Profilbild von Kwinsu

Kwinsu

Lesejury Star
offline

Kwinsu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kwinsu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Time for something new

Vor uns die Zeit
0

Tom Baldwin steht vor seiner Pensionierung, über 40 Jahre war er in der Versicherungsbranche tätig. Er träumt sich ein wundervolles Leben herbei, in dem er seinen großen Leidenschaften, wie Geschichte, ...

Tom Baldwin steht vor seiner Pensionierung, über 40 Jahre war er in der Versicherungsbranche tätig. Er träumt sich ein wundervolles Leben herbei, in dem er seinen großen Leidenschaften, wie Geschichte, Archäologie und der Bearbeitung seines Gartens nachgehen kann. Doch die Realität ist ernüchternd und langsam verfällt er in depressive Episoden. Bis er eines Tages mit seiner Frau Edith beschließt, einen Ausflug in das Wendental zu machen. Dort haben sie eine Begegnung, die ihr Leben tiefgreifend verändern wird: ein junger Immobilienmakler führt ihnen ein Musterhaus vor und das Ehepaar weiß: das ist ihre Zukunft.

Der Roman "Vor uns die Zeit" von dem Theaterautor, Drehbuchschreiber und Schriftsteller R.C. Sherriff erschien unter dem Namen "Greengates" das erste Mal im Jahr 1936. Das Buch strotzt vor britischer, gutbürgerlicher Attitüde seiner Zeit und ist dennoch erstaunlich zeitlos. Es ist so absolut nachvollziehbar, dass das plötzliche Loch, das einen durch den Eintritt ins Rentenalter mit hässlicher Fratze lachend entgegenstrotzt, in eine tiefe Depression stürzen kann. Die Beziehungsverhältnisse, wie sie bisher waren, können so nicht weitergehen: die Ehefrau, die sich stets um Haus und Garten kümmerte und nichts mehr liebte, als ihr kurzes Nachmittagsnickerchen, ist in ihrer Routine erschüttert, genauso wie ihr Dienst"mädchen" Ada, die plötzlich ihre Arbeit nicht mehr nach gewohnten Mustern verrichten kann. Und der Pensionär selbst weiß nichts mit seiner neu gewonnenen Zeit anzufangen. Der Autor Sherriff weiß mit feinem Humor eine Charakterstudie der Protagonist*innen nachzuzeichnen, die vor Beobachtungsgabe und zeitloser Modernität nur so strotzt.

Alles ändert sich nach dem Ausflug ins Wendental: das Ehepaar verliebt sich Hals über Kopf in das Musterhaus und trotzdem sie bisher sehr auf Sparsamkeit bedacht lebten, sind sie gewillt ihr Erspartes und Geerbtes für einen neuen Lebensabschnitt in einem Haus, das allen modernen Komfort der Zeit bietet, zusammenzukratzen und würden am liebsten gleich dort einziehen. Lustigerweise haben sie kaum noch Geduld um abzuwarten, dort einzuziehen. Auch als Leserin fiebert man mit, dass alles wirklich so gut gehen wird, wie sich das Ehepaar so erhofft - ohne dabei von irgendjemanden übers Ohr gehauen zu werden. Als es endlich so weit ist, werden die beiden gleich ins nächste Projekt gezogen und widmen ihr Leben nun der Gemeinschaft, in Form eines partizipativen Klubs.

Es ist erstaunlich, wie fein und tiefgehend der Autor seine Figuren zeichnet, sich mit einem Augenzwinkern über sie lustig macht, ohne sie jemals bloßzustellen oder die Augenhöhe zu verlieren. Großartig gelingt es ihm, ein eigentlich recht fades Leben mit Enthusiasmus und liebevollen Standesdünkel zu würzen und die Charaktere absolut glaubhaft und authentisch darzustellen. In keinem Moment kommt Langeweile auf und es ist herrlich mitzuverfolgen, wie Tom über seine eigene Entwicklung reflektiert - und staunt. Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass der Roman vor 90 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde und nichts an Aktualität verloren hat - wenn man von dem dargestellten, gutbürgerlichen Milieu mit starkem britischen Akzent einmal absieht. Die Charaktereigenschaften von Tom sind humorig schrullig, er weiß sich standesgemäß zu benehmen und ist anfänglich auch den Umständen entsprechend genügsam. Trotzdem der Hauskauf sie vor finanzielle Herausforderungen stellt, kommt er keine Sekunde auf seine Idee, etwas von ihrem bisherigen Lebensstandard - beispielsweise auf seine Haushälterin - zu verzichten. Äußerst amüsant ist es auch mitzuverfolgen, wie plötzlich ihr jahrzehntelang gewohntes Haus vom einst geliebten Zuhause zu einer hässlichen, ungemütlichen und unkomfortablen Bude heranwächst, nachdem ihnen ihr neues Zuhause vor Augen steht. Auch die Befindlichkeiten und Meinungen anderen Menschen gegenüber, beispielsweise dem kolonialistischen und leicht unsympathischen Mr. van Doon, sind bezeichnend, aber erstaunlich versöhnlich und offen.

Mein Fazit: "Vor uns die Zeit" ist ein absolut empfehlenswerter Roman, der schon 90 Jahre auf dem Buckel und nur wenig an Aktualität verloren hat. Er besticht durch feine Charakterbeobachtungen und zum Schmunzeln bringenden Humor, ohne dabei die Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Es ist ein meisterliches Werk britischer Literatur, die alle lesen sollten, die der britischen upper middle class gewogen sind und sich für die tiefgehenden Veränderungen interessieren, die passieren, wenn man das Arbeitsleben hinter sich gelassen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2026

Schönheit, oder nicht

Das schönste aller Leben
0

Vios schlechtes Gewissen ist für sie kaum aushaltbar: durch eine Unachtsamkeit verbrühte heißes Wasser das Gesicht ihrer kleinen Tochter und hinterlässt eine hässliche Narbe. Daweil war Schönheit alles, ...

Vios schlechtes Gewissen ist für sie kaum aushaltbar: durch eine Unachtsamkeit verbrühte heißes Wasser das Gesicht ihrer kleinen Tochter und hinterlässt eine hässliche Narbe. Daweil war Schönheit alles, was sie für Sophie wollte. Doch was ist Schönheit überhaupt? Woher kommt der Wunsch, anderen immer gefallen zu wollen? Anhand dieser und vieler anderer Fragen wird Vios Leben, beginnend mit der Auswanderung aus dem Banat nach Deutschland nachgezeichnet. Zwischendrin erfahren wir auch von ihrer Ahnin Theresia, die bereits im 18. Jahrhundert dafür kämpfte, selbstbestimmt leben zu können.

Betty Boras ist mit "Das schöne aller Leben" ein berührender Debutroman gelungen, der mit seiner einfühlsamen Sprache tiefgehende Verwundungen einzelner Frauengeschichten aufzeigt. Besonders beeindruckend sind die unterschiedlichen Erzählperspektiven: die Ich-Erzählerin ist, wie ich erst im Laufe des Romans verstanden habe, Vio in der Gegenwart, etwas distanzierter erfahren wir über Vios Kindheit und vor allem ihrer Jugend, Theresia, dessen Erzählung im 18. Jahrhundert spielt, sowie - und das ist besonders außergewöhnlich: die Banater Erde, die zwar nur kurz, aber umso einprägsamer ihre regelmäßige Auftritte bekommt.

Besonders die Ich-Erzählerin ist - ehrlichgestanden und vermutlich auch beabsichtigt - nicht immer leicht auszuhalten. Sie scheint in einem Teufelskreis aus Selbstvorwürfen, Schönheitsidealen und Selbstmitleid gefangen zu sein, immer wieder kreisen ihre Gedanken um die selben Themen, immer geht es darum, dass ihre Tochter jetzt nie wieder schön sein wird und alle Menschen, denen sie begegnen, nur Schlechtes über deren Aussehen denken würden. Ich musste deswegen das Buch öfter weglegen, weil mir das zu viel wurde, ich sie rütteln, ja - ihr auch oft ihr Kind wegnehmen wollte. Die Ich-Vio triggert Gedanken, die man selbst hat und nicht haben möchte, auch deshalb ist sie schwer zu ertragen. Daweil wird im Laufe des Buches auch ein Stück weit erklärt, warum sie zu dieser Person geworden ist, werden doch ihre Familienbeziehungen samt Haltungen aufgedröselt, ihr eigenes Schicksal, dass ihr nicht nur ihre Heimat entriss, sondern sie als Teenager auch in ein Korsett zwang, das für sie unerträglich war. Glücklicherweise versöhnt sie sich im letzten Drittel des Buches mit sich selbst - und damit auch mit mir als manchmal genervte Leserin.

Auch Theresias Geschichte berührt. Ihr Schicksal schwankt zwischen angenommen-sein und abgestoßen-werden, wobei ihre Selbstbestimmung - auch aufgrund der Zeit, in der ihr Schicksal liegt, sehr eingeschränkt ist. Fast fühlt sich dieser Erzählstrang etwas hineingequetscht an. Theresia ist eine Ahnin Vios, das erfahren wir im Klappentext, wobei ich lange Zeit nicht einordnen konnte, zu welcher Zeit ihr Erzählstrang spielt. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, weshalb Theresias Geschichte überhaupt in das Buch aufgenommen wurde. Ja, es zeigt den Weg der Familie in den Banat, aber Theresias Schicksal ist so ergreifend und spannend, dass sie ruhig einen eigenen Roman verdient hätte. Für mich waren ihre Kapitel aber auch jene, die mich wieder zurückgeholt haben in den Roman, nachdem ich diesen aufgrund der Nervigkeit Vios weglegen musste.

Speziell ist auch der Auftritt der Banater Erde, die danach lechzt, geliebt und anerkannt zu werden. Sehr ungewöhnlich, sehr berührend und ein Stück weit passende Theatralik für ein Land.

Mein Fazit: "Das schönste aller Leben" ist ein berührender, aufwühlender und an die Emotionen appellierender Roman, der einen heftigst zum Nachdenken anregt. Über: Schönheit, Herkunft, Identität und die Selbstbestimmtheit von Frauen. Ein großartiges Debut, das man gelesen haben sollte!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2026

Was sie verbindet

Das gute Leben
0

Als Christinas Oma Anni stirbt, erbt sie ihr Haus in einer kleinen Ortschaft vor Nürnberg. Es quält sie dort zu sein, in diesem Haus, in dem so viele Erinnerungen warten, wiederentdeckt zu werden. Christina ...

Als Christinas Oma Anni stirbt, erbt sie ihr Haus in einer kleinen Ortschaft vor Nürnberg. Es quält sie dort zu sein, in diesem Haus, in dem so viele Erinnerungen warten, wiederentdeckt zu werden. Christina ist bei Anni aufgewachsen, nachdem ihre Mutter Helene ohne sie ausgewandert ist. Doch wie viel weiß sie eigentlich von ihrer engsten Bezugsperson? Christina beginnt Annis Leben zu rekapitulieren, sucht nach Spuren, die vielleicht noch aufzudecken sind, will herausfinden, weshalb die Quelle, bei der Anni Jahrzehnte gearbeitet hat, bis zu ihrem Tod ein bestimmendes Element in ihrem Leben war und warum sie einst aus Rumänien aufgebrochen ist, um ein gutes Leben in Deutschland zu finden.

Das an den Anfang gestellte Zitat von Aimee Mann, "I just wanted a place but I ended up gone." trifft den Vibe von "Das gute Leben" sehr treffend. Irgendwie sind die Protagonistinnen nie wirklich greifbar, trotzdem erfahren wir viel über familiäre Dynamiken, über (fehlende) Mutter-Tochter-Beziehungen und vor allem über das, was übrig bleibt am Ende eines Lebens - vorwiegend aus Leerstellen. In dem Buch schwingt viel Melancholie mit, die Frage, ob die Frauen in der Ferne tatsächlich ein gutes Leben gefunden haben, bleibt interpretierbar. Christina versucht das Leben ihrer Großmutter nachzuerzählen, ergründet, warum Rumänien für sie unlebbar war, weiß aber auch um die enormen Herausforderungen, die Anni als Fremde und noch dazu alleinerziehend durchmachen musste.

Das Reden war bei den Frauen nie so wirklich angesagt, was zu unausgesprochenen Verletzungen, die jahrzehntelang mit sich herum getragen wurden, führte und wenn sie redeten, standen Vorwürfe im Raum: "Die nächste Stille ist länger. Das Gift steht ihnen beiden bis zum Hals, noch ein, zwei Sätze, und sie fangen an, darin zu ersaufen." (S. 283) Über Christinas Mutter Helene erfahren wir nur wenig, genauso wie über Annis Mutter in Rumänien, geschweige denn von Männern, die zwar schicksalsweisend, aber im Alltag kaum eine Rolle spielten. Anni scheint grundsätzlich ein schwieriger Charakter gewesen zu sein, die zwar wusste was sie wollte, jedoch nicht wirklich Herzlichkeit zeigen konnte - vor allem nicht ihrer eigenen Tochter gegenüber. Trotzdem liebte sie ihre Enkelin, wenn man so will war Christina ihr Kind zur rechten Zeit.

Die Geschichte wird aus Christinas Perspektive in Ich-Form erzählt, doch immer wieder berichten Einschübe aus Annis Leben, zeitlich bunt gewürfelt, weshalb es Konzentration und Fokus braucht, um wirklich in allen Facetten mitzukommen. Die Sprache der Autorin Nadine Schneider ist fein und zart, hat aber durchaus Treibkraft ,von der man sich nicht allzu mitreißen lassen darf, um alles zu verstehen. Es gibt immer wieder zeitgeschichtliche Kontexte, die bezeichnend sind, allen voran der Aufstieg, das Florieren und der Niedergang von Quelle, dessen Leib uns Seele Anni schier verfallen war. Über die Beweggründe, weshalb Anni in den 1960ern Rumänien unbedingt den Rücken kehren wollte, außer dass es dreckig und unerträglich war, wissen wir hingegen kaum etwas. Das spielt aber auch nicht unbedingt eine Rolle, denn Anni wollte unbedingt in Deutschland glücklich werden. Trotzdem sie ihrem Job leidenschaftlich nachging und sogar nach anfänglich harten Jahren mit wenig Geld ein Haus geerbt hatte, schien ihr dieses Glück nie wirklich hold gewesen zu sein. Ob Anni wohl ihr Leben als gut bezeichnet hätte, bleibt offen. Zurückgelassen hat sie jedenfalls eine Enkelin, die ihr nach dem Tod noch einmal auf ihre Art ein Denkmal setzen möchte.

Mein Fazit: "Das gute Leben" ist ein intensiver, fein beschriebener Generationenroman, mit dem es lohnt, sich eingehender auseinanderzusetzen. Vor allem durch starke Erinnerungen, aber auch Leerstellen erfahren wir über diese Frauen, ihre Leben und was sie verbindet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Kein Krimi - aber ein großartiges Porträt dreier Menschen - und einigen Toten

Giftiger Grund
0

Joran wird nach sieben Jahren, die er aufgrund einer Messerstecherei absitzen musste, aus der Haft entlassen, fest gewillt, einen neuen, nicht-kriminellen Weg einzuschlagen. Ganz so einfach, wie er sich ...

Joran wird nach sieben Jahren, die er aufgrund einer Messerstecherei absitzen musste, aus der Haft entlassen, fest gewillt, einen neuen, nicht-kriminellen Weg einzuschlagen. Ganz so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist das aber nicht - sein Vater macht ihm das Leben schwer und auch sein ehemaliger Kumpel versucht ihn wieder auf die dunkle Seite zu ziehen. Und die Begegnung mit der Lost Places-Influencerin Charu und dem 10-jährigen Mädchen Edda stellt seine wieder erworbene Freiheit endgültig auf den Kopf.

Ehrlich: ein wenig wundern tut es mich schon, dass "Giftiger Grund" als Kriminalroman bezeichnet wird - sogar am Cover. Denn: es kommen darin keine Ermittlerinnen vor, die irgendwie eine Rolle spielen, geschweige denn ermitteln. Was es gibt sind Tote, über dessen Ableben wir lange nichts wissen. Und fein gezeichnete, intensive und sehr glaubhafte Figuren, die wirklich wie aus dem Leben genommen wirken.

Ich war von Knüwers erstem "Kriminalroman" - "Das Haus in dem Gudelia stirbt" sehr angetan und es ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher. Der Autor hat einen ganz eigenen Schreibstil, die Figuren erzählen aus der Ich-Perspektive, die Sprache ist authentisch, oft mit Jugendslang oder Schimpfwörtern durchzogen - je nach vorkommenden Milieu. Leser
innen lernen die Innenperspektive der Charaktere sehr gut kennen, sie sind verletzlich, unsicher, überschätzen sich selbst, sind teilweise naiv - und deshalb so unglaublich realistisch. Vielleicht erschafft Knüwer hier ein eigenes Sub-Genre mit seiner psychogrammischen Porträtierung - ähnliches habe ich jedenfalls noch nicht gelesen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Figuren nicht stereotyp gezeichnet sind, besonders was Männer und Frauen betrifft. Klischees werden allenfalls was das jeweilige Milieu betrifft, eingebaut.

Das Hineinkommen in das Buch war zugegebenermaßen nicht ganz so einfach für mich, es hat mich anfänglich nicht sonderlich gepackt. Als sich dann aber bei Joran, Charu und Edda langsam ein gemeinsamer Weg entwickelt, war es um mich geschehen und wie bei Gudelia zuvor kann ich sagen: ich liebe dieses Buch!

Mein Fazit: Wer sich bei "Giftiger Grund" eine klassischen Krimi erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Die Geschichte zeigt vielmehr, wie drei sehr unterschiedliche Personen aus einem dummen Zufall heraus zusammenfinden und mehrere Tote ihre Gemeinsamkeit sein wird. Dabei ist die Figurenzeichnung so gekonnt und authentisch, dass wir den Personen gerade begegnet sein könnten. Knüwer ist ein großartiger Schreiberling, der mit seinem speziellen Stil und schrägen Ideen Menschen, die damit etwas anfangen können, eine große leserische Begeisterung beschert. I love it!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Stock und Stein - fantasievoll und animierend

Stock & Stein
0

Die Geschichte um Stock und Stein ist äußerst liebenswert: nachdem sie ein schönes Leben in der Jackentasche verbringen, werden sie kurzerhand ausgemistet und vor die Tür gesetzt. Nun malen sie sich aus, ...

Die Geschichte um Stock und Stein ist äußerst liebenswert: nachdem sie ein schönes Leben in der Jackentasche verbringen, werden sie kurzerhand ausgemistet und vor die Tür gesetzt. Nun malen sie sich aus, was alles mit ihnen passieren könnte. Neben schönen Träumen schleichen sich auch albtraumhaftige Vorstellungen ein - wird das alles gut ausgehen?

"Stock & Stein" von Anne-Kathrin Behl ist gleichsam entzückend illustriert, fantasieanregend und lustig erzählt. Die Farben sind schön dezent ausgewählt, die Illustrationen sind nicht überladen, bieten aber viele Details, die man entdecken kann. Besonders die Träume von Stock und Stein sind lustig, meine kleine Nichte verbiegt sich jedes Mal vor lachen, auch wegen der amüsanten Wortspiele, die sich die beiden ausdenken. Und sie wollte gleich mit Stock und Stein zu basteln beginnen. Dazu inspiriert nicht nur die Geschichte selbst, sondern auch ein QR-Code am Ende des Buches, der eine Anleitung zum Stock & Stein-Bilderbasteln bietet. Mir gefällt es auch gut, dass das Buch auch leichte Befürchtungen zeigt, die die beiden haben, denn so ist das Leben auch: es gibt nicht nur Traumhaftes, sondern auch Beängstigendes - und das ist mit viel Humor und sehr kindgerecht hier abgebildet.

Ich und meine fünfjährige Nichte sind wirklich begeistert von "Stock & Stein" und ich bin mir sicher, dass es noch zahlreiche weitere Male gelesen wird - und sich mit Sicherheit der Jackentascheninhalt nach jedem Spaziergang weiter füllen wird. Ein Kinderbuch das animiert, Fantasien aufleben lässt und einfach gelungen entzückend ist!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
  • Illustrationen