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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2026

Solides, modernes Familienkochbuch

Cooking for Family
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Cooking for Family von Youtuberin Julia Lanzke, verspricht 100 schnelle Rezepte für die Familienküche und auch noch erprobte Hacks. Die Gestaltung ist modern, übersichtlich und farbenfroh, so dass auch ...

Cooking for Family von Youtuberin Julia Lanzke, verspricht 100 schnelle Rezepte für die Familienküche und auch noch erprobte Hacks. Die Gestaltung ist modern, übersichtlich und farbenfroh, so dass auch Kinder die Mitkochen zum Stöbern angeregt sind.

Neben den versprochenen Tipps geht es natürlich, da es ein Kochbuch ist um Rezepte. Übersichtlich ist alles gegliedert in Frühstück, Snacks, Desserts, Hauptgerichte und schnelle Hauptgerichte, jede Kategorie ist noch mit ihrer eigenen Seite für Tipps ausgestattet. Die Rezepte sind modern und etwas, das Kinder in der Regel gerne essen.

Zusätzlich zu den Rezepten gibt es eben Tipps, u.a. wie man sich das Leben in der Küche einfacher gestaltet – Schneidetechniken, Ideen zum Batch-Kochen und Meal Prep, Resteverwertung und Ideen für Wochenpläne. All dies wird noch durch Sicherheitstipps im Umgang mit Kindern in der Küche vervollständigt.
Natürlich sind so manche Tricks schon durch ihren Youtube Kanal bekannt, oder auch nichts neues für Personen, die schon oft kochen. Bei manchen Tipps, die eher allgemeiner sind, denkt man, dass einem das eh der Hausverstand sagt.

Das Schöne an diesem Buch ist aber, dass hier alles schön übersichtlich gesammelt ist, eben nur Kochen nicht noch Putzen, Reisen und sonstige Themen. Ideal um auch gleich etwas auszuprobieren, aber eben auch um leicht wieder etwas zu finden.

Das Kochbuch ist definitiv empfehlenswert für Familien mit sehr kleinen Kindern, die nun auch vermehrt mit den Kindern kochen wollen bzw. die auch einfach kindertauglichen Rezepte suchen. Denn seien wir uns ehrlich, manchmal weiß man einfach nicht was man heute wieder kochen soll.

Veröffentlicht am 09.05.2026

ein nordischer Psychothriller über Geheimnisse in der Familie

Home Before Dark
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Von leopol
Reykjavik im Jahr 1977-Marsibil bekommt einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund, mit dem sie seit dem Verschwinden ihrer älteren Schwester zehn Jahre davor keinen Kontakt mehr hatte. Ihre ...

Von leopol
Reykjavik im Jahr 1977-Marsibil bekommt einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund, mit dem sie seit dem Verschwinden ihrer älteren Schwester zehn Jahre davor keinen Kontakt mehr hatte. Ihre ältere Schwester Kristin, genannt Stina, verschwand damals am Abend am Heimweg von ihrer Freundin spurlos – nur ihre Jacke wurde gefunden. Marsibil trägt seit dem Tag auch ein Geheimnis mit sich, hat sie sich doch gegenüber ihres Brieffreundes Bergur, als ihre ältere Schwester ausgegeben und Bergur wollte sich am Auffindeort der Jacke mit seiner Brieffreundin treffen.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen und Perspektiven erzählt. Man folgt Marsibil im Jahr 1977 auf der Suche nach ihrer schon langen verschwundenen Schwester. Im Jahr 1966 bekommt man Einblicke in Kristins Gefühlsleben im Jahr 1966, dem Jahr ihres Verschwindens. Die Erzählstränge sind ineinander verwoben und erzählen immer aus der Ich-Perspektive.

Rasch merkt man vor allem bei Marsibil welche Auswirkung das Verschwinden und der Jahrestag auf die gesamte Familie hat. Das Elternhaus und auch ihre Eltern selbst, scheinen etwas verwahrlost zu sein, fast als wären sie in der Zeit stehen geblieben. Auch Marsibil hat zu kämpfen auf Grund der Schuldgefühle. Schlaflosigkeit, Halluzinationen und die Gewohnheit öfter zu viel zu trinken, begleiten sie, und damit ist klar, dass man sich nicht vollumfänglich auf ihre geschilderten Erinnerungen verlassen kann. Das zehn Jahres Jubiläum ist aufwühlend und das neue Interesse der Medien auch bedrückend, diverse Artikel tauchen auf.

Schichtweise taucht man in die Geschichte ein, lernt verschiedenste Charaktere des Ortes kennen. Neben alten Bekannten tauchen auch neue Figuren auf, in Summe doch etliche. Trotz des angenehmen, flüssigen Schreibstils wird es dadurch auch etwas verwirrend. Vielleicht ist dies allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass Stina im Teenageralter verschwand, und damit einen großen Kreis Kontakte hatte.

Bis zum Schluss kommt es zu etlichen Wendungen und falschen Fährten. Einem nordischen Krimi typisch, war auch die durchgängige düstere Atmosphäre.
Als Stand Alone Roman eine schöne Abwechslung, jedoch wird die Island-Krimi Reihe immer mein Highlight dieser Autorin sein.

Veröffentlicht am 28.03.2026

tiefgehender als man anfänglich vermutet

Real Americans
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1999 trifft Lily Chen, Tochter chinesischer Einwanderer auf einer Weihnachtsfeier ihrer Firma in New York Matthew. Im Gegensatz zu ihr – die als unbezahlte Praktikantin für ein Medienunternehmen arbeitet- ...

1999 trifft Lily Chen, Tochter chinesischer Einwanderer auf einer Weihnachtsfeier ihrer Firma in New York Matthew. Im Gegensatz zu ihr – die als unbezahlte Praktikantin für ein Medienunternehmen arbeitet- ist Matthew wohlhabend und sehr erfolgreich in seiner Arbeit. Nach etwas durcheinander treffen sie sich einige Jahre später wieder und Lily erfährt, dass Matthew nicht nur erfolgreich ist, sondern auch aus einer bekannten und reichen Familie stammt, die unter anderem ein Pharmaunternehmen betreibt.

Jahre später, lebt Nick, Sohn von Lily mit ihr auf einer abgelegenen Insel nahe von Seattle. Er kennt seinen Vater nicht, und nutzt die neuen technischen Möglichkeiten ihn aufzuspüren. Ohne es zu ahnen, stößt er dabei auf etliche Geheimnisse.

Wie schon aus dem Klappentext ersichtlich ist, wird der Roman in verschiedenen Abschnitten bzw. Blickwinkeln aufgetischt, die aber auch verschiedene Zeitebenen darstellen. Man begleitet Lily, Nick und schließlich noch Großmutter May im Jahr 2030 auf ihren Spuren und Erinnerungen in den jeweiligen Jahren. All dies eher episodenweise, wodurch man sich manchmal fragt was zwischen diesen Episoden passiert ist und andererseits teilweise auch sehr detailliert in diesen jeweiligen Episoden. Während des Lesens fragt man sich eine zeitlang, wohin die Geschichte damit gehen möchte. Im Rückblick relativiert sich dies und wird auch schlüssig. Teilweise fand ich dennoch, dass die Erzählung unnötige Längen aufwies.

Die großen Themen des Buches sind wohl der sagenhafte „amerikanische Traum“, die Frage was einen Amerikaner ausmacht, Klassendenken und Klassenunterschiede und schließlich (auch wenn sich dies zu Beginn nicht gleich erschließt) Gentechnik und die Möglichkeit das Erbgut zu verändern. All dies ist natürlich gesellschaftlich relevant – nicht nur für Amerika.

Auf Grund dessen, kann ich das Buch durchwegs empfehlen, auch wenn es keine kurze Lektüre für zwischendurch ist.

Veröffentlicht am 26.03.2026

wie man durch eine Ermittlung im heißen Sizilien stolpert

39 Grad Mord
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Das Leben als Krimiautorin ist nicht immer einfach – was tun, wenn man einen Roman abliefern soll, aber unter einer Schreibblockade leidet. Noch dazu hat man den gesamten Vorschuss schon verjubelt. Manchmal ...

Das Leben als Krimiautorin ist nicht immer einfach – was tun, wenn man einen Roman abliefern soll, aber unter einer Schreibblockade leidet. Noch dazu hat man den gesamten Vorschuss schon verjubelt. Manchmal hat man Glück und wird von seinem Lektor nach Sizilien geladen, um dort bei heißen Temperaturen den Roman voranzubringen. Doch man muss auch die Umgebung erkunden, und so trifft die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix auf ein schwedisches Ehepaar. Nach der Übernachtung in deren Villa, wird am nächsten Tag die Hausherrin tot aufgefunden und der Mann ist verschwunden. Hannah selbst ist verkatert und wird ob der Umstände rasch zur Tatverdächtigen. So ermittelt sie rasch in ihrem eigenen Fall.

Hannah als Protagonistin blieb für mich den ganzen Roman über eher eigen, wie man so schön sagt. Sie ist ein sehr direkter Charakter, die auch ab und an den Personen vor den Kopf stößt. Ihr Alkohol-und Zigarettenkonsum sind wohl eher zweifelhaft, schon ob der reinen Menge aber auch der danach getroffenen Entscheidungen. Beratungsresistenz und eine gewisse Portion Unsicherheit kann man dem Charakter wohl auch noch attestieren. Etwas eigen ist auch eine Geschichte aus dem Privatleben um ihre Geliebte, die vor allem im Vorgängerband behandelt wurde. Zugutehalten kann man dem Charakter, dass er authentisch ist und mit allen Ecken und Kanten wohl auch im Alltag auftreten könnte. Auch die Betrachtung auf sich selbst, ist durchwegs auch reflektiert, da selbstironisch.
Die Ermittlungen laufen etwas unbeholfen, wie wenn eine Zivilistin eben plötzlich ermittelt. Zugegeben hätte ich mir bei einer Krimiautorin mehr Struktur erwartet, als schließlich vorkommt. Im Prinzip springt der Zufall einfach sehr oft hilfreich ein, um weiter ermitteln zu können. Manches erscheint etwas konstruiert.

Generell werden im Buch auch etliche Klischees verarbeitet wie eine eher träge Polizei und bei italienischen Settings die oft bemühte Mafia. Man mag dazu stehen, wie man möchte. Gut gelungen, ist es meiner Meinung nach die drückende Stimmung der Situation zu transportieren. Die Hitze und erbarmungslose Sonne liegen schwer auf allem.

Mein Favorit der Autorin ist definitiv der Vorgängerroman 30 Tage Dunkelheit, der für mich schlichtweg unterhaltsamer war. Ich würde dem Roman als kurzweilige Urlaubslektüre dennoch empfehlen, da es trotz allem eine aberwitzige unterhaltsame Geschichte ist.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

gelungene Fortsetzung - und dennoch nicht kategorisierbar

Die Rätsel meines Großvaters
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Dieser Band schließt vom Prinzip sehr nahtlos an den Vorgängerband, die Bibliothek meines Großvaters an, lässt sich problemlos, aber auch eigenständig lesen.

Kaedes Großvater leidet an einer speziellen ...

Dieser Band schließt vom Prinzip sehr nahtlos an den Vorgängerband, die Bibliothek meines Großvaters an, lässt sich problemlos, aber auch eigenständig lesen.

Kaedes Großvater leidet an einer speziellen Form der der Demenz, der Lewy-Körper-Demenz welche oft mit Halluzinationen einher geht. Im Vergleich zum Vorgängerband hat sich seine medizinische Situation allerdings auch verschlechtert. Dennoch ermitteln Kaede und ihr Großvater in einigen Fällen, denen sie unter anderem auch im Alltag begegnen. Der Großvater schafft es in diesen Situationen seine einzigartigen kombinatorischen Fähigkeiten und auch sein großes Wissen über Kriminalliteratur zu nutzen.

Das Buch vereint einen berührenden Einblick in die Lebensrealität von Demenzkranken und deren Familien mit dem kombinatorischen Ermittlungsgeschick einer Person, die Kriminalromane liebt. Natürlich kommt auch schon auf Grund des Settings ein Japanbezug nicht zu kurz, so dass man leicht in diese Welt eintaucht. So manche Dinge werden da es eine andere Kultur ist, dann doch anders bewertet. Stückweise werden einzelne Fälle präsentiert, die Kaede oder ihr Umfeld betreffen, doch auch hier gibt es wieder eine kleine Überraschung und so mancher Krimi ist näher als gedacht. Schön war es zu sehen, wie die Rahmenhandlung um Kaede, ihren Großvater, Iwata und Shiki weiter geht.

Der Schreibstil, bzw. die Weise, in der das Buch aufgebaut ist, ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings lohnt es sich definitiv sich darauf einzulassen. Es ist eben viel mehr als ein einfacher Krimi. Wie auch beim Vorgängerband ließ ich mich gerne mittreiben.

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