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Veröffentlicht am 15.04.2026

Wow, was für ein Reihenauftakt - ich bin total begeistert!

The House Witch 1
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"The House Witch 1" von Emilie Nikota aka Delemhach ist als wunderschöne Hardcoverausgabe (mit soooo tollem Farbschnitt) bei der Hobbit-Presse aus dem Haus Klett-Cotta erschienen und bietet feinste, atmosphärische, ...

"The House Witch 1" von Emilie Nikota aka Delemhach ist als wunderschöne Hardcoverausgabe (mit soooo tollem Farbschnitt) bei der Hobbit-Presse aus dem Haus Klett-Cotta erschienen und bietet feinste, atmosphärische, allerbestens unterhaltende cozy Fantasy auf 624 Seiten.

In der Schlossküche des Königreiches Daxaria geht es drunter und drüber, da wird es allerhöchste Zeit, dass der neue Koch eintrifft - Finlay Ashowan sorgt ab jetzt für kulinarische Hochgenüsse und für Ordnung. Wenngleich der neue Koch mit seiner rüden Art nicht gerade Everybody´s Darling ist -oder vielleicht gerade deswegen-, finde ich ihn einfach grandios. In Null Komma Nix hat er die Küche perfekt im Griff, das Personal effizient eingesetzt und dabei macht er irgendwie alles allein - was an seinem wohlgehüteten Geheimnis liegt: Fin ist eine Haushexe, ja sogar die einzige existierende männliche Haushexe überhaupt. Und auch wenn er nicht in Allem, was er tut, perfekt ist, macht er stets das Beste daraus und so gelingt es ihm schnell, Ansehen und Einfluss in Daxaria zu gewinnen.

Dieser Fantasy-Roman ist von einer solch anheimelnden Wohlfühlatmosphäre geradezu durchdrungen, dass es mir schwergefallen ist, das Buch überhaupt wieder aus der Hand zu legen!

Emilie Nikota schafft es scheinbar mühelos, ihre Leserinnen und Leser ganz tief in ihre Welt hineinzuziehen und sie zu fesseln und zu faszinieren.
Und das gelingt ihr nicht allein durch ihre außergewöhnliche Plotidee, sondern ebenso durch ihren magischen, bunten, detailverliebten Schreibstil und vor Allem durch ihre facettenreich angelegten, absolut liebevoll ausgearbeiteten Charaktere, die mir allesamt regelrecht ans Herz gewachsen sind.

Nicht nur Fin mit seiner unnachahmlichen Art ist klasse, auch die Adelige Annika, die so ganz anders ist (aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an), gefiel mir ausnehmend gut und auch das weitere Personal mit all seinen liebenswerten und / oder schrulligen Eigenheiten macht definitiv Spaß!
Meine Lieblingsfigur allerdings ist ganz klar Kraken, das schwarze Katzentier, den ich auch dann total geliebt hätte, wenn nicht sowieso schwarze Katzen die allertollsten Lebewesen der Welt wären <3

Zu den teils turbulenten Ereignissen bei Hofe und den unwiderstehlichen Protagonisten gesellt sich dann noch ein feiner Humor , der die Story perfekt abrundet.

Zwar bleiben am Ende einige Fragen offen, was ich für gewöhnlich nicht sonderlich schätze, aber hier stört es mich überhaupt nicht und ich brenne bereits auf Band 2 und bin sehr zuversichtlich, dass sich da all das aufklären wird, was die Autorin bislang nicht offenbart hat...!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Rotkäppchen mal anders - mitreißend, verschachtelt, genial!

Böser, böser Wolf
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"Böser, böser Wolf" von Alexandra Benedict ist als Taschenbuch beim Tropen Verlag erschienen und bietet ein ganz besonderes Lesevergnügen auf 368 Seiten.

Katie, eine berühmte Krimiautorin, wurde entführt ...

"Böser, böser Wolf" von Alexandra Benedict ist als Taschenbuch beim Tropen Verlag erschienen und bietet ein ganz besonderes Lesevergnügen auf 368 Seiten.

Katie, eine berühmte Krimiautorin, wurde entführt und wird nun in einer Dachkammer gefangen gehalten. Ihr Entführer, der "Wolf", zwingt Katie, Märchen zu schreiben, in denen die Hauptfiguren sterben - möglichst qualvoll und blutig. Dann setzt der Wolf Katies "Drehbücher" in die Tat um - und falls Katie sich weigert, ihm neue Ideen zu liefern, wird sie selbst sein nächstes Opfer!
Im Wald wird sodann eine weibliche Leiche gefunden, zudem ein goldener Schuh. Detective Lyla Rondell wird auf den Fall angesetzt, und sehr bald wird klar, dass sie selbst in das Geschehen involviert ist - und je näher die Polizei der Aufklärung kommt, desto brisanter wird Lylas Lage - und es gibt auch weitere Leichen...

Alexandra Benedict hat hier eine packende, wendungsreiche Story ersonnen, die ich einfach großartig finde!

Thriller, Märchen-Fantasy, Polizeiarbeit und die genial ineinander verschachtelte Story, die auf mehreren Ebenen stattfindet und die etwas mehr Lesezeit beansprucht als üblich, da man sich sehr konzentrieren muss, um nicht den Überblick zu verlieren, hat die Autorin clever ausgeklügelt und so außergewöhnlich umgesetzt, dass ich immer noch begeistert bin!

Durch ihren ausgesprochen bildhaften und detaillierten Schreibstil erzeugt Benedict eine beklemmende, gruselige und bedrohliche Atmosphäre und ich habe mir im Verlauf der Handlung immer wieder gewünscht, Katie oder Lyla etwas zurufen, ihnen Ratschläge geben zu können.

Katie in ihrer Zwangslage tat mir wahnsinnig leid, und ich fand es unendlich mutig, welche Hinweise sie in ihre Märchenadaptionen eingebaut hat, um Lyla auf die Spur des Täters zu bringen!
Beide Frauenfiguren finde ich sehr gelungen, ebenso die Nebencharaktere, die (natürlich) mit etwas weniger Tiefe ausgearbeitet sind.

Die stetigen Perspektivwechsel sorgen zusätzlich für permanente Spannung und nach ca. der Hälfte des Buches gibt es einen ziemlich krassen Twist, der die Story dann mehr Fantasy als Thriller werden lässt - mir hat das richtig gut gefallen.

Ein fantastischer, atmosphärischer Thriller, der fesselt, der besonders ist und aus der Masse deutlich hervorsticht - von mir volle 5 Sterne :)

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Eiskalt, äußerst kreativ und vollkommen besessen...

Tödliches Angebot
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- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

...ist Margo, die Protagonistin dieses packenden Thrillers "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino, der bei Hörbuch Hamburg als ungekürztes Hörbuch mit ...

- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

...ist Margo, die Protagonistin dieses packenden Thrillers "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino, der bei Hörbuch Hamburg als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 9 Stunden, 24 Minuten erschienen ist und gesprochen wird von Rebecca Veil.

Häuser sind ausgesprochen schwierig zu bekommen in Washington, und so haben Margo und ihr Mann, die derzeit in einer kleinen Wohnung leben, bereits diverse Angebote für Immobilien abgegeben. Denn: Margo will unbedingt eine Familie gründen, und dafür wird mehr Platz benötigt - ohne Haus kein Baby! So kommt es, dass ihr Wunsch nach einem Eigenheim immer und immer dringlicher wird und Margo eine skurrile Kreativität entwickelt, um zu bekommen, was sie will, als sie iohr Traumhaus entdeckt - und das, bevor es offiziell auf dem Markt ist. Doch es ergeben sich zahlreiche Hindernisse, und so wird die Situation immer brisanter und schließlich verhängnisvoll...

Der Schreibstil von Marisa Kashino ist fesselnd und unterhaltsam, die Idee zur Story finde ich großartig und auch die Umsetzung ist sehr gut gelungen, wenngleich das Ganze doch recht unglaubwürdig ist - das hat mich jedoch hier nicht gestört und dem mitreißenden Geschehen keinen Abbruch getan!

Erzählt wird aus Margos Perspektive, so dass man hautnah miterlebt, was in ihr vorgeht und wie sie tickt, was ich wirklich spannend fand.
Die Charaktere sind vielfältig und sorgsam angelegt, wobei es außer Margo und ihrem Mann Ian eher Nebenrollen sind. Wer mir recht wenig glaubwürdig erschien war Giordana, Margos Chefin, deren Reaktionen auf Margos zunehmend seltsames und vor Allem unzuverlässiges Verhalten mich so gar nicht überzeugt haben.

Temporeich, voller Wendungen und Überraschungen, dabei ganz hervorragend gesprochen von Rebecca Veil, die sich offensichtlich sehr intensiv in die Figur Margo hineinversetzt hat , ist "Tödliches Angebot" ein Hörbuch, das ich absolut empfehlen kann - 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Bewegend, eindringlich und lange nachhallend...

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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"Vergiss nicht zu tanzen, Hanna" von Mareike Busch ist als Hardcover mit Schutzumschlag beim Atlantik Verlag erschienen und hat 576 Seiten.

2002: Kurz nach dem Tod ihrer Mutter Hanna findet Anne ein Buch, ...

"Vergiss nicht zu tanzen, Hanna" von Mareike Busch ist als Hardcover mit Schutzumschlag beim Atlantik Verlag erschienen und hat 576 Seiten.

2002: Kurz nach dem Tod ihrer Mutter Hanna findet Anne ein Buch, das Hanna geschrieben hat - über ihre Kindheit, die Zeiten des Nationalsozialismus, den Krieg, die Flucht - als Nachlaß für ihre Kinder, damit diese besser verstehen, worüber sie zeitlebens nicht mit ihnen reden konnte.

1938: Hannas Familie zieht in ein Dorf in Westpommern. Zunächst unbeschwert und idyllisch, mit ganz großer Nähe zwischen Hanna und dem wortkargen Großvater, wird die katholische Familie in dem fast durchgängig evangelischen Dorf dann aber von Vielen nicht akzeptiert und es ist nicht ganz einfach. Kurze Zeit später hält der Krieg Einzug in das beschauliche Dorfleben und Hannas Welt gerät komplett aus den Fugen...

Der Schreibstil von Mareike Busch, bei der es sich in Wirklichkeit um das Pseudonym eines deutschen Autors handelt, der dieses Buch im Andenken an seine Mutter geschrieben hat, gefällt mir sehr. Ruhig und sehr bildhaft, dabei oder gerade dadurch unglaublich eindringlich. Dazu kommen die facettenreichen, ungemein authentisch wirkenden Charaktere und die dichte Atmosphäre, in der von Beginn an das drohende Unheil mitschwingt.

Hannas Schwester Rosa ist gewissermaßen die tragische Figur der Geschichte, denn sie wurde mit einer Mißbildung, einer Kiefer-Gaumenspalte geboren und so war ihr Schicksal stets ungewiss und die Gefahr hing ständig verhängnisvoll in der Luft. Auch Martin, Hannas Freund schon aus Kindertagen, hatte es sehr schwer wegens seines Vaters, der ein überzeugter Nazi war und seinem Sohn nicht nur den Umgang mit Hanna und ihrer Familie, sondern auch seine Interessen und die natürliche Entwicklung untersagte.

Besonders berührt hat mich, dass die aus Hannas Perspektive geschriebenen Teile der Geschichte beginnen, als Hanna erst 6 Jahre alt ist und die Familie umzieht. Aus der Sicht eines Kindes hatte ich ein Buch aus dieser besonders dunklen Zeit bisher nicht gelesen, und gerade dieses teilweise Nichtverstehen, das Naive und Ehrliche, mit dem Hanna die Welt sieht, macht das Ganze noch viel eindringlicher und hat mich wirklich bewegt.

Dazu kommt der Wechsel zwischen zwei Zeitebenen, der einerseits Abwechslung bietet und dadurch alles noch eindringlicher wirken lässt.

Ein Buch, das ich wärmstens empfehle - nichts, das man schnell wegliest, dafür etwas, das man so schnell nicht wieder vergisst...!

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Düster, packend und märchenhaft...Tolle Fantasy nicht nur für junge Leser!

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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“Tochter des Nebelwalds” von Gry Kappel Jensen ist als (wunderschönes und hochwertiges) Hardcover beim Carlsen Verlag erschienen, umfasst 304 Seiten und ist der bestens gelungene Auftakt der Eventyr-Saga.

Ava ...

“Tochter des Nebelwalds” von Gry Kappel Jensen ist als (wunderschönes und hochwertiges) Hardcover beim Carlsen Verlag erschienen, umfasst 304 Seiten und ist der bestens gelungene Auftakt der Eventyr-Saga.

Ava und ihre kleine Schwester Linn wachsen in einem kleinen Dorf auf, die Mutter ist verstorben, der Vater ist Schreiner und bemüht sich nach Kräften, seine kleine Familie zu versorgen. Doch die Armut und der Hunger werden immer vorherrschender, die Aufträge bleiben aus, und so begibt sich der Vater mit seinen Töchtern in den tiefen Wald, wo er sie schließlich allein lässt. Glücklicherweise finden sie das Haus der alten Nebula, die noch andere Kinder beherbergt. Trotzdem ist es bei Nebula mysteriös und wieso schließt die alte Frau Linn allein in einem Zimmer ein? Ava versucht verzweifelt, ihre Schwester zu sehen und so bahnen sich unaabwendbare Ereignisse an…

Gry Kappel Jensen hat eine richtig tolle Fantasy-Geschichte geschrieben, die bisweilen ein wenig an Hänsel und Gretel erinnert und wahnsinnig märchenhaft ist: teils wunderschön, teils schonungslos und brutal. Und vor Allem erstmal unsäglich traurig. Wenn Ihr sehr sensible Kinder habt, wäre es vermutlich ratsam, das Buch gemeinsam zu lesen, denn es ist nicht nur oft traurig, sondern auch ziemlich beklemmend und gnadenlos.

Die Atmosphäre ist düster und dicht, die Charaktere fand ich nahbar und überzeugend dargestellt, neben Ava und Linn mochte ich besonders den besonnenen Folke und die Zwillinge mit ihrer eigenen Sprache.

Die Story hat eine heftige Sogwirkung und ich konnte das Buch ganz bald nicht mehr aus der Hand legen, musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Lebendig, bildhaft und detailliert geschildert, abenteuerlich und aufregend, auch für Erwachsenen - unbedingt selbst lesen!

Jetzt freue ich mich auf Band 2 und bin gespannt, welche Abenteuer Ava, Nebula und die anderen Kinder dort erwartet.

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