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Veröffentlicht am 11.04.2026

Mitreißend wie der Fluss

Der Fährmann
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Schon nach wenigen Seiten spüre ich die Verbundenheit und die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat. Dabei ist die Geschichte kein Heimatroman im üblichen Sinn, in denen man von Intrigen und Lügen, aber auch ...

Schon nach wenigen Seiten spüre ich die Verbundenheit und die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat. Dabei ist die Geschichte kein Heimatroman im üblichen Sinn, in denen man von Intrigen und Lügen, aber auch von viel Liebe lesen kann.

Der Roman von Regina Denk geht zurück in den Anfang des 20. Jahrhunderts, dorthin, wo der Salzach die Grenze bildet zwischen Österreich und Deutschland, mit den Ortschaften Hohenwart und Siegering.

„Vier junge Menschen… Ihre Schicksale sind fest miteinander verwoben: durch Freundschaft und Liebe, durch Traditionen und Verpflichtungen.“ So steht es in der Buchbeschreibung. Einer der vier Menschen ist Hannes, Titelfigur und Hauptprotagonist. Alles, was die vier Menschen aus den beiden Nachbarorten schon in Kindheit und Jugend über die Grenzen hinaus verbindet, beschreibt die Autorin in einem fesselnden, der Zeit entsprechenden großartigen Erzählstil.

Aufwühlend, mitreißend und spannend liest sich die Geschichte, die mich nicht loslässt. Bald schon habe ich das Gefühl, die Menschen, die zu der damaligen Zeit dort lebten, hatten kaum eine eigene Meinung. Sie leben nach einem vorgegebenen Plan, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Vor allem die Frauen kommen dabei nicht gut weg, müssen vieles ertragen. Worte wie Zufriedenheit und Glück scheinen nicht zu existieren. In meinem Kopfkino sehe ich keine Farben, alles ist düster und grau.

„Ihr Körper, ihre Seele, es kam ihr vor, als wäre alles zu einer einzigen Narbe verwachsen.“ Mit Sätzen dieser Art gelingt es der Autorin immer wieder, den Schmerz fast körperlich fühlbar werden zu lassen.

Nur sehr wenige Glücksmomente hellen die Geschichte auf, und wenn, dann ist der Fährmann Hannes daran beteiligt, dessen Aufgabe es ist, die Menschen gefahrlos von einem Ufer der Salzach an das andere zu bringen.

Selten erkenne ich in einem Cover die Geschichte. „Der Fährmann“, der groß und fest als Titel in dem reißenden Fluss und der düsteren Landschaft zu sehen ist, beschreibt die Geschichte für mich mit einem einzigen Bild.

„Der Fährmann“ beschreibt ein Stück Geschichte und ist ein großartiger Roman, der auf jeden Fall zu den Highlights des Jahres zählt.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Das alles ist Thailand

Baedeker Reiseführer Thailand
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Was der Reiseführer zu bieten hat, ist in der Buchbeschreibung bereits gut zu lesen. Darum von mir ein paar persönliche Anmerkungen: Ich kenne Thailand nur von Erzählungen einer Freundin, die das Land ...

Was der Reiseführer zu bieten hat, ist in der Buchbeschreibung bereits gut zu lesen. Darum von mir ein paar persönliche Anmerkungen: Ich kenne Thailand nur von Erzählungen einer Freundin, die das Land bereist und lieben gelernt hat. Da sind viele Bilder entstanden und der Wunsch, mehr über das Land zu erfahren. Mit dem Baedeker bin ich gut beraten.
Nachdem ich im Abschnitt „Das ist Thailand“ erste besondere Informationen bekomme, beschäftige ich mich mit den „Touren“, die mich auf unterschiedlichen Strecken durchs Land führen, mir die Lage der Orte zeigen und mir die Orientierung erleichtern.
Es macht mir großen Spaß, mich durch die „Ziele von A bis Z“ zu „arbeiten“, indem ich mich einzelnen Orten widme, die ich nach Lust und Laune auswähle.
Den Namen Baedeker kenne ich bereits mein Leben lang – kein Wunder, gibt es den Reiseführer doch tatsächlich schon seit fast 200 Jahren!
Ich freue mich darauf, Thailand mit Baedeker noch für lange Zeit weiter zu erkunden. Die Beschreibungen lesen sich interessant, sind informativ und lehrreich.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Der Fluch der Ahnen

Die Stimmen der Nacht
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Auf das Buch, das zum Teil in Lagos spielt, bin ich aufmerksam geworden, weil ich im Rahmen des Weltgebetstags Informationen zu Land und Leuten in Nigeria gesammelt habe. Darum ist mir der Einstieg in ...

Auf das Buch, das zum Teil in Lagos spielt, bin ich aufmerksam geworden, weil ich im Rahmen des Weltgebetstags Informationen zu Land und Leuten in Nigeria gesammelt habe. Darum ist mir der Einstieg in die Geschichte, die nicht ganz einfach geschrieben und auch nicht leicht zu verstehen ist, vielleicht nicht so schwergefallen wie Leser*innen, die das Land wenig oder gar nicht kennen.
„Die Stimmen der Nacht“ gehören zu Margaret, die Christin, aber gleichzeitig immer noch tief mit ihren kulturellen Wurzeln verbunden ist. Ihre Geschichte hat auf mich eine große Faszination ausgeübt. Auf der einen Seite ist Margaret eine intelligente Frau mit großem Selbstbewusstsein, auf der anderen Seite scheint sie ängstlich und hilflos.
Welche Verbindung gibt es zwischen Margarets Familie und Ben, der zwar in London aufgewachsen ist, aber eine nigerianische Großmutter hat? Was verbindet die beiden, nachdem sie sich 1960 kennenlernen, und was trennt sie?
Tochi Eze hat einen Debütroman geschrieben, der mich gefesselt und nicht losgelassen hat. Gekonnt schwenkt sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her und lässt keine Langeweile aufkommen. Einzig die Zuordnung der vielen Personen mit den ungewohnten Namen machen das Lesen vor allem am Anfang nicht einfach und fordern hohe Aufmerksamkeit. Da hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Aber vielleicht hätte das etwas von der Spannung genommen.
Für mich ein Lesehighlight, das ich gerne allen empfehle, die etwas über Menschen aus einem anderen und vielleicht fremden Land erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Besonderheiten und Gefühle

Das Ende vom Lied
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Es gibt Besonderheiten, die ich an Büchern meistens nicht mag. Dazu gehören Schachtelsätze und namenlose Protagonisten. In diesem Buch lese ich Sätze, die nur aus wenigen Worten, aber auch welche, die ...

Es gibt Besonderheiten, die ich an Büchern meistens nicht mag. Dazu gehören Schachtelsätze und namenlose Protagonisten. In diesem Buch lese ich Sätze, die nur aus wenigen Worten, aber auch welche, die aus mehreren Zeilen bestehen, ohne dass es mich stört. Dass der Junge als Hauptprotagonist namenlos bleibt, ist nur kurz etwas befremdlich. Schon bald habe ich das Gefühl, ihn dadurch so deutlich zu sehen, als würde ich ihn kennen. Alles klingt so realistisch, dass ich das Gefühl habe, der Autor Michael Wildenhain würde vieles seiner eigenen Geschichte in die des Jungen einfließen lassen.
Die Zeit wird sehr gut eingefangen. Ich kann mich problemlos in die Vergangenheit zurückversetzen, dabei zwar nicht alles verstehen, aber doch an vieles erinnern. Begriffe, die inzwischen aus dem Sprachgebrauch fast gänzlich verschwunden sind, die aber in die damalige Zeit passen, begegnen mir.
Am besten gefällt mir, wie das Leben aus der Sicht des Jungen erzählt wird. Im Gegensatz zu dem Jungen werden die Aufenthaltsorte mit Namen und Details von Straßen und Plätzen genau beschrieben.
Eine besondere Bedeutung haben Gerüche, auch solche, die keinesfalls als Düfte bezeichnet werden können, die aber eine Rolle spielen und mir das Gefühl geben, dass sie beim Lesen teilweise in der Luft hängen. Noch mehr Unangenehmes finde ich in den Grausamkeiten, mit denen ich konfrontiert werde. Einiges ist nicht leicht zu ertragen.
Beim Schreiben meiner Eindrücke merke ich, dass ich inhaltlich wenig verrate, aber viele Gedanken über Sinne und Gefühle sich bei mir starkmachen.
Ich habe zu dem Buch eine besondere Bindung entwickelt und gebe gern eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Besondere Begabung

Bunt
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Synästhetiker zu sein heißt auch, eine besondere Begabung zu haben. Bevor ich „Bunt“ gelesen habe, war mir der Begriff noch unbekannt.
Mit dem Kennenlernen von Diego und seiner Geschichte habe ich eine ...

Synästhetiker zu sein heißt auch, eine besondere Begabung zu haben. Bevor ich „Bunt“ gelesen habe, war mir der Begriff noch unbekannt.
Mit dem Kennenlernen von Diego und seiner Geschichte habe ich eine Menge gelernt über seine besondere Art der Wahrnehmung. Vieles verbindet er mit Farben. So zum Beispiel das Lachen seiner Mitschülerin Hayda, das für ihn ein hellgrünes Brausepulverlachen bedeutet. Das hört sich für mich richtig schön an. Es gibt aber auch andere Beispiele. So empfindet er Jennis Klackern mit dem Bleistift als unangenehm. Es entstehen bunte Wirbel in seinem Kopf. Oft fühlt er sich einfach überfordert und möchte am liebsten wegrennen, um sich zu verkriechen.
Mit seinen Gefühlen ist Diego ziemlich allein. Wie soll er auch beschreiben, was in seinem Kopf los ist? Wenn er es versucht, dann verstehen nicht einmal seine Eltern, was er empfindet und was an ihm besonders, was anders ist als bei den meisten anderen Menschen.
Die Autorin Cornelia Franz hat über Diego und das, was ihn von anderen Menschen unterscheidet, eine Geschichte geschrieben, die seine Empfindungen deutlich werden lässt. Mit Ismael findet Diego einen Freund, der ihn versteht. Ob es daran liegt, dass auch Ismael weiß, was Anderssein bedeutet?
Mit Herz und Humor ist das Buch geschrieben, in dem es nicht nur ums Anderssein, sondern auch um Freundschaft, um Notlügen und um eine Klassenfahrt geht, auf die Diego und Ismael eigentlich so gar keine Lust haben.
Mit Interesse und Empathie habe ich das Buch verschlungen, mir meine eigenen Gedanken gemacht zu Lehrkräften im Allgemeinen und zu Herrn Rohde im Besonderen, nur um festzustellen, dass man sich auch manchmal täuschen kann.
Ich empfehle diese Geschichte, die so bunt ist wie das Cover und die Umschlaginnenseiten, wie sie das Buch aus dem Gerstenberg Verlag zeigen.

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