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Veröffentlicht am 04.04.2026

Streitbar

Ein guter Blick fürs Böse
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Beverly, Margot und Elsie sind sehr unterschiedlich, aber eines haben sie gemeinsam: Die Männer, die sie einmal geheiratet haben, wurden des mehrfachen Mordes überführt. Alle drei fragen sich, ob sie früher ...

Beverly, Margot und Elsie sind sehr unterschiedlich, aber eines haben sie gemeinsam: Die Männer, die sie einmal geheiratet haben, wurden des mehrfachen Mordes überführt. Alle drei fragen sich, ob sie früher hätten etwas merken müssen. Und wieder werden im Kalifornien des Jahres 1966 junge Frauen ermordet aufgefunden. Die drei Frauen haben nicht den Eindruck, dass die Polizei fieberhaft ermittelt. Obwohl sie durch ihre Vergangenheit oder auch ihren Beruf Kontakte zur Polizei haben, werden ihre Gedanken nicht ernst genommen. Was also tun? Elsie, Beverly und Margot wollen unbedingt verhindern, dass es weitere Opfer gibt. Was liegt also nahe? Sie stellen selbst Nachforschungen an.

Die drei Frauen, die sich durch die ungewöhnlichen Gemeinsamkeiten ihrer Vergangenheit gefunden haben, bilden ein besonderes Team. Sie leiden unter den Erinnerungen und auch unter Schuldgefühlen. Aber sie hoffen auch, von ihren Erfahrungen zehren zu können. So müssen sie doch einfach eine Spur finden. Die Zeit ist noch nicht reif für weibliche Detektive. Das merken die drei Frauen recht schnell. Sie werden klein gemacht und keiner will ihren Hinweisen Bedeutung beimessen. Natürlich sind Elsie, Beverly und Margot auch unsicher, aber das hält sie nicht davon ab weiterzumachen. Wenn sie die Gefahr für die Frauen verringern können, dann ist das was.

In den 1960ern wurden weder auf Frauen gehört, noch wurden sie überhaupt gehört. Sie hatten hübsch zu sein, die Kinder groß zu ziehen oder eine Zierde für den Mann. Nur hin und wieder konnte es schon mal einige geben, die sich auch im Beruf durchsetzten. Da kann man froh sein, dass man in der Gegenwart lebt. Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass zu Beginn des Romans eine gewisse kalifornische Leichtigkeit herrscht, gewinnt man später die Gewissheit, dass die Spannung steigt. Die Frauen finden tatsächlich Hinweise, die sich nach und nach zu einem Bild zusammenfügen. Mitunter brauchen Margot, Beverly und Elsie ihren ganzen Mut und sie setzen ihn gut ein. Dabei gibt es überraschende Wendungen. Allerdings fragt man sich, wem man überhaupt vertrauen kann, was leider auch noch für die heutige Zeit gilt. Immerhin können die drei Frauen sich aufeinander verlassen und diese Solidarität macht den Roman in großen Teilen aus. Dieser Roman fesselt bis zum Schluss.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Alte Freunde

Sörensen geht aufs Haus
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Am liebsten wäre es Sörensen, wenn alle Tage immer gleich verliefen, vielleicht hin und wieder etwas zu tun auf der Wache, aber sonst keine Veränderung. Aber bei wem haut so etwas schon hin? Bei Sörensen ...

Am liebsten wäre es Sörensen, wenn alle Tage immer gleich verliefen, vielleicht hin und wieder etwas zu tun auf der Wache, aber sonst keine Veränderung. Aber bei wem haut so etwas schon hin? Bei Sörensen jedenfalls nicht. Nach dessen Erkrankung hat er seinen Vater aufgenommen. Seine Kollegin Jenni Holstenbeck spricht von Veränderungen, eine neue Polizeianwärterin hat angefangen und nun wurden auch noch Knochen im Garten der Familie Göttlich gefunden. Das an sich ist schon schlimm genug. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Herrn Göttlich um Sörensens alten Schulfreund Schiefel handelt. Einfach zu viele Veränderungen.

Morde in Katenbüll - seit seinem Umzug von Hamburg nach Katenbüll ermittelt KHK Sörensen nun zum sechsten Mal. Obwohl es erstmal nicht direkt um Mord geht. Aber anscheinend wurden menschliche Knochen auf einem Grundstück gefunden. Die Nachbarn meldeten den Fund und tischen eine wahrlich abenteuerliche Geschichte auf. Das muss Sörensen erstmal sortieren. Aber die Tatsache mit den Knochen bleibt. Tja, und der Garten gehört seinem alten und einzigen Freund Schiefel. Sörensen wusste nicht einmal, dass der in Katenbüll wohnt. Der Kontakt war auch abgerissen. Noch ahnt Sörensen nicht, dass auch die Eltern einer Sechzehnjährigen, die seit über zwei Jahren verschwunden ist, auf dem Weg nach Katenbüll sind.

Wenn am Anfang die Lachmuskeln einmal ordentlich durchgerüttelt wurden, kann man sich so langsam auf den Fall konzentrieren. Ein Cold Case, der nicht so kalt ist wie man vielleicht gemeint hat. Sörensen, der Veränderungen tatsächlich überhaupt nicht mag, muss hier mit etlichen Neuerungen klarkommen. Das fängt schon mit Schiefel an, der eigentlich aus seinem Leben verschwunden war. Dabei werden in Sörensen Erinnerungen wach, so dass man beim Lesen mehr von seiner Vergangenheit erfährt. Vergangenheit und Gegenwart, Cold Case, und die verhassten Veränderungen, auf Sörensen stürzt einiges ein. Zusammengefügt ergibt sich ein fesselnder Kriminalroman mit einem Sörensen, der einen Schritt weiterkommt. Vielleicht sind Veränderungen nicht immer schlecht, vielleicht ist es manchmal gut, wenn sie ausbleiben. Dieser Sörensen macht Vorfreude auf den nächsten.

Veröffentlicht am 02.04.2026

Rosen, Anker, Totenköpfe

No Regrets
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In einer Stadt, die wahrscheinlich im Ruhrgebiet liegt, betreiben Muddy und Hänk das Tattoo-Studio No Regrets. Seit Jahren stechen sie diverseste Motive und sie sorgen dafür, dass ihre Kunden die Entscheidung ...

In einer Stadt, die wahrscheinlich im Ruhrgebiet liegt, betreiben Muddy und Hänk das Tattoo-Studio No Regrets. Seit Jahren stechen sie diverseste Motive und sie sorgen dafür, dass ihre Kunden die Entscheidung möglichst nicht bereuen. Allerdings könnte das Studio ein wenig frischen Wind gebrauchen. Vielleicht ist es eine Art Fügung, dass die junge Luz hereinschneit. Sie hat andere Motive im Repertoire und das wäre eine gute Ergänzung für die Arbeiten, die Muddy und Hänk anbieten. Muddy ist sofort dafür, Luz einen Platz bekommt. Hänk dagegen will von einer Neuen gar nichts wissen.

Muddy ist der Älteste im No Regrets. Hänk und er haben sich kennengelernt als Hänk noch Zivi war. Das ist eine ganze Weile her, um nicht zu sagen Jahrzehnte. Nun sind sie in ihren eingefahrenen Bahnen und irgendwie muss sich mal was ändern, wenn es mit ihrem Laden nicht noch weiter bergab gehen soll. Könnte Luz gerade die Rettung bringen? Ihre Arbeit ist von hoher Qualität und sie bringt andere Kunden herein. Hänk ist aber wirklich nicht für Veränderungen zu haben. Er ist so ein schlurf Schlumpf, dem die jungendliche Dynamik abhanden gekommen ist. Muddy dagegen versucht ihn in eine andere Richtung zu manövrieren. Vielleicht besteht ja eine echte Chance, dass aus den Dreien ein Team wird.

Wenn man mit der Lektüre des Romans beginnt, fühlt man sich in etwas so als würde man das No Regrets betreten. Mit dem Krokodil im Schaufenster, mit den Arbeitsplätzen, den Zeichnungen, den Farben. Muddy und Hänk granteln vor sich hin und Luz fragt sich, wo sie da gelandet ist. Man selbst grummelt, weil Luz als weibliche Tattookünstlerin keine Chance erhält. Vielleicht ist sie bei Muddy und Hänk gerade richtig. Man hofft, dass sie den Laden mal so richtig aufmischen wird. Wenn sie so frei Schnauze reden, wenn sie sich langsam annähern und wenn es schließlich richtig spannend wird und Rudi sich noch freischwimmt, dann ist man sehr zufrieden mit dem Roman.

Eine Erwähnung verdient die Umschlaggestaltung, die einem das richtige Gefühl für das No Regrets gibt.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Das alte Gutshaus

Fäden des Glücks
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Seit Jahren war Karla nicht mehr in Lüttenbü. Nach jenem letzten Sommer dort haben sich ihre Eltern scheiden lassen. Karlas Vater an ein Jobangebot an der Columbia angenommen und Karla ist mit ihrer Mutter ...

Seit Jahren war Karla nicht mehr in Lüttenbü. Nach jenem letzten Sommer dort haben sich ihre Eltern scheiden lassen. Karlas Vater an ein Jobangebot an der Columbia angenommen und Karla ist mit ihrer Mutter in Deutschland geblieben. Karla hat BWL studiert, weil sie eine sichere Grundlage haben wollte. Nun wohnt sie in Frankfurt am Mein und hat einen sicheren Job. Nun hat sie einen kapitalen Bock geschossen und ist draußen. Und dann hat sie auch noch eine Zahlungsaufforderung über Grundsteuer im Postkasten, dabei hat sie kein …. Moment mal, ihr verstorbener Vater hat ihr doch das Haus in Lüttenbü vermacht.

Der Tod eines Elternteils ist immer ein einschneidendes Ereignis, selbst wenn der Kontakt beinahe abgerissen war. Leider haben die Eltern nie zu einem entspannten Umgang gefunden. Warum ihr Vater das Haus, dass ihnen nicht viel Glück gebracht hat, nicht einfach verkauft hat, hat Karla nie so richtig verstanden. Nun fällt ihr die Aufgabe zu und sie macht sich auf den Weg in die alte Ferienheimat, in der sie sich immer so wohl gefühlt hat. Dieses heimelige Gefühl stellt sich sofort wieder ein als Karla ankommt. Je mehr sie das Haus verkaufsfertig herrichtet, desto mehr Zweifel kommen ihr. Und dann trifft sie auch noch ihre Ferienliebe Rasmus wieder.

Beim Anblick des Covers kann man verstehen wieso sich Karla in ihrer alten Ferienheimat so wohl fühlt. Die alte Nähmaschine schein während der ganzen Zeit auf sie gewartet zu haben. Und die schönen Farben erinnern an Frühling.

Dennoch spürt man schnell, dass Karla den abrupten Abschied von damals noch nicht ganz verarbeitet hat. Man hofft, dass da noch eine Aufarbeitung möglich ist. Und die romantischen Momente zwischen ihr und Rasmus prickeln so schön. Das es über die Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern einiges zu lernen gibt, erfährt man in einem fesselnden Nebenstrang. Manchmal hat man den Eindruck, dass einige Worte zu häufig benutzt werden. Das ist zum Glück nur ein flüchtiger Moment. Schön ist es zu lesen, wie Karla genau genommen durch das alte Haus wieder zu Lebensfreude findet. Die liebenswerten Dorfbewohner tragen ein Übriges zum Lesevergnügen bei. Dann bliebt nur noch zu hoffen, dass Karla und Rasmus noch eine bessere Chance erhalten als in ihrer Jugend. Ein schöner Roman mit mehr Tiefe als man auf den ersten Blick annehmen könnte.

Veröffentlicht am 22.03.2026

Königin in spe

Red as Royal Blood
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Im Reich Lumaria lebt die zwanzigjährige Dienstmagd Ruby. Dienstbotin zu sein, ist nicht gerade ihr Lebenstraum. Allerdings kann sie als Findelkind wohl froh sein, überhaupt vom Palast angenommen worden ...

Im Reich Lumaria lebt die zwanzigjährige Dienstmagd Ruby. Dienstbotin zu sein, ist nicht gerade ihr Lebenstraum. Allerdings kann sie als Findelkind wohl froh sein, überhaupt vom Palast angenommen worden zu sein. Immerhin hat sie einiges an Bildung genossen und ihre heimlichen Schachspiele mit Prinz Rowan sind auch eine Freude für sie. Plötzlich jedoch trifft den Palast die Nachricht, dass der König, der sehr um seinen ältesten Sohn trauerte, gestorben ist. Konnte er die Trauer nicht verwinden? Nun trauert der ganze Hof und muss die aufwühlende Kunde verdauen, dass der König mit seinem letzten Willen Ruby zu seiner Nachfolgerin bestimmt hat.

Ruby, nicht plötzlich Prinzessin, sondern gleich Königin in spe. Wer wäre da nicht überrascht, überfordert und auch entsetzt? Die junge Frau weiß nicht wie ihr geschieht. Die angestammte königliche Familie ist durch die Verfügung nicht mehr so königlich. Die Witwe des Königs, die Prinzen Asher, Rowan und Cedric und schließlich Prinzessin Belle sollen ihren Status aufgeben? Fieberhaft wird nach einer Lösung gesucht. In den Gemächern des verstorbenen Königs findet Ruby inzwischen einen Hinweis, dass der König einem Mord zum Opfer gefallen sein könnte. Wie sie es vom Schachspiel her gewohnt ist, versucht Ruby zu durchdenken, wer hier welchen Zug gemacht hat.

An der Schwelle zum Erwachsenenleben kann es schon zu einschneidenden Ereignissen kommen, aber lötzlich Thronfolgerin zu sein, ist dann doch überraschend. Die Darstellung von Ruby als kluger, freundlicher Dienstmagd, die durchaus gerne mehr möchte, die sich aber damit abgefunden hat, nicht alles erreichen zu können, ist sehr gelungen. Noch besser gefällt allerdings, wie sie die unerwartete Aufgabe annimmt, durchdenkt und ihre nächsten Schritte plant. Wie Rowan irgendwann erkannt hat, sind Dienstboten genauso intelligent wie andere und es sollte diese Trennung der Schichten überhaupt nicht geben. Und Ruby lebt diese Erkenntnis aufs Beste, sie versucht gerecht zu sein. Gleichzeitig will sie das Rätsel um den Tod des Königs lösen. Wer spinnt hier welche Intrige? Eine intelligente junge Frau kann etwas schaffen. Dieses Jugendbuch macht auch Erwachsenen Spaß.

Das Cover ist so gestaltet, dass ein genauerer Blick die Details offenbart. Dabei ist es nicht so überladen, was es positiv hervorhebt. Ein Hingucker ist der fein gestaltete Farbschnitt.