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Veröffentlicht am 04.10.2025

Fressen oder Gefressen werden!

Hustle
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Der neueste Roman der Autorin und Journalistin Julia Bähr setzt bereits mit seinem Titel ein klares Statement. Im Deutschen steht „hustle“ für starke Anstrengungen, die jemand unternimmt, um Ziele zu erreichen, ...

Der neueste Roman der Autorin und Journalistin Julia Bähr setzt bereits mit seinem Titel ein klares Statement. Im Deutschen steht „hustle“ für starke Anstrengungen, die jemand unternimmt, um Ziele zu erreichen, aber auch für eine negative Konnotation im Sinne von „illegale Machenschaften“. Genau dieser Doppeldeutigkeit konnte ich mich nicht entziehen – sie hat mich sofort angesprochen. Ähnlich erging es mir mit dem Cover: Die junge Frau darauf zieht die Augenbraue leicht süffisant hoch, wirkt dabei etwas distanziert und trotzdem interessiert.


Leonie ist eine junge, lebendige Frau anfang dreißig. Doch ihr Leben gerät bereits ins Wanken. Ihren verhassten Job und den tyrannischen Chef will sie endgültig hinter sich lassen und das tut sie filmreif mit einer frechen Racheaktion. Diese bleibt nicht ohne Folgen, sodass sie ihren Wahlberuf nicht weiter ausüben kann. Nachdem sie es in ihrem alten Kinderzimmer und bei den ständig streitenden Eltern in Bocholt nicht mehr aushält, braucht sie eine Veränderung.
Sie beginnt neu in München, einer Stadt, in der man nur mit ausreichenden finanziellen Rücklagen wirklich überleben kann. Schon bald wird ihr klar, dass selbst ihr neuer Job nicht ausreicht, um in München (gut) leben zu können.
Zu ihrem Glück findet sie Anschluss bei drei Frauen, die scheinbar genau wissen, wie sie sich ihren gewünschten Lebensstil dennoch ermöglichen können.
„Wenn Dreistigkeit und Tricksen zum Münchner Lokalkolorit gehörten, dachte Leonie, konnte sie hier noch einiges lernen.“ (Seite 131)
Dass Leonie gerne und bewusst gesellschaftliche sowie rechtliche Grenzen überschreitet, erweist sich nun endlich als klarer Vorteil.

Was ich an „Hustle“ besonders mochte, waren die sozialkritischen Einschübe. Städte wie München, Düsseldorf oder Hamburg werden zunehmend unbezahlbar.
Halbwegs bezahlbare Wohnungen sind häufig stark renovierungsbedürftig, mit Schimmel befallen und müssen oft mit mehreren Mitbewohnern – menschlicher und tierischer Art, wie etwa Kakerlaken – geteilt werden.
Kleine, inhabergeführte Geschäfte verschwinden immer mehr.
Die Gentrifizierung, der Prozess, bei dem durch die Aufwertung ganzer Wohnviertel immer mehr einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen durch wohlhabendere Bewohner verdrängt werden nimmt immer mehr zu.
Die Autorin schafft es, diese schweren und zermürbenden Themen gekonnt einzuflechten und durch ihren leichten, sarkastischen Schreibstil besonders hervorzuheben.
„Wir leben in einer Stadt, in der Menschen mit normalen Jobs die Lebenserhaltungskosten nicht decken können. Und politisch interessiert das niemanden. Da ist Klauen doch für viele die einzige Lösung.“ (Seite 121)


Der Einstieg ins Buch fiel mir jedoch schwer, da mir die gewählte Erzählweise nicht vollständig zusagte. Für ein intensiveres Leseerlebnis hätte ich die Ich-Erzähler-Perspektive bevorzugt, da ich so eine engere Verbindung zu Leonie gehabt hätte. Dadurch wirkte sie auf mich noch etwas distanziert.
Dies stellt vermutlich auch die größte Schwäche des Romans dar: Die Figuren bleiben oberflächlich, klischeehaft und gefangen in stereotypen Rollen. Hier hätte ich mir deutlich mehr Charaktertiefe gewünscht. Leonie und ihre Freundinnen handeln zwar mutig und unkonventionell, doch eine tiefere psychologische Ausarbeitung hätte ihnen mehr Ausdruckskraft ebenso wie Mehrschichtigkeit verliehen und die Erzählung insgesamt bereichert.


Mein Fazit bleibt daher ein durchwachsenes.
Julia Bährs Roman „Hustle“ verbindet prekäre gesellschaftskritische Themen mit einer freche Hauptfigur. Allerdings blieb mir trotz der vielversprechenden Ansätze die Charakterzeichnung zu oberflächlich, was der Geschichte etwas an Tiefe nimmt.
Dennoch besticht der Roman durch seinen sarkastischen Ton und seinen scharfen Blick auf das Leben in Großstädten. Das Erzähltempo ist stets flüssig und durch die kurzen Kapitel auch zügig, sodass die Handlung lebendig bleibt und die verschiedenen Themen geschickt miteinander verflochten werden
Es bleibt den Lesenden überlassen, ob sie über diese Schwächen hinwegsehen können.

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Ein Loblied auf heiße Tage im Schwimmbad

Seemann vom Siebener
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Mit „Seemann vom Siebener“ lässt Arno Frank einen flirrend heißen Sommertag für uns entstehen, der alles enthält was ein Besuch im Schwimmbad zu bieten hat – die große Liebe, Eifersucht, unerfüllte Hoffnungen, ...

Mit „Seemann vom Siebener“ lässt Arno Frank einen flirrend heißen Sommertag für uns entstehen, der alles enthält was ein Besuch im Schwimmbad zu bieten hat – die große Liebe, Eifersucht, unerfüllte Hoffnungen, Leben und Tod. Das Ganze garniert mit Gerüchen nach Chlor, Sonnenmilch, Pommes und Eiscreme.

In diesem Setting treten abwechselnd verschiedene Protagonisten auf, die die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen und vorantreiben. Da ist zum Beispiel der alternde Bademeister Kiontke, der sich einem vergangenen Trauma nicht stellen will. Isobel, die Witwe des Begründers des Schwimmbades, welche immer mehr Realität und Erinnerungen vermischt.
Josefine, die lieber diesen heißen Tag im Schwimmbad aussitzt, als sich mit der nahenden Beerdigung ihres Mannes zu beschäftigen, Lennart, der in sein altes Heimatdorf zurückkehrt, vielleicht auch um zu sich selbst wieder zu finden. Melanie, eine lebensfrohe Kindergärtnerin, die mit ihrer Gruppe das Seepferdchen absolvieren will. Dabei sind allein in ihrer kleinen Rasselbande einige schon sehr interessante Charaktere. Aber am Mysteriösesten ist sicherlich das Mädchen ohne Namen und ihr Bruder. Warum will sie unbedingt den Seemann vom Siebener Sprungturm wagen? Welches Schicksal treibt sie um?

Der Autor lässt allmählich die Akteure auftreten und entfaltet langsam ihre Geschichten. Dadurch entsteht aus den einzelnen Fragmenten, ein gemeinsamer, überschneidender Handlungsstrang, der alles miteinander verbindet.
Jeder trägt sein eigenes Päckchen, mal unsichtbar, mal sichtbarer vor sich her.
An diesen letzten, heißen Sommertag scheinen viele Stränge endlich zu einen Abschluss kommen zu können. Vieles bleibt am Ende aber auch sehr vage und den Lesenden überlassen es zu interpretieren.
Die Handlung schlägt immer wieder Bögen, indem sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder den Akteuren wechselt.
Dabei kann sich der Plot schnell in kleineren Nebenschauplätzen vergehen. Das kann zuweilen etwas anstrengend sein, weil so leicht die einzelnen Charaktere durcheinander gebracht werden und ein stringenter Lesefluss etwas eingetrübt ist.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, darüber hinaus aufmerksam liest, findet immer wieder kleine, wiederkehrende Anspielungen, die das Lesen interessanter machen.

Der „Seemann vom Siebener“ ist ein netter Einstieg für die kommende Sommerzeit und ein Loblied für diese Art Freizeitgestaltung. Die wirklich sympathischen Figuren sowie die leichte Sprache machen es zu einer tollen Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Zerbrechliche Salzvisionen

Träume aus Salz
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Als ich erfuhr, dass die deutsche Autorin Anika Landsteiner, bekannt für ihre Romane, die sich mit Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen, persönlichen Herausforderungen und Selbstfindung befassen, ...

Als ich erfuhr, dass die deutsche Autorin Anika Landsteiner, bekannt für ihre Romane, die sich mit Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen, persönlichen Herausforderungen und Selbstfindung befassen, ein neues Werk veröffentlicht hat, war ich sehr erfreut.
Ihr Roman „So wie du mich kennst“ hatte mich damals tief bewegt, da es mit tiefgründigen Charakteren und emotionaler Tiefe punkten konnte.

Doch worum geht es in ihrem neuesten Buch „Träume aus Salz“?
Das junge Paar Flo und Matty, noch frisch in der Honeymoon-Phase ihrer Beziehung, verbringt ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel, fernab vom trubeligen Massentourismus. Was anfangs wie ein traumhafter, sorgenfreier Urlaub wirkt, bekommt jedoch bald Risse. Spätestens als sie auf die mysteriöse Griechin Sofia treffen, die Tarotkarten legt und die Zukunft lesen kann, gerät die Situation aus dem Ruder. Zwischen den drei entsteht eine unerklärliche, beinahe magische Anziehungskraft, die alte Wunden aufreißt und Wünsche neu ordnet.
Die Autorin hat es von den ersten Seiten an geschafft, mich mit den drei Protagonisten auf die Insel zu entführen. Ich konnte fast die Wärme der Sonne auf meiner Haut spüren und hatte das dringende Bedürfnis, meine Abende ebenfalls in einer Bar am Meer bei einem guten Essen ausklingen zu lassen.
Durch ihren wirklich schönen und stellenweise poetischen Schreibstil war das wunderbar leicht möglich. Die Geschichte wechselt dabei immer wieder die Perspektive zwischen Sofia und Flo, was beiden Frauen mehr Raum gibt und ihre Vergangenheit näher beleuchtet.

Leider waren dies die positivsten Aspekte für mich im Roman.
Während Frau Landsteiner mich mit der Tiefe und Bandbreite ihrer Figuren in früheren Werken überzeugen konnte, fehlte es mir hier deutlich an einem roten Faden.
Matty, Sofia und allen voran Flo blieben bis zum Ende für mich nicht wirklich greifbar. Ich hatte das Gefühl, sie hinter einem dicken Glas zu beobachten – wie bei einem Tauchgang im Tiefseeboot.
Das Mystische, insbesondere die Anklänge an griechische Sagen und das Tarotlegen, fand ich anfangs durchaus spannend. Doch immer wieder ertappte ich mich dabei, nachzuschlagen, um zu verstehen, was genau dahintersteckt. Leider blieb die Autorin in dieser Hinsicht zu vage. Ein Glossar hätte hier Abhilfe geschaffen, sodass die Lesenden nicht gezwungen gewesen wären, entweder Dinge hinzunehmen, die sie nicht verstehen, oder sich das Wissen mühselig selbst anzueignen.
Das hat mich immer wieder aus der schönen Immersion der Geschichte herausgerissen.

Auch das Grundkonzept der Story blieb mir zu angeschnitten und nicht wirklich ausgearbeitet. Bis zum Ende hoffte ich auf einen Aha-Momente.
Was das Cover betrifft, so ist es in seiner schlichten, aber dennoch atmosphärischen Gestaltung gut auf das Buch abgestimmt. Es zeigt ein Frauengesicht, das teilweise hinter Seifenblasen verborgen ist. Und genau so fühlte sich die Geschichte für mich an: schimmernd, aber fragil und nicht wirklich greifbar.

Insgesamt bleibt „Träume aus Salz“ hinter meinen persönlichen Erwartungen zurück. Es ist ein solider Roman, der vor allem für Leser*innen geeignet ist, die nach einer introspektiven Erzählung suchen und keine schnelle Auflösung erwarten.
Die Kraft von Landsteiners Sprache und der emotionale Kern der Geschichte sind durchaus bemerkenswert – auch wenn sie mich nicht immer vollständig überzeugen konnten.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Wenn der Traum vom Smart Home zum Albtraum wird.

Der Tower
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Evar Leon Menger, bekannt für seine Hörspielserien wie „Monster 1983“ und „Ghostbox“, schreibt seit 2022 erfolgreich auch Thriller. Sein aktueller Roman ist „Der Tower“. Schon das recht simple Cover in ...

Evar Leon Menger, bekannt für seine Hörspielserien wie „Monster 1983“ und „Ghostbox“, schreibt seit 2022 erfolgreich auch Thriller. Sein aktueller Roman ist „Der Tower“. Schon das recht simple Cover in einem schreienden Pink und der großformatige Titel lassen erahnen, dass es sich hier um einen Thriller handelt.

Doch worum geht es eigentlich?
Novas Leben ist gerade völlig aus der Bahn geraten: Aus ihrem Traumjob bei einer Galerie gekündigt, ihr Freund hat sie betrogen und sie wurde kurzerhand aus ihrer Wohnung geworfen. Völlig panisch und ein wenig planlos versucht Nova, eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu finden – leichter gesagt als getan in einer Millionenstadt wie Berlin.
Als sie dann ganz plötzlich die Zusage für ein Jahr kostenloses Wohnen im hochmodernen Pramtower bekommt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Eine luxuriöse Wohnung, eine KI, die praktisch jeden Wunsch erfüllen kann, ein spektakulärer Ausblick und das Ganze völlig kostenlos – fast zu gut, um wahr zu sein.
Was wie ein technischer Luxus-Traum beginnt, entwickelt sich schnell in eine beklemmende Situation. Denn hinter den glänzenden Fassaden des Towers scheint längst nicht alles so perfekt zu sein, wie es auf den ersten Blick wirkt.

Soweit zur Handlung, doch wie schlägt sich der Roman in der Umsetzung?
Mir hat der schnelle und leicht zugängliche Schreibstil gefallen. Die Kapitel sind relativ kurz, sodass schnell Fahrt in die Geschichte kommt. Auch das Oberthema – die Abhängigkeit von modernen Medien, KI und ihrer möglichen Zweckentfremdung – fand ich sehr spannend. Für mich persönlich hätte es allerdings gerne noch etwas stärker hinterfragt werden dürfen.
Leider hat mir Nova als Protagonistin nicht besonders gefallen. Sie agiert oft naiv und planlos, um im nächsten Moment wieder völlig abgebrüht durch Berlin zu laufen. Dadurch wirkte ihr Verhalten auf mich teilweise widersprüchlich und ich konnte ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehen. Auch fehlte mir streckenweise ein passender Gegenpart oder ein geeigneter Mitspieler für Nova. Den Nebenfiguren fehlt es an Tiefe und an einer eigenen Storyline.
Das hätte dem im Grunde interessanten Grundkonzept mehr Würze verliehen und den Spannungsbogen zusätzlich gestärkt.

„Der Tower“ punktet mit einer interessanten Grundidee, einem aktuellen Thema und einem sehr flüssigen Schreibstil. Trotz einiger spannender Ansätze konnten mich jedoch vor allem die Figuren nicht vollständig überzeugen. Wer einen schnell lesbaren Thriller mit moderner Thematik sucht, könnte hier dennoch auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Schöner Einstieg in die Gartenwelt mit kleinen Schwächen.

Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten
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Wer kennt das nicht? Der Winter zieht sich langsam zurück und die ersten Vorboten des Frühlings lassen sich schon blicken. Der ein oder andere bekommt dann auch direkt Lust, sich im Garten etwas zu betätigen. ...

Wer kennt das nicht? Der Winter zieht sich langsam zurück und die ersten Vorboten des Frühlings lassen sich schon blicken. Der ein oder andere bekommt dann auch direkt Lust, sich im Garten etwas zu betätigen. Und da kommt die Influencerin Svenja Breuer ins Spiel. Unter dem Account „designablehome“ gibt sie schon seit einigen Jahren regelmäßig interessante Gartentipps rund um verschiedene Blumen, hilfreiche Pflegetipps und auch immer wieder schöne Dekorationsideen.
Mit viel Liebe zum Detail inspiriert sie ihre Community und teilt ihre Erfahrungen aus dem Gartenalltag.

Jetzt hat Svenja Breuer ihr erstes Buch veröffentlicht.
„Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten“ ist ein klar strukturierter Ratgeber, der unter anderem grundlegende Themen, Aussaat-Tabellen sowie Pflanz- und Pflegepläne erklärt. In einfachen Worten werden der gärtnernden Leserschaft Pflanzenporträts und praktische To-Do-Tipps nähergebracht.
Besonders schön fand ich dabei, dass sie sehr bemüht ist, einen harmonischen Garten zu kreieren, der insektenfreundliche Blumen und pflegeleichtes Gemüse miteinander verbindet – ohne das eines zu kurz kommt.

Für mich persönlich muss ich jedoch sagen, dass mir die Gestaltung der Bilder im Buch selbst nicht ganz zugesagt hat. Bei dem ansprechenden Cover, auf dem Svenja Breuer fröhlich in ihrem blühenden Garten steht und von einem pastelligen Rahmen umgeben ist, hatte ich mich auf eine ebenso schlichte, aber informative Gestaltung im Inneren gefreut. Leider dienen viele Bilder eher dekorativen als informativen Zwecken und wirken teilweise nicht wirklich professionell aufgenommen, da der Fokus einzelner Bilder nicht ganz stimmig zum Gesamtbild erscheint. Gefühlt findet sich auf jeder zweiten Seite mindestens ein Bild der Autorin im Garten, auf dem sie fröhlich in die Kamera lächelt – wobei sich mir persönlich der konkrete Mehrwert nicht immer erschließt.
Was ich außerdem schade finde, ist, dass die Struktur und Gestaltung eher an eine rein weibliche Leserschaft scheinbar richtet.

Insgesamt denke ich, dass sich Gartenneulinge hier sicherlich den ein oder anderen guten Tipp holen können. Wer bereits viel Gartenerfahrung hat und stark ins Detail gehen möchte, könnte sich an manchen Stellen etwas mehr Hintergrundwissen oder botanische Tiefe wünschen.

Mein Resümee:
Für Einsteiger empfehlenswert, für erfahrene Gärtner eher eine leichte Lektüre.
Ich selbst freue mich über die ganzen Tipps und Erfahrungen zu Dahlien. Bisher habe ich mich nicht wirklich an diese schönen Blumen herangetraut, aber dank Svenja Breuer wage ich dieses Jahr den Versuch damit.
Alles in allem ein solider Ratgeber mit wertvollen Impulsen – genau das, was ich mir für Einsteiger erhofft hatte, auch wenn mir die Bildgestaltung nicht immer gefallen hat.

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