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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Backspaß für alle!

Carli und Klecks backen einen Kuchen
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Das Buch aus dem Beltz & Gelberg Verlag überzeugt durch eine moderne Herangehensweise an den Kinderalltag.

Ein schönes Detail ist, dass die Figur Carli genderneutral gestaltet ist. Es wird nicht explizit ...

Das Buch aus dem Beltz & Gelberg Verlag überzeugt durch eine moderne Herangehensweise an den Kinderalltag.

Ein schönes Detail ist, dass die Figur Carli genderneutral gestaltet ist. Es wird nicht explizit definiert, ob Carli ein Junge oder ein Mädchen ist, was viel Raum für Identifikation lässt – Carli ist einfach ein Kind, das Spaß am Backen hat.

Das Buch integriert ganz selbstverständlich Inklusion: Ein Bruder trägt eine Armprothese. Ich finde es großartig, dass solche Themen in Kinderbüchern stattfinden. Für die Zielgruppe ab 2 Jahren ist die Darstellung jedoch eine kleine Herausforderung. Als Erwachsener fehlte mir hier ein wenig Hintergrundwissen oder eine kurze Einordnung, um dem Kind zu erklären, warum der Bruder auf manchen Bildern „keine Hand“ hat. Hier ist man als Vorleser gefordert, das Thema sensibel zu begleiten, auch wenn man sich selbst vielleicht erst einmal kurz einlesen muss.

Lisa Hänsch nutzt ihren lebendigen Stil, um viele Details im Hintergrund zu verstecken. Der bewusste Verzicht auf viel Text ist hier eine echte Stärke: Er animiert dazu, die Bilder genau zu betrachten und gemeinsam mit dem Kind in den Dialog zu gehen. Man entdeckt ständig Neues und kann die Geschichte bei jedem Lesen individuell erweitern.

Fazit: Ein optisch sehr schönes und inhaltlich modernes Buch. Es fordert Eltern und Kinder gleichermaßen heraus, über den Tellerrand (und die Rührschüssel) hinauszublicken. Trotz der kleinen Erklärungsnot bei der Prothese ein absolut empfehlenswertes Werk für alle, die Wert auf Vielfalt legen.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Mut, Brötchen und eine Tröte

Carli und Klecks gehen auf den Markt
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Heute ist Markttag! Carli und die neugierige Katze Klecks tauchen ein in das bunte Treiben zwischen Obstständen und Blumenverkäufern. Doch ein Marktbesuch ist für ein kleines Kind auch eine Herausforderung: ...

Heute ist Markttag! Carli und die neugierige Katze Klecks tauchen ein in das bunte Treiben zwischen Obstständen und Blumenverkäufern. Doch ein Marktbesuch ist für ein kleines Kind auch eine Herausforderung: Man muss sich trauen, selbst etwas zu bestellen, und darf im Gewusel den Anschluss nicht verlieren. Ein Buch über das Großwerden und kleine Heldenmomente.

Mein absolutes Highlight ist, dass Carli ganz allein die Brötchen kaufen darf. Das ist eine wunderbare Botschaft: „Ich traue dir das zu!“ Für kleine Zuhörer ist das enorm motivierend und animiert sie dazu, im eigenen Alltag auch mal mutig zu sein und sich etwas zuzutrauen.

Eine Schlüsselstelle des Buches ist der Moment, in dem Carli seine Schwester im Marktwimmel kurz aus den Augen verliert. Statt in Panik auszubrechen, bleibt Carli (relativ) ruhig und überlegt sich eine Lösung. Dass seine Tröte zuerst nicht funktioniert und er trotzdem einen kühlen Kopf bewahrt, ist eine tolle Lektion in Sachen Resilienz. Es zeigt Kindern: Wenn etwas nicht klappt, gibt es vielleicht einen anderen Weg.

Wie gewohnt bestechen die Zeichnungen durch Lebendigkeit und viele Details im Hintergrund. Die bewusste Textreduktion ist auch hier wieder ein Volltreffer – sie lässt genug Raum, um mit dem Kind darüber zu sprechen, wie man sich fühlt, wenn man jemanden verliert oder wenn man zum ersten Mal ganz allein etwas einkauft.

Fazit: „Carli und Klecks gehen auf den Markt“ ist weit mehr als ein Buch über Lebensmittel. Es ist ein Buch über Selbstvertrauen und lösungsorientiertes Handeln auf Augenhöhe des Kindes. Ein starker Band der Reihe, der Mut macht!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Kleine Helden und große Gelassenheit

Carli und Klecks retten einen Käfer
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Draußen gibt es so viel zu entdecken! Carli und die Katze Klecks stoßen im Garten auf einen kleinen Käfer, der offensichtlich Hilfe braucht. Gemeinsam machen sie sich daran, den winzigen Gartenbewohner ...

Draußen gibt es so viel zu entdecken! Carli und die Katze Klecks stoßen im Garten auf einen kleinen Käfer, der offensichtlich Hilfe braucht. Gemeinsam machen sie sich daran, den winzigen Gartenbewohner zu retten. Ein Buch über Achtsamkeit, den Schutz kleiner Lebewesen und die Neugier auf die Natur direkt vor der Haustür.

Wie gewohnt bestechen die Zeichnungen durch Lebendigkeit und Witz. Besonders die Interaktion zwischen der Katze Klecks und dem Käfer ist herrlich gezeichnet – man sieht Klecks den inneren Konflikt zwischen Jagdtrieb und Neugier förmlich an. Die Hintergründe bieten wieder viele Details, die man gemeinsam mit dem Kind entdecken kann.

Auch hier wird bewusst auf lange Erklärungen verzichtet. Das animiert wunderbar dazu, mit dem Kind ins Gespräch zu gehen: „Wie geht es dem Käfer wohl?“ oder „Warum müssen wir vorsichtig sein?“ Das Buch fördert so ganz spielerisch die Empathie für schwächere Lebewesen. Was mir an diesem Band besonders gut gefallen hat, ist die Reaktion der Mama. Obwohl Carli durch die Rettungsaktion eigentlich noch mehr Unordnung verursacht hat als vorher, findet sie das nicht schlimm. Das ist ein toller Lerneffekt für uns Vorlesende: Es erinnert uns daran, dass Entdeckerfreude und Empathie manchmal viel wichtiger sind als ein perfekt aufgeräumter Garten oder ein strukturierter Zeitplan.

Wie schon bei der Armprothese oder der Rolle von Nachbarin Inga in den anderen Bänden, lässt der Verlag die Eltern auch hier ein wenig mit den Fakten allein. Um welche Käferart handelt es sich genau? Was frisst er? Ein kleiner Infokasten auf der Rückseite oder im Vorsatzpapier wäre eine tolle Hilfestellung gewesen, um die unvermeidlichen Kinderfragen („Was ist das für einer?“) fachgerecht zu beantworten, ohne erst das Smartphone zücken zu müssen.

Fazit: „Carli und Klecks retten einen Käfer“ ist ein herzerwärmendes Buch, das zeigt, dass man auch im Kleinen ein Held sein kann. Es passt perfekt in die Reihe: moderne Optik, starke pädagogische Ansätze, aber leider wieder mit einer kleinen Informationslücke für die vorlesenden Eltern.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein Blickfang mit kleinen Orientierungsschwierigkeiten

Tiere und Pflanzen lebensgroß
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Das Buch wird als „das großformatige Entdeckerbuch für die ganze Familie“ beworben. Hier muss ich ehrlich sagen: Aufgrund dieser Beschreibung hatte ich ein deutlich größeres, fast schon plakatives Format ...

Das Buch wird als „das großformatige Entdeckerbuch für die ganze Familie“ beworben. Hier muss ich ehrlich sagen: Aufgrund dieser Beschreibung hatte ich ein deutlich größeres, fast schon plakatives Format erwartet. Es ist zwar kein kleines Buch, aber wer ein riesiges Coffee-Table-Book erwartet, könnte zunächst etwas enttäuscht sein.

Die Idee, Natur in Originalgröße (1:1) darzustellen, ist faszinierend und die Mischung aus Tieren und Pflanzen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es ist spannend, einen Käfer direkt neben einer Blüte in realen Proportionen zu sehen.

Leider fand ich es manchmal nicht ganz eindeutig, welche Abbildung nun exakt der Originalgröße entspricht. Wenn mehrere Illustrationen auf einer Seite sind, verliert man ohne klare Kennzeichnung oder direkten Vergleichsmaßstab manchmal den Bezug zum „Lebensgroß“-Konzept.

Ein echtes Highlight sind die integrierten DIY-Ideen. Es sind wirklich schöne Bastel- und Mitmachprojekte dabei, die den theoretischen Teil auflockern und dazu einladen, das Wissen direkt in die Tat umzusetzen. Das macht das Buch über das reine Betrachten hinaus sehr wertvoll für den Familienalltag.

Inhaltlich ein tolles Buch, das durch die Kombination aus Wissen, 1:1-Illustrationen und DIY-Aktionen besticht. Wer sich von der „Großformat“-Ankündigung nicht beirren lässt und genau hinschaut, findet hier einen wunderbaren Begleiter für Naturbegeisterte.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Überraschend anders als erwartet

Paul bekommt kein Kätzchen
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Ehrlich gesagt ist das Cover „okay“ – es ist nett gestaltet, aber man hätte hier vielleicht noch mehr herausholen können, um die besondere Dynamik der Geschichte schon auf den ersten Blick einzufangen. ...

Ehrlich gesagt ist das Cover „okay“ – es ist nett gestaltet, aber man hätte hier vielleicht noch mehr herausholen können, um die besondere Dynamik der Geschichte schon auf den ersten Blick einzufangen. Doch wie so oft gilt: Man sollte ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, denn der Inhalt hat es in sich!

Die Geschichte besticht durch eine ungewöhnliche, aber sehr interessante Erzählweise. Man wird als Leser (und Vorleser) oft vom Fortgang der Geschichte überrascht; sie verläuft keineswegs nach dem typischen 08/15-Schema einer Haustier-Geschichte. Die Illustrationen sind dabei herrlich witzig umgesetzt und fangen den Humor der Texte perfekt ein.

Man merkt deutlich, dass Bernhard Hoëcker hier seine Finger im Spiel hatte. Das Buch liefert die perfekte Mischung aus Witz und Wissen, für die Hoëcker bekannt ist. Pauls Argumentationskette ist nicht nur lustig, sondern fordert das Denken der Kinder heraus. Es macht großen Spaß zu verfolgen, wie er versucht, die Logik der Erwachsenen mit seinen eigenen, fast schon wissenschaftlich-absurden Vergleichen auszuhebeln.

Ein Buch, das durch seine Originalität besticht. Wer eine klassische, geradlinige Erzählung sucht, wird hier überrascht werden – und zwar im positiven Sinne. Es regt zum Schmunzeln und Nachdenken an und zeigt, dass Wissen auch in einer Kindergeschichte richtig Spaß machen kann.

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