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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2020

Traumhaftes Setting

Ein Sommer auf Sylt
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Julia arbeitet als Architektin bei ihrem Freund in der Firma in Hamburg. Seit einigen Jahren hat sie ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern. Umso überraschter ist sie, als sie von ihrem plötzlich ...

Julia arbeitet als Architektin bei ihrem Freund in der Firma in Hamburg. Seit einigen Jahren hat sie ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern. Umso überraschter ist sie, als sie von ihrem plötzlich verstorbenen Vater ein Friesenhaus auf Sylt erbt. Um ihr Erbe in Augenschein zu nehmen und einen Verkauf zügig abzuwickeln, reist sie auf die Insel. Begleitet wird Julia von ihrer Mutter und deren zwei Schwestern, die permanent am streiten sind. Noch ahnt die junge Frau nicht, dass das Haus noch bewohnt ist und sie sich bald in einer üblen Zwickmühle befindet. Durch die Erbschaft kommen viele unangenehme Familiengeheimnisse auf den Tisch. Auch ihre Beziehung gerät ordentlich durcheinander.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Die Autorin hat einen leichten, luftigen Schreibstil. Sehr anschaulich und bildhaft beschreibt sie die ganze Schönheit der nordfriesischen Insel. Das war ein wahrer Genuss für die Seele.
Die Story konnte mich insgesamt nicht komplett überzeugen. Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen. Der ständige, kindische Zank und die Streitigkeiten waren mir zu viel und kam stellenweise sehr unglaubwürdig rüber. Es fehlte mir Leichtigkeit und Humor. Die Handlung plätscherte vor sich her.

Allerdings hat mir das Ende sehr gut gefallen und hat mich zufrieden zurück gelassen.

Fazit:
Eine kurzweilige Geschichte mit einem traumhaften Setting.

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Veröffentlicht am 09.03.2020

Für Fan`s von Melanie Raabe ein MUSS

Die Wälder
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"Die Wälder" von Melanie Raabe erschien 27.12.2019 im @btb_verlag für 16 Euro Broschiert

Inhalt und meine Meinung:
Die junge Ärztin Nina erfährt, dass ihr bester Freund Tim aus Kindertagen unerwartet ...

"Die Wälder" von Melanie Raabe erschien 27.12.2019 im @btb_verlag für 16 Euro Broschiert

Inhalt und meine Meinung:
Die junge Ärztin Nina erfährt, dass ihr bester Freund Tim aus Kindertagen unerwartet gestorben ist. Kurz vor seinem Tod hat er versucht, sie mehrfach telefonisch zu erreichen. In einem hinterlassenen Brief, bittet er sie, nach seiner Schwester Gloria zu suchen, die vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist. Tim ist offensichtlich auf eine Fährte gestoßen.
Aufgrund furchtbarer Kindheitserinnerungen, wollte Nina niemals in ihr Heimatdorf, nahe den Wäldern zurückkehren. Doch sie möchte ihrem verstorbenen Freund, seinen letzten Wunsch erfüllen und begibt sich auf die Suche. Begleitet wird Nina von einem gemeinsamen Freund David.

Das Buch lässt mich etwas zwiespältig zurück.
Ich fange mal an: Das fantastische gelungene Cover und der Klappentext haben mich neugierig gemacht und absolut überzeugt das Buch zu lesen. Melanie Raabe erzählt die Geschichte abwechselnd in der Vergangenheit und der Gegenwart. Viele Aspekte haben mir gefallen, aber auch viele nicht. Die Wälder ist toll geschrieben, aber es zieht sich auch sehr in die Länge. Unsere Autorin baut Spannung auf, kann diese aber nicht durchgängig halten. Lange hält sie den Leser im unklaren was es mit den Geschehnissen auf sich hat. Nur langsam setzen sich die Puzzleteile zusammen.
Die Grundidee und Thematik finde ich großartig und sehr wichtig.
Das durchlebte Kindheitstrauma der Protagonisten wird erst am Ende in seiner Tragweite offenbart.
Leider konnte ich keinen Bezug zu Nina und ihren Freunden aufbauen. Mir waren sie zu flach und schemenhaft gezeichnet. Oftmals fehlte mir die Glaubwürdigkeit in der Handlung.
Fazit:
Für Fans von Melanie Raabe ein MUSS! Trotz einiger Kritikpunkte fühlte ich mich dennoch gut unterhalten.
⭐⭐⭐,5 Sterne von 5

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Ein leichtes, atmosphärisches Buch mit viel Charme!

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Darum geht es:
Manchmal braucht es nur einen mutigen Schritt, um ein ganz neues Leben zu beginnen.
Rosie hat genug von grauen Tagen und einem Job, der ihr längst nichts mehr bedeutet. Sie lässt London ...

Darum geht es:
Manchmal braucht es nur einen mutigen Schritt, um ein ganz neues Leben zu beginnen.
Rosie hat genug von grauen Tagen und einem Job, der ihr längst nichts mehr bedeutet. Sie lässt London hinter sich und wagt den Sprung ins Ungewisse nach Amsterdam, in eine Stadt voller Blumen, Farben und neuer Möglichkeiten. Dort will sie endlich das tun, was sie wirklich liebt: ihren eigenen kleinen Stand als Floristin auf dem berühmten schwimmenden Blumenmarkt, dem Bloemenmarkt, eröffnen.
Zwischen duftenden Tulpen, frischen Rosen und der Hoffnung auf einen Neuanfang scheint plötzlich alles möglich. Doch der Traum bekommt schnell Risse. Die Konkurrenz setzt alles daran, ihr das Geschäft zu zerstören, und als wäre das nicht genug, sorgt auch ihr neuer Nachbar für ordentlich Chaos. Max, ein griesgrämiger, störrischer Künstler mit einem verdammt attraktiven Lächeln, lebt auf dem Hausboot nebenan und scheint sich zur Aufgabe gemacht zu haben, ihr Leben komplizierter zu machen, als es ohnehin schon ist. Egal, was Rosie versucht, sie stößt bei ihm immer wieder auf Widerstand. Und doch ist da etwas zwischen ihnen, das sie nicht ignorieren kann.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Annabelle French hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, durch den sich die Geschichte leicht lesen lässt. Besonders die Beschreibungen der Schauplätze in Amsterdam sind ihr wirklich zauberhaft gelungen und schaffen eine wunderschöne, fast schon verträumte Atmosphäre. Auch das Cover ist mir direkt positiv aufgefallen und passt perfekt zur Stimmung des Buches.

Trotzdem konnte mich die Geschichte insgesamt leider nicht ganz abholen. Für mich fehlte es an echten Höhen und Tiefen, vieles verlief recht gleichmäßig. Zudem arbeitet die Handlung mit einigen typischen Klischees, was das Ganze stellenweise vorhersehbar gemacht hat.

Die Geschichte ist zwar süß, hat mich aber nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es war eher ein „Ich lese es, wenn ich dazu komme“, statt eines Buches, nach dem ich aktiv gegriffen habe.

Was mir ebenfalls gefehlt hat, war eine echte Verbindung zu den Figuren. Weder Rosie noch Max noch die anderen Charaktere sind mir wirklich nahgegangen, sodass die emotionale Tiefe für mich etwas auf der Strecke blieb.

Umso schöner fand ich allerdings das Ende. Das hat mich dann doch nochmal gepackt und mir tatsächlich ein kleines Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

Fazit:
3/5 ⭐️ Die Geschichte ist zwar süß, hat mich aber nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es war eher ein „Ich lese es, wenn ich dazu komme“, statt eines Buches, nach dem ich aktiv gegriffen habe.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Schwer zugänglich!

Lügen im Paradies
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Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe ...

Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe von Kindern aus unterschiedlichen Ländern kümmert. Nach außen wirkt alles geordnet und fürsorglich, doch hinter dieser Fassade tragen viele der Kinder eigene Brüche und Verluste in sich, auch Colombe selbst.
Erst Jahrzehnte später beginnt sie, dieses Bild zu hinterfragen. Sie kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, sucht die Begegnung mit den Menschen von damals und stellt sich ihren Erinnerungen.
Dabei rückt besonders das Schicksal der beiden leiblichen Kinder des Ehepaars in den Mittelpunkt. An ihnen zeigt sich, dass die Fürsorge, die nach außen so selbstverständlich wirkte, nicht allen gleichermaßen galt. Colombe erkennt, dass ihre Kindheit von Dingen geprägt war, die sie lange nicht sehen konnte oder wollte.

Mein Leseeindruck:
Das Buchcover wirkt sehr zurückhaltend und unscheinbar. Wäre ich nur nach dem Äußeren gegangen, hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen. Der Klappentext dagegen hat sofort meine Neugier geweckt. Die Thematik fand ich besonders interessant, zumal unsere Tochter selbst in der Schweiz lebt. Dass es sich um einen autofiktionalen Roman handelt, hat die Geschichte für mich zusätzlich berührt.
Tatsächlich bin ich froh, dass der Roman nur knapp 160 Seiten umfasst. Die Geschichte beginnt sehr spannend, verliert für mich aber schnell an Orientierung. Oft war ich unsicher, ob die Handlung in der Gegenwart oder in der Vergangenheit spielt. Der Schreibstil war für mich schwer zugänglich; hätte ich ihn leichter gefunden, wäre mir vermutlich ein besserer Zugang zur Geschichte gelungen.
Im Roman werden Wahrheiten offenbart, die schmerzhaft sind. Leider haben sie mich emotional kaum erreicht. Bei mir hinterließen sie kaum Wirkung. Ich kenne viele Leserinnen und Leser, die den Roman sehr geschätzt haben, aber für mich konnte er nicht die Erwartungen erfüllen, die ich an ihn gestellt hatte.
3/5 ⭐️ Interessante Thematik und spannende Ansätze, aber für mich schwer zugänglich und emotional nicht greifend.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Ein atmosphärisch dichter, historisch bedeutsamer Roman

In den Scherben das Licht
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Darum geht es:
Im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit kämpfen sehr unterschiedliche Menschen ums Überleben. Die Stadt ist zerstört, der Winter ist hart, und für viele gibt es keinen familiären Halt ...

Darum geht es:
Im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit kämpfen sehr unterschiedliche Menschen ums Überleben. Die Stadt ist zerstört, der Winter ist hart, und für viele gibt es keinen familiären Halt mehr. Gert und Gisela gehören zu jener Generation, die durch den Krieg entwurzelt wurde und nun ohne Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen lebt. Zuflucht finden sie bei Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin, die sich in ihr beschädigtes Haus zurückgezogen hat. Obwohl sie selbst von Erinnerungen und Verlusten geprägt ist, entsteht in ihrem Umfeld ein Ort, an dem Menschen einander stützen und gemeinsam versuchen, den Alltag zu bewältigen. Nähe und Zusammenhalt stehen dabei im Kontrast zu den offenen Wunden, die der Krieg hinterlassen hat.

Mein Leseeindruck:
Mit diesem Roman widmet sich Carmen Korn der unmittelbaren Nachkriegszeit und erzählt von Menschen, die in den Trümmern Hamburgs versuchen, weiterzuleben. Ihr Schreibstil ist flüssig und einfühlsam. Sie fängt die bedrückende Stimmung, den Verlust und die Orientierungslosigkeit jener Zeit eindringlich ein, zugleich lässt sie immer wieder leise Hoffnung aufscheinen in einer Zeit, in der sich die Welt neu erfinden muss.

Zwischen Enge, Verlust und Zerstörung gelingt es der Autorin, die Atmosphäre der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Gerade diese Stimmung trägt den Roman und macht ihn zu einem wichtigen Stück Zeitgeschichte. Die historischen Hintergründe wirken gut recherchiert und stimmig in die Handlung eingebettet. Allerdings empfand ich die Handlung insgesamt als sehr ruhig und stellenweise zäh. Auch zu den beiden zentralen Figuren Gisela und Gert konnte ich keinen wirklichen Zugang finden. Sie blieben für mich zu blass, um emotional mit ihnen mitzufühlen oder ihre Entwicklung intensiv nachzuvollziehen. Besonders gut gefallen hat mir hingegen die entstehende Gemeinschaft, die sich im Laufe der Geschichte zu einer Art familiärem Rückhalt entwickelt. Dieses Miteinander, das aus Notwendigkeit entsteht und langsam Wärme und Vertrauen wachsen lässt, gehört für mich zu den stärksten Elementen des Romans.

Fazit:
3/5 ⭐️ Ein atmosphärisch dichter, historisch bedeutsamer Roman, der weniger durch Spannung als durch Stimmung und Zeitgefühl überzeugt.

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