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Veröffentlicht am 30.07.2025

Dunkle Schatten im Museum – Ein Krimi voller Geheimnisse und mystischen Elementen

Im Finsterwald
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Marie Hermanson entführt ihre Leser in „Im Finsterwald“ in ein düsteres, atmosphärisch dichtes Schweden der 1920er Jahre – genauer gesagt in das Naturhistorische Museum Göteborgs, das zum Schauplatz eines ...

Marie Hermanson entführt ihre Leser in „Im Finsterwald“ in ein düsteres, atmosphärisch dichtes Schweden der 1920er Jahre – genauer gesagt in das Naturhistorische Museum Göteborgs, das zum Schauplatz eines packenden Kriminalfalls wird. Was als harmloser Familienausflug beginnt, entwickelt sich rasch zu einem Albtraum, als die neunjährige Alice spurlos verschwindet. Die Handlung setzt mit dieser schockierenden Wendung ein und entfaltet sich zu einem vielschichtigen Rätsel, das weit über ein gewöhnliches Vermisstenprotokoll hinausgeht.

Hauptwachmeister Nils Gunnarsson erweist sich dabei als ungewöhnlicher Ermittler, dessen Entdeckungen in den labyrinthartigen Gängen des Museums für Gänsehaut sorgen. Hermanson versteht es meisterhaft, das Museum als klaustrophobischen, fast schon unheimlichen Ort zu inszenieren, an dem jedes Ausstellungsstück eine eigene Geschichte zu erzählen scheint – manche davon lieber im Verborgenen geblieben.

Die Autorin schafft eine eindrucksvolle Atmosphäre. Besonders stark ist ihr Stil, der mit leisen, psychologisch fein gezeichneten Momenten arbeitet, anstatt auf plumpe Effekte zu setzen. Die Spannung entsteht durch ein konstantes Gefühl der Bedrohung und eine allmählich aufgedeckte Wahrheit, die erschüttert.

Fazit:

"Im Finsterwald" hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein klug konstruierter, stilistisch eleganter Kriminalroman mit Mystery-Elementen, der mich langsam, aber unerbittlich in seinen Bann gezogen hat. Die düstere Stimmung und das geheimnisvolle Setting machen dieses Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis.
Wer atmosphärisch dichte Krimis mit psychologischem Tiefgang schätzt, sollte zu diesem Buch greifen.

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Veröffentlicht am 02.12.2022

Aufregender neuer Fall für Harry Hole

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Harry Hole ist in Los Angeles versumpft, wo er seine Wunden leckt. Der Tod seiner geliebten Rachel hängt ihm noch lange nach. Einzig Lucille, eine alternde Schauspielerin mit hohen Schulden, ist ihm eine ...

Harry Hole ist in Los Angeles versumpft, wo er seine Wunden leckt. Der Tod seiner geliebten Rachel hängt ihm noch lange nach. Einzig Lucille, eine alternde Schauspielerin mit hohen Schulden, ist ihm eine Freundin. Kann sie das Geld nicht bald zurückzahlen, ist sie ihres Lebens nicht mehr sicher.
Derweil werden 2 Frauen in Oslo bestialisch ermordet. Ein Immobilienmakler, der unter Verdacht gerät, bietet Harry eine Menge Geld, Nachforschungen anzustellen und den wahren Täter zu finden. Harry sieht darin eine Chance Lucille aus der lebensbedrohlichen Situation zu retten und geht auf den Deal ein.

Meine Meinung:
Am Anfang musste ich mich tatsächlich etwas zwingen weiterzulesen. Geht es doch erstmal wieder ums Trinken und den Absturz von Harry Hole. Aber die Handlung wird mit der Zeit immer besser und irgendwann war es dann so spannend, dass ich kaum mehr aufhören konnte zu lesen.

Die Thematik ist sehr interessant, es geht unter anderem um Parasiten, die das Verhalten beeinflussen können. Das hat mich sehr fasziniert, auch wenn manches dabei sicher noch utopisch ist.
Eigentlich weiß man von Anfang an, wer der Täter ist, aber das mindert die Spannung kein bisschen. Es ist sehr aufschlussreich, den Überlegungen und dem Motiv des Täters zu folgen.

Auch trifft man wieder auf viele gute Bekannte aus den vorherigen Krimis. Auch die Umstände von Rachels Tod werden noch einmal wiederholt, was ich sehr gut fand, bin ich doch immer ein bisschen vergesslich.

Am Ende hat Jo Nesbo noch einige Twists eingebaut, die erstens sehr spannend herüberkamen und mit denen ich so nicht gerechnet habe. Das hat mich wirklich überrascht und hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: Es braucht ein bisschen, um in die Story einzutauchen, aber das Dranbleiben lohnt sich – garantiert!

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Gelungene Fortsetzung

Die Dorfschullehrerin
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Die Lehrerin Helene erhält 1964 das Angebot Rektorin an der Schule in Kirchdorf zu werden. Sie nimmt das Angebot sehr gerne an, allerdings hat sie auch Bedenken. Dort wird sie wieder auf den Landarzt Tobias ...

Die Lehrerin Helene erhält 1964 das Angebot Rektorin an der Schule in Kirchdorf zu werden. Sie nimmt das Angebot sehr gerne an, allerdings hat sie auch Bedenken. Dort wird sie wieder auf den Landarzt Tobias treffen, den sie einst verlassen hat. Wie wird er reagieren? Helene hat immer noch Gefühle für Tobias, aber sie will Rücksicht auf ihre Tochter nehmen, Marie hat einfach Vorrang vor einer neuen Liebe. Konflikte sind da vorprogrammiert.

Meine Meinung:
Das zweite Buch über die Dorfschullehrerin Helene bietet viel Unterhaltung und Abwechslung.

Geschickt verbindet die Autorin die vielfältige Handlung mit realen geschichtlichen Details der damaligen Zeit. Themen wie z.B. Rassismus, Ost-West Konflikte, Krankheiten und insbesondere das Schulwesen werden eindrucksvoll beschrieben. Überrascht hat mich z.B., dass es zu der Zeit schon die Bravo gab.
Ich habe viel über die damalige Zeit gelernt und war manches Mal erstaunt wieviel vorsintflutliche Vorurteile es noch gab.

Natürlich kommt auch das Liebesleben mancher Personen, insbesondere das von Helene und Tobias nicht zu kurz.
Eva Völler versteht es, ihre Figuren sehr lebensnah wirken zu lassen. Die meisten habe ich sehr gemocht. Ich werde sie vermissen!

Fazit: Es ist ein wunderbarer Roman zum Mitfiebern und Mitfühlen, sehr angenehm und flüssig zu lesen. Mein einziger klitzekleiner Kritikpunkt ist, dass es am Ende zu viele Happy Ends gab, das kam etwas kitschig rüber.

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Veröffentlicht am 17.04.2022

Atmosphärisch dicht

Im Versteck
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Ich liebe die Bücher von Sabine Thiesler. Man fühlt sich schon richtig heimisch in Ambra in der Toskana.
Auch dieser Kriminalroman ist wieder sehr vielschichtig, konzentriert sich nicht nur auf den Mörder ...

Ich liebe die Bücher von Sabine Thiesler. Man fühlt sich schon richtig heimisch in Ambra in der Toskana.
Auch dieser Kriminalroman ist wieder sehr vielschichtig, konzentriert sich nicht nur auf den Mörder als Hauptperson, sondern gibt auch allen Nebenfiguren viel Raum. Ich mag es, wenn die Figuren ausführlich und lebensnah beschrieben werden.
Allerdings fiel es mir schwer, den sehr widersprüchlichen Charakter von Paul einzuordnen. Ich mag ihn nicht. Mir ist ein Rätsel was Donnie an ihm fand. Dazu geht die Geschichte wahrscheinlich nicht weit genug ins Detail, was aber den Rahmen dann auch gesprengt hätte.
Kommissar Neri ist nicht mehr so unbedarft und blind, wie am Anfang. Mir gefällt diese positive Entwicklung, auch wenn er am Ende wieder in sein altes Schema zu verfallen droht.

Fazit: Ein atmosphärisch dichter Krimi. Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Spannender Thriller um Liebe, Geheimnisse und Vergangenes

The Exes
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The Exes von Leodora Darlington erzählt die Geschichte von Natalie, deren bisherige Beziehungen von Enttäuschungen geprägt waren. Als James in ihr Leben tritt, scheint endlich alles anders zu werden – ...

The Exes von Leodora Darlington erzählt die Geschichte von Natalie, deren bisherige Beziehungen von Enttäuschungen geprägt waren. Als James in ihr Leben tritt, scheint endlich alles anders zu werden – sie träumt von einer eigenen Familie und einer glücklichen Zukunft. Doch plötzlich droht ihre dunkle Vergangenheit ans Licht zu kommen: Alle drei Exfreunde sind tot, und es deutet nichts auf natürliche Todesursachen hin.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Natalies Sicht erzählt, ergänzt durch Einblicke aus James‘ Perspektive sowie der ihrer Schwester Claire. Durch diese Mischung gewinnt die Handlung an Tiefe. Natalie selbst ist eine facettenreiche Figur: Sie wirkt gleichzeitig verletzlich und geheimnisvoll, sodass ich als Hörerin immer wieder zwischen Sympathie und Misstrauen schwankte.

Im Hörbuch verleiht Sandrine Mittelstädt Natalie eine Stimme, die diese Ambivalenz perfekt transportiert. Ihre Darstellung macht es leicht, sich in Natalie hineinzuversetzen, ohne die Spannung zu verlieren, ob sie Opfer oder Täterin ist.
Ein großer Teil der Handlung spielt in der Vergangenheit und beleuchtet Natalies frühere Beziehungen, ihre Eltern und ihre Schwester Claire. Nach und nach fügen sich die Ereignisse wie ein Puzzle zusammen, wodurch die Hintergründe der mysteriösen Todesfälle nach und nach aufgedeckt werden.

Obwohl ich anfangs glaubte, das Geheimnis durchschaut zu haben, überraschten mich mehrere Plottwists. Sie waren nachvollziehbar, logisch in die Handlung eingebunden und veränderten den Verlauf der Geschichte entscheidend. Auch das Ende hielt noch eine unerwartete Wendung bereit, die die Spannung perfekt abrundete.

Fazit:
The Exes ist ein fesselnder Thriller, der geschickt Spannung, psychologische Tiefe und emotionale Verstrickungen miteinander verbindet. Die Mischung aus sympathischen, unsympathischen und geheimnisvollen Figuren, überraschenden Wendungen und einem packenden Plot macht das Buch sowohl für Thriller-Fans als auch für Liebhaber psychologisch komplexer Geschichten lesenswert.

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