Düster, fesselnd – und voller Charaktere, die mich wahnsinnig machen
Very Bad RevengeIch habe „Very Bad Revenge“ in einem Zug durchgelesen – ich war komplett drin und konnte einfach nicht aufhören. Die Geschichte hat so eine düstere, gleichzeitig aber auch total unterhaltsame Stimmung, ...
Ich habe „Very Bad Revenge“ in einem Zug durchgelesen – ich war komplett drin und konnte einfach nicht aufhören. Die Geschichte hat so eine düstere, gleichzeitig aber auch total unterhaltsame Stimmung, die einen richtig festhält.
Besonders spannend fand ich, mehr über Sylvian zu erfahren – wie er überhaupt zu den Kings gekommen ist, gibt der ganzen Geschichte nochmal eine interessante zusätzliche Ebene.
Aber ganz ehrlich: Für mich trägt Romeo dieses Buch. Schon am Anfang war er der interessanteste Part für mich und das hat sich auch durchgezogen. Ich liebe seine Rolle einfach – dieses Strategische, dieses Gefühl, dass er immer ein paar Schritte voraus ist… für mich ist er eigentlich die wahre Stärke hinter den Kings.
Mable hingegen… schwierig. Am Anfang hatte ich echt Hoffnung, weil sie endlich diesen Ehrgeiz und diesen Biss zeigt, den man von einer zukünftigen Queen erwartet. Aber dann verfällt sie wieder in alte Muster und fängt an, andere einfach nur zu imitieren. Und das hat mich so genervt – so verhält sich für mich keine Königin. Diese Mischung aus Naivität und Selbstüberschätzung („ich leg mich einfach mit allen an“) war teilweise echt anstrengend.
Was ich dagegen richtig gefeiert habe: die Dynamik zwischen Clarisse und Mable. Die beiden zusammen bringen endlich richtig Spannung rein – da hatte ich zum ersten Mal dieses „Jetzt geht’s los“-Gefühl.
Und dann gibt es noch Vance… ich sag’s mal so: Es war auf eine seltsame Art befriedigend zu sehen, dass nicht alles so ist, wie es lange gewirkt hat. Dass endlich mehr von den wahren Motiven sichtbar wird, hat der Story für mich richtig gutgetan.
Generell lebt das Buch total von diesen Beziehungen, Machtspielen und Allianzen. Auch Mables Weg nach oben ist spannend zu verfolgen – vor allem, weil man merkt, dass so ein Aufstieg seinen Preis hat. Gleichzeitig macht genau das sie für mich nicht unbedingt sympathischer. Gerade ihr Umgang mit manchen Personen wirkt oft undankbar oder wenig reflektiert, was mich beim Lesen mehrfach gestört hat.
Und dann ist da noch Sylvian… seine Fixierung auf Mable hätte eigentlich intensiv sein können, wirkte auf mich aber eher unangenehm als anziehend.
Trotz allem: Ich hatte richtig Spaß beim Lesen. Es ist düster, dramatisch, teilweise ein bisschen drüber – aber genau das macht es auch so unterhaltsam.