Profilbild von YvonneTulpe

YvonneTulpe

Lesejury Profi
offline

YvonneTulpe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit YvonneTulpe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Ein Roman mit absoluter Sogwirkung

Der Fährmann
0

Der Roman ist ein Jahreslesehighlight für mich. Wie kraftvoll und besonders die Sprache ist und dann erst die Handlung. Sie erzählt von Hannes, dem Fährmann, der das Floß zwischen dem deutschen und dem ...

Der Roman ist ein Jahreslesehighlight für mich. Wie kraftvoll und besonders die Sprache ist und dann erst die Handlung. Sie erzählt von Hannes, dem Fährmann, der das Floß zwischen dem deutschen und dem österreichischen Ufer hin und her fährt, der nicht heiraten darf, damit er bei einem Unglücksfall keine Witwe zurücklässt und von seinen Kindheitsfreundinnen Elisabeth, der reichen Bauerstochter und Annemarie, der Wirtstochter. Während Elisabeth und Hannes Gefühle füreinander haben, muss Elisabeth aber den reichen Bauern Josef Steiner heiraten. Dieser wiederum stellt Annemarie hinterher, die zuerst Elisabeth beneidet, aber schnell erkennt, welchen wahren Charkter Josef hat, einen abgrundtiefen bösen. Hier entspinnt sich dann die Geschichte um die vier Protagonisten, wobei natürlich auch die Dorfbevölkerung und Familien in die Geschichte verwoben sind. Durch diese für mich ganz besondere Erzählweise hat mich die Autorin so sehr in diese Geschichte gezogen, dass ich eigentlich immer wissen wollte wie es weiter geht. Es ist ein Buch, dass einen mitnimmt in den damals harten Alltag, in eine Zeit, in der die Frauen zu machen hatten, was die Männer wollten und sagten und auch in ihren Familien nicht unbedingt einen Rückhalt fanden, auch nicht bei ihren Müttern, die vielleicht auch Ähnliches ertragen haben. Es ist spannend zu verfolgen und lässt einen auch oft den Atem stocken, wie es zugegangen ist. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund und lässt einen daran ungeschönt teilhaben. Gerade das entwickelt dann auch die Sogwirkung. Ein absolut lesenswerter Roman, den ich unbedingt weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein toller Wohlfühlroman mit Schmunzelgarantie und auch Tiefgang

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
0

Begeistert von dem wunderschönen Buchcover habe ich zu diesem Buch gegriffen und mich hat die Autorin (eigentlich sind es zwei) mit diesem Wohlfühlroman voll verzaubert. Ich würde jetzt gerne sofort nach ...

Begeistert von dem wunderschönen Buchcover habe ich zu diesem Buch gegriffen und mich hat die Autorin (eigentlich sind es zwei) mit diesem Wohlfühlroman voll verzaubert. Ich würde jetzt gerne sofort nach Deerhusen reisen. Die Familie Duvall, Sebastian Wirtschaftsmogul, Isabell Ehefrau und Charitylady, die beiden Kinder Socialmedia- Infuenzerin (Clara) und erfolgreicher Anwalt (Lucas), leben in Prunk und Protz in der Münchener High Society. Doch diese Fassade stürzt ein, als Sebastian wegen Betruges und Steuerhinterziehung verhaftet, die Villa in München von Paparazzi belagert wird, die Kreditkarten alle gesperrt sind und kein Geld mehr da ist. Da erinnert sich Lucas, dass seine Mutter doch aus dem im Norden liegenden Deerhusen stammt und dort Eigentümerin des mit ihrer Schwester geerbten Einfamilienhauses ist. Dort könne man doch erst einmal unterschlüpfen. Das ist aber Isabell, die in Wirklichkeit Tomke heißt, mehr als peinlich, ist sie doch vor mehr als 25 Jahren aus dem Kaff abgehauen und hat alle Brücken abgebrochen. Und was dann alles passiert und wie alle Familienmitglieder auf das Leben in Deerhusen reagieren, davon erzählt der Roman. Wie die verwöhnten und nicht ans Arbeiten gewöhnten Familienmitglieder plötzlich auf sich gestellt und sich in einer durchschnittlichen Pension bei der Schwester von Isabell wiederfinden, das ist schon kurios. Ich habe schon lange nicht mehr so einen schönen und ehrlichen, mich so oft zum Schmunzeln verleitenden Roman gelesen, der dabei aber auch zum Nachdenken anregt, worauf es im Leben tatsächlich ankommt. Die Autorin versteht es, ohne dass es lächerlich oder abgehoben wirkt, von den Erwartungen und dem bisherigen Leben, aber auch dem nun folgenden zu erzählen. Dieses wird auf eine so lustige und erzählerisch flüssige, bildhafte und auch gefühlvolle Art und Weise gemacht, dass ich am Ende das Buch mit einem tiefen Lächeln zugeklappt habe, hoffend, dass es einen Nachfolgeroman gibt und ich weiteres aus dem Leben der von mir tatsächlich schon liebgewonnenen Personen erfahren darf. Eine ganz große Leseempfehlung für einen Roman, der viele schöne Lesestunden mit Schmunzelgarantie und Wohlfühlfaktor bereitet und dabei auch zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein zauberhaftes Wiedersehen in Japan und der Bretagne

Wiedersehen im Kamelienhaus
0

Ich bin noch ganz verzaubert nach den letzten Seiten des Buches. War das wieder schön. Es hat sich angefühlt wie nach Hause kommen. Auch in diesem zweiten Teil werden die Kamelienhäuser in Japan und der ...

Ich bin noch ganz verzaubert nach den letzten Seiten des Buches. War das wieder schön. Es hat sich angefühlt wie nach Hause kommen. Auch in diesem zweiten Teil werden die Kamelienhäuser in Japan und der Bretagne besucht. Lucy hat sich in Japan eingelebt, muss sich jedoch auf der Insel Soshima beweisen. Das ist nicht so leicht, denn der Bankchef, bei dem sie einen Kredit für das Kamelienhaus aufgenommen hat, erwartet viel von ihr. Die bisherigen Personalentlassungen sind für ihn nicht genug, er setzt Lucy kurze Fristen und gibt ihr den Rat, dass sie sich unbeliebt machen muss, wenn sie bestehen will. Das ist für Lucy, die ein herzensguter Mensch ist, natürlich ein Gräuel und so zermartert sie sich den Kopf, wie es weiter geht. Und das nicht nur in Bezug auf die Arbeit, sondern auch mit Finn. Sie schicken sich Fotos mit Brücken, aber reicht das, um sich wiederzufinden? Auch in der Bretagne gibt es viel zu tun. So kämpft auch Sylvia um‘s Überleben ihres Kamelienhauses. In Finn’s Vater hat sie einen Konkurrenten, der ihr die Kunden abwirbt. Aber Sylvia gibt nicht auf und entwickelt neue Strategien. Und natürlich geht es auch in der Liebesgeschichte um Lili weiter.

Tabea Bach hat wieder einen wunderbaren Wohlfühlroman geschrieben. Dieser zweite Teil hat neben wunderschönen Liebesmomenten, und tollen Landschaftsbeschreibungen auch ein gewisses Maß an Dramatik eingeflochten. Das fand ich wirklich spannend gestaltet und sehr authentisch. Die Personen sind hervorragend ausgearbeitet, als Leser folgt man ihren Gedanken und alles greift so schön ineinander. Soshima vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen, nur durch die Beschreibungen, ist wunderbar gelungen. Auch dieses Mal erfährt man wieder so einiges über die japanische Kultur, was mir hier ganz besonders gefallen hat, denn es wird dem Leser ganz natürlich nahe gebracht und ist immer genau ausgewogen. Auch die traditionelle Kleidung konnte ich mir sehr gut vorstellen. Was ich sehr toll fand, war der kurze Besuch der Hauptprotagonisten aus der Rosenholzvilla. Das war eine gelungene Überraschung.Was mir auch gefallen hat, waren die Kapitel aus Sylvia‘s Tagebuch. Hier bekommt der Leser zwischendurch immer einen kurzen Einblick, was in der Bretagne passiert.

Insgesamt hat mir der Roman sehr viel Spaß gemacht und ich muss sagen, er hat mir noch besser gefallen als der erste Teil. Für mich tatsächlich ein Lesehighlight. Ich kann den Roman daher uneingeschränkt weiterempfehlen, jedoch sollte man den ersten Teil gelesen haben. Zwar würde man den zweiten Teil auch so verstehen, da die Autorin Erklärungen gibt und auch ein Personenregister und Glossar vorhanden ist, aber es wäre nicht wie nach Hause kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Und wieder hat mich Luca Ventura überzeugt

Giftige Blüten
0

Ich habe mich schon sehr auf das neue Buch gefreut und war schon sehr gespannt, womit sich die beiden Polizisten Rizzi und Cirillo dieses Mal beschäftigen werden. Und so beginnt auch dieser siebte Teil ...

Ich habe mich schon sehr auf das neue Buch gefreut und war schon sehr gespannt, womit sich die beiden Polizisten Rizzi und Cirillo dieses Mal beschäftigen werden. Und so beginnt auch dieser siebte Teil der Reihe wieder sehr spannend. Die junge Lina ist Praktikantin als Parfümeurin in dem weltbekannten Unternehmen der Elena Moretti, die das einzigartige Parfüm „Unisex“ herausgebracht hat. Sie wandert weit abseits im Parcours Astarita, auf der Spur einer seltenen Orchidee. Und hier geschieht das Unfassbare, sie kommt zu Tode. Genickbruch wird diagnostiziert und Rizzi und Cirillo fangen an zu ermitteln, denn ins Krankenhaus wurde sie von Zeno auf den Händen tragend gebracht. Dieser teilt mit er sei ihr Verlobter, unfassbar, denn Zeno und sein Bruder sind undurchsichtig und passen so gar nicht zu Lina, u.a. als drogenhandelnd bekannt und Touristenführer mit ihrem Schiff. Die beiden Polizisten werden also hellhörig.

Und so beginnt Luca Ventura den Krimi zu entfalten. Spuren gibt es wieder sehr viele und in ganz unterschiedliche Richtungen. Auch geht es wieder nach Neapel zur dortigen Polizei, ebenso wie in die Welt der Parfümeure. Auch die Herstellung von Parfüm wird ein wenig erklärt, was ich sehr faszinierend fand. Aber ebenso haben mich neben den schönen Beschreibungen der Insel mit ihrer wundervollen Natur und der Stadt auch wieder die persönlichen Seiten der beiden Polizisten interessiert. Dieses Mal wird ein wenig mehr von Rizzi und seiner Familie erzählt, was toll war. Zudem mag ich Rizzi‘s Charakter und die Unterstützung seiner Frau in der Politik. Da kann ich nur sagen: weiter so Rizzi und Gina. Insgesamt ein toller Fall, der durch seine vielseitigen Spuren und Verstrickungen, nicht nur spannend, sondern auch Spaß beim Miträtseln gemacht hat. Auf den Täter bin ich nicht gekommen und die Auflösung hat mich zufrieden den Roman beenden lassen. Ich kann auch den neuen Fall von Luca Ventura sehr empfehlen, insbesondere an Leser, die neben schönen Landschafts- und Personenbeschreibungen auch einen Krimi, der spannend, aber eher in einem langsameren Tempo, jedoch immer fortschreitend daher kommt, lesen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2026

Ein toller Auswandererroman voller unglaublicher Abenteuer

Poyais. Ein Land, das es nie gab
0

Seitdem ich den Roman im Frühjahrsprogramm des Emons-Verlag gesehen habe, warte ich schon sehnsüchtig auf dessen Erscheinen. Ich fand den Buchklappentext so spannend und auch das Cover wunderschön. Und….wow, ...

Seitdem ich den Roman im Frühjahrsprogramm des Emons-Verlag gesehen habe, warte ich schon sehnsüchtig auf dessen Erscheinen. Ich fand den Buchklappentext so spannend und auch das Cover wunderschön. Und….wow, was für eine spannende Geschichte über ein Land, das ein General Gregor McGregor Siedlern im Jahr 1820 schmackhaft machte, ihnen ihre Ersparnisse abluchste und diese in einen möglichen Tod schickte, da das Land nicht, wie von ihm vorgegaukelt, bereits besiedelt war. Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Zum einen wird die Geschichte von der reichen Bürgerstochter Julie erzählt, die sich in den Pferdeknecht Carl verliebt, der daraufhin von ihrem Vater entlassen wird. Carl beschließt daraufhin nach Poyais auszuwandern und Julie mitzunehmen, damit sie ein gemeinsames Leben trotz des Standesunterschieds führen können. Julie ist eine mutige junge Frau, widersetzt sich den Heiratswünschen ihres Vaters, entkommt dem Kloster, was ihre Alternative zur Heirat sein sollte und will mit Carl auswandern. Allerdings müssen beide auf getrennten Schiffen dort hinfahren. Die anderen Handlungsstränge erzählen von Liam und auch von Jeffrey, seinem Bruder, der Soldat in der Armee des Generals war und dessen Charakter und Werdegang ein Stück miterlebt hat. Hier erfährt der Leser dann auch hautnah nach und nach mehr von dem Charakter des Generals. Zunächst blieb für mich unklar, warum diese beiden unterschiedlichen Geschichten erzählt wurden, da sich hierzu aus dem Buchklappentext nichts ergibt. Sie werden später aber zusammengeführt, so dass sich ein abgerundetes Bild darstellt. Ich fand die Ankunft auf der Insel und das dortige Überleben super spannend und habe es mit fast angehaltenem Atem verfolgt. Was Julie, Carl, Liam und sein Bruder Jeffrey und auch all die anderen Protagonisten, die von der Autorin liebevoll in die Geschichte eingefügt wurden, alles erlebten, bleibt dem Leser vorbehalten. Für mich war es eine in sich stimmige, trotz der vielen Protagonisten, sehr gut erzählte Geschichte. Was mir besonders gefallen hat, war hier der bildhafte Erzählstil und auch das Verweben der gesamten Protagonisten, so einige kamen dann auch wieder vor, als ich damit gar nicht mehr gerechnet hatte. Eine rundherum gelungener Roman, den ich historisch interessierten Lesern, die gerne auch abenteuerliche Geschichten mögen, sehr empfehlen kann. Es sind viele abwechslungsreiche Lesestunden garantiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere