Lieblingsbuch und Jahreshighlight
Pina fällt aus❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Wie so oft war meine Freundin schuld, aber ich bin ihr ehrlich dankbar dafür. Sie kennt meinen Geschmack inzwischen erschreckend gut und als sie mir dieses Buch gezeigt ...
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Wie so oft war meine Freundin schuld, aber ich bin ihr ehrlich dankbar dafür. Sie kennt meinen Geschmack inzwischen erschreckend gut und als sie mir dieses Buch gezeigt hat, war für mich sofort klar, das muss ich lesen. Ohne großes Zögern, ohne Zweifel.
🧠 Meine Meinung:
Pina liegt auf der Intensivstation, gefangen in ihrem eigenen Körper, unfähig zu sprechen oder zu handeln und doch bekommt man ihre Gedanken mit. Dieses Gefühl, da zu sein und trotzdem nichts tun zu können, hat mich sofort berührt. Ich kenne solche Geschichten aus Erzählungen meiner Mama, die im Koma lag und genau davon danach erzählt hat. Diese Erinnerungen wurden hier wieder wach, dieses Ausgeliefertsein, diese Hilflosigkeit, sodass es mich ziemlich ergriffen hat.
Dieses Buch hat mich so berührt, dass es sich mitten in mein Herz gesetzt und verankert hat.
Die Figuren sind so lebendig, so echt, dass ich sie nicht nur gelesen, sondern gefühlt habe. Besonders Leo. Ich kann kaum in Worte fassen, was dieser Charakter bei mir ausgelöst hat. Es wird nie klar benannt, was genau „anders“ ist (Hinweise auf Autismus) aber genau das ist so stark. Es spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass er Hilfe braucht. Und dass da plötzlich Menschen sind, die anfangen hinzusehen.
Diese Entwicklung innerhalb der Hausgemeinschaft hat mich zutiefst bewegt. Aus Distanz wird Nähe, aus Gleichgültigkeit wird Verantwortung. Und das alles so ehrlich, so unaufgeregt natürlich und gleichzeitig so kraftvoll erzählt, dass mir mehr als einmal die Tränen gekommen sind.
Bei einer Szene musste ich an das Lied „Rufe Teddybär 1-4“ denken, dieses Gefühl, wenn Menschen plötzlich zusammenkommen, einfach weil jemand sie braucht. Genau das passiert hier. Und es hat mich jedes Mal aufs Neue überwältigt.
Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist seine Botschaft. Hinschauen, nicht wegsehen. Menschlich sein. Es klingt so simpel, aber genau darin liegt die ganze Wucht dieser Geschichte. Wie schön wäre es, wenn es überall eine Hansastraße gäbe, dessen Bewohner so handeln wie hier. Bedingungslose Alltagshelden.
Ich bin verliebt. In diese Geschichte, in diese Figuren, in das, was sie auslösen. Und ich weiß jetzt schon, dass ich dieses Gefühl nicht so schnell loslassen werde.
✅️ Fazit:
„Pina fällt aus“ ist für mich weit mehr als nur ein berührender Roman, es ist eine Geschichte über das Auffangen, wenn jemand fällt. Darüber, dass ein Ausfall nicht nur Leere hinterlassen muss, sondern auch etwas Neues entstehen kann.
Für mich hat dieses Buch meine höchste Auszeichnung Prädikat Lieblingsbuch und seinen Platz in meinen Jahreshighlights 2026 mehr als verdient.
P.S. Da ich gelesen habe, dass die Mama von Vera Zischke alle Rezensionen liest, geht dieser Gruß an Sie. Ich bin unglaublich begeistert von Pina, Leo und all den anderen liebgewonnenen Figuren, die Ihre Tochter erschaffen hat. Diese Geschichte hat mich tief berührt und wird noch lange in mir nachklingen.
🔎 Worum geht’s?
Pina bricht plötzlich zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht. Ihr größter Gedanke gilt ihrem Sohn Leo, der vollkommen auf sie angewiesen ist. Leo lebt in seiner eigenen Welt, mit festen Routinen und Bedürfnissen, die bisher nur seine Mutter wirklich versteht. Während Pina ausfällt, stehen plötzlich die Nachbarn vor einer Verantwortung, der sie sich eigentlich nicht gewachsen fühlen. Doch nach und nach wächst aus einer zufälligen Hausgemeinschaft etwas, womit niemand gerechnet hätte.