Profilbild von hexenbuecherei

hexenbuecherei

Lesejury-Mitglied
offline

hexenbuecherei ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hexenbuecherei über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

4,5

Kill for Me
0

In seinem neuen Thriller „Kill for Me“ stellt Steve Cavanagh eine moralisch extrem schwierige Frage: Wie weit würde man gehen, wenn das Gesetz versagt und die Mörder der eigenen Familie ungestraft davonkommen?
Wir ...

In seinem neuen Thriller „Kill for Me“ stellt Steve Cavanagh eine moralisch extrem schwierige Frage: Wie weit würde man gehen, wenn das Gesetz versagt und die Mörder der eigenen Familie ungestraft davonkommen?
Wir begleiten Amanda, die nach dem Verlust ihrer Tochter und ihres Mannes nur noch für die Rache lebt, und Ruth, die als traumatisierte Überlebende eines Serienkillers versucht, irgendwie zurück ins Leben zu finden. Als die beiden aufeinandertreffen, entsteht eine gefährliche Dynamik aus Schmerz und dem Wunsch nach Vergeltung, während Detective Andrew Farrow verzweifelt versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen, bevor die Situation vollends eskaliert.

Inhaltlich hat mich die Geschichte sofort gepackt, weil die Motivation der Frauen so unglaublich nahbar und menschlich ist. Man fühlt den Schmerz und die Wut von Amanda und Ruth förmlich mit, was die Frage nach Selbstjustiz sehr ambivalent macht. Die kurzen Kapitel sorgen für ein ordentliches Tempo, und besonders das letzte Viertel des Buches zieht die Spannungsschraube mit Zeitdruck und unvorhersehbaren Twists massiv an. Die Grundidee ist sehr intelligent durchdacht und regt stark zum Nachdenken über unser Justizsystem an.

Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher, die blutrote Schachkönigin vor dem schwarzen Hintergrund und die liegenden weißen Figuren vermitteln sofort, dass hier ein tödliches Spiel gespielt wird. Es passt perfekt zum Titel und zur düsteren Atmosphäre des Buches.

Mein Fazit: Auch wenn es für mich nicht Cavanaghs stärkstes Werk ist, bleibt es ein absolut lesenswerter Thriller. Wer Lust auf psychologische Spannung und Charaktere mit viel Tiefgang hat, sollte hier zugreifen, auch wenn man zwischendurch ein bisschen Geduld mit den Beschreibungen braucht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

300 Seiten Gänsehaut, Eine Ärztin zwischen Hilfe und Abgrund 🩺

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
0

Stellt euch vor, ihr habt nach einem absoluten Albtraum endlich Ruhe gefunden und seid aufs Land gezogen, um neu anzufangen. Genau dort steht Dr. Eva Mares plötzlich einem verzweifelten Vater und seiner ...

Stellt euch vor, ihr habt nach einem absoluten Albtraum endlich Ruhe gefunden und seid aufs Land gezogen, um neu anzufangen. Genau dort steht Dr. Eva Mares plötzlich einem verzweifelten Vater und seiner hochschwangeren Tochter gegenüber, die mitten in der Nacht Hilfe brauchen. Erst scheint medizinisch alles okay zu sein, doch nachdem die beiden weg sind, findet Eva eine versteckte Nachricht im Badezimmer. Ein stummer Schrei nach Hilfe, der alles verändert. Was als Routinebesuch beginnt, zieht Eva tief hinein in einen Sumpf aus Lügen, Gewalt und Abgründen, die leider viel zu nah an der Realität liegen.

Ich muss direkt zu Beginn eine Sache ganz deutlich sagen. Schnappt euch unbedingt vorher den ersten Teil 'Die Ärztin - Gefährliche Nachtschicht'. Man trifft hier so viele bekannte Gesichter wieder, die mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen sind, und ich glaube fest, dass man ohne das Vorwissen bei der Anzahl an Personen total den Überblick verlieren würde. Man kann die Geschichte einfach nicht so intensiv genießen, wenn man die Bindung zu den Charakteren nicht schon im Gepäck hat. Also tut euch den Gefallen und lest es in der richtigen Reihenfolge, damit das Leseerlebnis nicht getrübt wird.

Was mich bei diesem Buch wirklich umgehauen hat, ist die unfassbare Recherche von Meike Dannenberg. Man merkt in jeder Zeile, wie viel Herzblut und Fachwissen sie investiert hat. Sie gibt Themen eine Stimme, die oft im Dunkeln bleiben und über die wir als Gesellschaft viel mehr sprechen müssen. Dass solche wichtigen Vorfälle in einem Thriller-Format so ernsthaft und respektvoll aufgegriffen werden, finde ich einfach nur stark.

Das Format des Buches ist für mich übrigens ein absoluter Pluspunkt. Es ist super handlich und bleibt mit knapp unter 300 Seiten angenehm kompakt. Das war für mich so erfrischend, weil es mal wieder beweist, dass ein guter Thriller keine 400 oder 500 Seiten braucht, um eine unheimliche Sogwirkung zu entfalten. Die Spannung baut sich schleichend auf und wird durch die verschiedenen Perspektiven richtig greifbar.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass manche Entwicklungen für mich einen Tick zu vorhersehbar waren und es ein paar Momente gab, die etwas konstruiert wirkten. Aber das hat meinen Gesamteindruck kaum geschmälert, weil die Atmosphäre einfach so dicht und emotional fordernd war. Es ist definitiv keine leichte Kost, aber genau das macht es so gut.

Es ist ein echtes Highlight für alle, die Thriller mit Tiefgang und einer starken, authentischen Protagonistin lieben. Wenn ihr Lust auf eine Geschichte habt, die unter die Haut geht und bei der man merkt, dass die Autorin wirklich was zu sagen hat, dann ist das euer Buch für die nächste Lesenacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein gefährliches Spiel voller Rätsel und Wendungen

Darkly
0

Im Zentrum steht die 17-jährige Dia, die unbedingt einen Platz bei einer geheimnisvollen Stiftung ergattern will, die sich um das Vermächtnis einer legendären Spieleentwicklerin dreht. Schon früh wird ...

Im Zentrum steht die 17-jährige Dia, die unbedingt einen Platz bei einer geheimnisvollen Stiftung ergattern will, die sich um das Vermächtnis einer legendären Spieleentwicklerin dreht. Schon früh wird klar, dass es nicht nur um ein gewöhnliches Praktikum geht. Stattdessen geraten Dia und einige andere Jugendliche in eine Situation, die immer mehr wie eines dieser düsteren Spiele wirkt, für die die verstorbene Veda berühmt war.
Die Geschichte entwickelt sich dabei weniger wie ein klassischer Thriller, sondern eher als ein vielschichtiges Rätsel. Stück für Stück werden Hinweise, Geheimnisse und mögliche Wahrheiten enthüllt und gleichzeitig wieder infrage gestellt. Als Leser wird man dazu eingeladen, selbst mitzudenken und ständig zu hinterfragen, was echt ist und wem man trauen kann.

Besonders gut gefallen hat mir die dichte, leicht unheimliche Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Das Setting mit verlassenen Orten und der isolierten Insel passt perfekt zur Geschichte und gibt einem das Gefühl, selbst Teil dieses Spiels zu sein. Auch die vielen Wendungen machen das Buch sehr spannend, da man selten genau vorhersagen kann, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und durch die eher kurzen Kapitel lässt sich das Buch sehr schnell lesen, ohne dass es langatmig wird. Ein weiterer Pluspunkt sind die zusätzlichen Gestaltungselemente wie Karten oder andere eingefügte Materialien, die das Ganze lebendiger machen und dazu einladen, selbst mitzudenken. Dia als Hauptfigur wirkt dabei angenehm anders als viele typische Figuren in diesem Genre, was sie für mich interessant gemacht hat.

Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die mich etwas gestört haben. Die Nebenfiguren bleiben größtenteils eher oberflächlich, sodass ich zu ihnen keine wirkliche Verbindung aufbauen konnte. Auch die angedeuteten romantischen Elemente wirken nicht besonders ausgearbeitet und tragen wenig zur Geschichte bei.

Das Cover ist meiner Meinung nach sehr gelungen, weil es sofort eine geheimnisvolle und leicht düstere Stimmung vermittelt. Die vielen kleinen Details passen gut zur Geschichte und ergeben im Nachhinein noch mehr Sinn. Den Farbschnitt finde ich auch wunderschön und sie machen das Buch zu einem Highlight in meinem Regal.

Insgesamt ist "Darkly" ein spannender und atmosphärischer Thriller, der vor allem durch seine vielen Wendungen und die Rätsel überzeugt. Trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch gut unterhalten und ich würde es besonders Leserinnen und Lesern empfehlen, die gerne miträtseln und Geschichten mögen, bei denen man nie ganz sicher sein kann, was wirklich vor sich geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Wenn Heilung und Liebe kollidieren

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
0

In „Und alles zerbricht“ begleiten wir die sechzehnjährige Mila, deren Leben durch einen Umzug von Berlin nach Zürich komplett auf den Kopf gestellt wird. Die Trennung von ihrer besten Freundin Juno und ...

In „Und alles zerbricht“ begleiten wir die sechzehnjährige Mila, deren Leben durch einen Umzug von Berlin nach Zürich komplett auf den Kopf gestellt wird. Die Trennung von ihrer besten Freundin Juno und das Gefühl der Isolation in der neuen Umgebung stürzen sie in eine tiefe Krise, in der sie Trost im Essen sucht. Was als Bewältigungsstrategie beginnt, entwickelt sich rasant zu einer gefährlichen Essstörung, die Mila schließlich in eine Klinik führt. Dort trifft sie auf den geheimnisvollen Nicolas, und es entspinnt sich eine intensive, fast schon verbotene Liebesgeschichte, die Milas Heilungsprozess sowohl bereichert als auch verkompliziert.

Was mir an dem Buch wirklich gut gefallen hat, ist die emotionale Wucht, mit der Maxine Reuker die Zerbrechlichkeit ihrer Protagonistin beschreibt. Mila ist als Charakter sehr greifbar, und ihre innere Zerrissenheit zwischen der Hoffnung auf Besserung und der Angst vor der Realität geht einem richtig nahe. Der Schreibstil ist dabei angenehm klar und ungeschönt, was die schweren Momente sehr ehrlich wirken lässt. Besonders wichtig fand ich die Warnung vor gefährlichen Online-Foren, die im Buch thematisiert werden. Weniger überzeugt hat mich allerdings die Liebesgeschichte zwischen Mila und Nicolas, die sich für meinen Geschmack viel zu schnell entwickelt hat und im Klinikalltag teilweise etwas deplatziert wirkte. Auch hätte ich mir bei der Darstellung der psychischen Erkrankung an manchen Stellen mehr Zeit für die reale, langsame Entwicklung gewünscht, da einige Prozesse recht flott abgehandelt wurden.

Die Gestaltung des Buches ist ein absolutes Highlight. Das Cover in zarten Rosatönen mit den illustrierten Charakteren und den angedeuteten Rissen passt perfekt zum Titel der Reihe „Paper Hearts“ und fängt diesen verletzlichen Vibe wunderbar ein. Es wirkt modern und spricht genau die Zielgruppe an.

Mein Fazit: Ein intensiver und wichtiger Reihenauftakt, der definitiv keine leichte Kost ist. Wer sich auf die schwere Thematik einer Essstörung einlassen kann und eine emotionale Achterbahnfahrt sucht, wird hier fündig. Wegen der überstürzten Romanze und kleinerer Schwächen in der Tiefe gebe ich dem Buch gute 4 von 5 Sternen. Eine Empfehlung für alle, die realistische und schmerzhafte Liebesgeschichten mögen, aber bitte nur mit Blick auf die Triggerwarnung lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

2,5

Woman Down
0

Meine Erwartungen an Colleen Hoovers neuen Werk waren riesig, vor allem, weil das Marketing den Titel als ihr bisher abgründigstes Buch angepriesen hat. In „Woman Down“ begleiten wir die Autorin Petra ...

Meine Erwartungen an Colleen Hoovers neuen Werk waren riesig, vor allem, weil das Marketing den Titel als ihr bisher abgründigstes Buch angepriesen hat. In „Woman Down“ begleiten wir die Autorin Petra Rose, die nach einem heftigen Shitstorm völlig blockiert ist und sich in eine einsame Hütte zurückzieht, um endlich ihr Manuskript zu beenden. Dort trifft sie auf den Detective Nathaniel Saint, der sie so stark an ihren eigenen Buchcharakter erinnert, dass er prompt zu ihrer neuen Muse wird. Was als spielerische Recherche beginnt, entwickelt sich schnell zu einem intensiven Rollenspiel zwischen den beiden.

Besonders spannend fand ich den Blick hinter die Kulissen des Autorinnendaseins. Hoover beschreibt sehr authentisch den Druck der Branche, den Stress durch Social Media und wie schnell man im Netz zur Zielscheibe werden kann, was sich fast so anfühlt, als würden hier persönliche Erfahrungen der Autorin mitschwingen. Petras Schreibkrise und ihre finanzielle Angst sind absolut greifbar und machen sie zu einer nahbaren Protagonistin. Leider konnte mich die Dynamik zwischen ihr und Nathaniel weniger überzeugen. Die Vertrautheit zwischen den beiden kam viel zu abrupt, und für mich fehlte es da einfach an Glaubwürdigkeit und echtem Prickeln. Obwohl der Schreibstil gewohnt klar und bildhaft ist, blieb die Handlung insgesamt eher oberflächlich. Mir haben die Tiefe und die emotionalen Ausbrüche gefehlt, die man sonst von CoHo kennt, und auch das Ende war für mich leider ziemlich vorhersehbar.

Das Cover ist ein echter Hingucker und spielt mit diesen intensiven Pink- und Violetttönen, die hinter dunklen Lamellen hervorleuchten. Es wirkt geheimnisvoll und passt optisch perfekt in das Genre des Romantic Thrillers, da es diese Mischung aus Leidenschaft und Bedrohung gut einfängt.

Mein Fazit fällt daher etwas gemischt aus. Die Grundidee und der Schreibstil sind gut, aber wer hier den ultimativen Nervenkitzel oder einen extremen Plottwist wie in „Verity“ erwartet, wird vermutlich eher enttäuscht sein. Es ist eine nette Geschichte für zwischendurch, die aber hinter dem großen Hype zurückbleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere