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Redrose

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Die Zornnatter übt das Nichtstun am beschaulichen Gardasee

Die geheime Grotte von Garda
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Chefinspektorin Edwina Teufel aus Wien, auch die Zornnatter genannt, wird ein Sabbatical am Gardasee zwangsverordnet. Doch das Nichtstun liegt Edwina nur für kurze Zeit und plötzlich ist sie wieder am ...

Chefinspektorin Edwina Teufel aus Wien, auch die Zornnatter genannt, wird ein Sabbatical am Gardasee zwangsverordnet. Doch das Nichtstun liegt Edwina nur für kurze Zeit und plötzlich ist sie wieder am Ermitteln. Was hat dieser einsame Junge mit der Tragödie auf einem Weingut zu tun, von der ihr Commissario Alceste erzählt hat?

Also ich könnte mir Schlimmeres vorstellen, als am Gardasee ein paar Tage oder gar Wochen zu entspannen. 😉 „Schlemmen, shoppen, promenieren – La Dolce Vita zu hundert Prozent.“

Ich finde es spannend, wie Edwina fast schon Muttergefühle für einen fremden Jungen entwickelt, aber Peppe ist schon ein sehr sympathisches Schlitzohr, den man automatisch beschützen möchte.

Isabella Archan erschafft Protagonisten mit Ecken und Kanten, die trotzdem so sympathisch sind, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen möchte. Zum Beispiel Weinbergarbeiter Jonny Pivo, ein Riese, dessen Äußeres angsteinflößend wirkt, der aber seine Arbeit liebt und poetisch beschreibt: „Ich glaube, die Trauben sammeln diesen Ausblick und im Wein schmecken die Menschen die Kraft der Natur.“

Aber Edwina lässt sich nicht von schönen Worten beeindrucken, sie ist auf der Suche nach der Wahrheit.

Die Autorin führt uns gezielt auf falsche Spuren, lässt mich sogar an den Gedanken des Mörders teilhaben, ohne zu verraten, wer es ist. Und während sich in Italien alle auf den Ferragosto freuen, diesen Tag, der den Höhepunkt des Sommerurlaubs darstellt und mit Picknick und Feuerwerk mit der Familie gefeiert wird, naht auch in diesem Fall die Aufklärung.

Ein spannender Fall, eine menschliche Chefinspektorin mit viel Herz und ganz viel Bella Italia Feeling machen „Die geheime Grotte von Garda“ zu einem 1a Lesevergnügen, welches ich sehr gerne weiterempfehle. Ich bin schon gespannt, auf den nächsten Fall von Edwina Teufel.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Wow, was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Wahrheit ruht im Sempachersee
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Monika Mansour hat es mal wieder geschafft. Mit ihrem inzwischen 9. Fall über Kommissar Cem Cengiz, überrascht sie erneut mit krassen Wendungen in ihren Geschichten.

Der Kommissar ist dieses Mal absolut ...

Monika Mansour hat es mal wieder geschafft. Mit ihrem inzwischen 9. Fall über Kommissar Cem Cengiz, überrascht sie erneut mit krassen Wendungen in ihren Geschichten.

Der Kommissar ist dieses Mal absolut neben der Spur. Der Sempachersee hat ihm seine Liebste genommen und da in der Faschingszeit alle Dienststellen nur schwach besetzt sind, hilft er aus und kümmert sich um ein seltsames Vogelsterben rund um den See. Dabei ist die Abteilung Leib und Leben eigentlich nur für das Aufklären von ungeklärten Todesfällen von Menschen verantwortlich. Aber Cem beißt sich fest und kommt einem ungeheuren Umweltskandal auf die Spur und plötzlich sind auch Menschenleben in Gefahr.

Erschreckend realistisch finde ich, dass viele über Leichen gehen, die grassierende Korruption unter den Politikern, leider nicht nur in der Schweiz, der Egoismus, diese „Hauptsache mir geht es gut“ Mentalität, bei der es nur noch um Macht und Gewinnstreben geht und wie wenig in solchen Fällen ein Menschenleben zählt.

Die Autorin packt mir von der ersten Seite an und lässt an Spannung nicht nach bis zum überraschenden Schluss. Ich bin bei dieser Reihe leider erst bei Band 8 eingestiegen, da wandern doch die ersten sieben gleich auf meiner Wunschliste.

Mir gefällt die Art und Weise, wie die Autorin ihre Geschichten erzählt und freue mich schon auf viele weitere.

„Die Wahrheit ruht im Sempachersee“ bekommt verdiente 5 Sterne und wird von mir sehr gerne weiterempfohlen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Eine gemeinsame Nacht in einer Sternwarte in den Highlands, klingt das nicht unheimlich romantisch?

Highland Happiness – Die Sternwarte von Kirkby
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Mit jedem Band über das leider nur fiktive Dörfchen in den schottischen Highlands werde ich wehmütiger. Weil es Kirkby leider nicht in Wirklichkeit gibt, dieses „Büllerbü für Erwachsene“, wie es jemand ...

Mit jedem Band über das leider nur fiktive Dörfchen in den schottischen Highlands werde ich wehmütiger. Weil es Kirkby leider nicht in Wirklichkeit gibt, dieses „Büllerbü für Erwachsene“, wie es jemand so treffend genannt hat, ein Traum Ort, in dem die Welt noch in Ordnung ist, während die tatsächliche Welt immer schiefer in den Angeln hängt. Ein Ort, der den Trumpeltons dieser Welt die Stirn bietet und in dem Zusammenhalt großgeschrieben wird. Dabei sind auch in Kirkby nicht alle Menschen nur nett und hilfsbereit und wenn sogar der immer enthusiastische Bürgermeister Collum mal die Fassung verliert, dann muss mal wieder einiges passiert sein in der Nähe von Loch Ness.

Was also erwartet mich in der Sternwarte von Kirkby? Natürlich viele altbekannte Originale dieser Reihe, wie etwa das Dorfoberhaupt Marlin Fraser, den man lieber auf seiner Seite haben sollte anstatt als Gegner, die Thriller Autorin Betty Murray, auf deren aktuelles Buch „Die Rache des Heide-Killers“ ich schon gespannt bin, Shona Fraser, die sich mit ihrer viel Strom verbrauchenden Destillerie gegenüber der Windenergie sehr aufgeschlossen zeigt und dabei auch für den Aufreger der Woche sorgt und natürlich Jon mit seinem Pub, in dem man nicht nur lecker frühstücken kann, sondern auch immer mit dem neuesten Tratsch versorgt wird.

Natürlich finde ich auch meine tierischen Lieblinge wieder, wie die Alpakas, die vielen Hunde und Katzen, Schafe und Hühner und dann schnürt sich dieses Mal noch eine niedliche Füchsin mit ihren Welpen in mein Herz. Und wie Shona so treffend bemerkt: „Es gibt viele Möglichkeiten zu einer Familie zu werden, und manche Kinder haben Fell oder Federn.“

Und wer genau hinschaut, entdeckt auch einen kleinen Cameo-Auftritt der Autorin in diesem Band.

Hauptpersonen sind aber dieses Mal Flora Douglas, die gemeinsam mit der Freundin ihres Zwillingsbruders Grizel den Handarbeits- und Buchladen Yarn & Tales betreibt sowie Leo Spencer, der Ingenieur, der Kirkby in das Zeitalter der erneuerbaren Energien führen möchte und dabei als Engländer zunächst die sturen Schotten überzeugen muss. Beide haben ein Vertrauensproblem, welches sie erst überwinden müssen, um sich für eine Beziehung zu öffnen.

Was ich an den Büchern von Charlotte McGregor so liebe?

Dass ihre Protagonisten mich berühren, ich mit ihnen lachen und weinen kann und sie am liebsten nicht mehr loslassen möchte. Dass ich mich davor fürchte, bei der letzten Seite angelangt zu sein, weil ich am liebsten immer weiterlesen würde und nicht möchte, dass das Buch endet und ich Kirkby schon wieder verlassen muss.

Und ihre Wortperlen, die mir in Erinnerung bleiben. „Wenn man die Augen offenhält, findet man immer Menschen, die es wert sind, dass man Zeit mit ihnen verbringt.“

Ich habe sehr gerne wieder Zeit mit meinen Kirkbyanern verbracht, vermisse sie jetzt schon und freue mich bereits auf weitere Abenteuer in Schottland.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Alles andere als Blaustrümpfe

Die Frauen von Oxford
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Heutzutage kann man sich das nicht mehr vorstellen, aber 1920 war das ein hart erkämpftes Recht von Frauen in England: studieren in Oxford. Dieses war bis dato nur den Männern vorbehalten und so mancher ...

Heutzutage kann man sich das nicht mehr vorstellen, aber 1920 war das ein hart erkämpftes Recht von Frauen in England: studieren in Oxford. Dieses war bis dato nur den Männern vorbehalten und so mancher Mann konnte nur schwer mit den Veränderungen mithalten.

Die Autorin stellt das Leben in Oxford anhand von vier Frauen dar, die aus unterschiedlichen Schichten kommen, aber die der gemeinsame Wunsch nach Bildung zusammenschweißt.

Jede dieser vier Frauen hütet ein Geheimnis und ich finde es ganz wunderbar, wie sie sich langsam ihren neu gewonnenen Freundinnen öffnen und einander bedingungslos unterstützen.

Da ist zum einen Dora, die sich selbst nicht für besonders intelligent hält und die nur studiert, weil ihr Verlobter und ihr Bruder im Krieg gefallen sind.

Marianne, die brave Pfarrerstochter, die als Stipendiatin besonders eifrig lernen muss und die trotz ihrer vielen Pflichten immer für ihre Freundinnen da ist.

Beatrice, deren Mutter eine berühmte Suffragette ist und die das Gefühl hat, niemals deren Erwartungen zu erfüllen.

Und zu guter Letzt Ottoline, kurz Otto genannt, die Tochter aus reichem Haus, die zwar materiell gut ausgestattet ist, aber keine Lust hat, wie ihre Schwestern ihren Lebenszweck in einer Heirat zu suchen.

Obwohl die Vier so unterschiedlich sind, halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Ich rege mich auf über die Borniertheit von manchen Männern, die behaupten „Frauen seien zu emotional, um rationale Schlüsse ziehen zu können, und dass ihre Organe urplötzlich platzen, wenn sie zu intensiv über Gleichstellung nachdenken.“

Joanna Miller nimmt mich gefangen mit ihrer Schilderung der Studienzeit dieser vier Frauen. Ich fühle mich nach Oxford versetzt, in die ehrwürdigen Hallen und die Schicksale der Frauen berühren mich. Dabei gibt es aber auch immer wieder Szenen, die mich Schmunzeln lassen.

Ich habe vier neue Freundinnen gewonnen und empfehle „Die Frauen von Oxford“ sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Düsterer Erzgebirgskrimi

Finsteres Erzgebirge
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Finsteres Erzgebirge ist der inzwischen dritte Band über Hauptkommissar Alexander Berghaus und seine Kollegin Anne Keller, mit der er mittlerweile eine Beziehung führt. Obwohl Anne in zwischenmenschlichen ...

Finsteres Erzgebirge ist der inzwischen dritte Band über Hauptkommissar Alexander Berghaus und seine Kollegin Anne Keller, mit der er mittlerweile eine Beziehung führt. Obwohl Anne in zwischenmenschlichen Beziehungen schwierig ist, schätzt Berghaus ihr analytisches Denkvermögen sehr und dieses wird auch dringend gebraucht, als in der Walpurgisnacht in Crottendorf ein junges Mädchen spurlos verschwindet. Das Ganze erinnert Berghaus fatal an einen anderen Fall vor 35 Jahren, den sein Vater damals bearbeitet hatte und nie abschließen konnte.

Ich bin ja zwiegespalten, was solche Familienverhältnisse angeht. Der Vater als strenger Patriarch, die Mutter als Gebärmaschine, die jährlich ein neues Kind zur Welt bringt. Insbesondere für die älteren Kinder eine große Belastung, da sich diese um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssen, weil die Mutter ja permanent schwanger ist. Das erinnert mich ein wenig an die berühmte Kelly Familie, bei denen auch einzelne Familienmitglieder gegen die Rolle in dieser Großfamilie aufbegehrt haben. Sicherlich keine leichte Situation insbesondere für eine Vierzehnjährige, die neben Schule, Kirche, Musizieren und Geschwister hüten auch gerne noch andere Interessen verwirklichen würde.

Was also ist mit Antonia geschehen und kann sie noch lebend gefunden werden?

Danielle Zinn zieht mich hinein in die beklemmende Atmosphäre dieses Ortes, welches auch als Dorf der Räucherkerzen bekannt ist. Dazwischen lockert sie aber auch mit Humor die Situation auf, um dann aber im nächsten Moment sofort wieder mit einer neuen spannenden Situation zuzuschlagen.

Finsteres Erzgebirge packt mich und lässt mich nicht mehr los, bis zum spannenden Finale.

Ich wurde wieder gut unterhalten und empfehle die Reihe sehr gerne weiter.

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