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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2018

Für fortgeschrittene Handletterer, die ihre Fähigkeiten verbessern wollen

Kalligrafie in 15 Minuten
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Inhalt:

Kalligrafie in 15 Minuten gliedert sich in drei Abschnitte auf: Handlettering-Schriften, Kalligrafie-Übungen und Schmuckelemente.
Der erste Abschnitt „Kalligrafie-Übungen“ zeigt verschiedene Schriftarten ...

Inhalt:

Kalligrafie in 15 Minuten gliedert sich in drei Abschnitte auf: Handlettering-Schriften, Kalligrafie-Übungen und Schmuckelemente.
Der erste Abschnitt „Kalligrafie-Übungen“ zeigt verschiedene Schriftarten wie z.B. Monoline, Copperplate, gotische Kalligrafie, Reißfeder Kalligrafie, moderne Pinselschrift, Aquarell-Kalligrafie, Casual Brush Script, Crayola-Kalligrafie, Business Script, Neuland oder Roman. Jede Schriftart kann anhand von Übungsaufgaben in Form von Text und Bild erlernt werden.
Der zweite Abschnitt „Handlettering-Schriften“ stellt die Schriftarten dieses Bereiches vor. Hier findet man unter anderem die Serifen-Handschrift, Sans-Serif-Schrift, eine minimale Serifenschrift (bei der einzelne Elemente des Buchstabens ausgelassen werden; das Auge ergänzt automatisch die Fehlstellen zu einem vollständigen Buchstaben), Block-Serifenschrift, Kontur-Kursivschrift, Blockschrift, bauchige Schreibschrift oder Signaturschrift. Auch zeigt der Autor, wie das Lettering im Kreis mithilfe von Hilfslinien gelingen kann.
Der dritte Abschnitt widmet sich den Schmuckelementen. Wie gestaltet man ein Layout, was ist Inline-Lettering, welche Hilfslinien können dem Handlettering ein wenig Schwung mit auf den Weg geben, dezente Schmuckelemente verwenden und Hohlräume füllen – wie funktioniert das, wie verbinde ich zwei Schrifarten geschickt miteinander und was ist Dripping? Solche Fragen werden hier geklärt. Aber auch Schattensetzung, dem Lettering durch Schattierungen Tiefe verleihen, Schnörkel, einfache Banner, das Einfärben mit Aquarellfarben und eine Tupftechnik werden genauer vorgestellt.
Es folgt ein Glossar sowie eine empfehlenswerte Vorstellung von Schreibmaterialien.


Eigene Meinung:

William Paterson zeigt in seinem Buch anhand von Beispielen wie man durch viel Übung zu einem sehr ansehnlichen Resultat gelangen kann. Kalligrafie in 15 Minuten gliedert sich in drei Abschnitte auf:

Abschnitt 1: Kalligrafie-Übungen:
Der Leser bekommt hier eine Vielzahl von Kalligrafieschriftarten vermittelt. Er lernt die einzelnen Elemente kennen, die sich in den einzelnen Buchstaben stets wiederholen.

Abschnitt 2: 15 Handlettering-Schriften
Dieser Abschnitt zeigt eine große Auswahl an Handletteringschriftarten. Diese Schriftarten werden eher gezeichnet. Oft entsteht erst ein Grundgerüst, das im weiteren Verlauf ausgearbeitet wird.

Abschnitt 3: 15 Schmuckelemente
Hier werden keine Schmuckelemente im klassischen Sinne vorgestellt. Vielmehr werden Tricks und Tipps gezeigt, wie man sein Handlettering in Szene setzen kann.

William Paterson erklärt alle Schriftarten sowie die Schmuckelemente mit Hilfe von Übungsaufgaben, anhand derer der Leser das Zeichnen der Buchstaben erlernen und auch perfektionieren kann. Jeder Aufgabe folgen stets zwei Leerseiten auf denen bereits Punkte eingefügt wurden, die zu Hilfslinien verbunden und auf denen geübt werden kann.

Optisch baut William Paterson sein Werk so auf, dass auf der linken Buchseite in einer kurzen Einleitung die Schrift vorgestellt wird. Hier findet man auch oft eine passende Stift-/Federempfehlung zur Schriftart. Darunter folgt eine Anleitung in kurzen Stichworten sowie ein Bild von einem fertigen Lettering. Auf der rechten Seite werden die einzelnen Schritte mittels Bildern erläutert.

Die schriftlichen Erläuterungen sind in sehr kleiner Schrift verfasst worden, was vermutlich dem kleinen Buchformat geschuldet ist, das Lesen aber auf Dauer etwas anstrengend macht.
Die Übungen erfolgen anhand eines Beispielwortes. Ein vollständiges Alphabet zu den einzelnen Schriftarten wird nicht abgebildet. Dieses Alphabet muss sich der Leser ggf. selbst durch die Übungsbeispiele erschließen.

Jeder einzelne der drei Abschnitte (Handlettering, Kalligrafie und Schmuckelemente) schließt nach den jeweiligen Übungsaufgaben mit zwei Galerieseiten ab. Hier findet der Leser fertige Handletterings, die beim Lernen motivieren. Schließlich möchte man ja selbst irgendwann so ein perfektes Bild aufs Papier zaubern können.

Auch sehr schön: Durch einen unterschiedlich gefärbten Buchschnitt besteht die Möglichkeit schnell von einem Lehrbereich zum anderen zu wechseln. So kann man auch schnell mal kurz etwas nachschlagen und muss nicht lange durch die Seiten blättern.



Fazit:

Kalligrafie in 15 Minuten stellt in drei Abschnitten die Themen Kalligrafie, Handlettering und Schmuckelemente vor. Anhand von Aufgaben - und mit viel Übung - können die einzelnen Alphabete bis zur Perfektion erlernt werden. Eine Vielzahl von Schriftarten lässt nur wenige Wünsche offen. Aufgaben werden oft an einem Beispielwort erläutert.

Überraschend gestaltet ist der Abschnitt Schmuckelemente. Hier bekommt man keine kleinen Zeichnungen präsentiert, sondern lernt anhand von Tipps und Tricks dem Lettering durch Hilfslinien, Schattensetzung u.ä. mehr Ausdruck zu verleihen.

Unvorteilhaft empfand ich die Schriftgröße im Buch. Die sehr kleine Schrift ist anstrengend für die Augen.

Die Aufgliederung des Buches ist sehr übersichtlich. Auch ein gefärbter Buchschnitt, eine kurze und knackige Erläuterung, Beispielbilder und ein motivierender Ausblick auf fertige Letterings sind positiv zu erwähnen.

Dieses Buch fordert eine Menge Übung ein. Dazu muss man Zeit mitbringen - mit 15 Minuten ist es hier einfach nicht getan. Hochwertige Stifte werden empfohlen. „Kalligrafie in 15 Minuten“ ist kein Werk, das mit spielerischen Ideen zum Lettern daher kommt.
Dem Autor scheint es eher angelegen, die Fähigkeiten des Lesers zur Perfektion fortzuentwickeln.
Daher würde ich dieses Werk eher nicht an Anfänger, sondern vielmehr fortgeschrittenen Handletterern empfehlen, die ihre Kunst weiter verfeinern wollen.

Veröffentlicht am 04.01.2018

Eine berührende Geschichte

Mit anderen Worten: ich
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Inhalt:

Sam hat ein geregeltes Leben. Sie geht zur Schule und ist Mitglied einer Mädchenclique, deren Mitglieder sie ihre „besten“ Freundinnen nennt. In ihrer Freizeit geht Samantha schwimmen. Sie ...




Inhalt:

Sam hat ein geregeltes Leben. Sie geht zur Schule und ist Mitglied einer Mädchenclique, deren Mitglieder sie ihre „besten“ Freundinnen nennt. In ihrer Freizeit geht Samantha schwimmen. Sie ist so gut, dass sogar ein Stipendium in Aussicht steht. Und dennoch ist Sams Leben alles andere als perfekt. Die Freundinnen sind auf Oberflächlichkeit, Wohlleben und Zerstreuung fixiert. Die Angst, irgendwann von der Gruppe ausgeschlossen zu werden, ist stets latent vorhanden. Und daher verheimlicht Sam Tag für Tag ihr größtes Geheimnis, obwohl sie sich doch so sehr wünscht, sich jemand anderem als ihren Eltern und ihrer Therapeutin anvertrauen zu können. Sam leidet unter einer Zwangsstörung, die ihren Alltag stark beeinträchtigt.

Der Druck, unter dem Sam steht, wird größer, als sie eines Tages auf den Gängen ein Mädchen trifft. Caroline trägt im August eine Wollmütze, ihr Armgelenk ziert eine kaputte Uhr, dazu trägt sie Motto-Shirts und eine alte schlabbrige Jeans. Eine Person, die ihre Clique nie dulden würde. Doch Caroline ist so nett. Als Sam den Drang verspürt, ihr Geheimnis zu teilen, lockt das fremde Mädchen sie mit dem Versprechen einer Überraschung, die ihr Leben für immer verändern würde.



Schreibstil:

Meine Erwartungen an dieses Buch waren sehr hoch. Aus meinen bisherigen Erfahrung mit dem Verlagsprogramm ahnte ich bereits, dass das hier aufgegriffene Thema Zwangsstörungen nicht nur oberflächlich angeschnitten sondern tiefgehender aufgegriffen werden würde. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Protagonistin Sam leidet unter einer akuten Zwangsstörung. Viele Dinge muss sie drei Mal erledigen; eine Autofahrt darf erst enden, wenn der Kilometerstand am Ende eine Drei aufweist. Samanthas visuelle Vorstellungskraft ist sehr ausgeprägt. So kann zum Beispiel der Gedanke an einen Kuss mit dem Junior-Schwimm-Trainer durchaus so real erscheinen, dass sich Sam danach erst einmal wieder in der Realität zurechtfinden muss, bevor sie begreift, dass das, was sie gerade gespürt hat, gar nicht passiert ist. In manchen Situationen überkommt Samantha der Drang einfach alles über eine bestimmte Situation wissen zu müssen, bevor sie gedanklich damit abschließen kann. Eine Symptomatik, die sie vor ihren eitlen, hedonistischen „besten Freundinnen“ und auch den Klassenkameradinnen unbedingt geheim halten möchte.

Immer wieder begleitet der Leser Samantha auf ihren Besuchen zu ihrer Therapeutin und begreift, wie wichtig die Gespräche mit „Hör-zu-Sue“ für Samantha sind. Die Vertrautheit, zwischen Sue und Sam ist hierbei sehr greifbar.

Sams Freundinnen, die „verrückte Acht“, die sich bereits seit Kindertagen kennen, hören einander zu, sie verbringen die Schulpausen und auch die Freizeit miteinander. Und dennoch ist der Konformitätsdruck in der Mädchenclique spürbar. Sam und Hailey bleiben eher am Rande, während Kaitlyn und Alexis das Sagen haben. Teure Ausflüge, Partys und oberflächliche Themen stehen auf der Tagesordnung. Die Treue zur Clique ist Voraussetzung. Eine Veränderung durch neue Freunde oder einen Partner, ja jede Abgrenzung zur Gruppe, wird mit Mobbing bestraft.

Als Sam auf Caroline trifft, weiß sie sofort, dass diese Freundin ein weiteres Geheimnis gegenüber der „verrückten Acht“ bedeuten wird. Daran, dass Sam ohne groß nachzudenken von ihrem Handicap spricht, dass sie der Fremden gleich mehr Vertrauen schenkt, als ihren langjährigen Freundinnen, spürt man auch als Leser, dass sich die Protagonistin nach einer wirklichen Freundin sehnt. Caroline fordert ziemlich schnell ein, dass Sam ihr ein weiteres Mal Vertrauen schenkt und verspricht ihr dafür eine grundlegende Veränderung ihres Lebens. In welche Richtung diese Veränderung geht, das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Die Themen, die dieses Buch aufgreift, haben mich sehr interessiert und dennoch hatte ich in der ersten Hälfte das Gefühl, dass der Geschichte ein paar weitere Konflikte und ein wenig mehr Spannung gutgetan hätten. Leser, die dieses Gefühl teilen, sollten jedoch unbedingt weiterlesen. Sie werden mit einer sehr schönen Geschichte belohnt werden. Ich kann verraten, dass Sam kämpfen und wachsen wird. Sie wird mit dem Leser eine neue Welt für sich entdecken. Und auch Freunde einer schönen Liebesgeschichte werden hier auf ihre Kosten kommen.

Am Ende des Buches findet der Leser ein Nachwort der Autorin, die ihre umfangreiche Recherche in Sachen Zwangsstörung darlegt. Der Leser begreift, dass die Geschichte von Samantha durchaus Anleihen an den Alltag der Betroffenen nimmt. Mit ihren abschließenden Worten verleiht Tamara Ireland Stone ihrem Buch zusätzlichen Mehrwert.



Fazit:

Tamara Ireland Stone stützt sich in ihrem Buch, „Mit anderen Worten: ich“, auf eine umfangreiche Recherche zum Thema Zwangsstörung. Das Interesse für ihr Thema merkt man Stone auf jeder Seite an. Anschaulich zeigt sie, welche Einschränkungen solch eine Krankheit im Leben eines Menschen bewirken kann. Angst und Unsicherheit sind die prägenden Elemente des Romans. Der allgemeine gesellschaftliche Konformitätsdruck und die Sehnsucht nach wahrer Freundschaft werden hier fühlbar. Sehr deutlich kommt zum Ausdruck, wie jede Veränderung erstmal Ablehnung bewirkt. Die Protagonistin nimmt hier durchaus eine Vorbildrolle ein.

Eine zaghafte und schöne Liebesgeschichte und ein Geheimnis runden dieses Buch ab.

Ich möchte „Mit anderen Worten: ich“ an Leser/innen empfehlen, die eine bewegende Geschichte erfahren wollen. Diese zu vermitteln gelingt der Autorin beeindruckend gut. Ein Buch, das lange nachwirkt.



Buchzitate:

Es ist meine Zwangsstörung, das unerklärliche, unbeherrschbare Bedürfnis, eine Sache zu wissen, dann noch eine und immer so weiter, bis mein Gehirn vollkommen erschöpft ist.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Magische Kleinstadt, düstere Geheimnisse und eine Prise Humor

Soul of Shadow
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Inhalt:

Es geschah exakt einen Tag, nachdem Robbie Carpenter offiziell als vermisst gemeldet wurde. Am Samstag, bevor der Unterricht an der Silver Shore High School wieder beginnen sollte. Die Schüler ...

Inhalt:

Es geschah exakt einen Tag, nachdem Robbie Carpenter offiziell als vermisst gemeldet wurde. Am Samstag, bevor der Unterricht an der Silver Shore High School wieder beginnen sollte. Die Schüler feierten ausgelassen auf einer Strandparty.

Auch Charlie Hudson war unter den Feiernden. Doch im Gegensatz zu ihren MitschülerInnen starrte sie nur still in das Lagerfeuer. Ihre Gedanken kreisten um ihre verstorbene Zwillingsschwester, die an diesem Tag eigentlich an ihrer Seite hätte sein sollen. Dennoch war Charlie dankbar, ihre Freundinnen bei sich zu haben.

Und dann ertönte plötzlich ein Schrei …

Eine Gruppe Jugendlicher stürmte panisch zum Lagerfeuer. Sie berichteten aufgebracht von ihrem Fund: In einer nahegelegenen Esche hatten sie ein Paar Schuhe entdeckt und es bestand kein Zweifel, wem diese gehörten: Robbie Carpenter.

Dieses Ereignis sollte jedoch erst der Anfang sein. Von diesem Tag an würde sich für Charlie alles ändern. Kurz nach diesem schockierenden Fund taucht ein mysteriöser Neuankömmling an der Schule auf.
Elias ist smart, gutaussehend und besitzt dieses verdammt charmante, schiefe Lächeln und plötzlich steht er im Zentrum von Charlies Leben.

Als Charlie und ihre Freundin beschließen, im Wald Nachforschungen zu Robbies Verschwinden anzustellen, wird alles immer rätselhafter. Unerwartet bietet Elias seine Hilfe an.

Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Etwas an Elias verursacht ein Störgefühl, wirkt beinahe unheimlich. Seine Haut fühlt sich bei flüchtigen Berührungen ungewöhnlich heiß an, er kennt Charlies Namen, ohne dass sie sich ihn ihm je vorgestellt hätte, und immer wieder taucht er scheinbar aus dem Nichts auf, nur um genauso plötzlich wieder zu verschwinden.

Dann häufen sich weitere Vermisstenfälle.
Charlie beschließt, Elias zu folgen, um herauszufinden, ob er ein dunkles Geheimnis verbirgt und macht dabei eine erschreckende Entdeckung …



Meinung:

Durch Zufall bin ich auf „Soul of Shadow“ aufmerksam geworden. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich sofort mehr über die Geschichte erfahren. Eine verschlafene Kleinstadt, ein geheimnisvoller, attraktiver Fremder, eine Welt voller Magie, ein Highschool-Setting und dazu noch der Vergleich mit The Vampire Diaries, einer Serie, die ich vor Jahren mit großer Begeisterung verfolgt hatte. Das klang genau nach meinem Geschmack.

Während des Lesens hatte ich tatsächlich immer wieder The Vampire Diaries im Hinterkopf. Auch wenn Emma Noyes hier eine ganz eigene Geschichte erzählt, lassen sich gewisse Parallelen erkennen: eine Protagonistin, die mit ihrer Freundesgruppe, inklusive ihres Bruders, in einer geheimnisvollen Kleinstadt lebt, mysteriöse Ereignisse rund um verschwundene Schüler und ein charismatischer Neuankömmling, der stellenweise stark an Damon Salvatore erinnert.

Auch in Bezug auf die Atmosphäre gibt es Ähnlichkeiten. Die Autorin streut immer wieder kleinere Horrorelemente ein: blutrünstige Wesen, die Menschen angreifen, vermeintlich niedliche Kreaturen, die plötzlich ihre gefährliche Seite zeigen. Nichts ist so harmlos, wie es zunächst scheint. Dennoch wird es nie wirklich beängstigend, da humorvolle Dialoge und lockere Sprüche der Figuren die düsteren Momente immer wieder auflockern können.

Besonders hervorheben möchte ich das Worldbuilding. Bereits der Klappentext deutet an, dass nordische Mythologie eine wichtige Rolle spielt und genau das setzt Emma Noyes sehr gelungen um. Wer sich heute mit nordischer Mythologie und Heldensage auseinandersetzt, findet sich hier auf seinem Feld wieder. Ihre Welt ist voller Wesen, die durch die germanische und nordische Volksmythologie geistern.

So begegnet man unter anderem goldenen Hirschen, einem seltsam anmutenden, geigespielenden Wesen oder geheimnisvollen Waldfrauen. Gleichzeitig lauert überall Gefahr, denn selbst die unscheinbarsten Begegnungen können tödlich enden.

Allerdings sind während des Lesens auch einige Fragen aufgekommen, die bislang unbeantwortet bleiben. Gerade das Zusammenspiel von realer und fantastischer Welt wirft interessante Fragen auf: Was passiert mit Menschen, die diese Kreaturen sehen oder von ihnen verletzt werden? Und was nehmen diejenigen wahr, die diese Welt nicht erkennen können?
Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, hoffe ich, dass diese offenen Punkte in den Folgebänden noch geklärt werden.

Anfangs war ich etwas skeptisch gegenüber der Mischung aus Horror und Humor. Doch im Verlauf der Geschichte hat mich genau dieser Mix immer mehr überzeugt. Besonders die Dialoge zwischen den Wikingerfiguren Björn und Vidar haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Auch der kleine Vätte war einfach nur liebenswert.

Die Geschichte lebt von einem schnellen Wechsel zwischen Spannung und Leichtigkeit. Actionreiche Szenen sorgen immer wieder für Tempo, während humorvolle Momente gezielt eingebaut werden und die Atmosphäre auflockern. Dadurch entsteht ein unterhaltsamer Lesefluss, auch wenn einige Reaktionen der Protagonistin recht spontan wirken und nicht immer ganz vorhersehbar und nachvollziehbar sind.

Insgesamt sollte man sich bewusst sein, dass „Soul of Shadow“ kein klassischer Horrorroman ist. Stattdessen erwartet einen eine unterhaltsame Mischung aus Spannung, Fantasy, Humor und leichten Gruselelementen.



Fazit:

„Soul of Shadow“ überzeugt vor allem durch sein kreatives Worldbuilding, die gelungene Verbindung aus nordischer Mythologie und moderner Fantasy sowie durch eine angenehme Mischung aus Spannung und Humor. Auch wenn einige Fragen offen bleiben und nicht jede Szene vollkommen ausgearbeitet wirkt, macht das Buch neugierig auf die Fortsetzung.

Wer Geschichten im Stil von The Vampire Diaries mag und Freude an magischen Welten mit einer Prise Humor hat, wird hier gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Winterromanze mit rauem Charme

24 Dates To Fall In Love
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Inhalt:


Trotz eindringlicher Verkehrswarnungen, bei dem winterlichen Ausnahmewetter besser zu Hause zu bleiben, macht sich Romy auf den Weg zum Geburtstag ihrer Mutter. Auf der Rückfahrt zahlt sie jedoch ...

Inhalt:


Trotz eindringlicher Verkehrswarnungen, bei dem winterlichen Ausnahmewetter besser zu Hause zu bleiben, macht sich Romy auf den Weg zum Geburtstag ihrer Mutter. Auf der Rückfahrt zahlt sie jedoch den Preis: Das dichte Schneetreiben macht ein Weiterkommen fast unmöglich.

Schnell wird klar, dass sie ihr Date mit ihrem Freund verpassen wird. Vollends bestätigt sich das, als sie am Straßenrand auf ein liegengebliebenes Auto stößt. Spontan bietet sie dem jungen Mann, Oliver, ihre Hilfe an. Der Zufall will es, dass er ausgerechnet in dem Hotel untergebracht ist, in dem Romy als Rezeptionistin arbeitet.

Romy verschweigt ihm diese Tatsache, um ihn am nächsten Tag überraschen zu können. Doch zu Hause erwartet sie das nächste Desaster: Ihr Freund Ben macht mit ihr Schluss, wegen einer anderen. Genau an dem Tag, an dem Romy ihm ihren selbstgebastelten Adventskalender mit 24 Datingideen überreichen wollte.

Von da an beginnt Romys Pechsträhne. Am nächsten Tag erfährt sie, dass Oliver, dem sie gerade noch geholfen hat, von ihrem Chef als neue rechte Hand eingestellt wurde, mit der unausgesprochenen Möglichkeit, das Hotel irgendwann zu übernehmen. Oliver wirkt vom ersten Moment an arrogant, kritisiert alles und alle und tritt den Mitarbeitenden herablassend gegenüber.

Als dann auch noch Romys Datingadventskalender, den ihre Kolleginnen ihr heimlich stibitzt haben, beim Weihnachtswichteln auf Olivers Platz landet, ist das Chaos perfekt. Romy möchte die Dates auf keinen Fall mit dem neuen Vorgesetzten durchziehen. Doch bevor sie Einspruch erheben kann, läuft bereits eine Wette unter den Kollegen: Wenn Oliver und Romy alle 24 Dates bis Weihnachten absolvieren, bekommen sie den Jackpot: Eine ansehnliche Summe, die die neugierigen Kollegen für Klatsch und Beweisfotos großzügig in den Topf geworfen haben. Und Romy könnte dieses Geld gut gebrauchen: Die Trennung, die Kaution für eine neue Wohnung und hohe Tierarztkosten für ihr Pferd bringen sie finanziell an ihre Grenzen …



Meinung:


Kurz vor Weihnachten hatte ich große Lust auf eine winterliche Liebesgeschichte. „24 Dates To Fall in Love“ versprach angesichts des Klappentexts nicht nur Romantik, sondern weckte besonders meine Neugierde auf die vierundzwanzig originellen Dates. Ich hoffte auf süße Ideen, herzerwärmende Momente und ein paar Überraschungen.

Doch Stefanie Diem erzählt keine klassische, zuckersüße Weihnachtsromanze. Romy ist ein Charakter, dem das Leben immer wieder Stolpersteine in den Weg legt. Und Oliver ist keinesfalls der typische Love Interest, der wie ein rettender Engel ins Geschehen tritt. Vielmehr merkt man schnell, dass Romy ein unglückliches Händchen für Männer hat.

Ben zeigt kaum Verständnis für ihre Leidenschaft fürs Pferd, behauptet, sie hätten sich auseinandergelebt, und eröffnet ihr im nächsten Moment, dass er sich in eine andere verliebt habe. Oliver hingegen gibt sich im beruflichen Umfeld überheblich, kritisiert sie öffentlich und handelt ohne Rücksicht auf Verluste. Zwar zeigt er bei den Dates gelegentlich eine freundliche, fast zarte Seite, doch im Hotel wirkt er kühl und distanziert.

Romy lässt sich davon nicht einschüchtern. Zwischen den beiden entstehen hitzige Wortgefechte, Sticheleien und gegenseitige Provokationen.

Die Idee des Adventskalenders mit den Datingaktivitäten hat mir besonders gefallen. Hier steckt viel Kreativität drin: Schlittschuhlaufen, Schneemannbauen, ein Dinner mit verbundenen Augen oder ein romantisches Fotoshooting am zugefrorenen See. Diese Einfälle bringen Charme und Wärme in die Geschichte.

Gleichzeitig prallen Romantik und harte Realität immer wieder aufeinander. Neben Olivers oft verletzendem Verhalten gibt es Streitigkeiten unter Kolleginnen, Romys finanzielle Sorgen und die Frage, warum gerade jetzt alles schiefläuft. Und auch während der Dates geht nicht alles glatt …



Fazit:


„24 Dates To Fall in Love“ ist weniger eine gemütliche, glitzernde Weihnachtsromanze als vielmehr eine winterliche Geschichte über Chaos, Selbstzweifel und die Frage, ob man sich trotz Rückschlägen wieder für neue Gefühle öffnen kann.

Die kreative Adventskalender-Idee bringt viel Charme in den Roman, doch die Dynamik zwischen Romy und Oliver wirkt manchmal fragmentiert und etwas unausgewogen.

Wer eine Wohlfühlgeschichte sucht, könnte enttäuscht werden. Wer jedoch realistische Figuren sucht, wer Imperfektion in harten und emotional schmerzhaften Lektionen nicht scheut, wer ein romantisches Konzept mit Ecken und Kanten mag, findet hier eine unkonventionelle, teils bittersüße Lovestory.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Düster, faszinierend, magisch

Her Dark Power
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Inhalt:

Die junge Hexe Edda steht kurz vor ihrer Initiationszeremonie. In wenigen Stunden soll sich zeigen, ob sie als Kräuterhexe, Heilerin oder Weise Frau kategorisiert wird. Doch als der Kristall sie ...

Inhalt:

Die junge Hexe Edda steht kurz vor ihrer Initiationszeremonie. In wenigen Stunden soll sich zeigen, ob sie als Kräuterhexe, Heilerin oder Weise Frau kategorisiert wird. Doch als der Kristall sie keiner der drei Gruppen zuordnet, gerät ihre Welt aus den Fugen.

Verwirrt und verzweifelt flieht Edda und landet zufällig auf einer Beltanefeier der Dunklen Hexen; zu ihrer Überraschung fühlt sie sich dort seltsam wohl. Kurz darauf beschließt ihre Baba, sie auf das Crescent College zu schicken, eine Schule, an der schwarze Magie gelehrt wird. Dort soll Edda herauszufinden, was es mit der Düsternis in ihr auf sich hat. Hier soll sie lernen, ihre unkontrollierbar scheinenden Kräfte zu beherrschen.

Doch die Dunkelheit in Edda scheint stärker, als sie dachte. Und ausgerechnet Morven, der Hexer, mit dem sie auf der Feier noch getanzt hat, begegnet ihr am College, hier aber mit kalter Ablehnung. Während Edda verzweifelt versucht, ihren Platz in dieser neuen Welt zu finden, wird immer deutlicher, dass ihr Schicksal weitaus größer und gefährlicher ist, als sie ahnt.



Meinung:

Carina Schnell entführt ihre Leser mit „Her Dark Power“ in eine düstere, atmosphärisch dichte Welt voller Magie, Naturgewalten, Intrigen und Geheimnisse.

Die Autorin verbindet klassische Hexenelemente – Besen, Kräuterbeutel, Zauber und Rituale – mit fantasievollen Ideen wie Riesenfledermäusen, magischen Schutzzaubern und geheimnisvollen Naturgeistern. Besonders das Setting des Crescent College hat mir gefallen: ein imposantes, von Nebel und Magie umwobenes Gebäude inmitten wilder Landschaft.

Ein zentrales Thema des Romans sind die unterschiedlichen Fraktionen der Hexen. Während die weißen Hexen in Harmonie mit der Natur leben und die Göttin anbeten, feiern die Dunklen Hexen wilde Feste, verehren den Gehörnten und setzen affektives Erleben an die Stelle vernunftgeleiteter Reflexion. Diese Gegensätze ziehen sich wie ein Spannungsfeld durch die gesamte Handlung.

Edda steht zwischen diesen beiden Welten. Ihre Suche nach Identität und Zugehörigkeit bildet den emotionalen Kern der Geschichte und macht sie zu einer besonders greifbaren und vielschichtigen Figur.

Besonders mochte ich Eddas Zimmernachbarin Myr, ein Wesen mit schneeweißen Flügeln und einem riesigen Nachtfalter als tierischem Begleiter. Sie begegnet Edda in einem Moment der Verzweiflung und wird schnell zu ihrer wichtigsten Bezugsperson am College.

Ein wenig unruhig empfand ich den Plot in der Mitte des Buches. Als thematischer roter Faden, der die Charaktere schlüssig miteinander verknüpft, funktionieren einige Handlungsstränge nur leidlich gut. Dennoch bleibt die Geschichte durchweg atmosphärisch dicht und geheimnisvoll.

Diese hat mich sofort in den Bann gezogen: atmosphärisch dicht, erzählt mit Figuren, die einen nicht loslassen, die fernab von Schwarz und Weiß das Thema Identität ausloten und dabei auch Tabus brechen.

So bleibt Morven bis zuletzt ein faszinierender Charakter. Erst zum Ende des Buches erfährt man mehr über seine Herkunft, doch seine wahren Motive und seine Entwicklung bleiben weiterhin rätselhaft und wecken große Neugier auf den nächsten Band.



Fazit:

„Her Dark Power“ ist ein stimmungsvoller, düster-magischer Reihenauftakt voller Atmosphäre, Emotionen und Geheimnisse.

Genrebezeichnungen sind vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie ihre Funktion als orientierende Konventionen zwischen Produzenten und Lesenden erfüllen. Das vorliegende Buch punktet aber vor allem mit der Kombination aus literarischen Vorlagen und originellen neuen Ideen.
Figuren werden nicht nur als bekannte Archetypen präsentiert, sondern durch neue, interessante Perspektiven vertieft.
Carina Schnell verbindet klassische Hexenmythen mit modernen Fantasy-Elementen und schafft so eine faszinierende Welt, in der Licht und Schatten untrennbar miteinander verwoben sind.

Ein Buch für alle, die dunkle Magie, geheimnisvolle Internate und starke Heldinnen lieben.

Ich bin gespannt, welche Abgründe und Wahrheiten Edda im nächsten Band noch erwarten.

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