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Veröffentlicht am 29.04.2024

Die Jahre lehren viel, was die Tage niemals wissen

Saat der Sünde
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Kate Burkholder wird von den Ältesten einer Amish-Gemeinde eines anderen Bundesstaates zur Hilfe gerufen. Es geht um einen alten Fall und der vermeintlich Schuldige ist ein alter Freund von ihr aus Jugendtagen, ...

Kate Burkholder wird von den Ältesten einer Amish-Gemeinde eines anderen Bundesstaates zur Hilfe gerufen. Es geht um einen alten Fall und der vermeintlich Schuldige ist ein alter Freund von ihr aus Jugendtagen, vielleicht etwas mehr als nur ein alter Freund. Kate macht sich auf den Weg und wie immer ist es ein äußerer und auch ein innerer Weg, dem sie folgt und beide gestalten sich mal wieder gefährlich...

Auf einem Feld in Ohio wurden die sterblichen Überreste eines Menschen gefunden. Vor achtzehn Jahren ist der damalige alte Bischof der Gemeinde, Ananias Stoltzfus, verschwunden. Praktischerweise liegt das alte Gewehr von Jonas Bowman, Kates altem Freund, mit in dem Grab. Der Fall scheint gelöst, doch bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass der angeblich so heilige Bischof in Wirklichkeit sehr umstritten war und einige Seiten an sich hatte, die für einen führenden Geistlichen einer Amish-Gemeinde völlig untypisch waren.

Kate begegnet Jonas nach vielen Jahren wieder und die Erinnerungen, die nun ans Licht kommen, drohen ihre Objektivität zu beeinflussen. Hat Jonas wirklich aus Rache gehandelt und den Tag des Gerichts vorgezogen oder war es vielleicht alles ganz anders.

Während sich die Schlinge um Jonas Hals immer mehr zuzieht, wird Kate mehrmals auf lebensbedrohliche Weise an ihrer Ermittlungsarbeit gehindert und die dortigen Behörden sind ihr auch nicht immer eine Hilfe. Doch wer Kate kennt, weiß, dass sie niemals aufgibt, dafür hat sie einen viel zu ausgebildeten Gerechtigkeitssinn und so trägt sie mühsam die kleinen Puzzlesteinchen der Vergangenheit zusammen....

Ich habe diesen neuen Fall von Kate Burkholder wieder mal sehr genossen. Die Autorin Linda Castillo versteht es wunderbar einen Thriller zu schreiben, der dem Leser dennoch das Gefühl gibt bei den Protagonisten sich zuhause zu fühlen und voll Spannung mit zu fiebern. Auch diesmal geht es wieder um tiefere Fragen, wir bekommen einen authentischen Blick in die Welt der Amish und ihren Glauben.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

In drei Tagen kann viel passieren...

Drei Tage im August
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Wir befinden uns in Berlin im Jahr 1936. Es ist August und in Berlin finden die Olympischen Spiele statt und obwohl es sommerlich warm ist und die Stadt viele internationale Besucher zu dieser Zeit hat, ...

Wir befinden uns in Berlin im Jahr 1936. Es ist August und in Berlin finden die Olympischen Spiele statt und obwohl es sommerlich warm ist und die Stadt viele internationale Besucher zu dieser Zeit hat, so ist doch der dunkle Schatten und die aufkommende Kälte der nächsten Jahre schon deutlich zu spüren.

Für Elfie, die in der berühmten Chocolaterie Sawade mit Hingabe arbeitet, ist die Dunkelheit nichts fremdes. Dunkelheit ist für Elfie ein stetiger Begleiter samt der Schwermut, die damit einhergeht. Daher liebt sie ihre Arbeit in der Chocolaterie so sehr, die feinen Pralinendekorationen , die jeden Tag neu hergestellt, verziert und schön präsentiert werden, geben ihr Halt und Zuversicht gut über den Tag zu kommen. Den Duft guter Schokolade und die vielfältigen Aromen, mit denen die Pralinen gefüllt sind, schenken Elfie jeden Tag aufs Neue Trost. Durch die Arbeit mit der Schokolade hilft es Elfie freundlich und annehmend mit den Menschen umzugehen, in einer Zeit, die trotz des Sommers immer unmenschlicher und kälter wird.

Wir lernen auch noch andere Menschen kennen, wie Madame Comte und den jüdischen Buchhändler Franz, werden in das Lebensgefühl der damaligen Zeit mit hinein genommen und wie gerade die älteren Menschen spüren, dass eine Zeit vorüber gegangen ist, die nie mehr kommen wird. Die Autorin schreibt nicht nur einen historischen Roman, sie nimmt den Leser auch mit in innere Reise, der täglichen Auseinandersetzung mit der Dunkelheit und dem Mut, der eigenen Sehnsucht zu folgen.

Anne Stern hat mit dieser Geschichte einen leisen und feinen Roman geschrieben, der den Leser mit in diese besondere Straße "Unter den Linden" in Berlin mitnimmt und lässt ihn die Geschichte auf eine besondere Weise erleben, drei Tage im August mit besonderen Menschen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so wirken, es sich jedoch lohnt, sich auf sie einzulassen.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Die Wahrheit kommt immer ans Licht

Schweigend aus der Nacht
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Wir befinden uns irgendwo in der schönen Schweiz. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben und der Erzähler nimmt uns mit in eine Handlung, die sich nach und nach als sehr fesselnd und tiefgründig ...

Wir befinden uns irgendwo in der schönen Schweiz. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben und der Erzähler nimmt uns mit in eine Handlung, die sich nach und nach als sehr fesselnd und tiefgründig erweist. Leider ist er nicht gerade ein Mann, der auf den ersten Blick besonders sympathisch erscheint, er spricht gerne diversen alkoholischen Getränken zu und trauert der intimen Beziehung seiner Ex-Freundin Fabienne hinterher, die er lange Zeit intensiv gepflegt hatte, trotz ihrer Heirat mit dem "Banker". Nun wird Fabiennes Geburtstag gefeiert, groß und mit Stil, denn der Herr Gemahl verfügt ja über eine Bank und hat alles, was Rang und Namen hat eingeladen, auch einen berühmten Regisseur namens Sander, der im naheliegenden Frauenkloster einen Film dreht und der Stargast auf diesem Fest sein soll. Doch der Stargast erscheint auch nach Stunden nicht und es erfolgt die Nachricht, dass er durch einen tragischen Unfall verstorben sei.

Der Erzähler begibt sich nach einiger Zeit wohlig gefüllt mit erlesenem Rotwein nach Hause und sinniert über seine verlorene Beziehung zu Fabienne, da erscheint ihm Herr Sander, der doch eigentlich tot sein müsste. Zumindest macht ihn der Erzähler darauf aufmerksam, doch es ist Sanders Geist, der ihn von einem dunklen Geheimnis etwas erzählt und ihn, den Erzähler, und nur ihn um Hilfe bittet. Der Leser erfährt nun etwas mehr über den Erzähler, der aktuell eine Buchhandlung unterhält, jedoch in früherer Zeit einmal als Investigativjournalist unterwegs war, bis er erkennen musste, dass die Subjekte, die an der Macht sind, auch weiter an der Macht bleiben, völlig egal, was ihnen nachgewiesen werden konnte. Das ist ja für alle aufgeweckten Leser nichts Neues.

Auf jeden Fall wird die Neugier des Erzählers geweckt, denn in diesem ungeheuerlichen Fall geht es um das nahe Frauenkloster, in dem er schon einmal recherchierte und in dem die führende Schwester Theophila einen nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterlassen hatte, denn sie hatte eine Kraft und einen Glauben, der etwas in ihm anrührte. Leider ist auch Schwester Theophila einem Unfall zum Opfer gefallen, Sachen gibts. Er macht sich auf die Suche und kommt einem Geflecht von Macht, Gier und Verrat auf die Spur, auch ein mysteriöser Männerbund spielt eine gewisse Rolle, der alles daran setzt, dass die Wahrheit unter Verschluss bleibt, doch wenn einmal das Licht in die Dunkelheit gefallen ist......

Ein sehr ungewöhnlicher Thriller, der durchaus noch mehr Seiten hätte haben können und mich positiv überrascht hat. Es braucht ein wenig, sich auf den Schreibstil der indirekten Rede einzulassen, doch es lohnt sich zu lesen. Ein gesellschaftlicher Thriller, von dem es mehr geben darf.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Warum esse ich?

Abnehmen durch Annehmen. Unbewusste Gefühle verstehen – körperlichen Ballast loswerden
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Das ist eine Frage, die jeder für sich mehr oder weniger ehrlich beantworten möchte. Ich bin bei dieser Frage gerne mal in die Defensive gegangen und beantwortete diese Frage mit manchmal schambesetzten ...

Das ist eine Frage, die jeder für sich mehr oder weniger ehrlich beantworten möchte. Ich bin bei dieser Frage gerne mal in die Defensive gegangen und beantwortete diese Frage mit manchmal schambesetzten Antworten, natürlich wenn ich Hunger habe und natürlich gesund. Der Blick in den Spiegel sagt mir jedoch etwas anderes und die Gefühle mochte ich auch nicht so sehr. Naja gut, manchmal esse ich stressbedingt, oder aus Frust oder aus Gewohnheit oder weil ich jetzt Trost brauche oder weil ich so komische Sätze bzgl. Essen aus meiner Kindheit in meinem Kopf habe, die noch immer über recht viel Macht verfügen, egal wie, ich esse zu viel, ich esse jedoch auch gern, ich genieße gutes Essen allein oder in Gemeinschaft, ich liebe Kuchen, aber ich bestehe nicht aus ihm, unter anderem ein sehr interessantes Kapitel in diesem hilfreichen Buch.

Genau dort setzt Andreas Winter mit seinem etwas anderen Buch über Essen an, nicht über Diät, da habe ich und wahrscheinlich noch andere Leser einige Meter Bücherregal voll stehen. Der Autor nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise, die mir doch das eine oder andere Auge geöffnet haben und ich habe es wirklich genossen, dieses Buch zu lesen und durch die vielen Fallbeispiele fühlte ich mich auch mit vielen Betroffenen sehr verbunden.

Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt. Im ersten lesen wir über die Wahrheit des Übergewichts und der, der meint darüber schon alles zu wissen, wie z.B. ich lernt doch erstaunlich viel Neues dazu. Es geht nicht um Diät, sondern zu verstehen, wie die Biochemie unseres Körpers wirklich funktioniert und das nicht abgekoppelt von unserer Seele und unserem Geist, sondern wohltuend ganzheitlich erklärt. Was bestimmt unser Essverhalten, da hatte ich so einige Aha-Effekte und es lohnt wirklich, wie vom Autor empfohlen, farbige Stift während des Lesens bereit zu halten, denn es gibt sehr viele wertvolle Sätze, die ich unterstreichen konnte.

"Gib anderen keine Macht über deine Gefühle.", war einer von ihnen und ganz besonders auch die Hinweise, dass Fett nicht mein Feind ist, sondern mein Dolmetscher. Das zu lesen, war sehr erhellend und überraschend entspannend, auch der Blick in den Spiegel verändert sich langsam. Die Gifte von Stress, Schuld und Scham werden offenbart und Freude und Hoffnung werden gesät. Ich schreibe bewusst gesät, denn wenn ich etwas säe, dann sehe ich nicht gleich die Pflanze. Ich vertraue darauf, dass etwas im verborgenen Dunkel der Erde wächst.

Im zweiten Abschnitt geht es ans Koffer packen, denn der Leser geht auf eine zehntägige Reise, die der Autor die Abnehm-Offensive nennt. Jeder Tag ist mit besonderen Impulsen und Aufgaben am Morgen, interessanten Geschichten von Betroffenen und einem beruhigendem und versöhnlichen Impuls für den Abend gefüllt. Es ist eine Reise, die ich mehrfach unternehmen kann und vielleicht gibt es auch Tage, an denen ich mal länger Rast mache und dann erst weiter reise.....

Für mich hat sich dieser kostbare Ratgeber auf jeden Fall gelohnt und ich konnte für mich sehr viel wertvolles daraus ziehen in meinem Beziehungsstatus mit dem Fett. Ich kann mir vorstellen, dass es für Betroffene sehr hilfreich sein kann, dieses Buch zu lesen und sich dennoch einer Ernährungsumstellung zu öffnen. Die Hypnose, die der Autor praktiziert, würde ich nicht experimentieren, weil es für mich als Christ nicht in Frage kommt. Doch auch ohne diese Praxis gibt es in diesem Buch so viele wertvolle Ratschläge, gut und lieb mit sich umzugehen und unser Fett nach und nach loszulassen.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Zwei Hunde, zwei Geschichten

Zwei Hunde feiern Weihnachten
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In diesem wunderschönen Weihnachtsroman begegnen wir zwei goldigen Hunden, die ein Zuhause finden, passenderweise an Weihnachten und verschiedenen Menschen, die zusammengehören aber es noch nicht wahrhaben ...

In diesem wunderschönen Weihnachtsroman begegnen wir zwei goldigen Hunden, die ein Zuhause finden, passenderweise an Weihnachten und verschiedenen Menschen, die zusammengehören aber es noch nicht wahrhaben wollen. Dazu haben wir noch die bereits bekannten Weihnachtshelfer, die allzeit bereit sind in die Bresche zu springen und jeglichem liebesbedingten Notfall abzuhelfen.

In der ersten Geschichte haben wir es mit einer Zeitungsannonce zu tun, die von der Schwester von Julia und dem Freund von Daniel gestartet wird in Sachen, wir müssen doch jetzt mal schauen, dass wir die unter die Haube bekommen. Durch einen Stromausfall, diesmal von gewissen weihnachtlichen Helfern ausgelöst, landen die "Bewerbungsbriefe" im Briefkasten des jeweils anderen. Durch eine Tauschaktion der Briefe lernen sich Julia und Daniel kennen und der kleine Hund Nick ist mit von der Partie.

Die zweite Geschichte ist auch nicht ohne, denn was passiert wenn sich ein neunjähriger Junge zu Weihnachten einen Hund und einen Vater zu Weihnachten wünscht. Die Weihnachtshelfer machen sich mit Begeisterung an die Arbeit, doch Tessa ist nicht leicht zu knacken, denn sie hat eine gemeinsame Geschichte mit dem neuen Fußballtrainer ihres Sohnes Lukas, Nick, und sie möchte auf keinen Fall, dass er die Wahrheit erfährt. Doch die Weihnachtshelfer und der süße Hund Ruprecht sind da anderer Meinung.

Wieder zwei Geschichten, die einem die Advents- und Weihnachtszeit versüßen oder auch zwischendurch, denn es ist ja immer ein bisschen Weihnachten.

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