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Veröffentlicht am 20.09.2022

Spannende Thematik - leider etwas zu detailreich

Das neunte Gemälde
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Dies ist der erste Teil um den Kunstexperten Dr. Lennard Lomberg. Ich war sehr gespannt auf den etwas anderen Krimi in dessen Vordergrund es um den Verbleib und die Jagd nach dem neunten Gemälde geht, ...

Dies ist der erste Teil um den Kunstexperten Dr. Lennard Lomberg. Ich war sehr gespannt auf den etwas anderen Krimi in dessen Vordergrund es um den Verbleib und die Jagd nach dem neunten Gemälde geht, dass angeblich das Werk eines berühmten Malers sein sollte. Als Lennard Lomberg einen rätselhaften Anruf eines Mannes, namens Dupret erhält, nehmen die Dinge ihren Lauf. Denn kurze Zeit später wird Gilles Dupret tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Schnell gerät Lomberg ins Visier des BKA und so begibt er sich auf eine bzw. auch auf seine eigene Zeitreise, in der er unglaubliche Entdeckungen macht.

Diese Geschichte spielt auf drei Zeitebenen und thematisiert die Beutekunst aus dem dritten Reich. Und wie es so ist, wenn Menschen sich an anderen Menschen bereichern, wird hier intrigiert, belogen, gestohlen und hintergangen.

Der Leser wird aus der Gegenwart in die Kriegszeit 1943 nach Paris, sowie ins Jahr 1966 nach Bonn mitgenommen. Der Autor hat hier gekonnt Fakten und Fiktion miteinander verknüpft.

Durch die geschichtlichen Fakten wurde mein eigenes Wissen wieder aufgefrischt und hat definitiv einen Mehrwert für mich. Auch das Kunstwissen kann der Autor dem Leser hier eindrücklich vermitteln.

Leider ist dies keine leichte Lektüre, sprachlich hohes Niveau, viele Einzelheiten, stetig wechselnde Örtlichkeiten, eine Vielzahl an Charakteren. Man weiß nie, welches Detail besondere Aufmerksamkeit bedarf und es irgendwann relevant wird, sich das jeweilige Detail gemerkt zu haben. Die Hauptprotagonisten haben sehr interessante Charaktere, die für mich authentisch dargestellt werden, zu denen ich jedoch keinen empathischen Bezug entwickeln konnte, bis auf Julie, Lombergs Tochter, die die Szenerie hier und da etwas aufgelockert hat.

Das Cover ist durch seine Signalfarbe schon sehr dominant und das Bild erschließt sich erst auf dem zweiten Blick. Die Typographie finde ich durchaus sehr gelungen. Wer sich nicht scheut, dieses Buch mit sehr viel Aufmerksamkeit zügig zu lesen, dem wird ein guter Krimi präsentiert.

Gerne vergebe ich 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.03.2022

Sehr speziell - von zurückhaltendem Charme

Meter pro Sekunde
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Westjütland, das Land der kurzen Sätze, ein Landstrich mit sehr speziellen Menschen, etwas wortkarg und von sehr zurückhaltendem Charme. Eine junge Mutter zieht mit ihrem Partner und dem gemeinsamen noch ...

Westjütland, das Land der kurzen Sätze, ein Landstrich mit sehr speziellen Menschen, etwas wortkarg und von sehr zurückhaltendem Charme. Eine junge Mutter zieht mit ihrem Partner und dem gemeinsamen noch namenlosen Baby nach Velling in eine Heimvolkshochschule, an der ihr Freund eine Anstellung als Lehrer bekommen hat. Für die Ich-Erzählerin ist das Leben auf einmal voller Hindernisse, doch sie wird von der Schulleiterin ermuntert, in der Lokalzeitung den Part des Kummerkastens zu übernehmen. Von da an verändert sich ihr Leben.

Die Romanhandlung, also der Alltag der Protagonistin mit Familie, Tagesmutter, Begegnungen mit Freunden und den Dorfbewohnern, Fahrschule und dem Leben in der Heimvolkshochschule, wechselt sich ab mit Anfragen und Antworten des Kummerkastens, sowie Liedertexten.

Mir persönlich haben die tiefsinnig und mit Wortwitz angereicherten Antworten des Kummerkastens am besten gefallen. Der schnelle Wechsel der kurzen Kapitel hat für mich keine Einheit ergeben. Anfänglich war auch der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig. Trotzdem werde ich das Buch mit Sicherheit noch einmal lesen und versuchen, mich ganz darauf zu fokussieren und es als einen Roman darüber zu sehen, sich mit Humor und Menschenfreundlichkeit im Nirgendwo auf die Mitte des Lebens einzulassen.

Erst dachte ich, was für ein merkwürdiges Cover, doch als ich das Buch in den Händen hielt, war ich von der Gestaltung ganz angetan. Das untere Dreiviertel ist ein Schutzumschlag und hat eine ganz leicht glänzende, strukturierte Oberfläche. Macht man ihn ab, vervollständigt sich das Bild mit den Wolken über der Dünenlandschaft von Westjütland. Tolle Idee, so gefällt es mir richtig gut.

Sehr spezielle Lektüre, aber im Nachhinein betrachtet vergebe ich gerne 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Generationskonflikte zwischen Tradition und Fortschritt

Wildtriebe
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Nachdem Elisabeth’s Brüder nicht aus dem zweiten Weltkrieg wiederkamen, wird sie die Erbin des Bethches-Hofes. Den Erhalt und den Fortbestand des Hofes sieht sie als ihr Lebenswerk an. Seit Generationen ...

Nachdem Elisabeth’s Brüder nicht aus dem zweiten Weltkrieg wiederkamen, wird sie die Erbin des Bethches-Hofes. Den Erhalt und den Fortbestand des Hofes sieht sie als ihr Lebenswerk an. Seit Generationen geprägt von Traditionen, festen Regeln, im Rhythmus des Jahresverlaufes und der Versorgung der Tiere. Als nun Konrad, ihr einziger Sohn und Hoferbe, Marlies heiratet, ist Lisbeth nicht sehr angetan von der modernen jungen Frau, die keine Bäuerin ist. Dies soll sich unter Lisbeth’s Führung ändern. Doch Marlies kann es ihrer Schwiegermutter nicht recht machen. Sie möchte sich nicht immer unterordnen, sondern ihr Leben selbst bestimmen. Sie nimmt wieder ihren Beruf im Kaufhaus auf, macht den Jagdschein und den Traktorführerschein. Lisbeth ist in ihren Traditionen und Wertvorstellungen so verankert, dass die stillen Kriege tagtäglich zu spüren sind, denn es wird nicht miteinander gesprochen, jeder macht das mit sich allein aus.
Als Marlies Tochter Joanna geboren wird, ist Lisbeth ganz stolze Oma, endlich hat der Hof eine Nachfolgerin. Doch die stillen Kämpfe bleiben, um Mützen, Kinderwagen oder Erziehung. Zwischen Lisbeth und Joanna entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung. Doch auch Joanna hat ihren ganz eigenen Lebensentwurf.

Die Männer in dieser Geschichte bleiben sehr im Hintergrund.

Dieser Roman ist sehr schön und atmosphärisch geschrieben, wobei der Schreibstil bzw. das Stilmittel mit den unvollendeten Sätzen für mich das ein oder andere Mal etwas gewöhnungsbedürftig war.
Die Geschichte spiegelt die Generationsunterschiede und die Lebensmodelle der drei Protagonistinnen, sowie die Landwirtschaft im Wandel der Zeit sehr schön wider.

Das sehr schön gestaltete Cover mit den drei Blumen kann man gut den drei Frauen zuordnen. Der Bezug gefällt mir sehr.

Fazit: Ein unaufgeregter gut zu lesender Roman.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

Guter Krimi

Trauma – Kein Entkommen
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Katja Sand, eine taffe Mordermittlerin, und ihr Kollege Rudi Dorfmüller haben es hier mit 2 Toten zu tun. Der eine im Baggersee ertrunken, der andere kurze Zeit später im Kühlschrank erstickt. Nach der ...

Katja Sand, eine taffe Mordermittlerin, und ihr Kollege Rudi Dorfmüller haben es hier mit 2 Toten zu tun. Der eine im Baggersee ertrunken, der andere kurze Zeit später im Kühlschrank erstickt. Nach der Obduktion deutet alles auf Suizid hin. Doch erste Parallelen werden zwischen den Toten sichtbar. Beide Opfer waren traumatisiert. Dies wird auch durch den behandelnden Psychoanalytiker Dr. Alexander Hanning bestätigt. Entgegen den Anordnungen ihres Chefs ermittelt Katja weiter. Je tiefer sie gräbt, desto klarer werden die Zusammenhänge, doch dabei wird sie von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.

Das Buch ist aufgeteilt in drei Teile. Am Anfang eines jeden Teils wird vom Trauma eines Kindes erzählt. Sehr brutal, verstörend, lässt Raum für Spekulationen wer dieses Kind ist.

Guter flüssiger Schreibstil. Die Protagonisten sind exzellente Ermittler. Katja ist in ihrer Art manchmal abweisend und auch mal ungerecht. Rudi ist der immer gutgelaunte, schlagfertige Kollege, der sie bei allem unterstützt. Die Ermittlungsarbeit wird leider durch das Privatleben von Katja oft unterbrochen. Ihre eigene unaufgearbeitete Vergangenheit steht ihr und dem Leser öfters im Weg.

Eine unterhaltsame Lektüre, die erst im zweiten Drittel an Spannung aufnimmt. Für mich eher ein guter Krimi als ein Thriller.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Gefühlvolle Spurensuche zwischen Gegenwart und DDR-Vergangenheit

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen wird hier in der Gegenwart die Geschichte von Hannah und in der Vergangenheit das Leben von Marlen erzählt. Für Hannah könnte ihr Leben einfach so weiterlaufen, doch ...

Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen wird hier in der Gegenwart die Geschichte von Hannah und in der Vergangenheit das Leben von Marlen erzählt. Für Hannah könnte ihr Leben einfach so weiterlaufen, doch ihre beste Freundin Rubi eröffnet ihr, dass sie schwanger ist und mit ihrem Freund Max in ein alternatives Wohnprojekt auf dem Land zieht. Zusätzlich taucht plötzlich auch noch ihr Vater auf und möchte sich mit ihr treffen. Sein plötzliches Auftauchen wirft Fragen nach seinen wahren Beweggründen auf.

Parallel dazu erleben wir das Aufwachsen der 14-jährigen Marlen in der Nachkriegszeit der DDR. Sie wird von der Malerin Wilma adoptiert und entwickelt sich über die Jahre zu deren wichtigster Stütze.

Die Charaktere sind wunderbar detailliert ausgearbeitet, ihre innere Zerrissenheit und ihre Emotionen sind für mich als Leser absolut greifbar. Der Schreibstil ist angenehm ruhig, sehr emotional und fließt wunderbar dahin. Besonders spannend ist es, wie sich die beiden Zeitstränge nach und nach miteinander verweben.

Das verschwundene Bild wird hier nur sehr nebensächlich erwähnt. Wahrscheinlich wird es im Vorgängerbuch näher erläutert und so bleibt dieser, vielleicht entscheidende Aspekt, dem Leser vorenthalten. Hier sollte man wirklich die Vorgängerbände lesen, um die volle Tragweite der Geschichte zu erfassen. Alles in allem eine gute Lektüre, die mir einige berührende Lesestunden bereitet hat.

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