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Veröffentlicht am 27.03.2026

Einatmen, Ausatmen und endlich leben

Einatmen. Ausatmen.
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Der Roman Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo ist vielschichtig, humorvoll und zugleich überraschend tiefgründig. Auch das Cover mit seiner scheinbar idyllischen Blumenwiese und den im Hintergrund aufziehenden ...

Der Roman Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo ist vielschichtig, humorvoll und zugleich überraschend tiefgründig. Auch das Cover mit seiner scheinbar idyllischen Blumenwiese und den im Hintergrund aufziehenden Gewitterwolken spiegelt diese Mischung sehr treffend wider.
Im Zentrum der Geschichte steht Marlene, eine erfolgreiche Spitzenmanagerin, die in ihrem Beruf voll aufgeht. Für sie existiert kaum etwas außerhalb der Arbeit, und zwischenmenschlich zeigt sie wenig Empathie. Doch genau das wird zum Problem. Ihr Vorgesetzter möchte sie zu seiner Nachfolgerin als Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns machen, unter der Voraussetzung, dass sie ein Coaching bei Alex Grow absolviert, einer Koryphäe auf seinem Gebiet.
Allerdings steckt auch Alex selbst in einer Krise. Seine Academy steht kurz vor der Insolvenz, und zudem kämpft er mit eigenen inneren Konflikten. Während Marlene dem Coaching zunächst skeptisch gegenübersteht, entwickelt sie unerwartet eine Freundschaft zu dem zurückgezogen lebenden Hausmeister Mattissen. Als sie sich im Wald verirrt, ist er es, der sie findet und zwischen den beiden beginnt eine ungewöhnliche, für Marlene völlig neue Situation: Freundschaft.
Parallel dazu gerät auch Alex’ Leben aus den Fugen, als ein vierzehnjähriges Mädchen, das vor der Polizei flieht, in sein Leben tritt. Diese Begegnung zwingt ihn, seine bisherigen Entscheidungen und seine eigene Beziehungsunfähigkeit zu hinterfragen.
Maxim Leo zeichnet seine Figuren authentisch und nahbar. Die Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig, sodass man sich gut in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen kann. Der Erzählstil ist dabei zugleich humorvoll und tiefgründig, stellenweise auch bewusst überzeichnet, was dem Roman zusätzliche Lebendigkeit verleiht.
Ein temporeicher Roman, der sich kaum aus der Hand legen lässt, absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Emotional und fesselnd

Where We Belong
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Das Cover des Buches Where We Belong von Wiktoria A. Wieczorek hat sofort meine Neugier geweckt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Zofia, die mit ihren Eltern von Polen nach Berlin auswandert. Die ersten ...

Das Cover des Buches Where We Belong von Wiktoria A. Wieczorek hat sofort meine Neugier geweckt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Zofia, die mit ihren Eltern von Polen nach Berlin auswandert. Die ersten Monate in der fremden Stadt sind für sie extrem schwierig: Obwohl sie die Sprache in der Schule gelernt hat, fühlt sie sich unsicher und fremd. Sie findet kaum Anschluss und erlebt viel Ablehnung – nur Jonas scheint mehr in ihr zu sehen als „die Polin“. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, doch ausgerechnet Jonas und sein Freund Nils enttäuschen Zofia zutiefst und bringen ihr Leben komplett aus der Bahn.
Schließlich wagt sie einen Neuanfang: Als Nessy versucht sie, ihr Leben neu aufzubauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Fünf Jahre später hat sie sich mit viel Fleiß ein Stipendium für ein Architekturstudium erarbeitet. Auf einer Party, zu der sie ihre Mitbewohnerin überredet, trifft sie jedoch ausgerechnet Nils wieder. Plötzlich brechen all die alten Gefühle, Ängste und Zweifel wieder auf und zu allem Überfluss ist Nils auch noch ihr Tutor in Statik, sodass sie ihm nicht aus dem Weg gehen kann.
Die Autorin, die selbst aus Polen stammt, schildert die Emotionen und die innere Zerrissenheit von Nessy und Nils sehr eindrucksvoll. Besonders gelungen finde ich, dass die Kapitel abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt werden und zudem auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen. So wird der Bruch zwischen den Figuren nach und nach sichtbar, und ihre Reaktionen werden umso nachvollziehbarer.
Mich hat diese emotionale Geschichte vollkommen gefesselt. Sie thematisiert eindrücklich das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, aber auch die schwierige Frage, ob und wie man nach einem tiefen Vertrauensbruch verzeihen kann.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung für dieses berührende Buch mit Tiefgang!

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Ein bewegender Roman voller Gefühl und Tiefe

Wiedersehen im Kamelienhaus
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Wiedersehen im Kamelienhaus ist der zweite Band der Kamelienhaus-Saga von Tabea Bach. Schon das wunderschöne Cover macht neugierig und stimmt auf eine atmosphärische Geschichte ein.
Lucy hat die vor dem ...

Wiedersehen im Kamelienhaus ist der zweite Band der Kamelienhaus-Saga von Tabea Bach. Schon das wunderschöne Cover macht neugierig und stimmt auf eine atmosphärische Geschichte ein.
Lucy hat die vor dem Aus stehende Tsubaki-Manufaktur übernommen, die hochwertige Öle aus aus den Samen der Kamelien herstellt. Um das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu führen, musste sie schwere Entscheidungen treffen und zahlreiche Kündigungen aussprechen. Dennoch kämpft die Manufaktur weiterhin mit großen finanziellen Problemen, die Lucy einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Trotz aller Rückschläge hält sie unbeirrt an ihrem Traum fest, die Firma zu retten.
Auch die Firma ihrer Mutter in Frankreich steckt in Schwierigkeiten: Wichtige Großabnehmer verlängern plötzlich ihre Verträge nicht mehr, doch was steckt dahinter?
Bei einer Firmenfeier anlässlich des 90. Geburtstags ihrer Großmutter kommt es zu einem unerwarteten Wiedersehen. Lucy trifft nach langer Zeit auf Finn, den Sohn eines ihrer größten Konkurrenten und ihre große Liebe.
Als schließlich ein gewaltiger Tsunami die Insel erschüttert, wird deutlich, wie wichtig Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sind.
Die Autorin beschreibt die japanischen Gebräuche und die Gegebenheiten vor Ort so lebendig und detailreich, dass man als Leser sofort in die Geschichte eintaucht. Die Charaktere sind facettenreich gezeichnet, und in vielen kleinen Details spürt man die große Liebe zur japanischen Kultur.
Ein rundum gelungener Roman, der japanische Traditionen, wirtschaftliche Herausforderungen und eine berührende Liebesgeschichte miteinander verbindet. Sehr lesenswert und eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Zwischen fliegenden Teppichen und dunklen Mächten

Die geheime Schule der Tempelagenten – Ich, zwischen fliegenden Teppichen und glühenden Schwertern
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Das Cover des Buches „Die geheime Schule der Tempelagenten – Ich, zwischen fliegenden Teppichen und glühenden Schwertern“ von Sibel Susann Teoman hat sofort meine Neugier geweckt und ich wurde mit einem ...

Das Cover des Buches „Die geheime Schule der Tempelagenten – Ich, zwischen fliegenden Teppichen und glühenden Schwertern“ von Sibel Susann Teoman hat sofort meine Neugier geweckt und ich wurde mit einem lustigen, actiongeladenen, spannenden Abenteuer belohnt.
Tims einziger Freund ist sein Chamäleon Wasabi. Als sein Vater ihm eröffnet, dass er einen Forschungsauftrag angenommen hat und Tim die Ferien daher bei seiner Tante verbringen muss, ist die Enttäuschung groß. Noch dazu lässt sich Amintos, der Ort, an dem seine Tante lebt, nicht einmal im Internet finden und vor zehn Jahren verschwand dort Tims Mutter spurlos.
Schon die Anreise dorthin ist außergewöhnlich. Gemeinsam mit Tante Melda und einer älteren Dame sind sie die einzigen Reisenden zu diesem geheimnisvollen Ort. In Amintos erwarten Tim seine Cousine Patty, die ihn herzlich empfängt, sowie sein Cousin Pars, der ihn deutlich spüren lässt, dass er nicht willkommen ist.
Gemeinsam besuchen sie die Schule der Tempelagenten. Doch Tim weiß zunächst weder, welche Fähigkeiten in ihm stecken, noch ob er überhaupt in diesen Kreis aufgenommen wird. Gleichzeitig wird er immer wieder von dunklen Mächten bedroht – den sogenannten Noctis, die in unterschiedlichsten Gestalten erscheinen. Spannung und Action sind also garantiert.
Der Autorin gelingt es, eine fantasievolle Welt zu erschaffen, die von fliegenden Teppichen, einem witzigen Hausgeist aus einer Teekanne und skurrilen Figuren geprägt ist. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet, und es macht große Freude, mitzuerleben, wie Tim nicht nur echte Freundschaften schließt, sondern auch über sich hinauswächst.
Besonders schön ist, dass das Ende eine Fortsetzung erahnen lässt, auf die ich mich jetzt schon freue!
Eine große Empfehlung für alle, die fantastische Abenteuer lieben!

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Meisterhaft erzählt

Sie wollen uns erzählen
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Birgit Birnbachers neuer Roman „Sie wollen uns erzählen“ widmet sich einem sensiblen Thema und das in einer besonderen Erzählweise, auf die man sich einlassen muss.
Der neunjährige Oz lebt mit ADHS, ebenso ...

Birgit Birnbachers neuer Roman „Sie wollen uns erzählen“ widmet sich einem sensiblen Thema und das in einer besonderen Erzählweise, auf die man sich einlassen muss.
Der neunjährige Oz lebt mit ADHS, ebenso wie seine Mutter Ann, bei der er seit der relativ frischen Trennung der Eltern allein aufwächst. Eigentlich sollte der Zeugnistag mit einem Fest enden, doch stattdessen geschieht in der Schule etwas Schreckliches. Auf dem Heimweg kreisen Oz’ Gedanken unaufhörlich darum, wie er seiner Mutter den Brief seiner Lehrerin erklären soll.
Zu Hause angekommen, erwartet ihn jedoch eine völlig unerwartete Situation. Seine Mutter ist kreidebleich, ein Notfall. Oz’ Großmutter ist aus dem Krankenhaus, in dem sie operiert werden sollte, verschwunden. Überstürzt werden einige Sachen gepackt, und Oz’ Geständnis muss zunächst warten.
Der Erzählstil des Romans ist außergewöhnlich: Birnbacher verzichtet vollständig auf direkte Rede und lässt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Oz und Ann entstehen. So erzeugt sie eine dichte, beinahe rastlose Gedankenwelt, die das Innenleben der Figuren eindrucksvoll widerspiegelt.
Einfühlsam und berührend zeigt die Autorin, welche Herausforderungen ADHS für den Familienalltag und die Beziehungen mit sich bringt. Trotz der Schwere des Themas gibt es immer wieder Momente, die ein Schmunzeln hervorrufen. Die Geschichte zieht einen schnell in ihren Bann und bleibt lange nach dem Lesen im Kopf.
Ein bewegender Roman, der nachhallt und absolut lesenswert ist.

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