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Veröffentlicht am 22.11.2020

Originelles Bilderbuch

Gans Ernst von Jimmy Kimmel
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Ein solcher Griesgram wie Gans Ernst ist Kindern bestimmt nicht unbekannt; schlechte Laune kennen sie auch aus eigener Erfahrung.
In großformatigen Bildern stellt uns Jimmy Kimmel seinen grimmig dreinschauenden ...

Ein solcher Griesgram wie Gans Ernst ist Kindern bestimmt nicht unbekannt; schlechte Laune kennen sie auch aus eigener Erfahrung.
In großformatigen Bildern stellt uns Jimmy Kimmel seinen grimmig dreinschauenden Helden vor, der sich nicht zu einem Lächeln durchringen kann. Kein Scherz und auch keine Pizza führen zum Erfolg.
Kimmels Illustrationen sind einfach und klar gehalten, auf das Wesentliche der erzählten Geschichte reduziert. Sie sind - ebenso wie der Text - dem (Vor-)Lesealter ab 3 Jahren angemessen. Die Sprache ist schlicht, knapp, eindeutig und überfordert ein jüngeres Kind keineswegs. Text und Illustrationen verbinden sich zu einem harmonischen Gesamteindruck und laden zum Eltern-Kind-Erlebnis ein: Schaffen wir es, aus Gans Ernst einen Gans Lustig zu machen? Der Ehrgeiz des jungen Publikums ist in jedem Fall geweckt.
Kimmels „Gans Ernst“ ist ein wirklich originelles Bilderbuch, das eine fantasievolle, fröhliche Lesezeit garantiert.




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Veröffentlicht am 16.04.2026

"Der Welt abhandenkommen"

Eine Seite noch
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Ein wunderbarer Ausflug in die Welt der Literatur erwartet den Leser, der „Eine Seite noch“ aufschlägt. Auf knapp zweihundert Seiten erhalten wir viele interessante Informationen über (natürlich) Bücher ...

Ein wunderbarer Ausflug in die Welt der Literatur erwartet den Leser, der „Eine Seite noch“ aufschlägt. Auf knapp zweihundert Seiten erhalten wir viele interessante Informationen über (natürlich) Bücher und Schriftsteller, aber auch über Sachverhalte, die mit Lesen zusammenhängen, wie etwa Lesechallenges, Lesekreise, Podcasts, Silent-Reading.
In ihrem lockeren, angenehmen Schreibstil erzählt die Autorin von den Erfahrungen, die sie gemacht hat. Dabei geht sie auf humorvolle Weise auch auf ihre eigenen Lesevorlieben und –unternehmungen ein: Warum nicht einmal auf den Spuren eines Literaten wandeln, in diesem Fall Virginia Woolf? Auch ihre Erkenntnisse als Probandin für eine Studie zu Sprachverarbeitung im Gehirn teilt sie mit dem Leser: es wird deutlich, welch eine enorme Leistung das Gehirn hier vollbringt. Auf äußerst unterhaltsame Art gewährt uns die Autorin also Einblick in ihre Lesewelt.
Und warum macht uns Lesen nun glücklich? Das muss jeder Leser für sich entscheiden. Vielleicht ist es aber auch einfach die Möglichkeit, „der Welt abhanden zu kommen“, wie es Winnemuth ausdrückt. Zumindest für eine kurze Zeit.


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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Fluss, launisch wie das Leben

Der Fährmann
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Um die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verbindet noch keine Brücke sondern nur eine Fähre die Menschen zweier von der Salzach getrennter Dörfer, Hohenwart und Siegering. Hannes folgt ...

Um die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verbindet noch keine Brücke sondern nur eine Fähre die Menschen zweier von der Salzach getrennter Dörfer, Hohenwart und Siegering. Hannes folgt seinem Onkel als neuer Fährmann in diesem gefährlichen und sehr einsamen Dienst. Seine Familie und auch seine beiden Kindheitsfreundinnen Annemarie und Elisabeth sieht er nur noch selten. Elisabeth wird verheiratet und Annemarie muss hart in der elterlichen Gastwirtschaft arbeiten. Doch trotz der Distanz bleiben die Freunde einander verbunden. Für jeden von ihnen hält das Schicksal allerdings harte Prüfungen bereit, die schließlich eskalieren…

In einem leicht lesbaren Stil, der ein wenig von der süddeutschen Mundart anklingen lässt, erzählt Regina Denk die Geschichte dreier Freunde im Wandel der Zeit. Sie tut das auf eine eindrückliche Weise, die den historischen und sozialen Bedingungen jener Zeit gerecht wird.
Die Dörfer Hohenwart und Siegering und ihre Bewohner stehen stellvertretend für gesellschaftliche Zwänge und die Doppelmoral, wie sie damals vorherrschten.
Auch dem Fluss schreibt die Autorin seine Bedeutung zu; denn so launisch wie der Fluss seine lieblichen, aber auch gefährlichen Seiten zeigt, so erscheint auch das Leben einmal angenehm und ein andermal bösartig.
Mein Fazit: Auch wenn das Ende des Romans ein wenig melodramatisch gerät, „Der Fährmann“ ist ein wirklich lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Moderne Verbindung zu enem Bilderbuchklassiker

Henri-Jette-Sausebahn
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„Henriette hat zwei nette Enkelchen …" So knüpft Cornelia Boese an James Krüss´ berühmten Bilderbuch-Klassiker an. Die munteren Zwillingsbähnchen Henri und Jette wechseln sich ab beim Transport einer ...


„Henriette hat zwei nette Enkelchen …" So knüpft Cornelia Boese an James Krüss´ berühmten Bilderbuch-Klassiker an. Die munteren Zwillingsbähnchen Henri und Jette wechseln sich ab beim Transport einer großen Schar buntgemischter Fahrgäste, während ihre „Großmutter“, die alte Henriette, wohlwollend zuschaut.

Boeses lustige, kindgerechte Verse führen die kleinen Leser durch eine fröhliche Fahrt ans Meer. Sie sind eingebettet in großformatige farbige Illustrationen von Pina Gertenbach. In ihren Bildern betont sie (ebenso wie vor vielen Jahrzehnten Lisl Stich) den harmonischen Charakter des Inhalts und zeigt (realitätsfern) die Welt als Idylle, für ein Kinderbuch aber angemessen.

Für die einen (uns Omas) bedeutet Eisenbahn-„Oma" Henriette eine liebenswerte Kindheitserinnerung - für die anderen (unsere Enkelkinder) sind die Lokomotiven-Frischlinge Henri und Jette zeitgemäße Partner, wenn auch ihr Aussehen nicht dem aktuell gewohnten Eisenbahn-Look entspricht.

Zwar fehlt mir persönlich hier die unnachahmliche Leichtigkeit der Verse und das Spiel mit Worten, wie es für James Krüss typisch war; dennoch: in Vers und Bild schaffen Cornelia Boese und Pina Gertenbach eine moderne Verbindung zu einem klassischen Kinderbuch.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Ein ganz und gar nicht dummes Schaf

Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen
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…ist Mäc Mief, Finns auserkorener Liebling der Olifant-Farm in Schottland. Zwar teilt Miefi anfangs die Begeisterung der Farmerfamilie, die für die Highlandgames übt, gar nicht, übernimmt schließlich ...

…ist Mäc Mief, Finns auserkorener Liebling der Olifant-Farm in Schottland. Zwar teilt Miefi anfangs die Begeisterung der Farmerfamilie, die für die Highlandgames übt, gar nicht, übernimmt schließlich aber doch gemeinsam mit Hütehund Bonnie die Aufgabe des „Glücksbringers", und das mit Hingabe. Und als er entdeckt, dass sein Misstrauen gegen einen bestimmten Festbesucher womöglich gerechtfertigt ist, kommen sein Einfallsreichtum und Bonnies Spürnase zum Einsatz ...
Mit viel Witz und Fantasie erzählt die Autorin von Mäc Miefs aufregenden Erlebnissen bei den schottischen Highlandgames. Dabei werden die Einzelheiten eines solchen Spektakels in eine lustig-spannende Geschichte verpackt und in kindgerechter Sprache vermittelt.
Die fröhlich-bunten Zeichnungen der Illustratorin Ina Krabbe begleiten die Geschichte. Witzige Details ergänzen den Text, die Vor- und Nachsatzblätter sind bildhaft gestaltet und zeigen eine kuriose Verfolgungsjagd.
Als eine wirklich nette Idee empfinde ich auch die kurze Vorstellung von Autorin und Illustratorin am Ende des Buches - so bekommen die Kinder einen lebendigen Eindruck von den "Machern" der Geschichte.


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