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Veröffentlicht am 10.04.2026

Ängste?! -Tu es trotzdem (S. 89)

Alt genug
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„Alt genug“ von Ildikó von Kürthy ist kein Roman, sondern ein „Memoir“, persönlich Erlebtes kombiniert mit Lebensweisheit. (Erschienen 2026)

Es ist schon Jahrzehnte her, dass ich einige ihrer frühen Werke ...

„Alt genug“ von Ildikó von Kürthy ist kein Roman, sondern ein „Memoir“, persönlich Erlebtes kombiniert mit Lebensweisheit. (Erschienen 2026)

Es ist schon Jahrzehnte her, dass ich einige ihrer frühen Werke gelesen habe. Ich hatte sie sehr humorvoll in Erinnerung und wurde auch bei diesem Buch nicht enttäuscht. Es liest sich leicht und locker, regt zum Schmunzeln, andererseits aber auch zum Nachdenken an. Fröhliches und Trauriges fließen ineinander, wie es im wahren Leben eben passiert.

Die Autorin (Jahrgang 1968) nahm eine Art Bucket List als Grundlage für dieses Buch. Ihr Ziel war, ihre Komfortzone zu verlassen, Ängste zu überwinden, noch nie Erlebtes zu wagen, Dinge in Angriff zu nehmen, die sie bislang aufgeschoben hatte. So reiste sie trotz Flug- und Höhenangst (noch dazu alleine) nach New York, zeltet beim Heavy-Metal-Musikfestival und traute sich über noch so einige ungewöhnliche Aktivitäten wie die Bewerbung bei Germany’s Next Top Model als Best Ager. Launig schildert sie diverse Hoppalas und unvergessliche Eindrücke. Die Autorin gibt aber auch Einblick in langjährige tiefe Freundschaften, ihre Einstellung zum Älterwerden und den Umgang mit Ängsten jeglicher Art, in ihre Gedanken, Ansichten, Gefühle. Was sie erzählt, klingt ehrlich und authentisch. Mich haben genau diese Aktionen beeindruckt.

Manches konnte ich nachvollziehen, manches nicht. Aber im Großen und Ganzen hat mich das Buch gut unterhalten, berührt und nachdenklich gestimmt.

Ein durchaus lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Gasperlmaier – statt Familienidylle zeitraubende Mordermittlung

Letzter Landler
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„Letzter Landler“ von Herbert Dutzler (erschienen 2026) ist bereits der 13. Band dieser Altaussee-Krimireihe mit dem Dorfpolizisten Franz Gasperlmaier.

Das Cover mit der im Gras liegenden Geige passt ...

„Letzter Landler“ von Herbert Dutzler (erschienen 2026) ist bereits der 13. Band dieser Altaussee-Krimireihe mit dem Dorfpolizisten Franz Gasperlmaier.

Das Cover mit der im Gras liegenden Geige passt gut zum Inhalt und ist im Stil analog den Vorgängerbänden gestaltet, was ausgezeichneten Wiedererkennungswert hat. Der Schreibstil ist flüssig und locker und bildhaft, mit humorvollen Dialogen. Das Lokalkolorit zieht sich durch die gesamte Geschichte, in Form von Brauchtum, Kulinarischem, Dialekt und urigen Typen in Tracht. Für mich als Quereinsteigerin war es erst der zweite Roman aus dieser Reihe. Der Fall steht grundsätzlich für sich alleine, doch um die Entwicklung und Persönlichkeit der Protagonisten zu ergründen, sollte man wohl mit dem ersten Band beginnen.

Turbulente Zeiten im Hause Gasperlmaier, großes Familientreffen, inklusive kanadischer Verwandtschaft. Doch viel Zeit bleibt ihm nicht, um sich dem Besuch, seinen Kindern und Enkeln zu widmen.

Die mühsame, aus zeitaufwändigen Befragungen bestehende Mordermittlung steht im Mittelpunkt der Handlung, ist aber gut dosiert mit unterhaltsamen Szenen aus Gasperlmaiers Familienleben verwoben. Durch diese Mixtur entsteht ein angenehmes Wohlfühlklima. Erst wenige Stunden nachdem Gasperlmaier eine Ballettvorführung miterlebte, wird eine Geigerin des Ensembles tot aufgefunden. Statt gemütlichem Zusammensein im Familienkreis und Ausflüge mit dem Besuch aus Kanada stehen somit Mordermittlungen an. Dabei stoßen Gasperlmaier und seine Liezener Kolleginnen u.a. auf turbulente Liebesbeziehungen und schändliches Benehmen hinter ehrbarer Fassade. Je mehr sie das Umfeld des Opfers durchforsten, desto mehr Verdächtige tauchen auf. Als bald darauf noch ein zweiter Mord passiert, wird es noch komplizierter. Denn die Mordfälle geben massenhaft Rätsel auf. Es ist faszinierend, die diversen Theorien der ErmittlerInnen zu verfolgen. Nichts scheint zusammenzupassen. Stets ist entweder kein Motiv erkennbar oder ein Alibi vorhanden. Drogen, Erpressung, Eifersucht? Man kann hervorragend miträtseln, tappt jedoch bis zuletzt im Dunkeln. Bis Gasperlmaier einen ausschlaggebenden Hinweis liefert, worauf der Täter dingfest gemacht werden kann.

Bevölkert wird der Krimi von durchwegs sympathischen Menschen, die gut vorstellbar beschrieben sind und authentisch und lebendig wirken - angefangen von Gasperlmaier selber, der es gerne gemütlich hat und gerne isst, und seiner liebenswerten Familie, deren Mitglieder auch so einige Eigenheiten und Ecken und Kanten aufweisen, über seine Kolleginnen Dr. Kohlross und Emina Jovanovic, die mit ihm zusammen ein effizientes Team bilden, und Kevin, den Neuen, der eher Unruhe stiftet als er Gasperlmaier eine Hilfe ist, und diverse nachbarlichen Freunde, bis zu den Tatverdächtigen und anderen Nebenfiguren.

„Letzter Landler“ ist trotz einiger Spannungsmomente ein eher ruhiger Regionalkrimi, unterhaltsam, menschlich geprägt durch die liebenswürdige Figur Gasperlmaier. Kaum hat man das Buch beendet, freut man sich schon auf den nächsten Fall bzw. Gasperlmaiers familiäre Turbulenzen.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Alles hängt von der Geografie ab, nicht von der Geschichte (S. 123)

Alma
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Der Roman „Alma“ von Federica Manzon ist kein leicht und locker zu lesendes Buch für entspannte Stunden. Die Geschichte Almas basiert auf der politischen Entwicklung Jugoslawiens, beginnend als Tito regierte, ...

Der Roman „Alma“ von Federica Manzon ist kein leicht und locker zu lesendes Buch für entspannte Stunden. Die Geschichte Almas basiert auf der politischen Entwicklung Jugoslawiens, beginnend als Tito regierte, den darauf folgenden Zerfall des kommunistischen Staates und die grausamen Geschehnisse während des Balkankrieges.

Das sommerlich bunte Cover täuschte mich ebenso wie der Klappentext, der assoziierte, dass es um Triest geht, eine an und für sich historisch sehr interessante Stadt mit italienischem Flair und österreich-ungarischem Background. Ich erwartete mir von Almas Rückkehr in ihre alte Heimatstadt mehr fröhliche Erinnerungen und einen Schuss Romantik durch ein Wiedersehen mit der Jugendliebe.

Der Roman entpuppte sich letztlich nicht nur thematisch als ziemlich düster und bedrückend, sondern auch der Erzählstil der Autorin erwies sich als zwar literarisch anspruchsvoll, doch gleichermaßen herausfordernd für den Lesefluss. So detailliert die Beschreibungen sind, ist es dennoch schwierig, der Handlung chronologisch und geografisch zu folgen. Die abrupten Zeitsprünge und vage Ortsbezeichnungen empfand ich verwirrend. Immer wieder fragte ich mich, wie alt die Protagonistin in dieser Szene gerade ist bzw. wo sie sich genau befand. Ich hätte eine Landkarte sehr geschätzt bzw. ein Nachwort mit einer mehr oder weniger kurzen Zusammenfassung der Geschichte Jugoslawiens.

Was den politischen Aspekt anbelangt, so rate ich, soferne man mit Jugoslawiens Geschichte nicht vertraut ist, sich vor Lesebeginn zu informieren. Ohne Basiskenntnisse verliert man sich geografisch ebenso wie was den Kriegsablauf und die ethnischen Hintergründe anbelangt.

Die Lebensgeschichte von Alma ist eng mit den historischen Ereignissen verknüpft. Triest liegt nahe der jugoslawischen Grenze. Ihr Vater stammt auch „von drüben“, ihre Mutter hingegen aus gutbürgerlichem Triester Milieu, die Großeltern leben noch wie zu Zeiten der Monarchie. Almas Kindheit und Jugend ist geprägt von einem Vater, einem Anhänger Titos, der auch nach dessen Tod immer wieder für Wochen in den Osten reist, und einer chaotischen Mutter, die sich mehr den „Irren“ in Triest widmet als dem Haushalt und der eigenen Tochter. Zuneigung der Eltern Alma gegenüber ist wenig zu verspüren. Das verstärkt sich, als ihr Vater Vili, den Sohn eines Freundes aus Serbien, ins Haus bringt, dem er mehr Zeit widmet als ihr. Trotzdem entwickelt sich aus anfänglicher Abneigung im Laufe der Zeit eine Jugendliebe. Doch Almas Beziehungen wirken immer oberflächlich, distanziert. Das Fehlen tiefer Gefühle bewirkte, dass ich zu den Protagonisten keinen Zugang fand, nie mit ihnen warm wurde. Nichtsdestotrotz spürt man die Problematik von Menschen, die entwurzelt sind, die fern der Heimat leben, sich fremd fühlen.

Was meine Leseempfehlung anbelangt, so muss ich zugeben, dass rein subjektiv dies kein Buch war, das meinen Geschmack traf. Objektiv gesehen ist es wirklich lesenswert, weil es nicht nur die schon ziemlich in Vergessenheit geratenen Geschehnisse während des Balkankriegs wieder in Erinnerung ruft, sondern auch anhand Almas Leben das damalige Gesellschaftbild widerspiegelt.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Was geschah von zwanzig Jahren wirklich?

Einsames Watt
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„Einsames Watt“ von Jan F. Wielpütz, der nach dem Ableben von Nina Ohlandt im Jahr 2020 die Reihe mit Kommissar John Benthien als Ermittler fortführt, ist der nunmehr zwölfte Fall. Das Buch erschien 2026. ...

„Einsames Watt“ von Jan F. Wielpütz, der nach dem Ableben von Nina Ohlandt im Jahr 2020 die Reihe mit Kommissar John Benthien als Ermittler fortführt, ist der nunmehr zwölfte Fall. Das Buch erschien 2026. Für mich war es das erste Buch dieser Reihe. Als Quereinsteiger kommt man zwar problemlos in den eigentlichen Fall hinein, verspürt aber gewisse Lücken, was die Vorgeschichte bzw. die Beziehungen der Protagonisten anbelangt.

Das Cover stimmt auf den Schauplatz ein, auf die Nordsee mit ihren Inseln. Das Lokalkolorit, Landschaft, Stimmung, Meer und Wetter auf Amrum wird anschaulich geschildert. Der Schreibstil ist flüssig, teils zu detailreich, was stellenweise zu Längen führt und die Spannung bremst. Die Kapitel sind jeweils mit dem Namen desjenigen übertitelt, aus dessen Sicht erzählt wird, denn John Benthien und Lilly Velasco ermitteln meist getrennt. Der Mordfall erweist sich als komplex, denn er weist Parallelen zu einem zwanzig Jahre zurückliegenden Frauenmord auf, im Zuge dessen seinerzeit Kommissar Litmanen spurlos verschwand. Zu dem Cold Case gibt es Rückblenden. Diese Zeit-, Perspektiven- bzw. Ortswechsel gestalten die Handlung zwar abwechslungsreich, doch verlieren sich zeitweise die einzelnen Fäden. Denn es stehen nicht nur die Frauenmorde und das rätselhafte Verschwinden von Johns ehemaligen Kollegen im Fokus, sondern über ausgiebige Passagen auch die Suche im Watt nach antiken Fundstücken. Weitere Nebenhandlungen erschienen mir ebenfalls entbehrlich.

Stoff zum Miträtseln ist von Anfang an reichlich vorhanden, gibt es doch etliche Personen, die sich eigenartig benehmen, die offenbar etwas verheimlichen, sich in irgendeiner Weise verdächtig machen. Doch das Ermittlerteam kommt nur langsam voran. Je mehr sie in der Vergangenheit und im Privatleben der Verdächtigen herumstöbern, desto komplizierter werden die Zusammenhänge und Mordmotive. Die Suche nach dem oder den Tätern bringt John und Lilly in so manche prekäre Situation, wo man um sie bangt. So richtig spannend wird der Roman jedoch erst im letzten Drittel, je näher John und Lilly Lösung und Täter kommen. Da überraschen unerwartete Wendungen, es überschlagen sich die Ereignisse. Bis letztlich entscheidende Hinweise zur Lösung aller drei Fälle führen.

Das Ermittlerteam, primär bestehend aus John und Lilly, Tommy und Juri, ist sehr sympathisch, wirkt authentisch und lebendig. Es sind Charaktere mit Ecken und Kanten und sie zeigen Gefühle, Ängste und Zweifel. Der Beziehungsstatus ist komplex und sicher besser verständlich, wenn man den roten Faden stets verfolgt hat. Ich konnte als Newcomer Lillys Gefühlschaos zwischen Ex-Freund John und Ehemann Juri nicht ganz nachvollziehen. Im Großen und Ganzen fand ich, dass das Privatleben der Protagonisten etwas zu ausführlich thematisiert wurde bzw. zu viele Familienmitglieder mit einbezogen wurden.

Der Krimi ist zwar kein Pageturner, aber die Zusammenhänge zwischen dem aktuellen Mord und den Geschehen in der Vergangenheit sind interessant verwoben und das Ermittlerteam hat sich in mein Herz geschlichen. Ich wüsste nun gerne, wie alles begann – mit John und Lilly … Abgesehen davon, dass ein fieser Cliffhanger neugierig auf den Folgeband macht.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Zugriff auf geheime Daten

Projekt Bodysnatch
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„Projekt Bodysnatch“ von J.H. Willem ist ein spannender Kurzkrimi; der zweite Fall für Adam Starck & Partner.

Der Schreibstil liest sich flüssig. Die Kapitel sind kurz gehalten, ohne Zeit- oder Ortsangaben. ...

„Projekt Bodysnatch“ von J.H. Willem ist ein spannender Kurzkrimi; der zweite Fall für Adam Starck & Partner.

Der Schreibstil liest sich flüssig. Die Kapitel sind kurz gehalten, ohne Zeit- oder Ortsangaben. Das Buch erschien 2022. Das Büchlein umfasst nur rund 135 Seiten, entpuppte sich aber trotz der Kürze als ausgezeichnet konzipierter Krimi mit zahlreichen Spannungsmomenten. Die Handlungsorte, das Umfeld und die Charaktere sind gut vorstellbar beschrieben. Es ist nicht notwendig, Band eins zu kennen, im Vorwort gibt es eine Zusammenfassung, was bisher geschah.

Die Handlung spielt in der Gegenwart und schließt nahtlos an den ersten Band an. Kaum sind die neuen Büroräume der Detektei eröffnet, stecken Adam und Lizzie mitten in einem rätselhaften Fall. Ein junger IT-Profi ist aus seiner Wohnung, von der aus er gearbeitet hatte, ist verschwunden. Seine Arbeit wird wie von Geisterhand nach wie vor erledigt, persönlich ist er aber nie in der Wohnung anzutreffen. Als Systemadministrator hatte er Zugriff auf heikle Daten. Wer steckt dahinter? Adam und Lizzie erkennen bald, dass sie es mit skrupellosen und gefährlichen Gegnern zu tun haben.

Man befindet sich ab der ersten Seite mitten in der Geschichte. In einem Kurzkrimi gibt es nicht genug Raum für mehrere ineinander verschlungene Handlungsstränge und langwierige Verfolgung in die Irre führender Spuren. Trotzdem hält sich die Spannung durchgehend auf gutem Niveau. Dazu tragen auch die Perspektivenwechsel zur gegnerischen Seite und eine gute Portion Action bei. Adam und Lizzie haben einige gefahrvolle Situationen zu meistern, bis es in einem dramatischen Showdown gelingt, die Bande auszuschalten und der Polizei zu überlassen.

Das Duo Adam und Lizzie wirkt sympathisch, gut aufeinander eingespielt und pfiffig. Trotz seiner Erfahrung und seines Alters agiert Adam allerdings nicht immer bedacht genug, um zu verhindern, dass sie in prekäre Situationen geraten.

„Projekt Bodysnatch“ hat mir gut gefallen. Aufgrund seiner Kürze eignet sich der Krimi ideal für zwischendurch, man kann das Buch locker in einem Rutsch auslesen. Es hat mir spannende Lesestunden bereitet und große Lust auf weitere Fälle der beiden gemacht.

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