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Veröffentlicht am 23.03.2026

Highlight

Sturmhöhe
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WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.

Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der ...

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.

Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der Roman 1847 publiziert wurde und das auch noch unter männlichem Pseudonym. Aus diesem Grund finde ich es schwierig, es aus moderner Sicht zu lesen. So ziemlich jeder Charakter ist toxisch, schwierig, egozentrisch, aber auch unglaublich tief und authentisch. Die Autorin zeigt die Abgründe des Menschen wie kaum jemand zu dieser Zeit auf. In meinen Augen heben sich die Schattenseiten der Figuren auch so ein bisschen dadurch auf, dass ja alle irgendwie furchtbar sind und keiner ein Symphathieträger sein soll. Deswegen kann man schwer sagen, x behandelt y grauenhaft, weil y x eben genauso behandelt, die Opferrolle also durch die breitgefächerte Täterrolle fast wegfällt.
Es ist keine Liebesgeschichte, sondern Gothic Horror. Manche Stellen sind unheimlich und verstörend. Durch den ganzen Plot zieht sich eine drückende, düstere Atmosphäre, ausgehend von Figuren, Epoche und dem Setting der nebligen englischen Mooren. Dass H und C nicht so einfach zusammen sein können, ist hinsichtlich ihres jeweiligen Standes absolut nachvollziehbar. Immer, wenn sie sich gegen ihn entscheidet, bricht sie sich damit genauso sehr das Herz wie ihm. Aber was bleibt ihr übrig - auf die Straße gesetzt werden mit ihm und hoffen, dass er sie beide irgendwie durchbringt, ohne Unterschlupf, ohne Vermögen? Schwierig.
Auch Heathcliffs Verbitterung ist nachzuvollziehen, er versucht stets mehr zu sein als er ist, um gut genug für Cathy zu sein, gut genug für sich. Am Ende schlägt er natürlich richtig heftig über sie Stränge und lässt seine Wut an buchstäblich jedem aus, sein Schmerz frisst ihn auf.
Ich liebe die bildgewaltige, poetische, atmosphärische Sprache, die deepen Quotes, he's more myself than I am, die mMn. im Deutschen gar nicht so richtig eingefangen werden können. Das Ende ist wie der Rest der Geschichte kein rosa Bubblegum, es hätte kaum anders enden können und lässt einen mit Grauen und Tränen zurück, ist aber genau richtig, wenn auch auf vielen Ebenen verstörend. Obwohl sie so toxisch und zerstörerisch ist, kommt die Verbindung zwischen H und C kaum einer anderen in der Literatur gleich. Ich habe den Roman das erste Mal mit 13 Jahren gelesen, heute mit anderen Augen als damals, aber er berührt mich noch immer genauso. Große Leseempfehlung, wenn man sich vorab damit auseinandersetzt, worauf man sich einlässt, und natürlich vom aktuellen Film differenziert.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Die Rezension ist auf die englische Version der Schmuckausgabe bezogen: Highlight

Emily Brontë, Sturmhöhe
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Die Rezension ist auf die englische Version der Schmuckausgabe bezogen

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.
Ich habe mich bewusst für die englische Ausgabe entschieden und finde es großartig, ...

Die Rezension ist auf die englische Version der Schmuckausgabe bezogen

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.
Ich habe mich bewusst für die englische Ausgabe entschieden und finde es großartig, dass der Verlag beide Versionen als Schmuckausgabe neu herausgebracht hat. Die deutsche Ausgabe ist in einfacherem Deutsch geschrieben als frühere Varianten, was mir beim Reinblättern so ein bisschen die literarisch-deepe Atmosphäre genommen hat.
Die englische Ausgabe hingegen bleibt natürlich originaltreu. Aus diesem Grund sind Akzente wie der Yorkshire-Dialekt bei Joseph nicht ganz einfach zu verstehen und oft eher aus dem Kontext zu schließen, wodurch es allerdings um einiges authentischer ist als wenn die verschiedenen Gesellschaftsschichten unabhängig von Stand und Herkunft einheitlich reden würden.
Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der Roman 1847 publiziert wurde und das auch noch unter männlichem Pseudonym. Aus diesem Grund finde ich es schwierig, es aus moderner Sicht zu lesen. So ziemlich jeder Charakter ist toxisch, schwierig, egozentrisch, aber auch unglaublich tief und authentisch. Die Autorin zeigt die Abgründe des Menschen wie kaum jemand zu dieser Zeit auf. In meinen Augen heben sich die Schattenseiten der Figuren auch so ein bisschen dadurch auf, dass ja alle irgendwie furchtbar sind und keiner ein Symphathieträger sein soll. Deswegen kann man schwer sagen, x behandelt y grauenhaft, weil y x eben genauso behandelt, die Opferrolle also durch die breitgefächerte Täterrolle fast wegfällt.
Es ist keine Liebesgeschichte, sondern Gothic Horror. Manche Stellen sind unheimlich und verstörend. Durch den ganzen Plot zieht sich eine drückende, düstere Atmosphäre, ausgehend von Figuren, Epoche und dem Setting der nebligen englischen Mooren. Dass H und C nicht so einfach zusammen sein können, ist hinsichtlich ihres jeweiligen Standes absolut nachvollziehbar. Immer, wenn sie sich gegen ihn entscheidet, bricht sie sich damit genauso sehr das Herz wie ihm. Aber was bleibt ihr übrig - auf die Straße gesetzt werden mit ihm und hoffen, dass er sie beide irgendwie durchbringt, ohne Unterschlupf, ohne Vermögen? Schwierig.
Auch Heathcliffs Verbitterung ist nachzuvollziehen, er versucht stets mehr zu sein als er ist, um gut genug für Cathy zu sein, gut genug für sich. Am Ende schlägt er natürlich richtig heftig über sie Stränge und lässt seine Wut an buchstäblich jedem aus, sein Schmerz frisst ihn auf.
Ich liebe die bildgewaltige, poetische, atmosphärische Sprache, die deepen Quotes, he's more myself than I am, die mMn. im Deutschen gar nicht so richtig eingefangen werden können. Das Ende ist wie der Rest der Geschichte kein rosa Bubblegum, es hätte kaum anders enden können und lässt einen mit Grauen und Tränen zurück, ist aber genau richtig, wenn auch auf vielen Ebenen verstörend. Obwohl sie so toxisch und zerstörerisch ist, kommt die Verbindung zwischen H und C kaum einer anderen in der Literatur gleich. Ich habe den Roman das erste Mal mit 13 Jahren gelesen, heute mit anderen Augen als damals, aber er berührt mich noch immer genauso. Große Leseempfehlung, wenn man sich vorab damit auseinandersetzt, worauf man sich einlässt, und natürlich vom aktuellen Film differenziert.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Für Fans von Crimson Peak

Die Frauen von Faraday House
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Der Roman ist mein bisheriges Jahreshighlight, zum Ende hin habe ich es bis morgens durchgelesen, generell war es schwierig, es aus der Hand zu legen.
Emeline wird an einen rätselhaften Captain in einem ...

Der Roman ist mein bisheriges Jahreshighlight, zum Ende hin habe ich es bis morgens durchgelesen, generell war es schwierig, es aus der Hand zu legen.
Emeline wird an einen rätselhaften Captain in einem abgelegenen Herrenhaus verheiratet - doch als sie ankommt, lebt dessen aktuelle Frau noch. Beinahe.

Es wurde beworben mit Fans des Films Crimson Peak - dem kann ich zu 100 % zustimmen. Allerdings waren die Überschneidungen z. T. so identisch, dass ich von Anfang an wusste, was mit den Frauen passiert, weil es in der Umsetzung genauso ablief. Auch mit der Verstorbenen, die die anderen warnt etc. Hab es aber trzd geliebt, weil ich den Film liebe.

Der Plot spielt 1816, deswegen mag Emeline hin und wieder zwar etwas naiv wirken, aber authentisch für die Zeit. Ich habe permanent mit ihr und Georgina gefiebert und wusste bis zuletzt kaum, wem ich vertrauen kann. Ihr future-husband Grave war schwer einzuschätzen, er kam mMn zu wenig vor, obwohl sie ihn heiraten soll. Dem Reverand habe ich misstraut, einfach iwie allen haha, und zum Ende hat mich die fehlende Kommunikation gestört. Trzd mochte ich ihn als Figur total gern, er hat perfekt in die neblige, mysteriöse Stimmung gepasst.

Ich bin ein Angsthase & musste immer nach dem Lesen mit Nachtlicht schlafen haha, der Spuk ging mir extrem unter die Haus, ich war emotional absolut deep im Plot drin.
Der rote Faden und die Spannung blieben konstant sehr sehr hoch, jede Seite hat mich gefesselt, jedes einzelne Schicksal, jede Figur, der Schreibstil, die düstere Atmosphäre, der Wahnsinn.
Das Ende war perfekt.

Recency-Gothic in seiner Bestform. Eine große Leseempfehlung ♡

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Veröffentlicht am 03.03.2026

große feministische Lesseempfelung

Kleopatra
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Ich habe mich schon so lang auf das Buch gefreut! Ich liebe feminist retells historischer Plots. Und hier haben mich schon die ersten Zeilen absolut gefesselt, weil es von Anfang an poetisch-deep beginnt. ...

Ich habe mich schon so lang auf das Buch gefreut! Ich liebe feminist retells historischer Plots. Und hier haben mich schon die ersten Zeilen absolut gefesselt, weil es von Anfang an poetisch-deep beginnt. Es wurde definitiv zu einem Herzensbuch, das ich nicht das letzte Mal gelesen habe.

Wir lernen Kleopatra als Jugendliche kennen, die allerdings sehr früh erwachsen werden musste und nie aus der Rolle einer Anführerin fällt. Dabei konkurriert sie gegen ihren Willen gegen ihre Geschwister. Es hat mir immer wieder das Herz gebrochen, wie diese sich permanent gegenseitig verletzt haben zwischen Manipulation, Anschlägen und der Suche nach Macht.

Kleopatra selbst würde ich nicht ganz als Sympathieträgerin bezeichnen, sie war teilweise sehr eigensinnig und egozentrisch, gleichzeitig hat sie ihr Leben gelebt, so gut sie konnte, wodurch ich sie als Figur dennoch wahnsinnig gern mochte. Morally Grey mit vielen Kanten. Sie hat sehr viel verloren, ihr Leben lang, und war gezwungen, permanent im Kampfmodus zu bleiben, ich habe ihr soo oft ein paar ruhige Jahre gewünscht.

Der Altersunterschied zu Cäsar von über 30 Jahren wäre mir vom Schreibstil her überhaupt nicht aufgefallen, sie haben so gut zusammengepasst. Aber ich hatte immer die Figuren aus Asterix im Kopf 😂
Die zweite Lovestory hat mir mehrmals Tränen in die Augen getrieben, es hatte einen Romeo & Julia Vibe und das Ende hat mich in vielerlei Hinsicht zerstört, obwohl man ja weiß, wie es endet.
Dennoch hat mich die Autorin mit einem ganz eigenen Epilog überrascht, wobei ich nicht weiß, ob mich dieser beruhigt oder noch mehr aufgewühlt hat.

Der Schreibstil ist poetisch, tiefgründig, fesselnd. Man lernt auch einiges. Ich habe pausenlos mitgefiebert und konnte es kaum aus der Hand legen. Das atmosphärische ägyptische Setting war unglaublich bildlich und einprägsam, wie in einem Film.

Für mich ein ganz großes Meisterwerk, endlich mal von weiblicher Hand geschrieben ♡

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Content Note beachten

Boys of Tommen 6: Releasing 10
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Der 6. Bd der Reihe umfasst den ersten Teil der Geschichte um Lizzie und Hugh.
mMn kann er unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden, dh man könnte damit starten, aber ich würde es nicht empfehlen, ...

Der 6. Bd der Reihe umfasst den ersten Teil der Geschichte um Lizzie und Hugh.
mMn kann er unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden, dh man könnte damit starten, aber ich würde es nicht empfehlen, weil er für mich der heftigste der Reihe war. Beides liegt daran, dass sich die 900 Seiten fast ausschließlich um die Kindheit der beiden dreht.

Bei diesem Umfang war ich ehrlich überrascht, dass die Story um L&H damit nicht abgeschlossen ist. Stattdessen hatte ich das Gefühl, sie würde erst beginnen. Tatsächlich gelangen wir gar nicht zu der Stelle der Gegenwart, in der Bd 5 endet.

Lizzie ist zu Beginn 3 Jahre alt. Den Großteil des Buches ist sie ein Kind. Deswegen haben die Begebenheiten mich richtig hart getroffen, es war so schrecklich, wie sie sich nicht wehren konnte gegen all das Grausam3, was ihr angetan wurde, wie sie wieder und wieder mit falschen Diagnosen und Medikamenten angespeist wurde oder die unausgesprochenen V3erbrechen in ihrer Kindheit erst zu den Krankheiten führte. Anstatt ihr zuzuhören, ging es sogar bis zur Elektrosch0cktherapie. Bis sie selbst so sehr von Therapeuten, Tät3ern und Mitmenschen gelaslightet wurde, bis sie selbst glaubte, alles, was ihr widerfahren ist, sei bloße Einbildung.

Hierzu empfehle ich den Account von @lenajensn & dass, genau wie in den anderen Bänden, uuuunbedingt die Content Notes gelesen werden.

Die Lovestory von Kindesbeinen an war unglaublich süß, das hätte ich in den anderen Bänden gar nicht vermutet. Oder dass Lizzie wirklich sympathisch werden kann, but Chloe Walsh did it und obwohl die meisten von uns sie bislang nicht sonderloch mochten, wurde sie hier zu Sympathieträgerin und Opf3r.
Hugh hat sich unglaublich um sie bemüht, es war herzzerreißend, wie dieser kleine Junge der einzige war, der für sie da war und sie beschützte. Ich habe verstanden, weshalb er sich letztlich von ihr abgewandt hat, aber auch, dass sie nicht anders handeln konnte, weil sie ihre Probleme einfach nicht benennen oder greifen konnte.
Ich habe mir sooo sehr ein Happy End gewünscht, stattdessen blieb ich wieder einmal mit gebrochenem Herzen und völlig emotional overwhelmed zurück. Chloe Walsh schafft eine Tiefe der Charaktere, wie ich es nicht oft lese, es wirkt derart realistisch, als wäre ihr jede einzelne Geschichte persönlich widerfahren.
Aus diesem Grund wühlt mich kaum ein Roman so auf wie die dieser Reihe. Man fliegt nur so durch die Seiten, unterbricht nur, wenn es einem mental zu heftig wird und man verschnaufen muss. Dass die Bände derart umfangreich sind, merkt man überhaupt nicht, man könnte ewig weiterlesen.
Trotzdem war es nicht mein Favorit der Reihe, einfach weil ich mir gewünscht habe, dass die Thematik geflektiert und letztlich auch gelöst wird, und weil ich gehofft habe, dass wir zumindest ab der Hälfte ins Teeniealter der Protas vorrücken.
Gleichzeitig hat mich dieser Band am meisten mitgenommen.
Ich bleibe bei einer großen Leseempfehlung für die Boys of Tommen, aber mit dringender Empfehlung zur Beachtung der Content Notes und dem Hinweis, dass die dort genannten Themen zumindest für mich in diesen Büchern nochmal viel heftiger erscheinen als in anderen, auch deshalb, weil sie allesamt kapitelweise ausgeleuchtet werden und nicht nur erwähnt.
Ich freue mich auf die nächsten Bände dieser Herzensreihe ♡

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