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Regina1960

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Lehrreiches und spannendes Kindersachbuch über das Geheimnis vom Neandertaler

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit
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„Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit“ ist ein richtig schönes und informatives Kindersachbuch, das sich den Ursprüngen des Neandertalers widmet. Es ist Band 7 aus der Reihe „Dusty Diggers“, ...

„Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit“ ist ein richtig schönes und informatives Kindersachbuch, das sich den Ursprüngen des Neandertalers widmet. Es ist Band 7 aus der Reihe „Dusty Diggers“, herausgegeben beim E. A. Seemann Verlag (E. A. Seemanns Bilderbande), Zielgruppe sind Kinder ab 8 Jahren. „Staubige Schatzgräber“ steht insgesamt für eine Sachbuchreihe, die Themen von der archäologischen Seite betrachtet und diese dabei kindgerecht präsentiert. Dieses gebundene Wissensbuch ist herrlich handlich und mit seinen knapp 70 Seiten, die sich auf insgesamt 8 Kapitel verteilen, auch ein angenehmes Leichtgewicht. Das kunterbunte und witzige Cover mit Mammut, Neandertaler und Knochen ausgrabenden Kindern deutet bereits darauf hin, dass es sich hier um ein locker-humorvoll geschriebenes Buch handelt. Die Autorin Silke Vry beschreibt richtig spannend, was es mit dem Fund des Neandertalers am Niederrhein auf sich hat und welche Bedeutung dies für die Menschheitsgeschichte hat. Die vielen handgezeichneten Illustrationen von Marie Geissler durchziehen das Buch und machen es so richtig lebendig und einfach für Kinder auch besser verständlich. Alles beginnt mit dem ersten Fund 1856 im Neandertal, Kleine Feldhofer Grotte, in Nordrhein-Westfalen. An einem warmen Tag im August werden nur knapp zwei Stunden Kutschfahrt von Düsseldorf entfernt, Knochenfunde entdeckt. Das Rätselraten um die Herkunft und die konträren Diskussionen unter den Fachleuten beginnt. Während die Knochenfunde Stück für Stück analysiert werden, tauchen immer mehr fossile Überreste auf, die die Theorie bestätigen, dass es wirklich Urmenschen gegeben hat und der Neandertaler dann auch unbestritten ein Mensch der Urzeit war. Das Buch ist ein ausgewogener Mix aus spannender Handlung und sachlicher Wissensvermittlung, kindgerecht in Textform verpackt mit einer überschaubaren dem Alter angemessenen Seitenzahl. Die im Buch eingearbeiteten Fachbegriffe wie beispielsweise Geologie, Fossil, Urzeit oder Paläontologie werden in einem Glossar am Ende des Buches alle noch einmal verständlich erklärt. Das fand ich persönlich äußerst hilfreich und sinnvoll. Das Buch empfehle ich sehr gerne, so macht doch Lesen und gleichzeitig Lernen Spaß. Kinder erfahren hier, wo unsere ersten Vorfahren herkamen, wo sie entdeckt wurden und wie sie gelebt haben. Zudem bekommen sie einen Einblick in die Arbeit und Methodik der Archäologie.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Was das Leben schön und reich macht

Zeit für meine Träume
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Ich liebe einfach die Bücher von Tessa Randau. Sie sind so wundervoll leicht zu lesen, und hinterlassen jedes Mal einfach ein zufriedenes Gefühl in mir. Die Inhalte sind nicht kompliziert, dennoch ...

Ich liebe einfach die Bücher von Tessa Randau. Sie sind so wundervoll leicht zu lesen, und hinterlassen jedes Mal einfach ein zufriedenes Gefühl in mir. Die Inhalte sind nicht kompliziert, dennoch behalten sie so viel Tiefe, Herzenswärme und versteckte Botschaften, dass ich mich jedes Mal freue, wenn die Autorin ein neues Werk veröffentlicht. „Zeit für meine Träume“ habe ich in kürzester Zeit an einem Samstagnachmittag gelesen, das Buch hatte Sogwirkung und ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, was Tessau Randau mit der Geschichte der Protagonistin mitteilen möchte, der sie keinen Namen gegeben hat. Die Hauptfigur ist 38, erfolgreich im Job im Bereich Verlagswesen, aber seit Monaten unglücklich. Denn ihr Mann Sebastian hat sich nach Jahren von ihr getrennt, wegen seiner Geliebten, die ein Kind von ihm erwartet. Der Schmerz sitzt tief, insbesondere, weil der gemeinsame Kinderwunsch in den Ehejahren unerfüllt geblieben ist. Für die Verlassene scheint das Leben nun stehengeblieben – außer dem Job und der abendlichen Flasche Wein mit einer Tüte Chips gibt es einfach nichts mehr. Bis sie per Zufall Lotte, Anita und Johann begegnet, alle drei mindestens doppelt so alt und weit jenseits der 70! Der fröhlichen Senioren-WG gelingt es, ihren Blick wieder auf das Leben in eine andere Richtung zu lenken, nämlich nach vorne! So schön, wie warmherzig sich die Begegnungen mit diesen drei Menschen gestalten, und so intensiv, wie sich die Gespräche entwickeln. Es sind fünf elementare Lebensweisheiten auf den insgesamt 185 Seiten zu finden, die einfühlsam in die Geschichte eingearbeitet wurden, dass ich einfach nicht aufhören konnte, zu lesen. Es ist eine leichte Lektüre, auch rein optisch wirkt das Buch eher wie ein zartes Büchlein, farblich in dezentem Zitronengelb gehalten, mit fröhlichen Zeichnungen liebevoll verziert, die sich auch im Inneren wiederfinden. Alle Botschaften sind so natürlich in die Geschichte eingeflochten, dass sie noch lange in mir nachgearbeitet haben. Und das macht die Bücher von Tessa Randau einfach aus. Sie sind so unaufgeregt geschrieben und beinhalten doch so viel Tiefe, sprechen auch die schweren Lebensthemen wie das Alter und den Tod mit einer beruhigenden Gelassenheit an. Ich habe “Zeit für meine Träume“ mit einem sehr wohligen Gefühl ausgelesen und beiseitegelegt. Es hat in mir ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit hinterlassen und mich innerlich ruhig werden lassen. Ich weiß nun, was ich in nächster Zeit noch in Angriff nehmen möchte. Mein Dank an die Autorin für die hilfreichen Impulse! Ich jedenfalls freue mich bereits jetzt auf das nächste Werk!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Wertvoller und fundierter Ratgeber zum Thema "Zwänge"

Nimm den Zwängen die Macht
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Der Ratgeber „Nimm den Zwängen die Macht“, herausgegeben von Stiftung Warentest, hat mich überzeugt und mir weitergeholfen. Ich selbst bin zwar nicht direkt Betroffene, allerdings einige Menschen ...

Der Ratgeber „Nimm den Zwängen die Macht“, herausgegeben von Stiftung Warentest, hat mich überzeugt und mir weitergeholfen. Ich selbst bin zwar nicht direkt Betroffene, allerdings einige Menschen in meinem privaten Umfeld. Daher wollte ich mich belesen, um Zwangsstörungen besser zu verstehen und sinnvoll unterstützen zu können. Mit Professor Dr. Ulrich Voderholzer, Prof. Dr. Rebecca Schennach und Dipl.-Psychologe Dr. Stefan Koch hat sich ein Expertenteam der Thematik angenommen, das Trio arbeitet am Fachzentrum für Psychosomatik & Psychotherapie in der renommierten Schön Klinik Roseneck. Das Buch basiert auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie, insbesondere der Expositionstherapie mit Reaktionsmanagement. Das hört sich kompliziert an für einen „Laien“, ich konnte allerdings alles Geschriebene auf den insgesamt 180 Seiten nachvollziehen und mir auch Einiges an Wissen und Informationen mitnehmen. Das Autorenteam schreibt wissenschaftlich fundiert und absolut verständlich. Rein optisch wirkt das Buch eher einfach wie eine Broschüre, was wohl an dem Soft-Cover liegt. Farblich ist es in nüchternem Grün gehalten, das sich im Inneren des Buches fortsetzt, um wichtige Informationen farblich besonders herauszuheben vom Text. Den Aufbau des Buches fand ich klug, logisch, und die insgesamt fünf Kapitel bauen inhaltlich hervorragend aufeinander auf. Die Autoren beginnen mit der Erklärung, was Zwänge sind und wann solche Krankheitswert haben. Die Antwort: Wenn sie die persönlichen Lebensbereiche wie Schule, Beruf, Ausbildung, privates Umfeld, extremst beeinflussen und zur absoluten Belastung werden für einen selber und das Umfeld. Die Ursache von Zwängen: Es gibt nicht die eine, die Gründe sind vielschichtig. Dann werden verschiedene Beispiele für Zwänge aufgeführt, unterschieden wird hier auch zwischen den häufigsten wie beispielsweise Waschzwänge, Kontrollzwänge, zwanghaftes Grübeln und den eher seltenen spezifischen Zwangshandlungen wie beispielsweise Zählzwang (Treppenstufen usw.). Die gute Nachricht und hier zitieren die Autoren dann auch Goethe: „Wer Großes erreichen will, der muss sich überwinden“: Wenn man sich den Zwängen stelle, könne man diese auch überwinden. Das Autorenteam berichtet dann durchaus von Menschen, die es so geschafft haben, ohne professionelle Hilfe. In schwereren Fällen sei dies jedoch nicht ohne fachlichen Beistand oder einen Klinikaufenthalt möglich. Da sei der Gang zum Hausarzt der erste Weg für eine Einschätzung. Der Einsatz von Medikamenten in Form von beispielsweise Antidepressiva (SSRI) wurde ebenfalls angesprochen. Dies könne in einigen Fällen eine erste Hilfe sein, eine Wunderpille gegen Zwänge gebe es allerdings nicht. Da es häufig sehr lange dauere, Termine bei entsprechend ausgebildeten Therapeuten zu bekommen, könne man mit Hilfe dieses Buches bereits etwas in der „Übergangszeit“ für sich tun. Und so sehe ich dann auch das Buch insgesamt: Als eine Chance, sich einen Überblick zu verschaffen, es vielleicht sogar selbst „heraus“ zu schaffen oder aber mit fachlicher Unterstützung. Die zahlreichen Bögen für die Selbstanalyse und daraus resultierende gezielte Übungen, die man individuell auf seine persönlichen Bedürfnisse ausrichten kann, erscheinen mir durchaus gewinnbringend und einen Versuch wert. Anhand vieler Grafiken und Bilder werden Inhalte optisch hervorgehoben und dadurch auch leichter verständlich dargestellt. Das gefällt mir sehr gut. Die Aufgabenstellungen, die dabei anleiten, sich mit den eigenen Zwängen auseinanderzusetzen und die vermittelten Inhalte umzusetzen, fand ich zielführend und überzeugend. Fazit: Es war für mich eine sehr informative Lektüre, die mir einen hervorragenden Gesamtüberblick über das komplexe Thema ermöglicht hat. Es bietet Ansätze, wie man mit Zwangsstörungen und Zwangsgedanken umgehen lernen kann und zeigt auf, wann es angebracht ist, wo man sich wann Hilfe suchen sollte. Das Buch vermittelt für mich Hoffnung und Zuversicht, den Glauben an sich zu bewahren und den Zwängen nicht zu viel Gewalt über sein Tun und Handeln geben zu lassen. Ob es Betroffenen wirklich helfen kann, vermag ich nicht einzuschätzen, dennoch kann der Ratgeber für mein Empfinden wichtige Impulse setzen. Mir hat es geholfen, die Störung besser zu verstehen, wodurch ich meine Bekannten nun deutlich besser und sinnvoller unterstützen kann.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Von zwei ungleichen Schwestern, die sich nach 60 Jahren endlich wiederfanden

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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„Der Duft des Strandhafers“ von Gabriella Engelmann hat mich einfach absolut verzaubert und gepackt. Der erste Blick auf das Cover reichte bereits, um mich in die hochwertige Haptik des Buches zu verlieben ...

„Der Duft des Strandhafers“ von Gabriella Engelmann hat mich einfach absolut verzaubert und gepackt. Der erste Blick auf das Cover reichte bereits, um mich in die hochwertige Haptik des Buches zu verlieben und ins Träumen zu geraten. Die wundervoll zarten Pastellfarben, eine einladende Bank mit Meeresblick… Der Roman, erschienen im Verlag Droemer Knaur, ist der zweite Teil und Abschluss der Dilogie „Die Bücherfrauen von Listland“, mit dem Vorgängerband „Der Gesang der Seeschwalben“ platzierte sich die Autorin 2025 erfolgreich auf den Bestseller-Listen. Man muss diesen allerdings nicht zwingend vorher gelesen haben, ich kam problemlos in die Geschichte. Der Roman erzählt von der dramatischen Suche nach der seit über sechs Jahrzehnten vermissten Martje. Dafür kehrt die Journalistin Anna März auf die Insel Sylt zurück. Denn hier verschwand die junge Frau nach einer Sturmnacht im Jahr 1958 und seither sucht ihre um 2 Jahre jüngere Schwester, die 85-jährige Bücherfrau Fenja Lorenzen, nach ihr. Anna gibt sich an die Recherche und es beginnt eine packende und sehr emotionale Suche. Sie führt tief in die Vergangenheit, eine komplizierte, teilweise erschütternde Familiengeschichte, die Unausgesprochenes und Geheimnisse in sich birgt. Wenn Gabriella Engelmann dann aus der Sicht von Martje schreibt, wird es sehr emotional. Denn hier taucht sie tief ein in das Seelenleben. Das Verhältnis der ungleichen Schwestern war seit der Kindheit ambivalent und immer belastet, warum, das lässt uns die Schriftstellerin sukzessive in diesem ergreifenden Roman erfahren. Sie schreibt dabei im Wechsel auf zwei Zeitebenen, meisterhaft verwebt sie dabei Gegenwart und Vergangenheit, wodurch eine spannende und unfassbar fesselnde Atmosphäre entsteht. Ich konnte jedenfalls das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Erzählstil bleibt dabei kontinuierlich ruhig und einfühlsam, warmherzig und emotional. Dabei ist die Autorin niemals ins Kitschige abgerutscht. Die Romanfiguren wurden so exzellent beschrieben und mit Wärme und Tiefe bedacht, dass man einfach immer mittendrin im Geschehen war und mitfühlte. Der Mix aus kompliziertem Familiengeflecht mit überraschenden Wendungen und tiefen Emotionen gepaart mit bildhaften Beschreibungen der malerischen Inselwelten rund um Sylt, Amrum oder Föhr machten die Lektüre für mich zu etwas ganz Besonderem. Ich fühlte mich einfach wohl beim Lesen, sowohl mein Herz als auch die Sinne wurden mit diesem Roman ausreichend versorgt. Dass hier die Liebe von Gabriella Engelmann sowohl zu den Inselwelten als auch zur Literatur deutlich zum Ausdruck kommt, verspürt man nahezu mit jedem geschriebenen Wort, häufiger streute sie auch diverse Buchzitate oder Hinweise auf Literatur ein. Ich gebe eine klare Empfehlung für das Buch und diese herausragende Schriftstellerin, die mir ein so tolles Leseerlebnis bereitet hat. Der bewegende Roman bietet nicht nur reichlich Wohlfühlmomente und Unterhaltung, sondern enthält für mein Empfinden auch wichtige Botschaften für das eigene Leben.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Das "Warum" verstehen lernen - manchmal reicht eine kleine Veränderung

Was dein Leben leichter macht
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„Was dein Leben leichter macht“ des Psychologen Sina Haghiri habe ich sehr gern gelesen. Auf dem schlichten zweifarbigen Buchcover in Blau und Rot werden „Die 20 wichtigsten Erkenntnisse der ...

„Was dein Leben leichter macht“ des Psychologen Sina Haghiri habe ich sehr gern gelesen. Auf dem schlichten zweifarbigen Buchcover in Blau und Rot werden „Die 20 wichtigsten Erkenntnisse der Psychologie, um dich und andere besser zu verstehen“ versprochen. Der Band ist als Hardcover mit bedrucktem Pappeinband und Vorsatzblättern im Kösel-Verlag erschienen und wirkt hochwertig. Das Sachbuch umfasst insgesamt 277 Seiten, die in vier Hauptkapitel mit den Schwerpunkten Alltag, Psyche, Gesellschaft und Gesundheit aufgeteilt sind. Diese haben dann noch einmal jeweils fünf Unterkapitel. Der Buchautor hat sich große Mühe gegeben, die wichtigsten psychologischen Erkenntnisse für einen Laien verständlich zu transportieren. Dabei greift er sowohl auf eigene Erfahrungen zurück als Vater, Partner, Freund, Bruder oder Sohn als auch auf seine beruflichen. So führt er Fallbeispiele aus seiner therapeutischen Tätigkeit zum besseren Verständnis an, was ich persönlich immer mag. „In der Psychotherapie heißt es oft, das Wichtigste passiert nicht in, sondern zwischen den Sitzungen. Wenn das Besprochene sich im echten Leben entfaltet. Ich hoffe, bei den Kapiteln in diesem Buch ist es genauso“ ist seine Philosophie, diesen Satz habe ich für mich verinnerlicht. Themen wie Achtsamkeit, den Umgang mit Gefühlen, zwischenmenschliche Beziehungen und die Funktionsweise unseres Gehirns werden beispielsweise analysiert, mein besonderes Interesse fanden die Ausführungen zu Streit und Lügen, Schlafstörungen und Sterben. Auch der Tipp, sein Seelenleben regelmäßig einem „Psycho-TÜV“ zu unterziehen, leuchtet ein. Wer hier allerdings einen Lebensratgeber vermutet, der einem vorgibt, wann man sich wie in welchen Situationen am besten verhalten soll, wird hier eher enttäuscht. Dieses Ziel verfolgt der Buchautor hier nicht mit diesem Buch. Vielmehr möchte er hier die unterschiedlichsten Perspektiven, Denkansätze und Orientierungsmöglichkeiten anbieten und Impulse anstoßen. Was man für sich persönlich daraus macht, das bleibt einem selbst überlassen. Insgesamt vertritt der Psychologe da auch die Auffassung, dass nicht immer alles analysiert werden muss, manchmal reiche eine kleine Veränderung. So beispielsweise bei Konflikten in Beziehungen, die nicht das Ende einer Beziehung bedeuten müssten oder dass Emotionen da sein dürfen, ohne dass man sie sofort verstehen oder ändern müsse: „Es macht etwas leichter, wenn wir verstehen, was passiert und warum“. Der Autor empfiehlt, die einzelnen Kapitel langsam zu bearbeiten, für jedes setzt er da zwischen 15 bis 20 Minuten an. Das ist aufgrund meiner Leseerfahrung durchaus auch realistisch, denn Haghiri schreibt leicht verständlich und verknüpft wissenschaftlich Belegtes mit praktischen Beispielen im Alltag. Insgesamt arbeitet er empirisch belegte Fakten sauber ab, wobei mir manche Ausführungen dann doch etwas zu ausschweifend wurden. Das ist dann aber auch mein einziger Kritikpunkt. Das Layout und die Gestaltung des Buches gefallen mir ausgezeichnet - klug strukturiert, übersichtlich, durchdacht. Die Typographie ist sehr lesefreundlich, eingestreute Illustrationen lockern den Text auf, während Skizzen/Graphiken Zusammenhänge übersichtlicher und leichter verständlich machen. Wer einen anwendbaren Lebensratgeber mit fundierten Erkenntnissen aus Theorie, Praxis und Wissenschaft sucht, könnte seine Freude an dem Buch haben. Praktisch ist, dass man die einzelnen Kapitel nicht chronologisch lesen muss. Jedes ist in sich abgeschlossen und voneinander unabhängig lesbar. So habe ich mich in einigen Kapiteln mehr wiedergefunden als in anderen. Dies ist kein klassisches Selbsthilfebuch, das Lösungen verspricht. Stattdessen geht es darum, eine realistische Haltung gegenüber den eigenen Herausforderungen zu entwickeln und einen achtsamen Umgang mit dem eigenen Seelenleben zu entwickeln. Wer bereit ist, die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und sich behutsam auf einen offenen Dialog mit sich selbst und anderen einzulassen, wird von diesem Buch profitieren. Ich empfehle es gerne weiter, denn es steckt für jeden etwas drin, das im Leben weiterhelfen kann!

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