Profilbild von SueWid

SueWid

Lesejury Profi
offline

SueWid ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SueWid über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2026

Zerbrechliche Salzvisionen

Träume aus Salz
0

Als ich erfuhr, dass die deutsche Autorin Anika Landsteiner, bekannt für ihre Romane, die sich mit Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen, persönlichen Herausforderungen und Selbstfindung befassen, ...

Als ich erfuhr, dass die deutsche Autorin Anika Landsteiner, bekannt für ihre Romane, die sich mit Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen, persönlichen Herausforderungen und Selbstfindung befassen, ein neues Werk veröffentlicht hat, war ich sehr erfreut.
Ihr Roman „So wie du mich kennst“ hatte mich damals tief bewegt, da es mit tiefgründigen Charakteren und emotionaler Tiefe punkten konnte.

Doch worum geht es in ihrem neuesten Buch „Träume aus Salz“?
Das junge Paar Flo und Matty, noch frisch in der Honeymoon-Phase ihrer Beziehung, verbringt ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel, fernab vom trubeligen Massentourismus. Was anfangs wie ein traumhafter, sorgenfreier Urlaub wirkt, bekommt jedoch bald Risse. Spätestens als sie auf die mysteriöse Griechin Sofia treffen, die Tarotkarten legt und die Zukunft lesen kann, gerät die Situation aus dem Ruder. Zwischen den drei entsteht eine unerklärliche, beinahe magische Anziehungskraft, die alte Wunden aufreißt und Wünsche neu ordnet.
Die Autorin hat es von den ersten Seiten an geschafft, mich mit den drei Protagonisten auf die Insel zu entführen. Ich konnte fast die Wärme der Sonne auf meiner Haut spüren und hatte das dringende Bedürfnis, meine Abende ebenfalls in einer Bar am Meer bei einem guten Essen ausklingen zu lassen.
Durch ihren wirklich schönen und stellenweise poetischen Schreibstil war das wunderbar leicht möglich. Die Geschichte wechselt dabei immer wieder die Perspektive zwischen Sofia und Flo, was beiden Frauen mehr Raum gibt und ihre Vergangenheit näher beleuchtet.

Leider waren dies die positivsten Aspekte für mich im Roman.
Während Frau Landsteiner mich mit der Tiefe und Bandbreite ihrer Figuren in früheren Werken überzeugen konnte, fehlte es mir hier deutlich an einem roten Faden.
Matty, Sofia und allen voran Flo blieben bis zum Ende für mich nicht wirklich greifbar. Ich hatte das Gefühl, sie hinter einem dicken Glas zu beobachten – wie bei einem Tauchgang im Tiefseeboot.
Das Mystische, insbesondere die Anklänge an griechische Sagen und das Tarotlegen, fand ich anfangs durchaus spannend. Doch immer wieder ertappte ich mich dabei, nachzuschlagen, um zu verstehen, was genau dahintersteckt. Leider blieb die Autorin in dieser Hinsicht zu vage. Ein Glossar hätte hier Abhilfe geschaffen, sodass die Lesenden nicht gezwungen gewesen wären, entweder Dinge hinzunehmen, die sie nicht verstehen, oder sich das Wissen mühselig selbst anzueignen.
Das hat mich immer wieder aus der schönen Immersion der Geschichte herausgerissen.

Auch das Grundkonzept der Story blieb mir zu angeschnitten und nicht wirklich ausgearbeitet. Bis zum Ende hoffte ich auf einen Aha-Momente.
Was das Cover betrifft, so ist es in seiner schlichten, aber dennoch atmosphärischen Gestaltung gut auf das Buch abgestimmt. Es zeigt ein Frauengesicht, das teilweise hinter Seifenblasen verborgen ist. Und genau so fühlte sich die Geschichte für mich an: schimmernd, aber fragil und nicht wirklich greifbar.

Insgesamt bleibt „Träume aus Salz“ hinter meinen persönlichen Erwartungen zurück. Es ist ein solider Roman, der vor allem für Leser*innen geeignet ist, die nach einer introspektiven Erzählung suchen und keine schnelle Auflösung erwarten.
Die Kraft von Landsteiners Sprache und der emotionale Kern der Geschichte sind durchaus bemerkenswert – auch wenn sie mich nicht immer vollständig überzeugen konnten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2026

Wenn der Traum vom Smart Home zum Albtraum wird.

Der Tower
0

Evar Leon Menger, bekannt für seine Hörspielserien wie „Monster 1983“ und „Ghostbox“, schreibt seit 2022 erfolgreich auch Thriller. Sein aktueller Roman ist „Der Tower“. Schon das recht simple Cover in ...

Evar Leon Menger, bekannt für seine Hörspielserien wie „Monster 1983“ und „Ghostbox“, schreibt seit 2022 erfolgreich auch Thriller. Sein aktueller Roman ist „Der Tower“. Schon das recht simple Cover in einem schreienden Pink und der großformatige Titel lassen erahnen, dass es sich hier um einen Thriller handelt.

Doch worum geht es eigentlich?
Novas Leben ist gerade völlig aus der Bahn geraten: Aus ihrem Traumjob bei einer Galerie gekündigt, ihr Freund hat sie betrogen und sie wurde kurzerhand aus ihrer Wohnung geworfen. Völlig panisch und ein wenig planlos versucht Nova, eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu finden – leichter gesagt als getan in einer Millionenstadt wie Berlin.
Als sie dann ganz plötzlich die Zusage für ein Jahr kostenloses Wohnen im hochmodernen Pramtower bekommt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Eine luxuriöse Wohnung, eine KI, die praktisch jeden Wunsch erfüllen kann, ein spektakulärer Ausblick und das Ganze völlig kostenlos – fast zu gut, um wahr zu sein.
Was wie ein technischer Luxus-Traum beginnt, entwickelt sich schnell in eine beklemmende Situation. Denn hinter den glänzenden Fassaden des Towers scheint längst nicht alles so perfekt zu sein, wie es auf den ersten Blick wirkt.

Soweit zur Handlung, doch wie schlägt sich der Roman in der Umsetzung?
Mir hat der schnelle und leicht zugängliche Schreibstil gefallen. Die Kapitel sind relativ kurz, sodass schnell Fahrt in die Geschichte kommt. Auch das Oberthema – die Abhängigkeit von modernen Medien, KI und ihrer möglichen Zweckentfremdung – fand ich sehr spannend. Für mich persönlich hätte es allerdings gerne noch etwas stärker hinterfragt werden dürfen.
Leider hat mir Nova als Protagonistin nicht besonders gefallen. Sie agiert oft naiv und planlos, um im nächsten Moment wieder völlig abgebrüht durch Berlin zu laufen. Dadurch wirkte ihr Verhalten auf mich teilweise widersprüchlich und ich konnte ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehen. Auch fehlte mir streckenweise ein passender Gegenpart oder ein geeigneter Mitspieler für Nova. Den Nebenfiguren fehlt es an Tiefe und an einer eigenen Storyline.
Das hätte dem im Grunde interessanten Grundkonzept mehr Würze verliehen und den Spannungsbogen zusätzlich gestärkt.

„Der Tower“ punktet mit einer interessanten Grundidee, einem aktuellen Thema und einem sehr flüssigen Schreibstil. Trotz einiger spannender Ansätze konnten mich jedoch vor allem die Figuren nicht vollständig überzeugen. Wer einen schnell lesbaren Thriller mit moderner Thematik sucht, könnte hier dennoch auf seine Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2026

Schöner Einstieg in die Gartenwelt mit kleinen Schwächen.

Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten
0

Wer kennt das nicht? Der Winter zieht sich langsam zurück und die ersten Vorboten des Frühlings lassen sich schon blicken. Der ein oder andere bekommt dann auch direkt Lust, sich im Garten etwas zu betätigen. ...

Wer kennt das nicht? Der Winter zieht sich langsam zurück und die ersten Vorboten des Frühlings lassen sich schon blicken. Der ein oder andere bekommt dann auch direkt Lust, sich im Garten etwas zu betätigen. Und da kommt die Influencerin Svenja Breuer ins Spiel. Unter dem Account „designablehome“ gibt sie schon seit einigen Jahren regelmäßig interessante Gartentipps rund um verschiedene Blumen, hilfreiche Pflegetipps und auch immer wieder schöne Dekorationsideen.
Mit viel Liebe zum Detail inspiriert sie ihre Community und teilt ihre Erfahrungen aus dem Gartenalltag.

Jetzt hat Svenja Breuer ihr erstes Buch veröffentlicht.
„Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten“ ist ein klar strukturierter Ratgeber, der unter anderem grundlegende Themen, Aussaat-Tabellen sowie Pflanz- und Pflegepläne erklärt. In einfachen Worten werden der gärtnernden Leserschaft Pflanzenporträts und praktische To-Do-Tipps nähergebracht.
Besonders schön fand ich dabei, dass sie sehr bemüht ist, einen harmonischen Garten zu kreieren, der insektenfreundliche Blumen und pflegeleichtes Gemüse miteinander verbindet – ohne das eines zu kurz kommt.

Für mich persönlich muss ich jedoch sagen, dass mir die Gestaltung der Bilder im Buch selbst nicht ganz zugesagt hat. Bei dem ansprechenden Cover, auf dem Svenja Breuer fröhlich in ihrem blühenden Garten steht und von einem pastelligen Rahmen umgeben ist, hatte ich mich auf eine ebenso schlichte, aber informative Gestaltung im Inneren gefreut. Leider dienen viele Bilder eher dekorativen als informativen Zwecken und wirken teilweise nicht wirklich professionell aufgenommen, da der Fokus einzelner Bilder nicht ganz stimmig zum Gesamtbild erscheint. Gefühlt findet sich auf jeder zweiten Seite mindestens ein Bild der Autorin im Garten, auf dem sie fröhlich in die Kamera lächelt – wobei sich mir persönlich der konkrete Mehrwert nicht immer erschließt.
Was ich außerdem schade finde, ist, dass die Struktur und Gestaltung eher an eine rein weibliche Leserschaft scheinbar richtet.

Insgesamt denke ich, dass sich Gartenneulinge hier sicherlich den ein oder anderen guten Tipp holen können. Wer bereits viel Gartenerfahrung hat und stark ins Detail gehen möchte, könnte sich an manchen Stellen etwas mehr Hintergrundwissen oder botanische Tiefe wünschen.

Mein Resümee:
Für Einsteiger empfehlenswert, für erfahrene Gärtner eher eine leichte Lektüre.
Ich selbst freue mich über die ganzen Tipps und Erfahrungen zu Dahlien. Bisher habe ich mich nicht wirklich an diese schönen Blumen herangetraut, aber dank Svenja Breuer wage ich dieses Jahr den Versuch damit.
Alles in allem ein solider Ratgeber mit wertvollen Impulsen – genau das, was ich mir für Einsteiger erhofft hatte, auch wenn mir die Bildgestaltung nicht immer gefallen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 21.10.2025

Bittersüßer Zauber des Erwachsenwerdens.

Wenn unsere Welt kippt
0

In „Wenn unsere Welt kippt“ entführt Jandy Nelson ihre Leserinnen und Leser in das sonnendurchflutete Kalifornien, in die fiktive Kleinstadt Paradise Springs – einen Ort, an dem Teufelswinde wehen, ein ...

In „Wenn unsere Welt kippt“ entführt Jandy Nelson ihre Leserinnen und Leser in das sonnendurchflutete Kalifornien, in die fiktive Kleinstadt Paradise Springs – einen Ort, an dem Teufelswinde wehen, ein Soufflé Menschen sich ineinander verlieben lässt, ein Wein die Seele berührt und andere phantastische Dinge geschehen. Dies ist die Heimat der Familie Fall.
Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Dizzy (12), Miles (17) und Wynton (19). Ihr familiärer Zusammenhalt ist brüchig, jeder kämpft mit dem eigenen Weg des Erwachsenwerdens und dem Fehlen ihres Vaters, der die Familie unerwartet verlassen hat.
Als die drei auf die rebellische, lebensfrohe Cassidy treffen – ein Mädchen mit bunten Haaren, tätowierten Lieblingswörtern und einer faszinierenden Ausstrahlung verändert sich ihr Leben spürbar. Cassidy wird zum Katalysator für Aufbruch, Neuanfang, Sehnsucht und Selbstfindung. Doch ob sie die Familie Fall tatsächlich wieder vereinen kann, bleibt offen.

Jandy Nelson gilt als gefeierte Stimme der modernen Jugendbuchliteratur. Obwohl dies mein erstes Buch von ihr war, war ich voller Neugier und Erwartungen, welche Geschichte mich erwarten würde.

Die Erzählung wechselt zwischen den Perspektiven von Dizzy, Miles, Wynton und Cassidy. Eingestreute Briefe und poetische Passagen verleihen dem Roman eine märchenhafte Note. Durch den Perspektivwechsel gewinnt die Handlung an Dynamik, Spannung und Tiefe. Besonders gelungen sind die schön gestalteten grafischen Elemente, die einige Kapitel hervorheben und sich wie ein roter Faden durch den Roman ziehen.
Thematisch wagt sich Nelson an komplexe Bereiche: erste Liebe, das Entdecken eigener Queerness, der Verlust eines Elternteils, Vernachlässigung, psychische Erkrankungen wie Depressionen und manische Episoden sowie Alkoholismus.
Dennoch hatte ich den Eindruck, dass es schlicht zu viele gewichtige Themen waren, die angerissen, aber nicht vollständig aus erzählt oder für das junge Zielpublikum ausreichend eingeordnet wurden.

Auch stilistisch ist der Roman stellenweise überbordend. Vieles wirkt zu üppig, teilweise kitschig erzählt. Immer wieder driftet Nelson in einen magischen Realismus ab, der sich nicht immer organisch in die Handlung fügt und an manchen Stellen eher erzwungen wirkt.

Die lyrischen Einschübe und der grundsätzlich leichte, bildhafte Schreibstil sind gut gewählt, verlieren jedoch durch die inhaltliche Überfrachtung an Wirkung.

Als positiv habe ich die Darstellung der jugendlichen Figuren empfunden. Sie sind glaubwürdig und vielschichtig gestaltet; man spürt ihre Unsicherheiten, ihr Ringen und ihre Verletzlichkeit.

Insgesamt war „Wenn unsere Welt kippt“ für mich ein emotional starkes, aber erzählerisch überladenes Leseerlebnis.
Die poetische Sprache und die Tiefe der Themen wollten sich nicht immer zu einer klaren Einheit fügen.

Trotz einiger Schwächen ist das Buch ein charmantes, teils berührendes Coming of Age Werk – nur hätte weniger hier vielleicht mehr sein können.

Fans poetisch-magischer Jugendromane dürften Gefallen daran finden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2025

Ein Tanz zum Schein

A Dance of Lies
0

„A Dance of Lies“ von Brittney Arena fällt zunächst direkt durch sein wunderschön gestaltetes Cover ins Auge. In intensiven Tönen wird hier ein Buntglasfenster dargestellt, das, wenn man es näher betrachtet, ...

„A Dance of Lies“ von Brittney Arena fällt zunächst direkt durch sein wunderschön gestaltetes Cover ins Auge. In intensiven Tönen wird hier ein Buntglasfenster dargestellt, das, wenn man es näher betrachtet, bereits seine eigene Geschichte erzählen kann durch die vielen kleinen Elemente.
Besonders beeindruckt hat mich die liebevoll veredelte Buchschnittgestaltung, die dem Buch einen kostbaren Rahmen verleiht – ich muss gestehen, ich war auf Anhieb hingerissen.


Zum Inhalt:
Vasalie, einst das Kleinod von König Illian, galt als außergewöhnlich begabte Tänzerin und stand im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch eine hinterhältige Intrige beraubt sie plötzlich all ihrer Möglichkeiten. Nach zwei Jahren der Gefangenschaft erhält sie vom König ein einmaliges Angebot, das sie nicht ablehnen kann: Für ihre Freiheit soll sie die Versammlung der Königreiche infiltrieren und im Auftrag des Königs heikle Aufgaben erfüllen. Stück für Stück offenbart sich ihr dabei das ganze Ausmaß der Verstrickungen, bis Vasalie schließlich vor der Entscheidung steht, was sie wirklich will.


Mein Resümee:
„A Dance of Lies“ hat mich gleichermaßen gefesselt und frustriert – und genau das macht es so schwer, ein einfaches Fazit zu ziehen.
So verwendet die Autorin eine bildhafte Sprache, die einfach nur das Kopfkino bei den Lesenden anregen muss. Besonders in den kraftvollen Tanzszenen, die mit viel Liebe zum Detail beschrieben sind, erschafft sie eine mitreißende Immersion. An diesen Stellen, wünscht man sich einfach eine Verfilmung des Buches.
Doch abseits dieser Glanzpunkte offenbaren sich Schwächen, die meinen Lesegenuss getrübt haben. Die Figuren, allen voran die Nebencharaktere, bleiben in ihren Konturen oft schablonenhaft und eindimensional. Zwar wirken sie an sich sympathisch, doch es fällt schwer, sich von ihnen in den Bann ziehen zu lassen oder wirklich mit ihnen mitzufühlen.
Die angedeutete Liebesgeschichte war zwar schön, hätte meiner Meinung nach aber deutlich mehr Raum verdient, um sich voll entfalten zu können – das allein hätte dem Buch schon mehr emotionale Tiefe gegeben.
Zudem verliert sich die Autorin stellenweise in Nebensträngen: Politische Machtspiele und die Vielzahl an Königshäusern machen den Plot unnötig unübersichtlich.

Beworben wird der Roman als Romantasy, also als Mischung aus Romantik und Fantasy, was bei Fans große Erwartungen aufkommen lässt.
Leider muss ich hier anmerken, dass der eigentliche Fantasy-Anteil verschwindend gering ist.
Auch von den angekündigten Love-Triangle-Vibes habe ich beim Lesen nichts gespürt. Für mich wirkt diese Werbung schlicht irreführend, besonders für LeserInnen, die das Buch gerade wegen dieser Genre-Versprechen in die Hand nehmen.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen.
Frau Arenas einfühlsamer und angenehm fließender Schreibstil erschafft eine liebevolle ausgestaltete Welt.
Besonders gelungen fand ich, wie der Tanz nicht nur als Motiv, sondern fast schon als stille zweite Hauptfigur präsent ist und dem Roman eine fast magische Leichtigkeit verleiht.
Die Autorin bringt interessante Ideen und einige sympathische Figuren ins Spiel, doch es gelingt ihr nicht immer, den Faden gekonnt wieder aufzunehmen und die Geschichte zu Ende zu denken. Daran merkt man vielleicht, dass es ihr Debütroman ist und sie noch größeres Entwicklungspotenzial hat. Vielleicht schafft sie es mich mit einer möglichen Fortsetzung vollständig zu überzeugen.

Schlussendlich empfehle ich diesen Roman all jenen, die sich nach einer leichten Liebesgeschichte sehnen. Wer es schafft die Schwächen des Romans zu verzeihen, wird in diesem Debüt sicherlich einige berührende Lesemomente finden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere