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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2024

Oh, Amercia!

Von guten Eltern
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'Von guten Eltern' verströmt die Essenz reinen amerikanischen Spirits par excellence!
Der Autor beschreibt so atmosphärisch dicht, wort- und bildintensiv, dass man die Schauplätze und die Mentalität der ...

'Von guten Eltern' verströmt die Essenz reinen amerikanischen Spirits par excellence!
Der Autor beschreibt so atmosphärisch dicht, wort- und bildintensiv, dass man die Schauplätze und die Mentalität der Protagonist*innen förmlich spürt.
Weit gefehlt jedoch, wer glaubt, es geht um eine Beweihräucherung des gelobten Landes - im Gegenteil. Durchaus tiefgründig werden düstere Themen gestreift, vertieft und philosophisch betrachtet, was durchaus auch zu einer bedrückenden Grundstimmung beiträgt.

Das besondere Geschick für Zwischenmenschliches und komplexe Charaktere und deren Entwicklung ist eine wahnsinnige Stärke des Autors, der der Geschichte seinen ureigenen Stempel aufdrückt.

Trotz seiner über 550 Seiten ist das Buch eine kurzweilige und intensive Leseerfahrung!

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Veröffentlicht am 08.07.2024

Unglaublich verstörend

Die schönste Version
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Dieses Buch spielt aufs Grausamste mit den Gegensätzen…
Die ersten Zeilen beschreiben mit liebevoll gewählten Worten und einer greifbar verheißungsvollen Atmosphäre den Zauber des Anfangs zwischen Jella ...

Dieses Buch spielt aufs Grausamste mit den Gegensätzen…
Die ersten Zeilen beschreiben mit liebevoll gewählten Worten und einer greifbar verheißungsvollen Atmosphäre den Zauber des Anfangs zwischen Jella und Yannick, nur um gleich im nächsten Kapitel mit dem Ende aufzuwarten. Dem Ende einer toxischen, brutalen und verstörenden Beziehung, die mit einer Anzeige endet.
Auf den anderen ca. 250 Seiten wird man Zeuge eines Beziehungskonstruktes, das beim
Lesen Widerwillen und Unbehagen auslöst; bedingt auch durch den kraftvollen, teilweise gewollt (?) abstoßenden Sprach- und Erzählstil, der stellenweise unschöne Erinnerungen an 'Feuchtgebiete' aufkommen lässt.
Immer wieder war ich kurz vorm Abbrechen, denn Jella und Yannick, aber auch die meisten der Antagonist*innen, sind unsympathisch, man möchte sie unentwegt schütteln, wachrütteln und doch habe ich durchgehalten, um am Ende die Gewissheit zu erhalten, mit der die Autorin für‘s schmerzhafte Durchhalten belohnt!

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Eine außergewöhnliche Hass-Liebe

Die Frauen hinter der Tür
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Ambivalente Mutter-Tochter-Beziehungen ziehen mich magisch an. Diese, gespickt mit den Aspekten der häuslichen Gewalt, Alkoholsucht, Missbrauch etc., hat in mir große Erwartungen geschürt.

Diese wurden ...

Ambivalente Mutter-Tochter-Beziehungen ziehen mich magisch an. Diese, gespickt mit den Aspekten der häuslichen Gewalt, Alkoholsucht, Missbrauch etc., hat in mir große Erwartungen geschürt.

Diese wurden zum Teil leider nicht ganz erfüllt. Der Erzählstil ist außergewöhnlich und experimentell, er erfordert das stete Dran- und Konzentriertbleiben, um der Geschichte überhaupt folgen zu können.
Im ersten Teil entwickelt sich die Geschichte mit enorm gedrosselter Geschwindigkeit, vieles mäandert vor sich hin.
Im zweiten Teil, welcher viel dialogintensiver ist, erfahren wir hingegen viele erschreckende Begebenheiten, die die wenig liebevolle Beziehung zwischen Mutter und Tochter in ein anderes Licht rückt..

Die Charakterdarstellung der beiden ist vom Autoren erschreckend unsympathisch, lieblos und grob gewählt. Man erschaudert beim Lesen anhand ihrer Geringschätzung füreinander. Diese wird zwar erklärt anhand der Retrospektiven und der sich von Generation zu Generation weitergegebenen Traumata, aber zugunsten von Paula und Nicola fallen diese dennoch nicht aus.

Mich persönlich hat das sehr lose und abrupte Ende gestört, das nahezu alles offen lässt.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Anders als erwartet

Das Gehöft
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'Das Gehöft' von Leo Brandt hinterlässt bei mir einen gemischten Eindruck und bewegt sich für mich insgesamt im soliden Mittelfeld.
Besonders überraschend für mich, da ich schon einige Krimis vom Autoren ...

'Das Gehöft' von Leo Brandt hinterlässt bei mir einen gemischten Eindruck und bewegt sich für mich insgesamt im soliden Mittelfeld.
Besonders überraschend für mich, da ich schon einige Krimis vom Autoren gelesen habe, die mich sehr wohl überzeugt haben. (Hinweis: die Krimis sind unter anderem Namen erschienen.)

Atmosphärisch gelingt es dem Roman durchaus, eine dichte und teilweise beklemmende, unheilvolle Stimmung aufzubauen, die mir gut gefallen hat. Die Beschreibungen des abgelegenen Schauplatzes sind anschaulich und tragen dazu bei, dass ich mich als Leserin gut in die Szenerie hineinversetzen kAuch die Grundidee der Geschichte ist interessant und verspricht eigentlich viel Spannung.

Leider wird dieses Potenzial meiner Meinung nach nicht vollständig ausgeschöpft – vor allem wegen der wenig überzeugenden Charaktere.
Viele Figuren bleiben überraschend blass und wirken eher wie Mittel zum Zweck, um die Handlung voranzutreiben, statt wie echte, greifbare Menschen.
Ihre Motive sind oft nur oberflächlich ausgearbeitet, und ihr Verhalten erscheint teilweise sprunghaft und im Gesamten nicht ganz nachvollziehbar. Da für mich persönlich die Protagonist*innen immer die tragende Säule eines Buches sind, schwächt diese Tatsache den Gesamteindruck immens.

Ich kehre dennoch gerne zu den Krimis des Autors zurück.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

In weiten Teilen wird leider Potenzial verschenkt…

Das Ende vom Lied
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Michael Wildenhains Roman 'Das Ende vom Lied' überzeugt zunächst mit einer dichten Atmosphäre und einem Gespür für den damaligen Zeitgeist, den ich selbst nur aus ähnlichen Erzählungen kenne.

Der Autor ...

Michael Wildenhains Roman 'Das Ende vom Lied' überzeugt zunächst mit einer dichten Atmosphäre und einem Gespür für den damaligen Zeitgeist, den ich selbst nur aus ähnlichen Erzählungen kenne.

Der Autor schafft es, Szenen eindringlich zu schildern und seinen Charakteren eine glaubwürdige innere Zerrissenheit zu verleihen. Gerade die ruhigen, beobachtenden Passagen gehören zu den stärkeren Momenten des Buches.

Allerdings wirkt die Handlung über weite Strecken mäandernd. Es werden zahlreiche Themen, Konflikte und Nebenschauplätze angedeutet, die durchaus spannend sein könnten – doch viele davon bleiben letztlich unaufgelöst. Mehrere Erzählstränge werden eingeführt, ohne dass sie am Ende wirklich zusammengeführt oder konsequent zu Ende erzählt werden. Dadurch entsteht der Eindruck, dass wichtige Entwicklungen nur an der Oberfläche tangiert werden, anstatt sich zu einem Gesamtbild zu fügen.

Gerade gegen Ende macht sich diese Schwäche besonders bemerkbar. Statt eines klaren erzählerischen Abschlusses bleiben viele Fragen offen, was möglicherweise als Sprungbrett in den Nachfolge-Band dienen soll, dem jetzigen Roman aber meines Erachtens keinen guten Dienst erweist.

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