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Veröffentlicht am 23.03.2026

Weihnachten am Siljansee

Weihnachten am Siljansee
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Die Schwestern Inger und Malena leiten ein kleines Kinderheim am Siljansee in Dalarna. Schon die beiden sind zusammen mit Pflegekindern aufgewachsen und haben dann das Werk ihres Vaters fortgeführt. Unterstützt ...

Die Schwestern Inger und Malena leiten ein kleines Kinderheim am Siljansee in Dalarna. Schon die beiden sind zusammen mit Pflegekindern aufgewachsen und haben dann das Werk ihres Vaters fortgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von ihrer alten Nachbarin Augusta. Nach ihrem Tod kommt ihr Neffe Per ins Dorf, da er Augustas Wohnhaus und das Kinderheim geerbt hat. Inger sieht schwarz für die Zukunft, denn es sind noch ein paar Monatsmieten offen. Augusta nahm es damit nicht so genau. Für sie war ein gutes Zuhause für die Kinder wichtiger. Per allerdings will das Wohnhaus verkaufen und so schnell wie möglich zurück nach Stockholm. Inger soll bis Jahresende die ausstehenden Mieten für das Kinderheim zahlen oder sie sitzen auf der Straße. Aber vor allen Dingen die kleine Lotta, die gerade erst zu ihnen gekommen ist, will ihr neues Zuhause nicht verlieren und versucht, den hartherzigen Per zu erweichen.

"Weihnachten am Siljansee" ist mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht mein letztes. Die Geschichte hat mir gut gefallen.
Bei Weihnachtsromanen bin ich immer vorsichtig, denn ich mag es nicht, wenn es zu sehr in Richtung Liebesroman geht. Hier spielen Liebe und Romantik zwar auch eine Rolle, aber eigentlich erst zum Schluss der Geschichte und das war für mich dann okay. Fast ging alles dann ein bisschen zu schnell.
Die Autorin hat einen sehr schönen Schreibstil und besonders die Beschreibung des verschneiten, winterlichen SiIjansees ist sehr anschaulich und bildhaft. Ich konnte fast die Kälte und die Schneeflocken spüren und den Schnee unter den Schuhen knirschen hören.

Inger ist mit Herzblut bei der Sache und kämpft für die Kinder, als wären es ihre eigenen. Letztendlich ist es natürlich auch ihr Zuhause, dessen Existenz auf dem Spiel steht.
Bei Per dachte ich gleich zu Beginn: Wer sich so um einen fremden Hund kümmert, der kann eigentlich kein schlechter Mensch sein.

Insgesamt ein Wohlfühlbuch und perfekt für die Winter- und Weihnachtszeit, nicht nur für Schwedenfans.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Der dritte Fall für Lockyer und Broad

Das Grab von Trueslow Hall -
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Bei Grabungen im Jahr 1999 stößt eine Gruppe von Archäologen auf dem Gelände von Trueslow Hall, einem kleinen Herrenhaus in Wiltshire, auf eine Grabstätte aus der Bronzezeit. Die Archäologen feiern ihren ...

Bei Grabungen im Jahr 1999 stößt eine Gruppe von Archäologen auf dem Gelände von Trueslow Hall, einem kleinen Herrenhaus in Wiltshire, auf eine Grabstätte aus der Bronzezeit. Die Archäologen feiern ihren Erfolg, bis plötzlich ein Mitglied der Gruppe spurlos verschwindet: eine junge Frau namens Nazma Kirmani. Trotz einer fieberhaften Suche laufen alle polizeilichen Ermittlungen ins Leere und der Fall bleibt ungeklärt. Als im Jahr 2020 ein Zufallsfund neue Beweise zu Nazmas Verschwinden liefert, versuchen Inspector Matthew Lockyer und Constable Gemma Broad Licht in den alten Cold Case zu bringen. Wollte Nazma damals freiwillig verschwinden? Oder wurde sie Opfer eines Verbrechens, wovon auch ihre Eltern immer überzeugt waren. Und wer ist die fremde Frau, die sich damals als Nazma ausgegeben hat?

Zunächst einmal vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Der dritte Fall für Lockyer & Broad hat mich wieder sehr gut unterhalten. Das sympathische Ermittlerduo Matt und Gemma ist inzwischen ein eingespieltes Team, sie ergänzen sich gegenseitig.
Die Geschichte beginnt damit, dass die beiden die Eltern der verschwundenen Nazma aufsuchen, weil in einem Fluss unweit von Trueslow Hall eine Tasche gefunden wurde. Der Vater und die Stiefmutter bestätigen, dass die Sachen Nazma gehören und dass sie nach wie vor sicher sind, dass Nazma niemals einfach so verschwunden wäre und ihr etwas zugestoßen sein muss. Ihrer Meinung nach hat die Polizei damals zu schnell aufgegeben und ihnen auch keinen Glauben geschenkt. Auch wenn der Vater keine großen Hoffnungen hat, verspricht Lockyer ihnen, alles zu tun, damit Nazma gefunden wird. Er weiß, die Ungewissheit ist das Schlimmste.
Gemeinsam mit seiner Kollegin Gemma sucht er die Mitglieder des Grabungsteams von damals auf und sie stellen fest, dass jeder so sein kleines Geheimnis hat.

Neben dem Fall und der Arbeit geht es auch um das Privatleben der Ermittler. Lockyer wird Vater, die Geburt steht kurz bevor, aber er fühlt sich der ganzen Situation nicht so richtig gewachsen. Gemma hat Probleme mit ihrem Freund Pete, der ein Kontrollproblem zu haben scheint. Und außerdem sind wir mitten in der Pandemie. Wer jetzt aufstöhnt, keine Sorge. Es wird manchmal erwähnt, z. B. die Kontaktverbote, der Gesichtsschutz oder der bevorstehende zweite Lockdown. Aber es steht keinesfalls im Vordergrund und ich habe es zwischendurch tatsächlich auch immer wieder vergessen. Aber ich finde, das macht die Geschichte auch authentischer, denn schließlich gab es ja die Pandemie und die Umstände, die daraus entstanden sind.

Ich weiß nicht, ob man „Das Grab von Trueslow Hall“ als Krimi bezeichnen kann, aber es ist auf jeden Fall ein Spannungsroman, den ich keine Minute langweilig fand. Hier wird deutlich, dass Polizeiarbeit eben zu neunzig Prozent aus Ermittlungsarbeit besteht und nicht aus pausenloser Action.
Der Schreibstil ist bildhaft und anschaulich. Katherine Webb versteht es, die Gegend um Salisbury vor dem geistigen Auge lebendig werden zu lassen. Die Spannung wird immer weiter aufgebaut und man rätselt bis zum Schluss mit, was damals wirklich passiert ist.

Muss man die Vorgänger gelesen haben? Nicht unbedingt, der Fall ist in sich abgeschlossen. Aber wie immer geht es bei solchen Reihen ja auch um die Weiterentwicklung der Hauptfiguren. Wen das interessiert, der sollte sich Teil 1 „Der Tote von Wiltshire“ und Teil 2 „Die Morde von Salisbury“ nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Vampire mal anders

Die Kolonie
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In einer Kleinstadt in Alaska wird ein Junge tot aufgefunden. Die Brutalität des Mordes erinnert an eine Tat, die 25 Jahre zurück liegt. Detective Barbara Atkins wird Unterstützung des örtlichen Sheriffs ...

In einer Kleinstadt in Alaska wird ein Junge tot aufgefunden. Die Brutalität des Mordes erinnert an eine Tat, die 25 Jahre zurück liegt. Detective Barbara Atkins wird Unterstützung des örtlichen Sheriffs hinzugezogen. Die Einwohner von Deadhart begegnen Barbara jedoch mit Misstrauen, denn sie glauben zu wissen, der der Schuldige ist: ein Mitglied der nahe gelegenen Vampirkolonie, die in einer alten Bergbausiedlung tief in den Bergen lebt. Barbara gerät unter Druck, die gesamte Kolonie gezielt töten zu lassen. Doch die Beweise sind nicht stichhaltig und die Menschen lügen. Als der Sheriff durch einen Unfall außer Gefecht gesetzt wird, benennt Barbara Jensen Tucker zum Deputy. Tucker hat bereits den Fall vor 25 Jahren untersucht und schon damals war die Beweislage nicht eindeutig, dass der beschuldigte Vampir der Täter war. Was dem Sheriff nicht gerade Sympathien entgegenbrachte und er seitdem alleine abgeschieden im Wald lebt. Ihm und Barbara bleibt jetzt nicht mehr viel Zeit, um die Wahrheit herauszufinden: Jagen sie einen kaltblütigen Mörder – oder ein blutdürstiges Monster?

Zitat: „Vor ihnen, im Licht der Scheinwerfer, tauchte jetzt ein handgefertigtes Ortsschild auf: Deadhart, Einwohner: 673. Darunter hatte ein Scherzbold gekritzelt: LEBEND.“
C. J. Tudor führt uns mit ihrem Thriller „Die Kolonie“ mitten in eine eiskalte Kleinstadt in Alaska. Und damit ist nicht nur das Wetter gemeint, denn ein Schneesturm zieht auf. Auch die Stimmung in der Stadt ist kalt und düster. Die Einwohner sind sich einig, die nahe gelegene Siedlung der Vampire hat wieder einen der ihren getötet. Und nun wollen sie Blut sehen und die Untoten ausrotten.
Das Buch spielt in einer Welt, in der Vampire real sind. Es gibt sogar ein Vampirschutzgesetz nach dem Vampire den Schutzstatus einer vom Aussterben bedrohten Art genießen. Gezielte Tötungen sind nur dann erlaubt, wenn sie dem Schutz der Allgemeinheit dienen. Und dafür ist Barbara Atkins vom Institut für forensische Vampirstudien in Deadhart, um die Schuld der Vampire zu beweisen und eine Keulung der Kolonie zu rechtfertigen. Aber für Barbara ist erst einmal jeder unschuldig, so lange seine Schuld nicht erwiesen ist, ob nun Mensch oder Vampir. Im Lauf der Geschichte erfahren wir auch, warum.

„Die Kolonie“ ist mal eine ganz andere Vampirstory. Die Untoten sind keine romantischen Helden und glitzern auch nicht. Sie werden viel mehr als indigene Spezies bezeichnet, denn sie waren lange vor den Menschen in Alaska und wurden dann terrorisiert und verjagt. Aber nun sind sie zurück und wollen sich nicht wieder vertreiben lassen.
Auch wenn es um Vampire geht, wirkt das Ganze auf mich sehr authentisch, denn das Verhalten der Stadtbewohner ist typisch für Menschen. Was sie nicht kennen, macht ihnen Angst und gegen das muss man vorgehen. Ob nun Ureinwohner oder Vampire.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich war sofort mittendrin in der Geschichte. Die Spannung wird durchweg aufrecht erhalten und durch Perspektivwechsel in den Kapiteln noch erhöht. Die düstere und beklemmende Atmosphäre der unwirtlichen Natur wird sehr gut beschrieben, man kann die Kälte fast spüren.
Es gibt Überraschungen und Wendungen und wenn man denkt, jetzt haben sie den Täter, taucht wieder ein neuer Ermittlungsansatz auf. Das Ende und die Auflösung haben mich dann tatsächlich überrascht.

Nach „Der Kreidemann“ und „Schneewittchen schläft“ war das mein drittes Buch der Autorin und es hat mir bisher am besten gefallen. Auch wenn ich den Spruch „Englands weiblicher Stephen King“ für ein wenig übertrieben halte.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Die Krähe ist zurück

Vergessene Gräber
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Eine grausame Mordserie hält Frankfurt in Atem. Der Täter schlägt scheinbar willkürlich zu. Doch alle Opfer sind jung und erfolgreich. Ihre Ermittlungen führen Mara Billinsky und Jan Rosen zu einer ehemaligen ...

Eine grausame Mordserie hält Frankfurt in Atem. Der Täter schlägt scheinbar willkürlich zu. Doch alle Opfer sind jung und erfolgreich. Ihre Ermittlungen führen Mara Billinsky und Jan Rosen zu einer ehemaligen russischen Ballett-Tänzerin, die etwas über die Morde zu wissen scheint. Selbst als ihr eigener Sohn verschwindet, schweigt sie eisern weiter. Aber Mara lässt nicht locker und gerät - ohne es zu ahnen - mitten in einen tödlichen Rachefeldzug.

In "Vergessene Gräber", dem mittlerweile fünften Fall der Frankfurter Thriller-Reihe, schickt Leo Born das Ermittlerduo Billinsky und Rosen in einen eiskalten Februar. Eine Mordserie an jungen, erfolgreichen Menschen hält die Stadt in Atem. Das Erschreckende: Es gibt kein erkennbares Motiv und keine Verbindung zwischen den Opfern. Während die Ermittlungen im Sande verlaufen, kämpft Mara an einer zweiten Front gegen einen alten Erzfeind – sehr zum Missvergnügen ihres Chefs. Doch die „Krähe“ lässt sich nicht zurückpfeifen, was sie wie gewohnt in Teufels Küche bringt.
Besonders gut gefallen hat mir in diesem Teil die Charakterentwicklung. Mara hat sich ihren Platz im Team erkämpft, und sogar der brummige Chef Klimmt zeigt erste Anzeichen von Wertschätzung. Auch das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater wird gewohnt authentisch und glaubwürdig weitererzählt. Parallel dazu muss sich Jan Rosen den Schatten seiner eigenen Vergangenheit stellen.

Leo Born beherrscht das Handwerk: Kurze Kapitel, geschickte Perspektivwechsel und fiese Cliffhanger sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Auflösung des Täters und dessen Motive bleibt bis zum Schluss im Dunkeln und überrascht mit unerwarteten Wendungen.

Ein gelungener Thriller über menschliche Abgründe mit viel Spannung und emotionaler Tiefe. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Teil 21 der Thriller-Reihe

Kalte, kalte Knochen
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Der Winter hat North Carolina fest im Griff und mit den sinkenden Temperaturen fällt auch die Verbrechensrate. Tempe Brennan verbringt diese Atempause damit, sich um ihre heimgekehrte Tochter Katy zu kümmern. ...

Der Winter hat North Carolina fest im Griff und mit den sinkenden Temperaturen fällt auch die Verbrechensrate. Tempe Brennan verbringt diese Atempause damit, sich um ihre heimgekehrte Tochter Katy zu kümmern. Sie sie eines Abends ein mysteriöses Paket auf ihrer Veranda findet. Darin: ein menschlicher Augapfel. Die Ermittlungen führen schnell zu weiteren makabren Funden. Ihr Instinkt sagt der forensischen Anthropologin, dass die Toten ein schreckliches Schicksal teilen. Und dass es jemand auf sie abgesehen hat.

Ich habe die Reihe bereits in den Neunziger Jahren entdeckt und bisher jeden Teil gelesen. „Kalte, kalte Knochen“ ist inzwischen Band 21 und nach wie vor lese ich jeden neuen Fall der forensischen Anthropologin Dr. Temperence Brennan sehr gerne. Es ist schon fast wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten.
Es sind nicht nur die spannenden Fälle, die mich jedes Mal begeistern, es ist auch das Persönliche in den Geschichten. Das Auf und Ab in Tempes Beziehung mit dem kanadischen Polizist Andrew Ryan, die verbalen Schlagabtausche der beiden, die mich oft zum Schmunzeln bringen. Oder auch Tempes Diskussionen mit ihrem Kater Bird, der nie eine Antwort gibt 😊 Und seit einigen Teilen sorgt ja auch Cop Skinny Slidell für Unterhaltung, denn er und Tempe sind zwar wie Feuer und Wasser, arbeiten aber gut zusammen.
Nun ist also Tempes Tochter Katy nach acht Jahren bei der Army und verschiedenen Auslandseinsätzen wieder zuhause in Charlotte. Tempe macht sich Sorgen, da Katy nicht darüber spricht, warum sie die Army verlassen hat. Dann findet Tempe vor ihrer Tür in einem Paket einen menschlichen Augapfel und damit sind wir mitten drin in einem neuen Fall. Wem gehört das Ding und warum ist es bei Tempe gelandet? Erste Ermittlungen führen zu einem Kloster und dort gibt es einen weiteren makabren Fund. Und so geht es weiter. Mehrere Opfer tauchen auf, aber es scheint keine Verbindung zu geben, keine Handschrift des Täters, keine gemeinsame Todesursache. Aber dann fällt Tempe die Ähnlichkeit zu älteren Fällen auf. Sind die neuen Morde ein Racheakt und hat es in Wahrheit jemand auf sie abgesehen?

Aufgrund von Katys Rückkehr aus der Army, wird hier auch der Umgang Amerikas mit ihren Kriegsveteranen thematisiert. Sie schicken ihre Soldaten in alle möglichen Kriege, aber wenn diese dann körperlich und seelisch krank zurückkommen, kümmert man sich nicht um sie. Viele landen als Obdachlose auf der Straße. Ein Armutszeugnis für die USA.

Insgesamt wieder ein spannender Fall, auch wenn ich nach zwei Dritteln schon ahnte, wer der Täter ist. Vermutlich habe ich inzwischen schon zu viele Thriller und Krimis gelesen.

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