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Veröffentlicht am 17.07.2017

Der Tod geht um in Oberammergau ...

Die Henkerstochter und das Spiel des Todes (Die Henkerstochter-Saga 6)
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Zum ersten Mal in dieser schönen Reihe konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen. Vielleicht ist es beim geschriebenen Buch anders aber beim Hörbuch war ich doch oft verwirrt durch die vielen verschiedenen ...

Zum ersten Mal in dieser schönen Reihe konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen. Vielleicht ist es beim geschriebenen Buch anders aber beim Hörbuch war ich doch oft verwirrt durch die vielen verschiedenen „Baustellen“. Man musste sich schon sehr konzentrieren, um die Handlungsstränge letztendlich zu einer runden Story werden zu lassen. Outen möchte ich mich aber an dieser Stelle als Fan der ersten Stunde, und so konnte ich mir natürlich auch diesen sechsten Teil nicht entgehen lassen. Der stimmungsvolle Sprecher Johannes Steck macht die Hörbücher immer wieder zum reinen Hörvergnügen.
Auch diesmal sind sie wieder voll eingespannt, der Henker Kuisl und sein Schwiegersohn, der Bader Simon. Doch nicht nur die Beiden hat es getroffen. Kuisls jüngste Tochter Barbara wird der Hexerei bezichtigt und Tochter Magdalena macht sich auf dem Weg nach Oberammergau um Hilfe vom Vater zu holen. Wird sie es rechtzeitig schaffen? …

Was mir an dieser Reihe besonders gut gefällt ist die Entwicklung der einzelnen Charaktere, die mir mit Jacob und seiner Frau sowie der Tochter Magdalena und den jüngeren Zwillingen Barbara und Georg im Jahr 1659 zum ersten Mal begegneten. Über zehn Jahre durfte ich sie nun schon begleiten. Während Magdalena, die inzwischen verheiratet ist und Kinder hat, die Vernünftige ist, bleibt ihre Schwester Barbara ein Wildfang und hat schon lange angefangen, den jungen Männern links und rechts den Kopf zu verdrehen. Aus so manch brenzligen Situation musste sie ihre Familie inzwischen befreien. Ihr Zwillingsbruder Georg hat sich von der Familie losgesagt und wohnt und arbeitet inzwischen bei seinem Onkel in Bamberg. Das Oberhaupt der Familie, der Henker Jakob – zwischenzeitlich von Magdalena und Simon zum mehrfachen Großvater gemacht, hat vor einigen Jahren seine geliebte Ehefrau verloren. Fast scheint es als wäre damit auch sein Lebensmut entschwunden. Magdalena und ihre Schwester arbeiten hart daran, ihn wieder auf die rechte Spur zu führen. Die Ermittlung in der fremden Stadt kommt da wie gerufen. Er wird wieder gebraucht! Mögen wir noch viele weitere Fälle mit ihm lösen und noch so manches Abenteuer mit der Familie Kuisl bestehen.

Veröffentlicht am 27.03.2026

Was wissen Sie über die griechischen Royals?

Die vergessene Prinzessin
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Über „Die vergessene Prinzessin“ wusste ich bis zu diesem Buch tatsächlich recht wenig. Auch ich kannte sie – wie viele andere auch – lediglich als Mutter von Prinz Philipp und hatte so am Rande mal gehört, ...

Über „Die vergessene Prinzessin“ wusste ich bis zu diesem Buch tatsächlich recht wenig. Auch ich kannte sie – wie viele andere auch – lediglich als Mutter von Prinz Philipp und hatte so am Rande mal gehört, dass sie zeitweise „wegesperrt“ wurde und ihr Leben schließlich als Nonne fristete. Mit dem Roman wollte ich ein wenig Licht in dieses Dunkel bringen und begab mich voller Vorfreude auf diese Lesereise.

Die Reise beginnt mit Alices Geburt im Jahr 1902. Während sie mit Schönheit gesegnet ist, müssen ihre Eltern bald feststellen, dass das arme Mädchen nichts hören kann. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und lernt dafür umso emsiger, kann bald allein durch Lippen lesen mehrere Sprachen verstehen und auch sprechen. Als sie sich schließlich in den griechischen Prinzen Andreas verliebt, der sie bald darauf ehelicht und auf Händen trägt, scheint ihrem Glück nichts mehr im Weg zu stehen. Bald schon scharren die Beiden eine kleine Kinderschar um sich, doch in königlichen Palästen scheint die Tage wenig Freude an der Tagesordnung zu sein. Bald trüben Kriege und Konflikte das Familienglück und während Andreas versucht, das Land zu retten, kämpft Alice unermüdlich an der Heimatfront und kümmert sich um Kriegsopfer jeglicher Art. Kann ihr Familienleben diese Zerreißprobe bestehen?

Während ich normalerweise ein großer Fan der Bücher von Eva-Maria Bast bin, kam ich leider mit der vergessenen Prinzessin weniger gut zurecht. Vieles erschien beinahe unglaubwürdig … kein Mensch ist immer stark und jemand der nicht hören kann, kann meines Erachtens auch nicht ausschließlich perfekte Unterhaltungen führen, als wäre alles gesundheitlich ganz normal. Leider bricht dann der Informationsfluss an einer für mich wichtigen Stelle ab und Alices späteres Leben wird nur noch kurz angerissen. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr Tiefgang gewünscht und hätte sie auch später gerne noch weiterbegleitet. Die griechische Geschichte hat mich fasziniert, darüber wusste ich bis jetzt sehr wenig, der Roman als Ganzes hat mich aber leider ein wenig enttäuscht, so dass ich hier diesmal nur drei von fünf Sternen vergeben möchte. Die Bücher der Autorin werden aber weiterhin Beachtung bei mir finden und ich freue mich schon auf ihren Roman „Miss Bly und die Wette gegen Jules Verne“, den ihr demnächst auf meiner Leseliste finden werdet …

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Die Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit ...

Immergrün
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Bedingt durch die beschriebene Reise über Litauen, Israel und Deutschland war ich sehr neugierig auf dieses Buch geworden, hatte ich doch das Glück selbst schon einmal Litauen als auch Israel bereisen ...

Bedingt durch die beschriebene Reise über Litauen, Israel und Deutschland war ich sehr neugierig auf dieses Buch geworden, hatte ich doch das Glück selbst schon einmal Litauen als auch Israel bereisen zu dürfen.

Nun freute ich mich umso mehr in dem biografischen Roman „Immergrün“ diese Ziele mit Ruth erkunden zu dürfen, Ruth, die die Urnen ihrer Mutter und Großmutter bei ihrer Reise im Gepäck hat. Beide Frauen hatten den Wunsch geäußert in ihrer litauischen Heimat beerdigt zu werden, also mache ich mich bereit auf diese einzigartige Erinnerungsreise. Ich erfahre, wie Ruths Familie damals von Litauen nach Israel geflohen ist und bewundere sie dafür, dass sie trotz aller Widrigkeiten in der neuen Heimat klarkommen, auch ohne die Sprache zu sprechen und die Gepflogenheiten zu kennen.

Gefreut hatte ich mich eigentlich auf eine mehr oder weniger typische Familiengeschichte und war dann doch ein wenig überrascht, dass es eher eine Art Aneinanderreihung von Erinnerungen ist, die mich leider nicht ganz erreichen konnte. Ich empfand den Schreibstil als ein wenig distanziert und hätte mir mehr Nähe zu den Protagonisten gewünscht.

Während mir der Grundgedanke sehr gut gefallen hat, scheitert es für mich ein wenig an der Umsetzung … schade. Ich vergebe deshalb nur drei von fünf möglichen Sternen und wünsche der Autorin natürlich dennoch viele Erfolg mit ihrem Roman. Ein Buch zu schreiben, entlockt mir persönlich immer viel Ehrfurcht und Bewunderung. Deshalb vielen Dank, liebe Frau Olshan, für ihre Geschichte „Immergrün“, die mir durchaus auch einige sehr schöne Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 17.02.2026

Dieses Buch konnte mich leider nicht ganz überzeugen ...

Fünf Fremde
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Ein schreckliches Ereignis überschattet den Sommer 1995 auf einer einsamen Wattinsel. Zwei Jugendliche verschwinden in der Nacht vor ihrer Heimreise nach dem Schullandheim Aufenthalt. Was war geschehen? ...

Ein schreckliches Ereignis überschattet den Sommer 1995 auf einer einsamen Wattinsel. Zwei Jugendliche verschwinden in der Nacht vor ihrer Heimreise nach dem Schullandheim Aufenthalt. Was war geschehen? Wo sind sie abgeblieben?
Im zweiten Abschnitt begeben wir uns lesetechnisch dreißig Jahre in die Zukunft, genauer gesagt in den Herbst 2025. Ich finde mich auf der Fähre wieder, die die Insel Neuwerk im Hamburgischen Wattenmeer ansteuert. Fünf Menschen begeben sich auf die Insel, unter ihnen eine Polizistin, deren Mutter auf Neuwerk lebt und nicht mehr allein gelassen werden kann, eine Journalistin sowie der Meteorologe Mats, der damals im Jahr 1995 dabei war. Was verbindet die Fünf, was oder wer hat ihre ungewollte Wiedervereinigung herbeigerufen?
Kurze Kapitel – mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit – schleusen mich durch das Buch und seine Geschichte. Nicht nur menschlich braut sich ein gefährlicher Sturm zusammen, sondern auch wettertechnisch geht es bald zur Sache. Die Autorin schafft es ganz wunderbar, den aufkommenden Orkan in lebendige Worte zu fassen, so dass ich beim Lesen bald das Gefühl bekam, mitten in einem Windkanal zu stehen. Leider gelingt ihr dieses Kunststück nicht so ganz bei den Protagonisten. Während sich die Ereignisse bald überschlagen, hatte ich beim Lesen das Gefühl, weniger wäre mehr gewesen. Einige Logikfehler bremsten zudem meinen Lesefluss und so kann ich hier leider nicht ganz die Bestnote vergeben, obwohl ich weiß, dass Romy Fölck durchaus fesselnde Kriminalromane schreiben kann. Von mir gibt es hier drei Sterne und nur eine bedingte Empfehlung. Dennoch wünsche ich der Autorin viel, viel Erfolg mit ihrem Thriller. Viele der bereits platzierten Bewertungen sind ja sehr euphorisch, aber so sind eben die Geschmäcker verschieden.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 10.02.2026

Das soll's gewesen sein?

Die Liebe, später
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Als ich den Klappentext dieses neuen Romans der Autorin Gisa Klönne – deren Bücher ich übrigens sehr schätze – las, dachte ich sofort, das könnte ein perfektes Buch für mich werden. Wir alle drei – die ...

Als ich den Klappentext dieses neuen Romans der Autorin Gisa Klönne – deren Bücher ich übrigens sehr schätze – las, dachte ich sofort, das könnte ein perfektes Buch für mich werden. Wir alle drei – die Autorin, die Protagonistin und ich – sind in etwa im gleichen Alter und könnten eventuell auch ähnliche Interessen vertreten, vielleicht sogar versuchen, ähnliche Problem zu verarbeiten? So ließ ich mich dann auch gerne auf Kora ein, die seit etwa 20 Jahren mit ihrem Mann Anselm verheiratet und dabei glücklich zu sein scheint. Doch als ihr Mann mehr als zufrieden seinen Ruhestand antritt, scheint in ihr etwas Großes losgetreten worden zu sein. Nach ihrer komplizierten Herzoperation, die sie gerade ziemlich erfolgreich überstanden hat, fühlt sie sich noch keineswegs bereits, diesen letzten Schritt in ihrer professionellen Laufbahn anzutreten. Ihr Arbeitgeber sieht dies anders und legt ihr einen Rücktritt nahe. Ohne richtig mit ihrem Mann darüber zu reden, stürzt sich Kora daraufhin in eine Suche nach dem Sinn ihres weiteren Lebens. Hier wäre meines Erachtens nach eine bessere Kommunikation zwischen ihr und Anselm von Vorteil gewesen …

Wie schon geschrieben, hätte dieses Buch perfekt für mich sein können aber so ganz warm wurde ich nicht mit der Geschichte. Ich konnte mich beim Lesen schwer in Kora reinversetzen. Während ich durchaus verstehen kann, dass man sich nochmal selbst finden und die Abschiebung auf das „Altenteil“ nicht sang- und klanglos hinnehmen will, kann ich nicht verstehen, warum man dafür alles bisher beziehungsmäßig Erarbeitete so leichtfertig in den Wind schießt. Hat man denn in den letzten zwanzig Jahren nicht gelernt, dass gute Kommunikation das A und O einer Ehe ist? Dass Anselm dann auch auszubrechen versucht, habe ich bis zu einem gewissen Grad verstanden, aber beide Protagonisten haben meine Leselust mit ihren „Eskapaden“ nicht wirklich gefördert. Der Roman behandelt ein wichtiges Thema, für viele sicher auch genau so nachvollziehbar, mich hat es leider in nicht abgeholt. Von mir gibt es für „Die Liebe, später“ drei von fünf Sternen. Der talentierten und sehr erfolgreichen Autorin Gisa Klönne halte ich natürlich die Treue. Bei so vielen veröffentlichten Romanen ihrerseits kann es ja durchaus mal vorkommen, dass Autorin und Leserin nicht Auge in Auge sehen.