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Veröffentlicht am 04.05.2026

Doppelkrone

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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Die junge Adlige Ivy ist in Ungnade gefallen, seitdem ihre Schwester verschwunden und abrupt und ohne Erinnerung wieder aufgetaucht ist. Jetzt ist sie Debütantin und kann kaum auf einen Ehemann hoffen. ...

Die junge Adlige Ivy ist in Ungnade gefallen, seitdem ihre Schwester verschwunden und abrupt und ohne Erinnerung wieder aufgetaucht ist. Jetzt ist sie Debütantin und kann kaum auf einen Ehemann hoffen. Da verkündet der Faeprinz Bram, dass er in diesem Jahr eine Braut sucht und Ivy schafft es unter die letzten sechs Favoritinnen. Dafür muss sie die Demütigungen von Faekönigin Moryen ertragen und einen Pakt mit Brams Stiefbruder Emmett eingehen in der Hoffnung, die Königin zu stürzen. Und irgendwie versuchen zu überleben, ohne der blutrünstigen Königin einen Vorwand zu liefern, sie zu beseitigen.

Ich fand die Idee eigentlich ziemlich cool. Viktorianisches England, aber seit 400 Jahren sitzt eine Königin der "Anderen" auf dem Thron, die eine ungewöhnliche Magie besitzt, mit der sie Leute zu einem Handel versuchen kann. Aber um ehrlich zu sein, war die Geschichte ziemlich lahm. Ivy ist anfangs ganz cool, aber dann erlaubt sie sich ständig dämliche Fehler, die nur durch Glück gelöst werden können. Sie wiederholt sich ständig (Ich hasse meine Schwester, aber ich liebe sie auch abgöttisch/Ich muss meine Familie absichern, ohne mich geht alles den Bach runter - ja, das hatten die geneigten LeserInnen schon nach den ersten drei, vier Erwähnungen verstanden!). Sie lässt sich laufend auf kompromittierende Begegnungen mit Emmett, und hätte hundertmal erwischt werden müssen. Das hätte ich noch einfach dem Spannungsbogen zugeschrieben, wenn es denn einen gegeben hätte, aber im Großen und Ganzen plätscherte das Buch so vor sich hin. Ich konnte keinerlei Chemie zwischen Emmett und ihr entdecken und warum die anderen Mädchen, die kurzzeitig in eigenen Kapiteln zu Wort kamen, so viele Stücke auf ihre Konkurrentin Ivy hielten, war mir auch nicht klar. Es hat sich schnell lesen lassen, aber das Ende war wenig überraschend, wenn man ähnliche Bücher kennt, sodass mich der ach-so-geniale Twist nicht vom Hocker gehauen hat. Wahrscheinlich werde ich auf den zweiten Band dankend verzichten. .

Veröffentlicht am 27.03.2026

Hofjungfer

Lady Grace Mysteries
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England, 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. regiert das Land. Lady Crace Cavendish, eine junge adlige Waise von nicht einmal 14 Jahren, dient ihr als Hofjungfer und soll sich beim nächsten Ball aus ...

England, 16. Jahrhundert. Königin Elisabeth I. regiert das Land. Lady Crace Cavendish, eine junge adlige Waise von nicht einmal 14 Jahren, dient ihr als Hofjungfer und soll sich beim nächsten Ball aus drei Verehrern ihren zukünftigen Gatten aussuchen. Grace fühlt sich noch gar nicht bereit dafür, aber ein Befehl der Königin ist ein Befehl der Königin. Da wird der unangenehmste ihrer Verehrer mitten auf dem Ball umgebracht und derjenige, mit dem sie noch am liebsten zusammen wäre, des Mordes bezichtigt. Lady Grace glaubt nicht an den offensichtlichen Tathergang und sie macht sich auf, den wahren Mörder zu finden. Zum Glück hat sie mit dem Dienstmädchen Ellie und dem Hofakrobaten Masou zwei tapfere Freunde an ihrer Seite.

Das Alleinstellungsmerkmal dieser Geschichte ist nicht, dass ein paar Jugendliche einen Mord und eventuell die ein oder andere Intrige aufklären, sondern wo genau das geschieht: am Hofe der Königin Elisabeth. Dabei vermittelt die Autorin schon ordentliches Wissen über diese Zeit und es macht auch Spaß, das Buch zu lesen. Auch die Jugendlichen selbst sind größtenteils sympathisch, wobei die beiden Nichtadligen nur oberflächig charakterisiert werden. Was mich jedoch mehr gestört hat, war, dass diese Geschichte einfach nur geradeaus ging. Es gab keine falschen Fährten, der zeitige Verdacht, den die geneigten LeserInnen fassen, bestätigt sich und das einzig wirklich Wichtige, was man sich am Schluss in Bezug auf Graces Mutter gefragt hat, wird nicht geklärt. Das ist ein bisschen unbefriedigend und es ist noch viel Luft nach oben für die nächsten Bände übrig.

Veröffentlicht am 25.03.2026

Küchendienst

The House Witch 1
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Ein neuer Koch tritt die Stelle am Königshof von Daxaria an. Er heißt Finlay Ashowan, stammt von einer kleinen Insel und was anfangs niemand weiß: Er ist eine Haushexe und bezieht seine magische Kraft ...

Ein neuer Koch tritt die Stelle am Königshof von Daxaria an. Er heißt Finlay Ashowan, stammt von einer kleinen Insel und was anfangs niemand weiß: Er ist eine Haushexe und bezieht seine magische Kraft aus dem Haus - in dem Fall dem Schloss. Er ist jung und gut aussehend und durch seine Kochkünste erweckt er schnell das Interesse der Schlossbewohner. Doch Fin gibt sich abweisend, weil noch immer Hexen manchmal gejagt werden. Langsam macht er Bekanntschaft mit den Menschen, sogar mit Adligen und dem König und dessen Gemahlin. Mit der Adligen Anika verbindet ihn bald mehr - und dann ist da noch der drohende Krieg, der im Nachbarreich geplant wird.

Das Buch wird mit "Eine heiße Tasse Kakao" beworben. Ich bin kein großer Fan von heißem Kakao, vielleicht liegt es daran, dass ich mich nicht den allzu begeisterten Stimmen anschließen kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch - genau wie eine heiße Tasse Kakao - nicht mehr zu bieten hat. Man trinkt, man hat ein bisschen flüssigen Zucker im Mund und dann ist der Geschmack weg. Jetzt stellt euch vor, dieser Kakao bleibt über Stunden in eurem Mund. Es passiert nichts weiter, außer dass es irgendwann ein bisschen schal schmeckt. So ähnlich ging es mir mit diesem Buch. Über 600 Seiten lang passiert ... eher nichts. Ein bisschen Küchenzeugs hier, ein bisschen Küchenzeugs da, Kochen, Backen, ein bisschen Magie. Es soll cozy sein, ist es auch, aber irgendwann ist bei cozy auch mal die Luft raus. Besonders, wenn jemand das Schreibhandwerk noch nicht sehr gut beherrscht, wie es hier der Fall ist.

Die Handlung plätschert so dahin. Es wird gelegentlich mitten im Absatz die Perspektive gewechselt, und die Reaktionen vieler (aller!) sind selten konsistent. Da wird an Stellen gelacht, die nicht lustig sind - und einmal wird offensichtlich aus "Das Leben des Brian" geklaut. Einmal wird behauptet, der König findet den Koch sympathisch, im nächsten Moment misstraut er ihm zutiefst. Fin und ein Botschafter sollen alte Freunde sein, haben aber nichts Besseres zu tun, als sich zu prügeln. Ein bisschen cozy mit dem kleinen Prinzen, ein bisschen cozy mit dem Kater, ein bisschen cozy mit den Rittern. Es plätschert hierhin und dahin. Die Liebe kommt aus dem Nichts. Und wenn man das Buch nach 600 Seiten zuschlägt, hat man das Gefühl, einen ziemlich langen Prolog hinter sich zu haben, denn bei all diesen vielen Worten und Seiten gibt es nicht mal eine Art von Abschluss. Das Ende lässt uns rein königsreichmäßig an derselben Stelle zurück, an der wir begonnen haben.

Ach, und erwähnte ich eigentlich schon die Neigung der Autorin, alle Leute saufen zu lassen und das witzig zu finden? Spoiler: Ist es nicht. Nichts ist witzig, worüber außer man selbst niemand weiter lachen kann. Positiv zu erwähnen ist, dass man sich eventuell als Queer-Ally beweisen möchte - wobei da der Wermutstropfen bleibt, dass Fin immer sehr vehement darauf besteht, straight zu sein. Alles in allem ist das Buch eine süße Idee mit eigentlich toller Magie, bei der mit entsprechendem Handwerk der Autorin oder zumindest einem konsequenten Lektorat richtig was hätte entstehen können. Ich mache mir jetzt erstmal eine Tasse heißen Tee.

Veröffentlicht am 17.03.2026

Kleine Diebin

Spiel des Lügners
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Vor fünf Jahren versuchten die Schattenbrüder Nic und Enzo, die Mondscherbe aus einem Tempel zu stehlen. Dabei kam es zu einer Katastrophe und die Brüder wurden verflucht. Vor vier Jahren rettete Enzo ...

Vor fünf Jahren versuchten die Schattenbrüder Nic und Enzo, die Mondscherbe aus einem Tempel zu stehlen. Dabei kam es zu einer Katastrophe und die Brüder wurden verflucht. Vor vier Jahren rettete Enzo Lola, eine fünfzehnjährige Gangsterbosstochter, täuschte ihren Tod vor und nahm sie unter seine Fittiche. Enzo bildete sie als Diebin aus und jetzt schickt er sie in Nics Kasino, um dort die Mondscherbe zu stehlen, seinen Fluch aufzuheben und damit auch Lola aus ihrer Verbindung zu befreien. Doch je länger Lola im Kasino ist, an einem rätselhaften Spiel teilnimmt und Nic kennenlernt, desto mehr hinterfragt sie alles, was sie zu wissen glaubte.

Ich gebe zu, das Buch hat mich enttäuscht. Ich war so gespannt auf die Spiele und das Kasino und die Tricks, die nötig sein würden, damit Lola heil durchkam und der Anfang ist auch sehr vielversprechend. Aber sobald Lola im Spiel ist, wird alles sehr schwammig erklärt. Die Magie inklusive der Würfel ist einerseits übermächtig: man braucht nur dauernd verschiedene Würfel zu werfen, um andere zu manipulieren. Dazu muss man nicht einmal sonderlich clever sein. Wie genau jedoch die Magie funktioniert, wie die leeren Würfel wieder zurückkommen, wie Lola tun kann, was sie tut .... nichts. Sie wird von einer anderen Teilnehmerin angegriffen - warum? Keine Erklärung. Lola hält es auch nicht für nötig, deshalb Maßnahmen zu unternehmen. Überhaupt Lola. Zuerst wird gesagt, sie hätte ein schielendes Auge und das ist natürlich sehr störend für alles, was Action beinhaltet. Mal davon abgesehen, dass es scheinbar null ihren Sexappeal beeinträchtigt (und sind wir mal ehrlich, Männer sind oberflächig und übersehen nicht einfach so einen doch auffälligen "Makel"), hindert es sie in keinster Weise, alles Mögliche zu tun, wofür man schon mit zwei gesunden Augen viel Glück bräuchte, um damit durchzukommen. Wenn alle Stricke reißen, klaut sie einfach Lebensenergie und Magie von anderen und mutiert damit zum special snowflake. Wer also hier einen hübschen Heist á la Oceans Eleven meets Magic erwartet, wird nicht auf seine Kosten kommen.

So faszinierend die Idee hinter der Geschichte ist, so mau ist das Worldbuilding und die Funktionsweise der hier verwendeten Magie. Dazu kommen einige Sachen, die keinen Sinn ergeben. Vieles wird durch den flüssigen Schreibstil wettgemacht, aber es wirkt doch recht oberflächig. Es gibt auch ein paar Schreibfehler im Buch. Für die Außengestaltung wurde sich viel Mühe gegeben. Das Cover ist nett gestaltet, es gibt einen aufwendigen Farbschnitt und ein Page Overlay, aber das eigentliche Schmuckstück ist die Gestaltung des Buches unter dem Schutzumschlag. Wer also mehr auf schönen Schein Wert legt anstatt auf eine stringente Geschichte, wird hier auf jeden Fall gut bedient werden.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Katzen, Kaffee, Kleinstadtfeeling

Werecat Café
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Dorothy Murphy ist ein Drilling, magische Tierärztin und außerdem Hexe. Weil sie noch nie aus ihrem Kleinstadtleben ausgebrochen ist, will sie in Canterbury zum Friseur gehen. Auf dem Weg dorthin findet ...

Dorothy Murphy ist ein Drilling, magische Tierärztin und außerdem Hexe. Weil sie noch nie aus ihrem Kleinstadtleben ausgebrochen ist, will sie in Canterbury zum Friseur gehen. Auf dem Weg dorthin findet sie mitten auf dem Gehweg einen Katzenkorb samt Katze mit einer Adresse: der des in der Nähe befindlichen Katzencafés. Sie bringt die Katze dorthin und trifft dort auf den grummeligen Besitzer Elliot trifft, der prompt von der Katze gebissen wird und dadurch zu einem Werkater wird. Jetzt muss Dorothy nicht nur Elliot von diesem Fluch befreien, sondern ihm auch helfen, sehr viel Geld aufzutreiben, weil das Café durch die Vorbesitzerin hochverschuldet ist. Und von alldem darf der Hexenrat nichts erfahren, weil jegliches Involvieren mit einem Werfluch mit Gefängnis bestraft wird.

Ja, nun. Der Klappentext klang vielversprechend cosy und man bekommt auch richtig hübsche Katzen- und Cafévibes. Allerdings ergeben viele Sachen auch nicht wirklich Sinn. Fängt schon mit ein paar Gedankengängen an. Dorothy marschiert inkognito durch Canterbury, findet den Korb mit Adresse (das Café) und denkt hinterher ernsthaft: Oh, der Werbiss der Katze sollte garantiert meinem Hexenzirkel gelten! Dann gibt es diesen Schurken, der zwar zaubern kann, aber anscheinend zu blöd ist, sein wahres Opfer zu finden. Und Dorothy macht wochenlang nichts, um doch ihrer großen Liebe zu helfen - ich meine, Streit hin oder her, aber ist sie eine Hexe oder was? Da könnte man sich doch was einfallen lassen? Magischer Banküberfall oder gemeinsamer Hexenausflug, um den Schurken zu stellen oder so? Nooo, nicht Dorothy. Die sitzt als Princess Valium zuhause und jammert. Der Schuss ist auch eher unbefriedigend, weil nicht selbst von den ProtagonistInnen gelöst. Zusammengefasst: Wer Katzen, Kaffee und Kleinstadtfeeling mag, dazu eine Romance samt recht unnötiger und irgendwie weirde Spiceszene, und nicht allzu viel Wert auf Logik legt, der ist mit diesem Buch gut bedient. Außerdem gibt es hübsche Zeichnungen, deshalb habe ich meine Bewertung von 2.5 auf 3 Punkte hochgestuft.