Schon die Leseprobe hatte mich begeistert. Leider habe ich das Buch nicht gewonnen, aber auf Umwegen hat es mich durch glückliche Tauschaktionen doch noch ...

Ich habe mich verliebt. Verliebt in ein Buch. Schon die Leseprobe hatte mich begeistert. Leider habe ich das Buch nicht gewonnen, aber auf Umwegen hat es mich durch glückliche Tauschaktionen doch noch kurz vor dem Erscheinungstermin erreicht und ich habe es verschlungen.

Marit Warncke, eigentlich Spezialistin im Bereich Modedesign, erzählt eine wunderschöne Geschichte um die Suche nach dem Glück und wichtige Eckpfeilern des persönlichen Glücks. Karla, die junge Unternehmensveraterin wider Willen steckt fest in ihrem Berufs-wie auch im Privatleben. Obwohl bisher erfolgreich ist sie nicht glücklich in ihrem Beruf und sie ist einsam.

Plötzlich erbt sie von ihrem Vater, der die Familie vor 13 Jahren verließ, das alte Feriendomizil der Familie in Mecklenburg-Vorpommern. Das alte Gutshaus, das ihr Vater vor vielen Jahren als Ruine erwarb und dessen Sanierung er als Architekt hobbymäßig in Angriff genommen, aber nie abgeschlossen hat, ist seit 13 Jahren ungenutzt. Kurzentschlossen entschließt sich Karla, das Gutshaus in Lüttenbü soweit herzurichten, dass es verkauft werden kann. Doch in Lüttenbü wartet nicht nur das alte Gutshaus auf Karla, sondern auch ihre geliebte Nähmaschine und ihre ehemals besten Freunde aus Kindheitstagen, Bruna und Rasmus.

Während eines arbeitsreichen Frühlings in Lüttenbü findet Karla nicht nur ein so lange vermisstes Zuhause, ihre alte Obsession für das Nähen und damit eine neue berufliche Perspektive sondern auch Liebe und Freundschaft.

Für mich, selbst ein großer Fan von Mecklenburg und seinen zahlreichen Seen und wunderschönen Gutshäusern sowie mit einer gehörigen Portion Leidenschaft fürs Basteln, Nähen, Stricken und Filzen gesegnet, war das Buch wie nach Hause kommen. Ich konnte es kaum wieder aus der Hand legen und träumte mich mit offenen Augen in meinen nächsten Urlaub dort im Juni dieses Jahres hinein. Zu gerne würde ich einen Abstecher in Karlas Kreativ-Retreat-Gutshaus Elise machen. Ich würde bestimmt Stammkundin dort...

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Vaterliebe

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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Zeitnah werden in Deutschland und im benachbarten Dänemark zwei gleichaltrige junge Männer ermordet. Die Morde erfolgen nach dem selben Muster und die Opfer werden in beiden Fällen zur Schau gestellt. ...

Zeitnah werden in Deutschland und im benachbarten Dänemark zwei gleichaltrige junge Männer ermordet. Die Morde erfolgen nach dem selben Muster und die Opfer werden in beiden Fällen zur Schau gestellt. Die Morde wirken inszeniert. Doch welche Verbindung gibt es zwischen den beiden Opfern.

Vibeke Boisen, die deutsche Kriminalkommissarin, muss erneut mit ihrem Kollegen Rasmus Nyborg aus Dänemark zusammen ermitteln.

Die Autorin Anette Hinrichs macht es mit der Vorstellung der beiden Ermittler auf der Innenseite des Bucheinbandes sowie der Darstellung eines Traums von Kommissar Nyborg auch für Quereinsteiger dieser Buchreihe wie mir leicht, in die Geschehnisse der Vergangenheit, der vorangegangenen Teile, einzutauchen.

Selbst nachdem ein dritter, nach dem gleichen Muster ermordeter Toter in Kopenhagen auftaucht, finden die Ermittler keine Verbindung zwischen den Toten. Aber spätestens jetzt weisen alle Hinweise in Richtung Vergangenheit. Irgendwo muss es einen gemeinsamen Nenner zwischen den Opfern geben. Doch die Ermittler stehen vor einer Mauer des Schweigens. Der Leser kann schon vermuten, dass Tjelle Brandt, Ann Lind sowie Franka irgendwie mit den Morden im Zusammenhang stehen, aber eine heiße Spur lässt lange auf sich warten. Und welche Rolle spielt der Junge Kristoffer, dessen Erlebnisse vor 10 Jahren über das Buch verteilt, geschildert werden? Wie steht er im Zusammenhang mit den schrecklichen Morden der Gegenwart?

Nebenbei lässt die Autorin die Leser an den inneren Kämpfen von Kommissar Nyborg teilhaben, seinen Gedanken zum Drogentod seines Sohnes Anton und seinen Rachegelüsten. Nyborg begibt sich während der Ermittlungen ständig auf Abwege in eigener Sache und bringt damit nicht nur die Ermittlungen in den Serienmorden sondern auch sein neu gefundenes privates Glück mit seiner Chefin Maja in Gefahr.

Das Ende überrascht mit einigen Parallelen zwischen dem Täter des aktuellen Falles und dem dänischen Kommissar. Das Buch zeigt auf, wozu Väter verleitet werden, wenn ihren Kindern Leid zugefügt wird. Als Mutter kann ich diese Motivation voll nachvollziehen.

Ich hoffe auf einen Fortgang der Reihe auch nach dem für Ermittler Rasmus Nyborg tragischen Ende des Buches.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Und vergebe uns unsere Schuld...

Der Sommer, der uns blieb
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Nachdem Pia vor zwanzig Jahren einfach verschwand und ihre beiden Freunde Martin und Britta ratlos und ohne ein Wort zurück lies, kehrt sie nun unerwartet, von ihrer Krankheit gezeichnet an den Ort ihrer ...

Nachdem Pia vor zwanzig Jahren einfach verschwand und ihre beiden Freunde Martin und Britta ratlos und ohne ein Wort zurück lies, kehrt sie nun unerwartet, von ihrer Krankheit gezeichnet an den Ort ihrer Kindheit zurück. Sie sucht Vergebung. Pia beichtet nicht nur ihre damaligen Sünden, ihre Schuld, sondern sie offenbart mit ihrem Geständnis auch die Taten anderer.

Und plötzlich stehen die Jugendfreunde Martin und Britta, deren Liebe damals an den Taten der anderen zerbrach, deren Liebe aber nie ein Ende fand, vor der Frage, ob sie Pia und sich selbst vergeben können.

Dieses Buch ist wunderschön. Es enthält nicht nur wunderbare Texte und Zeilen zur Sehnsucht nach vergangenem Glück, zur Kraft einer glücklichen Kindheit und zum großen Thema Vergebung, sondern es ist auch das äußerlich schönste Buch, das ich je in den Händen hielt. Einband, Buchschnitt und Buchumschlag passen perfekt zum Thema vergangene Kindheit und wecken mit ihrer nostalgischen, verträumten Gestaltung schöne Kindheitserinnerungen. Total überrascht wurde ich von der vor Seite 225 eingebundenen farbigen Trennseite. Obwohl ich mir die drei Freunde Pia, Martin und Britta bereits gut vorstellen konnte, sah ich sie plötzlich direkt vor mir. Wunder-, wunderschön!!

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