Vorsicht: Verursacht Fernweh!
Unless you trustInhalt:
Miri ist für ihre große Liebe nach Málaga ausgewandert. Ihre Profikarriere als Volleyballerin hat sie an den Nagel gehängt und versucht nun, ihren Weg im neugefundenen Glauben zu gehen und herauszufinden, ...
Inhalt:
Miri ist für ihre große Liebe nach Málaga ausgewandert. Ihre Profikarriere als Volleyballerin hat sie an den Nagel gehängt und versucht nun, ihren Weg im neugefundenen Glauben zu gehen und herauszufinden, was sie eigentlich wirklich in ihrem Leben machen möchte. Shampooflaschen zu designen, ist nämlich nicht die ganz große Erfüllung. Sie hilft ehrenamtlich im Companion und bringt dort den Kindern das Volleyballspielen bei. Als ihre Cousine für ein Erasmus-Semester zu ihr in die WG zieht und auch die 3. Person der WG auftaucht, setzt für Miri jedoch eine Entwicklung ein, die ihre Beziehung mit Max vor enorme Herausforderungen stellt. Ihr ganzes Leben bricht auseinander und erst eine Reise nach Valencia für einen Hilfseinsatz, setzt die Weichen wieder neu…
Über die Protas:
Miri lernt sich in ihrer neuen Wahlheimat immer besser selbst kennen. Muss sich damit auseinandersetzen, was sie denn jetzt im Leben erreichen möchte, welche Ziele sie noch hat, was sie morgens aufstehen lässt. Fragen, die für jeden wichtig sind. Da sie Probleme mit dem Vertrauen hat, reagiert sie manches Mal vorschnell oder tut Dinge, die sie auf Vorannahmen stützt, ohne die Wahrheit wirklich zu kennen. Das führt sie manchen kurvigen Weg im Leben und verursacht Schmerz, der nicht hätte sein müssen. Doch letztlich wächst sie an allem und lernt, anderen Menschen und Gott zu vertrauen.
Max weiß, was er erreichen möchte. Doch die Türen scheinen sich nicht so zu öffnen, wie er es gern hätte. Er macht Dinge mit sich selbst aus bzw. möchte Miri nicht damit belasten, schafft dadurch aber eine Situation, die Schwierigkeiten hervorruft. Sein Verhalten verwirrt manchmal Miri und ich hatte zwischendurch kurz eine schlechte Meinung von ihm, da sein Verhalten so aus dem Bild zu fallen schien. Das löst sich jedoch mit der Zeit wieder auf, und nachdem alle Fakten auf den Tisch kamen, war alles auf einmal logisch.
Auch Max muss lernen, offen und ehrlich zu kommunizieren.
Die Protagonisten machen einen tollen und authentischen Entwicklungsweg durch. Es ist nicht alles geradlinig oder einfach, doch das ist es im wahren Leben auch nicht. Schön ist es, dass sie aus ihren Fehlern lernen und verändert aus diesen hervorgehen.
Das mochte ich:
- Beschreibung der Gegend und der Lebensweise: Schafft eine ganz besondere Atmosphäre
- Es regnet mal
- Jungle Jam: In diesem Café würde ich auch gern sitzen.
- Ehrlicher Umgang mit Zweifeln im Glauben und in der Beziehung
- Ungeschönte Schilderung der Realität nach der Naturkatastrophe
Besonders gut fand ich:
Annabel überredet Miri immer wieder zu Dingen, die gegen ihre Überzeugungen gehen, und bringt sie dazu, Dinge zu tun, die nicht in Ordnung sind und andere verletzen. Was sie versucht zu verheimlichen, kommt letztlich doch ans Licht. Das ist schmerzhaft, aber letztlich auch heilsam. Das zu lesen empfand ich als besonders wertvoll, besonders da auch herausgearbeitet wurde, wie schnell man Vorannahmen trifft, sich Dinge zurechtreimt und missinterpretiert.
Eine ehrliche und aufrichtige Kommunikation ist unerlässlich und so wichtig, in jeder Art von Beziehung! Das zeigt die Autorin im Verlauf der Geschichte wunderbar auf und macht auch deutlich, dass ein Neubeginn immer möglich ist, wenn nur alle offen und bereit dafür sind.
Das habe ich für mich mitgenommen:
Der Glaubensweg ist kein Selbstläufer. Nachfolge bedeutet Zeit, Hingabe, Opfer und eine tägliche Neuentscheidung. Zweifel sind kein Grund, um alles hinzuschmeißen. Wichtig ist es, im Austausch zu bleiben. Spannungen auch mal auszuhalten und zu lernen, zu vertrauen.
Das mochte ich nicht so:
- Ich hatte mir irgendwie mehr von der Beziehung zu Annabel erhofft. Die Interaktion mit ihr kam sehr kurz und ich fand es schade. Da hätte ich wirklich gern noch mehr gelesen. Doch andererseits spiegelt diese Beziehung einfach auch eine Realität wider, wie sie häufig der Fall ist im Leben.
Fazit:
Unless you trust ist der zweite Teil der FNA-Dilogie von Maya und ich muss sagen, er hat mir besser gefallen als der erste Teil. Er hatte irgendwie mehr Tiefe. Mehr Herausforderungen und mehr Fragen, die an die Substanz gingen und große Entscheidungen erforderten.
Miri musste lernen, was es wirklich bedeutet, Gott zu glauben, ihm zu vertrauen und ihm auch zu folgen. Das war ehrlich, ungeschönt und dadurch total ermutigend zu lesen. Denn ich denke, jeder, der mit Jesus unterwegs ist, war oder ist auch schon mal an den Punkt des Zweifelns gekommen.
Dieser FNA spielt in einer wundervollen Umgebung.
Ich konnte mir die Gegend bildlich vorstellen, habe die Meeresluft geschnuppert, den Menschen am Strand beim Volleyballspielen und Tanzen zugeschaut und die Sonnenuntergänge genossen. Genauso bin ich auch in die Berge gewandert, waghalsig Serpentinen entlanggedüst und habe schlimme Verwüstungen gesehen. Maya hat es geschafft, die Bilder real vor Augen entstehen zu lassen und dadurch eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, die mich umso mehr an die Costa del Sol zieht.
Freundschaften, Beziehung, Ehrenamt, Flüchtlingsarbeit, Nächstenliebe, Wahrheit, das Stehen zu eigenen Überzeugungen und Identitätsfindung waren große Themen, die nicht nur die Protagonisten begleitet haben, sondern auch mich herausgefordert haben, mir Gedanken über einiges davon zu machen und wie ich das in meinem Leben so sehe oder lebe.
Diese Geschichte möchte ich jungen Menschen empfehlen, die vor großen Entscheidungen stehen und vielleicht auch in ihrem Glaubensleben noch am Anfang sind oder am Kämpfen. Und älteren Menschen empfehle ich es auch, denn es schenkt Einblick in die Welt der jungen Erwachsenen, zeigt innere Kämpfe auf und trägt dazu bei, Verständnis und Mitgefühl zu fördern.