wie man durch eine Ermittlung im heißen Sizilien stolpert
39 Grad MordDas Leben als Krimiautorin ist nicht immer einfach – was tun, wenn man einen Roman abliefern soll, aber unter einer Schreibblockade leidet. Noch dazu hat man den gesamten Vorschuss schon verjubelt. Manchmal ...
Das Leben als Krimiautorin ist nicht immer einfach – was tun, wenn man einen Roman abliefern soll, aber unter einer Schreibblockade leidet. Noch dazu hat man den gesamten Vorschuss schon verjubelt. Manchmal hat man Glück und wird von seinem Lektor nach Sizilien geladen, um dort bei heißen Temperaturen den Roman voranzubringen. Doch man muss auch die Umgebung erkunden, und so trifft die Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix auf ein schwedisches Ehepaar. Nach der Übernachtung in deren Villa, wird am nächsten Tag die Hausherrin tot aufgefunden und der Mann ist verschwunden. Hannah selbst ist verkatert und wird ob der Umstände rasch zur Tatverdächtigen. So ermittelt sie rasch in ihrem eigenen Fall.
Hannah als Protagonistin blieb für mich den ganzen Roman über eher eigen, wie man so schön sagt. Sie ist ein sehr direkter Charakter, die auch ab und an den Personen vor den Kopf stößt. Ihr Alkohol-und Zigarettenkonsum sind wohl eher zweifelhaft, schon ob der reinen Menge aber auch der danach getroffenen Entscheidungen. Beratungsresistenz und eine gewisse Portion Unsicherheit kann man dem Charakter wohl auch noch attestieren. Etwas eigen ist auch eine Geschichte aus dem Privatleben um ihre Geliebte, die vor allem im Vorgängerband behandelt wurde. Zugutehalten kann man dem Charakter, dass er authentisch ist und mit allen Ecken und Kanten wohl auch im Alltag auftreten könnte. Auch die Betrachtung auf sich selbst, ist durchwegs auch reflektiert, da selbstironisch.
Die Ermittlungen laufen etwas unbeholfen, wie wenn eine Zivilistin eben plötzlich ermittelt. Zugegeben hätte ich mir bei einer Krimiautorin mehr Struktur erwartet, als schließlich vorkommt. Im Prinzip springt der Zufall einfach sehr oft hilfreich ein, um weiter ermitteln zu können. Manches erscheint etwas konstruiert.
Generell werden im Buch auch etliche Klischees verarbeitet wie eine eher träge Polizei und bei italienischen Settings die oft bemühte Mafia. Man mag dazu stehen, wie man möchte. Gut gelungen, ist es meiner Meinung nach die drückende Stimmung der Situation zu transportieren. Die Hitze und erbarmungslose Sonne liegen schwer auf allem.
Mein Favorit der Autorin ist definitiv der Vorgängerroman 30 Tage Dunkelheit, der für mich schlichtweg unterhaltsamer war. Ich würde dem Roman als kurzweilige Urlaubslektüre dennoch empfehlen, da es trotz allem eine aberwitzige unterhaltsame Geschichte ist.