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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Schachzüge im Schatten – Ein Thriller, der mit Realität und Fiktion spielt

Doppelspiel
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Mit Doppelspiel gelingt Arne Dahl und Jonas Moström ein spannender Thriller, der von der ersten Seite an Tempo aufnimmt und seine Leserinnen und Leser kaum zur Ruhe kommen lässt. Die Geschichte entwickelt ...

Mit Doppelspiel gelingt Arne Dahl und Jonas Moström ein spannender Thriller, der von der ersten Seite an Tempo aufnimmt und seine Leserinnen und Leser kaum zur Ruhe kommen lässt. Die Geschichte entwickelt sich in kurzen, intensiven Kapiteln und lebt von einem ständigen Wechsel der Perspektiven. Während eine Ermittlerin einer Mordserie nachgeht, versucht ein Schriftsteller gleichzeitig, ein komplexes Rätsel zu durchdringen – und damit auch seine eigene Schreibblockade zu überwinden.

Besonders reizvoll ist die Metaebene des Romans: Ein Autor, der selbst in einem Kriminalfall steckt und gleichzeitig versucht, darüber zu schreiben. Realität und Fiktion beginnen dabei zunehmend zu verschwimmen. Hinweise, Figuren und Motive wirken manchmal wie strategische Züge in einem Spiel – immer wieder tauchen dabei symbolische Elemente auf, die an ein Schachbrett erinnern und dem Geschehen eine zusätzliche, fast spielerische Spannung verleihen.

Die Handlung geht dabei oft Schlag auf Schlag. Neue Spuren, überraschende Wendungen und mehrere Handlungsorte sorgen dafür, dass sich ständig neue Fragen ergeben. Gerade diese Dynamik macht das Buch zu einem echten Pageturner. Gleichzeitig streifen die Autoren auch aktuelle Themen wie die Klimakrise und verbinden sie mit einer düsteren, nordisch geprägten Atmosphäre.

Besonders gelungen ist die Art, wie Spannung aufgebaut wird: Vieles wirkt zunächst rätselhaft oder scheinbar zufällig, entwickelt aber nach und nach eine eigene Logik. Man spürt beim Lesen immer wieder, dass hinter den Ereignissen ein größerer Plan stehen könnte – was die Neugier zusätzlich steigert.

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Der Roman steuert auf eine überraschende Auflösung zu, die einige ungewöhnliche Ideen bereithält. Nicht jede Leserin und jeder Leser wird mit allen Entscheidungen im Finale vollständig zufrieden sein, doch bis dahin bietet die Geschichte ein äußerst fesselndes Leseerlebnis.

Insgesamt ist Doppelspiel ein intensiver Thriller mit Gänsehautmomenten, der zeigt, wie spannend es sein kann, wenn ein Kriminalfall selbst zum literarischen Experiment wird. Wer temporeiche Spannung, raffinierte Konstruktionen und nordisches Krimiflair mag, wird mit diesem Buch bestens unterhalten.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.03.2026

Zwischen Rätseln und leisen Tönen – eine Hörreise mit kleinen Schwächen

Die Rätsel meines Großvaters
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Das Hörbuch „Die Rätsel meines Großvaters“, gelesen von Charlotte Puder, entführt in eine besondere Welt voller Geheimnisse, Erinnerungen und fein gesponnener Kriminalgeschichten. Schon nach wenigen Minuten ...

Das Hörbuch „Die Rätsel meines Großvaters“, gelesen von Charlotte Puder, entführt in eine besondere Welt voller Geheimnisse, Erinnerungen und fein gesponnener Kriminalgeschichten. Schon nach wenigen Minuten fällt auf, wie angenehm und stimmungsvoll die Sprecherin durch die Erzählung führt. Charlotte Puder verleiht der Geschichte eine ruhige, warme Atmosphäre, die perfekt zum Charakter des Buches passt und das Zuhören zu einem echten Genuss macht.

Nachdem mich bereits der erste Band begeistert hatte, waren meine Erwartungen entsprechend hoch – vor allem, weil ich die Mischung aus Rätsel und Krimi sehr schätze. Besonders die ersten Geschichten konnten diese Erwartungen auch erfüllen: Sie waren spannend, klug konstruiert und hatten genau diese besondere, fast meditative Tiefe, die ich an japanisch geprägten Erzählstilen so mag.

Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass mich die späteren Krimis nicht mehr ganz so überzeugen konnten. Während die ersten Fälle noch mit Raffinesse und Originalität punkteten, wirkten die letzten Geschichten stellenweise etwas schwächer und weniger einprägsam. Es fehlte ein wenig die Spannung und der überraschende Moment, der die vorherigen Erzählungen ausgezeichnet hat.

Dennoch bleibt das Gesamtbild durchweg positiv. Das Hörbuch ist eine wohltuende Abwechslung zur klassischen europäischen Kriminalliteratur und besticht durch seine ruhige, fast poetische Erzählweise. Gerade dieser japanische Stil – zurückhaltend, atmosphärisch und leicht melancholisch – macht das Werk so besonders.

Am Ende überwiegt für mich klar der Eindruck eines sehr schönen Hörbuchs, das trotz kleiner Schwächen einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Wer ruhige, intelligente Krimis mit einer besonderen Note schätzt, wird hier definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Zwischen Kamelien, Konflikten und Hoffnungsschimmern

Wiedersehen im Kamelienhaus
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Mit diesem Band entführt uns Tabea Bach erneut in eine atmosphärisch dichte Welt, in der Schönheit und Schwierigkeiten eng beieinanderliegen. Auch wenn mein Einstieg schon etwas zurücklag, fiel es mir ...

Mit diesem Band entführt uns Tabea Bach erneut in eine atmosphärisch dichte Welt, in der Schönheit und Schwierigkeiten eng beieinanderliegen. Auch wenn mein Einstieg schon etwas zurücklag, fiel es mir erstaunlich leicht, wieder ins Geschehen rund um das Kamelienhaus einzutauchen. Der Roman lebt von seinen Figuren, ihren Beziehungen und den vielen kleinen wie großen Herausforderungen, die sich ihnen in den Weg stellen.



Was diesen Teil besonders auszeichnet, ist die spürbare Zuspitzung der Konflikte: berufliche Unsicherheiten, zwischenmenschliche Spannungen und weitreichende Entscheidungen sorgen für eine durchgehend mitreißende Dynamik. Dabei gelingt es der Autorin, ernste Themen wie finanzielle Sorgen oder kulturelle Unterschiede feinfühlig einzubetten, ohne dass die Geschichte ihre Leichtigkeit verliert. Gerade dieser Balanceakt macht den Reiz aus.



Ein Highlight sind erneut die Verbindungen zu anderen Werken – etwa zur Die Rosenholzvilla –, die Fans ein vertrautes Gefühl geben und das Universum der Autorin wunderbar erweitern. Gleichzeitig bleibt die Handlung eigenständig und zugänglich.



Nicht alle Entwicklungen wirken vollständig ausgearbeitet, manches geht etwas schnell oder erscheint zu glatt gelöst. Doch selbst das fügt sich in den insgesamt hoffnungsvollen Ton ein, der den Roman prägt. Besonders die atmosphärischen Szenen – von festlichen Momenten bis hin zu dramatischen Naturereignissen – bleiben im Gedächtnis.



Am Ende steht eine Geschichte, die berührt, unterhält und neugierig auf mehr macht. Wer emotionale, vielschichtige Erzählungen mit einem Hauch Fernweh und kulturellem Tiefgang mag, wird hier auf jeden Fall fündig.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Vom Russischkurs im Zug zum Reiseabenteuer um die Welt

Wer hat unsere Lok geklaut?
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Hans Braun erzählt in seinem Buch auf eine lebendige und teilweise fast unglaubliche Weise die Geschichte der Firma Lernidee. Am Anfang steht eine einfache, aber ungewöhnliche Idee: Reisen mit Lernen zu ...

Hans Braun erzählt in seinem Buch auf eine lebendige und teilweise fast unglaubliche Weise die Geschichte der Firma Lernidee. Am Anfang steht eine einfache, aber ungewöhnliche Idee: Reisen mit Lernen zu verbinden. Die ersten Angebote bestanden darin, mit dem Transsibirischen Express durch Russland zu fahren und dabei gleichzeitig Russisch zu lernen. Aus dieser scheinbar kleinen Idee entwickelte sich nach und nach ein ganzes Reiseunternehmen, das immer neue, kreative und manchmal auch sehr ungewöhnliche Reiseformen ausprobierte.



Besonders spannend ist, wie aus dieser anfänglichen Idee eine echte Marktlücke entstand. Immer wieder werden neue Reiseformen ausprobiert: Fahrradreisen, besondere Themenreisen oder andere ungewöhnliche Konzepte. Nicht alles funktioniert sofort. Manche Projekte klappen, andere scheitern. Genau diese Mischung aus Erfolgen, Rückschlägen und neuen Versuchen macht die Geschichte so lebendig. Man bekommt das Gefühl, mitten im echten Abenteuer des Reisens zu sein – mit all seinen Höhen, Tiefen und manchmal auch ziemlich verrückten Momenten.



Beim Lesen wirkt vieles so kurios, dass man sich manchmal fragt, ob das wirklich alles passiert ist. Gleichzeitig merkt man aber, dass die Geschichten aus dem echten Leben stammen. Die Entwicklung der Firma wird wie eine Reihe von Ereignissen erzählt, die zeigen, wie Ideen entstehen, wachsen und sich verändern können. Auch aktuelle Einflüsse wie politische Ereignisse oder die Corona-Zeit spielen eine Rolle und zeigen, wie stark äußere Umstände das Reisen beeinflussen können.



Besonders interessant sind die vielen kleinen Details und Anekdoten, die zwischendurch erzählt werden. Eine Szene bleibt zum Beispiel besonders im Gedächtnis: Am Flughafen in der Mongolei mussten plötzlich zehn Kilo Pferdefutter beziehungsweise Heu mitgebracht werden. Solche Momente wirken gleichzeitig absurd und authentisch und zeigen, wie unvorhersehbar Reisen manchmal sein können.



Insgesamt ist das Buch eine unterhaltsame, teilweise sehr kuriose und inspirierende Reise durch die Geschichte eines ungewöhnlichen Unternehmens. Auch wenn die Erzählung manchmal eher wie eine Abfolge von Ereignissen wirkt, macht gerade diese Mischung aus Realität, Abenteuer und ein wenig Wahnsinn des Reisens den besonderen Reiz der Geschichte aus.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Aluhut am Hindukusch – Eine irrwitzige Flucht zwischen Satire, Klischee und überraschender Nachdenklichkeit!

Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan
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„Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan“ von Mauris Blandit ist kein gewöhnlicher Roman – eher ein kurioses, teilweise völlig absurdes Road-Movie in Buchform, das mit Situationskomik, ...

„Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan“ von Mauris Blandit ist kein gewöhnlicher Roman – eher ein kurioses, teilweise völlig absurdes Road-Movie in Buchform, das mit Situationskomik, überzeichneten Klischees und satirischen Seitenhieben nur so um sich wirft.



Im Mittelpunkt steht Kanu – der eigentlich Keanu heißt –, ein Neonazi mit Aluhut und einer sehr eigenen Weltsicht. Ausgerechnet er beschließt, Deutschland zu verlassen und in Richtung Hindukusch aufzubrechen, um diesen – zumindest in seiner Vorstellung – zu verteidigen. Schon diese Ausgangsidee zeigt, wohin die Reise geht: in eine Welt voller ironischer Übertreibungen und absurder Situationen.



Der Roman lebt stark von seinen Figuren. Besonders Sonja und Eva sind mir beim Lesen schnell sympathisch geworden. Sie bringen eine gewisse Bodenständigkeit und Menschlichkeit in das ansonsten ziemlich schräge Geschehen. Kanu selbst ist natürlich bewusst überzeichnet – eine Figur, die man nicht unbedingt ernst nehmen soll, sondern die als satirischer Spiegel funktioniert.



Was das Buch besonders macht, ist seine Mischung aus Humor und unterschwelliger Gesellschaftskritik. Viele Szenen sind einfach nur herrlich absurd und bringen einen wirklich zum Lachen. Gleichzeitig merkt man, dass hinter der Komik auch eine gewisse Einladung zum Nachdenken steckt. Manche Klischees werden bewusst überspitzt dargestellt, sodass man automatisch beginnt, gewisse Denkmuster oder politische Parolen zu hinterfragen.



Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das Kapitel mit „Mutter Teresa nach Lesbos“, das auf eine ganz eigene Weise grotesk, kreativ und gleichzeitig überraschend pointiert ist. Solche Momente zeigen, dass der Autor keine Angst davor hat, Grenzen des Absurden auszutesten.



Insgesamt ist Goodbye Germania ein sehr temporeicher Reiseroman mit viel satirischem Biss. Nicht jede Pointe zündet gleich stark, und manches wirkt bewusst überdreht – aber genau das gehört zum Stil dieses Buches. Wer Satire mag, ein Faible für schräge Figuren hat und bereit ist, sich auf ungewöhnlichen Humor einzulassen, wird hier definitiv unterhalten.



Ein ungewöhnlicher, witziger Roman, der gleichzeitig zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregt.

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