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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Noch fünf Tage

Noch fünf Tage
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Lia arbeitet als Spitzenköchin in einem Londoner Sternerestaurant bis sie bei einem unverschuldeten Unfall die Verantwortung übernehmen soll. Der Besitzer des Restaurants lässt ihr keine Wahl und stellt ...

Lia arbeitet als Spitzenköchin in einem Londoner Sternerestaurant bis sie bei einem unverschuldeten Unfall die Verantwortung übernehmen soll. Der Besitzer des Restaurants lässt ihr keine Wahl und stellt ihr dafür einen tollen neuen Arbeitsplatz in Aussicht bei einer reichen Familie als Privatköchin in der Schweiz zu arbeiten, ihre Tochter darf eine Privatschule besuchen. Das Silvester-Dinner ist das letzte was Liz zubereitet, wenig später sind ihre Arbeitgeber und auch ihre beiden Kinder tot. Liz überlegt nur knapp den Giftanschlag.

In einer Privatklinik soll sich Liz etwas erholen, denn ihr bleiben noch fünf Tage bis zu ihrem Tod. Sie möchte so viel Zeit wie möglich mit ihrer Tochter verbringen und sie versucht dem Grund des Verbrechens und dem Mörder auf die Spur zu kommen, ist sie nur Beifang gewesen oder steckt mehr dahinter. Unterstützung bekommt sie von ihrer persönlichen Krankenschwester, mit der sie bald eine Freundschaft verbindet.

Nach einem etwas holprigen Start habe ich allerdings kaum noch aufhören können zu lesen. So ungewöhnlich und interessant. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt, oft weit zurück und dann aus Lis Arbeitsalltag bei ihren reichen Arbeitgebern. Ich habe durch diese Geschichte auch einiges gelernt und auch Dinge über Lebensmittel erfahren, die ich noch nicht wusste, aber vielleicht auch gar nicht hätte wissen wollen.

Emotional hat mich das Buch sehr berührt, gerade mit dem Wissen von Lis bevorstehenden Todes und der damit verbundenen Schwierigkeit das Beste für die Zukunft ihrer Tochter zu bewirken, hat mir doch manches Mal die Tränen in die Augen getrieben. Der Plot war dann doch eine große Überraschung. Alles in allem gute Krimiunterhaltung der etwas anderen Art.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Der unsichtbare Elefant

Der unsichtbare Elefant
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Thomas Siebenmorgen ist ein hart arbeitender Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Ohne Vorwarnung klettert er eines Abends über die Brüstung im Innenhof der Firma und stürzt ab und zerstört ...

Thomas Siebenmorgen ist ein hart arbeitender Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Ohne Vorwarnung klettert er eines Abends über die Brüstung im Innenhof der Firma und stürzt ab und zerstört dabei noch ein sehr teures Kunstwerk eines bekannten asiatischen Künstlers. Thomas war ein Jasager und hat sich so sehr von Kollegen/Vorgesetzten ausnutzen lassen, dass er fast kein Privatleben hatte.

Besonders betroffen ist die Maria, die Kollegin von Thomas, die ihn hat abstürzen sehen und ihm nicht mehr helfen konnte. Die Chefs der Kanzlei wollen Schadensbegrenzung erreichen und lassen den unabhängigen Anwalt Simon aus dem Büro in München einfliegen, der sich auch mit den Eltern und Kollegen von Thomas auseinandersetzt. Besonders gut gefallen hat mir der Schlagabtausch von Simon und dem früheren Mitarbeiter (Seniorpartner) der Kanzlei, der sich vor kurzem selbständig gemacht und die Kanzlei verlassen hat.

Die Geschichte von Thomas hat mich sehr berührt und der eindringliche Schreibstil und die Thematik hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Was hat Thomas genötigt seinem Leben ein Ende zu setzen? Diese Frage wird nicht befriedigend beantwortet. Sehr interessant ist die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart und der Einfluss von früheren Traumata der Vorfahren auf unser Leben.

Das letzte Drittel des Buches hat mich allerdings etwas irritiert zurückgelassen. Es gibt zu viele lose Fäden, die nicht zusammenlaufen. Es gibt Hinweise auf Kultur, Kunst, Religion usw. Da hat der Autor zu viel gewollt. Das etwas offene Ende könnte vielleicht ein Hinweis sein, dass es noch einen Nachfolgeband gibt. Das Buch ist allerdings trotz meiner zwiespältigen Gefühle sehr lesenswert. Die Figuren Maria, Victor, Simon und Inaaya sind mir sehr ans Herz gewachsen und haben mich nachhaltig beeindruckt.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Düsteres Tal

Düsteres Tal
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Clara Lofthus lebt nun seit 5 Jahren ein gutes Leben in Nairobi, wo sie ein Hilfs-Schulobjekt betreut, welches ihr sehr am Herzen liegt. Ihr Lebensgefährte Axel und die beiden Teenager-Zwillingssöhne sind ...

Clara Lofthus lebt nun seit 5 Jahren ein gutes Leben in Nairobi, wo sie ein Hilfs-Schulobjekt betreut, welches ihr sehr am Herzen liegt. Ihr Lebensgefährte Axel und die beiden Teenager-Zwillingssöhne sind mit dabei. Als sie bei einem Terroranschlag auf die Schule fast ihr Leben verliert, kehrt die Familie nach Oslo zurück. Da Clara in der Schule noch ein paar Kinder rettet, bevor sie schwer verletzt wird, wird sie als Heldin gefeiert.

Zurück in Oslo wird ihr erneut der Posten als Justizministerin angeboten und das Leben geht für die Familie weiter vor dem Nairobi-Aufenthalt. Als die Leiche von Sabiya, der früheren Geliebten ihres verstorbenen Mannes nach Jahren gefunden wird, ist es mit der Ruhe vorbei. Der Journalist Heier will einen Podcast über Sabiya ins Leben rufen und interviewt alle Menschen, die mit ihr zu tun hatten, um ihre Unschuld zu beweisen. Die Schlinge um Clara zieht sich immer enger.

Was kann ich schreiben ohne zu spoilern, nicht viel. Schreibstil super, es wird aus vielen Perspektiven erzählt und nie langweilig. Clara ist kalt und berechnend und kein Sympathieträger. Es passiert unglaublich viel und ich habe das ein oder andere Mal gedacht, das kann nicht wahr sein. Die ersten zwei Teile sollten auf jeden Fall vorher gelesen werden, sonst versteht man die Zusammenhänge schlecht. Es gibt einige dunkle Gänsehautmomente.

Ich bin sehr gespannt, ob es einen nächsten Teil geben wird, dem Ende nach zu urteilen könnte das möglich sein.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Ermittlerteam ist super

Schwüre, die wir brechen
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Es gibt ein Wiedersehen mit dem Ermittlerduo Svea Karhuu und Jon Nordh. Eine männliche Leiche wird gefunden mit angenähtem Krokodilkopf, was auch die Gerichtsmediziner sprachlos macht. Selbst als eine ...

Es gibt ein Wiedersehen mit dem Ermittlerduo Svea Karhuu und Jon Nordh. Eine männliche Leiche wird gefunden mit angenähtem Krokodilkopf, was auch die Gerichtsmediziner sprachlos macht. Selbst als eine zweite männliche Leiche gefunden wird, auch mit einem angenähten Tierkopf, lässt sich die Chefin der beiden Ermittler nicht auf einen Serientäter festlegen. Jon wollte die Ermittlungen in diesem bizarren Fall auf keinen Fall übernehmen, wird aber von seiner Chefin dazu gedrängt, die ihm im Gegenzug die Unfallakten seiner Ehefrau, die durch einen Autounfall gestorben ist, in dem auch sein Freund Calle saß. Die Ermittlungen entwickeln sich für das ganze Team zu einem Albtraum.

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, hat mir der erste Teil auch schon sehr gut gefallen. Allerdings hat mich diese Geschichte eher enttäuscht, hier wurde sehr viel in die Geschichte gepackt. Der Fall an sich ist schon komplex genug, dann kommt noch der Unfalltot von Jons Ehefrau und zu guter Letzt noch Dämonen der Vergangenheit aus Sveas Zeit in Stockholm, inzwischen wird auch ihr Lebensgefährte bedroht.

Ich musste aufgrund der teilweise eckligen Details in der Story dann doch oft schlucken und den Bezug zum alten Ägypten fand ich dann doch oft ermüdend und langatmig. Trotz alledem eine große Empfehlung von mir. Die Ermittler sind authentisch und sympathisch mit all ihren Macken, die Ermittlungen realistisch dargestellt. Der Vorgänger sollte vorher gelesen werden.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Tragödie

Die unsichtbare Hand
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Olivia Dumont ist Ghostwriterin und hat sich mit einem erfolgreichen Kollegen angelegt und muss nun Unsummen an Schadensersatz zahlen, daher nimmt sie den Auftrag an dem bekannten Autor Vincent Taylor ...

Olivia Dumont ist Ghostwriterin und hat sich mit einem erfolgreichen Kollegen angelegt und muss nun Unsummen an Schadensersatz zahlen, daher nimmt sie den Auftrag an dem bekannten Autor Vincent Taylor bei der Veröffentlichung seiner Memoiren zu helfen. Bei Vincent Taylor handelt es sich um ihren Vater, mit dem sie ein schwieriges Verhältnis und seit vielen Jahren keinen Kontakt hatte. Er wurde als Teenager verdächtigt seine beiden Geschwister 14 und 17 Jahre alt, umgebracht zu haben, trotz Freispruch umgibt ihm immer noch der Verdacht, der Täter gewesen zu sein. Da er nun unter beginnender Demenz leidet, möchte er nun noch sein Vermächtnis auf Papier festhalten. Olivia begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit und kommt nach und nach der Wahrheit auf die Spur.

Ich habe mich am Anfang mit diesem Buch sehr schwer getan, sehr langatmig geschrieben und viele Sprünge in die Vergangenheit. Die Figuren bleiben weitgehend blass und der Geschichte fehlt es zum größten Teil an Spannung.

Das Ende ist dann doch eine Überraschung und die ganze Story gestaltet sich wie ein Puzzle, wo langsam immer ein neues Teil zum Vorschein kommt. Das Buch ist eher eine Tragödie denn ein Krimi.

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