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Veröffentlicht am 08.04.2026

Ein leichtes, atmosphärisches Buch mit viel Charme!

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Darum geht es:
Manchmal braucht es nur einen mutigen Schritt, um ein ganz neues Leben zu beginnen.
Rosie hat genug von grauen Tagen und einem Job, der ihr längst nichts mehr bedeutet. Sie lässt London ...

Darum geht es:
Manchmal braucht es nur einen mutigen Schritt, um ein ganz neues Leben zu beginnen.
Rosie hat genug von grauen Tagen und einem Job, der ihr längst nichts mehr bedeutet. Sie lässt London hinter sich und wagt den Sprung ins Ungewisse nach Amsterdam, in eine Stadt voller Blumen, Farben und neuer Möglichkeiten. Dort will sie endlich das tun, was sie wirklich liebt: ihren eigenen kleinen Stand als Floristin auf dem berühmten schwimmenden Blumenmarkt, dem Bloemenmarkt, eröffnen.
Zwischen duftenden Tulpen, frischen Rosen und der Hoffnung auf einen Neuanfang scheint plötzlich alles möglich. Doch der Traum bekommt schnell Risse. Die Konkurrenz setzt alles daran, ihr das Geschäft zu zerstören, und als wäre das nicht genug, sorgt auch ihr neuer Nachbar für ordentlich Chaos. Max, ein griesgrämiger, störrischer Künstler mit einem verdammt attraktiven Lächeln, lebt auf dem Hausboot nebenan und scheint sich zur Aufgabe gemacht zu haben, ihr Leben komplizierter zu machen, als es ohnehin schon ist. Egal, was Rosie versucht, sie stößt bei ihm immer wieder auf Widerstand. Und doch ist da etwas zwischen ihnen, das sie nicht ignorieren kann.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Annabelle French hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, durch den sich die Geschichte leicht lesen lässt. Besonders die Beschreibungen der Schauplätze in Amsterdam sind ihr wirklich zauberhaft gelungen und schaffen eine wunderschöne, fast schon verträumte Atmosphäre. Auch das Cover ist mir direkt positiv aufgefallen und passt perfekt zur Stimmung des Buches.

Trotzdem konnte mich die Geschichte insgesamt leider nicht ganz abholen. Für mich fehlte es an echten Höhen und Tiefen, vieles verlief recht gleichmäßig. Zudem arbeitet die Handlung mit einigen typischen Klischees, was das Ganze stellenweise vorhersehbar gemacht hat.

Die Geschichte ist zwar süß, hat mich aber nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es war eher ein „Ich lese es, wenn ich dazu komme“, statt eines Buches, nach dem ich aktiv gegriffen habe.

Was mir ebenfalls gefehlt hat, war eine echte Verbindung zu den Figuren. Weder Rosie noch Max noch die anderen Charaktere sind mir wirklich nahgegangen, sodass die emotionale Tiefe für mich etwas auf der Strecke blieb.

Umso schöner fand ich allerdings das Ende. Das hat mich dann doch nochmal gepackt und mir tatsächlich ein kleines Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

Fazit:
3/5 ⭐️ Die Geschichte ist zwar süß, hat mich aber nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es war eher ein „Ich lese es, wenn ich dazu komme“, statt eines Buches, nach dem ich aktiv gegriffen habe.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Schwer zugänglich!

Lügen im Paradies
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Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe ...

Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe von Kindern aus unterschiedlichen Ländern kümmert. Nach außen wirkt alles geordnet und fürsorglich, doch hinter dieser Fassade tragen viele der Kinder eigene Brüche und Verluste in sich, auch Colombe selbst.
Erst Jahrzehnte später beginnt sie, dieses Bild zu hinterfragen. Sie kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, sucht die Begegnung mit den Menschen von damals und stellt sich ihren Erinnerungen.
Dabei rückt besonders das Schicksal der beiden leiblichen Kinder des Ehepaars in den Mittelpunkt. An ihnen zeigt sich, dass die Fürsorge, die nach außen so selbstverständlich wirkte, nicht allen gleichermaßen galt. Colombe erkennt, dass ihre Kindheit von Dingen geprägt war, die sie lange nicht sehen konnte oder wollte.

Mein Leseeindruck:
Das Buchcover wirkt sehr zurückhaltend und unscheinbar. Wäre ich nur nach dem Äußeren gegangen, hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen. Der Klappentext dagegen hat sofort meine Neugier geweckt. Die Thematik fand ich besonders interessant, zumal unsere Tochter selbst in der Schweiz lebt. Dass es sich um einen autofiktionalen Roman handelt, hat die Geschichte für mich zusätzlich berührt.
Tatsächlich bin ich froh, dass der Roman nur knapp 160 Seiten umfasst. Die Geschichte beginnt sehr spannend, verliert für mich aber schnell an Orientierung. Oft war ich unsicher, ob die Handlung in der Gegenwart oder in der Vergangenheit spielt. Der Schreibstil war für mich schwer zugänglich; hätte ich ihn leichter gefunden, wäre mir vermutlich ein besserer Zugang zur Geschichte gelungen.
Im Roman werden Wahrheiten offenbart, die schmerzhaft sind. Leider haben sie mich emotional kaum erreicht. Bei mir hinterließen sie kaum Wirkung. Ich kenne viele Leserinnen und Leser, die den Roman sehr geschätzt haben, aber für mich konnte er nicht die Erwartungen erfüllen, die ich an ihn gestellt hatte.
3/5 ⭐️ Interessante Thematik und spannende Ansätze, aber für mich schwer zugänglich und emotional nicht greifend.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Ein atmosphärisch dichter, historisch bedeutsamer Roman

In den Scherben das Licht
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Darum geht es:
Im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit kämpfen sehr unterschiedliche Menschen ums Überleben. Die Stadt ist zerstört, der Winter ist hart, und für viele gibt es keinen familiären Halt ...

Darum geht es:
Im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit kämpfen sehr unterschiedliche Menschen ums Überleben. Die Stadt ist zerstört, der Winter ist hart, und für viele gibt es keinen familiären Halt mehr. Gert und Gisela gehören zu jener Generation, die durch den Krieg entwurzelt wurde und nun ohne Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen lebt. Zuflucht finden sie bei Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin, die sich in ihr beschädigtes Haus zurückgezogen hat. Obwohl sie selbst von Erinnerungen und Verlusten geprägt ist, entsteht in ihrem Umfeld ein Ort, an dem Menschen einander stützen und gemeinsam versuchen, den Alltag zu bewältigen. Nähe und Zusammenhalt stehen dabei im Kontrast zu den offenen Wunden, die der Krieg hinterlassen hat.

Mein Leseeindruck:
Mit diesem Roman widmet sich Carmen Korn der unmittelbaren Nachkriegszeit und erzählt von Menschen, die in den Trümmern Hamburgs versuchen, weiterzuleben. Ihr Schreibstil ist flüssig und einfühlsam. Sie fängt die bedrückende Stimmung, den Verlust und die Orientierungslosigkeit jener Zeit eindringlich ein, zugleich lässt sie immer wieder leise Hoffnung aufscheinen in einer Zeit, in der sich die Welt neu erfinden muss.

Zwischen Enge, Verlust und Zerstörung gelingt es der Autorin, die Atmosphäre der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Gerade diese Stimmung trägt den Roman und macht ihn zu einem wichtigen Stück Zeitgeschichte. Die historischen Hintergründe wirken gut recherchiert und stimmig in die Handlung eingebettet. Allerdings empfand ich die Handlung insgesamt als sehr ruhig und stellenweise zäh. Auch zu den beiden zentralen Figuren Gisela und Gert konnte ich keinen wirklichen Zugang finden. Sie blieben für mich zu blass, um emotional mit ihnen mitzufühlen oder ihre Entwicklung intensiv nachzuvollziehen. Besonders gut gefallen hat mir hingegen die entstehende Gemeinschaft, die sich im Laufe der Geschichte zu einer Art familiärem Rückhalt entwickelt. Dieses Miteinander, das aus Notwendigkeit entsteht und langsam Wärme und Vertrauen wachsen lässt, gehört für mich zu den stärksten Elementen des Romans.

Fazit:
3/5 ⭐️ Ein atmosphärisch dichter, historisch bedeutsamer Roman, der weniger durch Spannung als durch Stimmung und Zeitgefühl überzeugt.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Geht leider nicht so tief, wie ich es mir gewünscht hätte.

Heimat
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Darum geht es:
Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land. Das neue Haus, der weite Garten, all der Platz für die Kinder, eigentlich sollte es sich nach Erfüllung anfühlen, doch in ihr wächst eine seltsame ...

Darum geht es:
Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land. Das neue Haus, der weite Garten, all der Platz für die Kinder, eigentlich sollte es sich nach Erfüllung anfühlen, doch in ihr wächst eine seltsame Leere. Orientierung findet sie zunächst bei Karolin, einer Nachbarin, die scheinbar mühelos Geborgenheit, Glück und ein Gefühl von Sinn verkörpert. Bald stößt Jana jedoch auf Karolins Instagram-Welt. Zwischen Blumenkränzen und Apfel-Tartes propagiert sie dort ein rückwärtsgewandtes Ideal. Das Leben als demütige Ehefrau und Mutter, verpackt in idyllische Naturbilder und moderne Hashtags. Jana ist irritiert und zugleich seltsam gefesselt. Gegen ihre eigenen Überzeugungen verspürt sie Neid auf die Klarheit, mit der Karolin ihr Weltbild auslebt. Doch je näher sie dieser verführerischen Inszenierung kommt, desto stärker bröckelt die glänzende Oberfläche. Etwas Dunkles lauert, was Jana nicht mehr loslässt.

Mein Leseeindruck:
Selten habe ich mich auf einen Roman so gefreut wie auf diesen. Die Grundidee ist schlicht großartig. Zwei Frauen, zwei Lebensentwürfe und dazwischen die Frage, wie verlockend die Idylle wirkt, wenn man selbst ins Straucheln gerät. Genau dieses Spannungsfeld hat mich sofort gepackt. Und ja, die Autorin versteht es, zu schreiben! Der Schreibstil ist flüssig, leicht und eingängig. Man gleitet mühelos durch die Seiten. Eigentlich die besten Voraussetzungen für ein Lesehighlight. Aber, und das ist mein großes ABER: Die Tiefe hat mir völlig gefehlt.
Ich habe zu keiner der Figuren Zugang gefunden, weder zu Jana noch zu ihrem Mann noch zu Karolin. Alles bleibt seltsam oberflächlich, fast skizzenhaft. Viele Fragen, die sich beim Lesen aufdrängen, bleiben unbeantwortet. Dadurch habe ich mich emotional nie richtig gebunden gefühlt, was bei so einem spannenden Thema einfach schade ist.

Fazit:
3/5 ⭐️ Ein Roman mit einer brillanten Idee und tollem Schreibstil, der leider nicht so tief geht, wie ich es mir gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Ein Roman der wichtige Fragen stellt.

Was danach kommt
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Darum geht es:
Ein Moment, ein Fehler und Karmens Leben gerät komplett aus den Fugen. Nach einem schweren Unfall steht sie vor Gericht und muss sich einer Schuld stellen. Im Prozess geht es nicht allein ...

Darum geht es:
Ein Moment, ein Fehler und Karmens Leben gerät komplett aus den Fugen. Nach einem schweren Unfall steht sie vor Gericht und muss sich einer Schuld stellen. Im Prozess geht es nicht allein um das, was passiert ist, sondern auch um die Schatten, die Karmen seit Jahren begleiten. Die Presse macht sie zu einer Kindesmörderin, die Offentlichkeit verurteilt sie, und selbst ihr soziales Umfeld wendet sich ab. Als sie schließlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, kommt alles ins Wanken. Am Ende bleibt nur die Frage: Ist sie wirklich schuldig?

Mein Leseeindruck:
Ein einziger Moment kann ein ganzes Leben aus der Bahn werfen. Das erlebt Karmen in Anika Sucks Debütroman. Besonders stark fand ich, wie treffend der Roman zeigt, dass wir in unserer heutigen Welt sehr schnell urteilen, oftmals ohne alle Fakten zu kennen. Dieses Spiegeln der Empörungsgesellschaft ist in meinen Augen eine der größten Stärken des Buches und hat mich beim Lesen immer wieder nachdenklich gemacht. Trotzdem hatte ich persönlich Schwierigkeiten, mit der Hauptprotagonistin Karmen eine Verbindung aufzubauen. Sie blieb für mich eher distanziert, fast unnahbar, sodass ich ihre Geschichte mehr beobachtet habe, als sie wirklich mitzuerleben Auch der fragmentarische Aufbau der Erzählung war für mich eine Herausforderung. Er hat die Geschichte in einzelne Bruchstücke zerlegt, die mich immer wieder aus dem Lesefluss geholt haben. Alles in allem ist es ein Roman, der viel Diskussionsstoff bietet. Über Schuld, Zufall, Gesellschaft und die Fragen, wie wir mit Fehlern umgehen. Er hat mich nicht völlig gepackt, aber definitiv zum Nachdenken gebracht. Und genau das kann Literatur ja auch bewirken.

Fazit:
3/5 ⭐️ Auch wenn mir die Nähe zur Hauptprotagonistin fehlte, bleibt es ein Roman, der wichtige Fragen stellt und den Finger genau in die Wunden unserer Zeit legt.

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